Die bekannte Welt gerät aus den Fugen
Wer weiß, dass es neben weißen Sklavenhalter:innen auch Schwarze in den Staaten gab?
Für die überwiegende Masse der schwarzen Sklaven ist die bekannte Welt ihre Plantage, für die wenigen Hausklaven natürlich ...
Wer weiß, dass es neben weißen Sklavenhalter:innen auch Schwarze in den Staaten gab?
Für die überwiegende Masse der schwarzen Sklaven ist die bekannte Welt ihre Plantage, für die wenigen Hausklaven natürlich der Herrschaftssitz ihrer Besitzenden. Wenige wurden auf Reisen zur Bedienung mitgenommen.
Das heißt, was die Sklaven kannten waren die jeweilgien Plantagen ihrer Besitzenden. Wenn sie verkauft wurden kamen sie mit ihrem Eigentümer:innen zu einem neuen Ort. Ihre neue Bekannte Welt.
Das Buch spielt im 19. Jahrhunderten vor dem US- Amerikanischen Bürgerkrieg. Allerdings gibt es schon die Abolitionismus Bewegung, mit der schwarze Sklaven freigelassen werden sollten. In der Gesellschaft dieser Zeit um 1855 bis 1861 gibt es in der Tat – schwarze Sklaven, indianische Menschen, Weiße aus aller Welt, und vor allem freigelassene Sklaven und damit eine neue Schicht, was von vielen Weißen aber nicht akzeptiert wird. Damit auch eben die Übergriffe, dass Freigelassene, die ihren Schutzbrief ständig mit sich tragen mussten, auch von Sklavenhändler wieder eingefangen wurden, ungestzlich. Also es war ein schreckliches Durcheinander und gesetzloses passierte leicht.
Von allen beteiligten Personen sind die wenigsten sympathisch. Dazu kommt noch ein heftiges Durcheinander von Randgeschichten und Figuren. Auch ein zeitliches Durcheinander macht es nicht leicht die vielen und verirrenden Fakten klar zu bekommen.
Von allen handelnden Personen sind mir die Figuren von Augustus und Mildred am Lieben gewesen. Augustus, ein begnadeter Schuhmacher und Sklave unter William Robbins, schafft es sich freizukaufen. Er baut ein kleines Haus, eine gute Strecke von seiner alten Plantage entfernt. Seine Frau Mildred kauft er frei, sobald er das Geld dazu verdient hat. Zuletzt kauft er seinen einzigen Sohn Henry frei, leider weil auch Henry sehr begabt und noch mehr beliebter bei seinem Sklavenhalter ist, erst Jahre später. Robbins setzt den Preis für den Freikauf immer weiter hoch. Eine gewisse Entfremdung zwischen Eltern und Sohn passiert, da der Sohn mehr oder weniger von einer anderen Mutter aufgezogen wird. Und auch Robbins hängt sein ganzes Leben lang an Henry. Robbins selbst hat eine schwarze Geliebte, Ex-Sklavin, die er als Geliebte gekauft hat, mit der er zwei Kinder an, mehr oder weniger legitimiert.
Das Wichtige an dem Buch ist jedoch – Schwarze Sklavenhalter. Von denen soll es über 3000 gegeben haben. Und Henry Townsend wird zum schwarzen Sklavenhalter.
Interessant ist jedoch, dass der Sklavenhandel, Sklavenhaltung und Missbrauch von Menschen als Besitztümer anderer Menschen ein weltweites und sogar urhistorisches Phänomen ist. In manchen Teilen von Afrika wird auch noch heute von Sklaven gesprochen (persönliche Erfahrung aus Kamerun). Im Sudan werden auch heute noch Menschen versklavt (siehe dazu die Berichterstattung und Bücher). Man spricht vom Transatlantischen Sklavenhandel, zu dem eben auch die Afro amerikanischen Sklaven gehören. Es gibt den Transsaharischen Sklavenhandel und den innerafrikanischen Sklavenhandel. So stammt auch das osteuropäische Wort Slawen von Sklaven ab. Weil in den Anfängen der europäischen Geschichte Wikinger, Nordmänner und andere kriegerische Völker viele der in Ost- und Südosteuropa beheimateten Völkern verklavten. Aber auch Sklavenhaltung in Rom ist bekannt.
Das Buch gewann den Pulitzer Preis