Lebensratgeber mit Herz, Humor und ein bisschen Chaos
Manchmal stolpert man über ein Buch, das sich anfühlt wie ein Gespräch mit guten Freunden – nur dass diese Freunde zufällig Glennon Doyle, Abby Wambach und Amanda Doyle heißen und jede Menge kluge Gäste ...
Manchmal stolpert man über ein Buch, das sich anfühlt wie ein Gespräch mit guten Freunden – nur dass diese Freunde zufällig Glennon Doyle, Abby Wambach und Amanda Doyle heißen und jede Menge kluge Gäste mitbringen. "We Can Do Hard Things" ist so eine Art Life-Guide, der weder oberlehrerhaft noch kitschig rüberkommt. Stattdessen kriegt man hier ehrliche, oft sehr persönliche Geschichten, garniert mit einer Prise Humor und einer ordentlichen Portion „Du schaffst das“.
Die Themenpalette reicht von Herzschmerz über Freundschaft bis hin zu den ganz großen Lebenskrisen – und irgendwie schafft es das Trio, dass man sich dabei ertappt, zustimmend zu nicken, als säße man mit ihnen am Küchentisch. Besonders gefallen hat mir, wie offen sie auch ihre eigenen Tiefpunkte ansprechen, ohne den Zeigefinger zu heben. Es fühlt sich mehr wie ein Austausch auf Augenhöhe an, als hätte man ein paar sehr weise, aber herrlich unperfekte Kumpels.
Natürlich sind manche Kapitel intensiver als andere – ein paar Passagen wirkten für meinen Geschmack etwas zu langatmig oder drehten sich im Kreis. Trotzdem steckt fast auf jeder Seite ein Satz, der hängen bleibt und sich wie ein kleiner Leuchtturm im Kopf festsetzt. Die vielen Gaststimmen bringen zusätzlich frischen Wind rein, auch wenn man nicht jeden Promi sofort kennt.
Die Übersetzung liest sich angenehm flüssig, ohne dass der Witz und die Wärme der Originalstimmen verloren gehen. Wer also Lust auf ein Buch hat, das keine Patentlösungen verspricht, sondern ehrliche Gedanken, gute Geschichten und den Mut, auch mal den eigenen Mist anzuschauen, ist hier goldrichtig. Es ist ein Mutmacher, ein Gesprächspartner und manchmal auch ein Spiegel, den man gar nicht unbedingt sehen wollte – und genau deshalb so wertvoll.
Kleine Abzüge gibt’s, weil nicht jede Anekdote den gleichen Drive hat. Trotzdem hat mich dieses Buch über viele Seiten hinweg zum Nachdenken, Schmunzeln und Kopfnicken gebracht. Und wer weiß – vielleicht ist es am Ende sogar ein kleiner Reiseführer durchs eigene Chaos geworden.