Cover-Bild Flüchtig

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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Random House Audio
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 25.05.2020
  • ISBN: 9783837151251
Hubert Achleitner

Flüchtig

Caroline Peters (Sprecher)

Lakonisch, musikalisch und mit Witz erzählt Achleitner eine große Geschichte – Das Roman-Debüt des Weltmusikers Hubert von Goisern

Maria ist verschwunden. Seit Monaten hat Herwig, mit dem sie seit fast dreißig Jahren verheiratet ist, nichts von ihr gehört. Dass sie ihren Job gekündigt und seinen Volvo mitgenommen hat, lässt zumindest hoffen, dass sie noch am Leben ist. Doch was ist passiert, mit ihrer Ehe, ihrer Liebe, ihrem gemeinsamen Leben?

Hubert Achleitner schickt seine Protagonisten auf eine Reise von Österreich bis Griechenland. Und die für beide doch in erster Linie eine Reise in ihr Inneres bedeutet. Ein weiser und sehr musikalischer Roman über Liebe und Sehnsucht, das Schicksal und das flüchtige Glück …

Ungekürzte Lesung mit Caroline Peters
8 CDs, ca. 9h 30min

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2020

öde Ehe-/Lebensproblematik

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Obwohl ich das Cover einzigartig schön und die Hörprobe unglaublich vielversprechend fand, bin ich leider insgesamt enttäuscht von dem Hörbuch und dies bezieht sich sowohl auf die Romanhandlung auch als ...

Obwohl ich das Cover einzigartig schön und die Hörprobe unglaublich vielversprechend fand, bin ich leider insgesamt enttäuscht von dem Hörbuch und dies bezieht sich sowohl auf die Romanhandlung auch als die Lesung.

Die Handlung des Romans ist rasch zusammengefasst: Maria und Herwigs Ehe ist so gut wie am Ende. Nach jahrelanger gegenseitiger Vernachlässigung, verlässt Maria Herwig, weil sie glaubt, dass er mit einer anderen Frau eine Familie gründen will.

So alltäglich diese Ausgangssituation auch sein mag, im Fall der beiden Protagonisten kann dies kaum überzeugen. Denn sowohl Maria als auch Herwig haben im Grunde überhaupt kein Interesse mehr am anderen, leben nur nebeneinander her und nicht nur Herwig, sondern auch Maria hatte Affären. Daher wirkt Marias Entschluss, zu flüchten, in Anbetracht der Situation nicht allzu überzeugend, kann allenfalls im Rahmen ihres schwierigen Verhältnisses zur eigenen unerfüllten Mutterschaft nachvollzogen werden. Was dann folgt, ist ein absolut konventioneller, wenig interessanter und auch uninspirierter Selbstfindungstrip der fünfundfünfzigjährigen Maria, die sich mit Lisa anfreundet, die altersmäßig kaum zu ihr passt, und mit dieser zunächst Teil einer Hippie-Kommune wird. Anschließend folgt ein Roadtrip nach Griechenland, bei dem ein sexuelles Dreiecksverhältnis einen nicht unerheblichen Teil der Bewältigung der Midlife-Crisis ausmacht. Abschließend kommt es noch zu pseudoreligiösen Erleuchtungen. Derweil wandelt Herwig daheim in Österreich auch durch eine ausgemachte Lebenskrise, die im Wesentlichen durch Drogenkonsum abgemildert wird. Im Grunde bekommt der Hörer es also mit zwei abgrundtief frustrierten Menschen zu tun, die in Erkenntnis der Tatsache, dass ihr Leben nicht nur aus dem Ruder gelaufen ist, sondern einfach "nichts" war, versuchen, mit unpassenden, ihrem Alter kaum entsprechenden und leider auch klischeebeladenen Methoden, ein Stück Lebensglück zurückzuerobern. Für den Hörer ist dies nicht nur mühsam und uninteressant, sondern auch in höchstem Maße frustrierend. Beide Figuren sind so öde, ihr Leben von so wenig Bedeutung und Marias Flucht so wenig mysteriös und absolut gewöhnlich, dass man sich die ganze Zeit fragt, was dies alles soll. Hinzu kommen die absolut unerquicklichen, wenig zielführenden und ebenso öden Exkurse mit ihren überladenen Backstories zu zahlreichen Nebenfiguren, die zur Handlung nur Länge beitragen. Der Roman kann sprachlich durchaus überzeugen, auf der Inhaltsebene schafft er es leider nicht.

Caroline Peters schätze ich und höre sie sehr gerne, aber ihre Art der Lesung ist in diesem Fall leider zu uninspiriert und auch gleichbleibend. Die einzige Figur, die zeitweise von ihr wirklich mit Leben gefüllt wird, ist Lisa. Alle anderen Figuren sind stimmlich kaum zu unterscheiden und besonders die Protagonisten stechen in dieser Lesung kaum heraus. Es wirkt alles etwas müde - manchmal auch wie ein oberflächliches Lesen.

Insgesamt konnte mich as Hörbuch leider nicht überzeugen. Zu viele Nebenthemen, keine Spannung, zu wenig Identifikationsmöglichkeiten, zuviel Frust und Bitterkeit, und leider auch nicht besonders ansprechend vorgetragen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2020

Zuckerwatte

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Zum Inhalt:
Als Maria durch Zufall davon erfährt, dass ihr Mann Herwig nicht nur eine Geliebte hat, sondern diese zusätzlich schwanger ist, packt sie ihre Sachen, hebt das Geld vom Konto ab, kapert Herwigs ...

Zum Inhalt:
Als Maria durch Zufall davon erfährt, dass ihr Mann Herwig nicht nur eine Geliebte hat, sondern diese zusätzlich schwanger ist, packt sie ihre Sachen, hebt das Geld vom Konto ab, kapert Herwigs Auto und fährt los. Auf dem Weg gen Süden trifft sie die Lebenskünstlerin Lisa und gemeinsam landen sie irgendwann in Griechenland, wo Maria endlich das Glück findet…. Oder nicht?

Mein Eindruck:
Caroline Peters liest den Text von Hubert Achleitner mit viel Einfühlungsvermögen, dem passenden Pathos und manches Mal mit dem genau richtigen Maß an kindlichem Staunen. Sie ist damit ein großes Pfund für eine Geschichte, die sich an einigen Stellen sehr zieht. Denn Achleitner beglückt (oder quält) seine Leserschaft mit den kleinsten Details der Lebensläufe seiner Charaktere. Bei den Hauptpersonen wäre das noch gut zu verkraften und leidlich spannend, doch auch die Nebencharaktere werden leider mit ausführlichen Vitae versorgt.
Doch neben diesen Wucherungen stört – und das ist eine sehr persönliche Ansicht – die absolute Egozentrik im Verhalten der Haupt-Personen. Maria und Herwig betrügen sich gegenseitig ohne Gewissensbisse, ein Kuckuckskind wird rücksichtslos einem Mann untergejubelt und die Ich-Erzählerin Lisa hat kein Problem damit, dass sie auf anderer Leute Kosten lebt.
Die Sprache Achleitners ist sehr blumig, detailverliebt und strotzt vor Metaphern. Durch die gute Intonation von Peters kann man sich in den Sätzen an einigen Stellen geradewegs verlieren. Aber es bleibt das Gefühl von Zuckerwatte: Man stopft sich eine Menge in den Mund, bis nur ein ganz kleines Bisschen Süße übrig bleibt, - und dieses ist auch noch flüchtig…

Mein Fazit:
Schön geschrieben, aber zu ausführlich