Cover-Bild Unlearn Patriarchy 2
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20,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Hörbuch Hamburg
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaftliche Gruppen
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Ersterscheinung: 20.03.2024
  • ISBN: 9783844938265
Ireti Amojo, Melina Borčak, Yassamin-Sophia Boussaoud, Miriam Davoudvandi, Anne Dittmann, Karin Hartmann, Asha Hedayati, Mandy Mangler, Rebecca Maskos, Saboura Naqshband, Gonza Ngoumou, Nicole Seifert, Sarah Vecera, Alexandra Zykunov

Unlearn Patriarchy 2

Mit Beiträgen von Melina Borčak, Anne Dittmann, Miriam Davoudvandi, Asha Hedayati, Sarah Vecera u.v.a. | Der Folgeband des feministischen Bestsellers
Emilia Roig (Herausgeber), Alexandra Zykunov (Herausgeber), Silvie Horch (Herausgeber), Maya Alban-Zapata (Sprecher)

Der Bestseller »Unlearn Patriarchy« hat unglaublich viele Menschen inspiriert. Für den Folgeband der feministischen Anthologie versammeln die Herausgeberinnen und Bestsellerautorinnen Emilia Roig und Alexandra Zykunov zusammen mit Silvie Horch weitere prominente Autor*innen und Aktivist*innen, um den so hartnäckigen patriarchalischen Prägungen unserer Gesellschaft nachzuspüren, und Möglichkeiten, diese endlich und ganz konkret zu verlernen.

Von »Klasse« über »Medizin« bis »Erziehung« oder »Recht« – in 13 ehrlichen und radikalen Essays beleuchten die Beitragenden die krassen Auswirkungen des Patriarchats auf unser aller Leben. Sie berichten von ihrem eigenen Weg hin in eine diskriminierungsfreie Gesellschaft und geben Impulse, wie wir internalisierte Muster erkennen und aufgeben können. Ein Muss für alle, die mit der andauernden Ungleichheit zwischen Frau und Mann,  weiß und Schwarz, hetero und queer, arm und reich sowie den zugrunde liegenden Strukturen nicht einverstanden sind.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2024

Veränderungen ermöglichen: 13 wichtige Essays gegen das Patriarchat

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Schon Band 1 von "Unlerarn Patriarchy" hat mich sehr begeistert und mitgenommen, und so war ich hocherfreut, dass nun der zweite Band erscheint.

Das Cover finde ich sehr schön gestaltet, sehr angenehme ...

Schon Band 1 von "Unlerarn Patriarchy" hat mich sehr begeistert und mitgenommen, und so war ich hocherfreut, dass nun der zweite Band erscheint.

Das Cover finde ich sehr schön gestaltet, sehr angenehme Farbgebung - aber nun zum Inhalt:

Die 13 Essays sind unfassbar klug und gut geschrieben. Ich habe mich beim Lesen mehrfach aufgeregt, war emotional bewegt und angegriffen. DieEssays behandeln wichtige und hochaktuelle Themen, welche sehr gut und divers ausgewählt sind.

Ganz besonders möchte jedoch diese Essays hervorheben:

- "Unlearn Körper" von Yassamin-Sophia Boussaoud

- "Unlerarn Ableismus" von Rebecca Maskos

- "Unlerarn Recht" von Asha Hedayati

- "Unlerarn Gender Pay Gap" von Alexandra Zykunov

- "Unlerarn Literatur" von Nicole Seifert



Es ist kein leicht zu lesendes Buch. Die Texte haben mich sehr beschäftigt, viele Fakten haben mich stark aufgewühlt und mitgenommen.

Ich hoffe, dass das Buch nicht nur mich, sondern auch viele andere zum Nachdenken anregt. Es muss sich noch sehr viel ändern – dieses Essays sind 13 kluge Denkanstöße, die Veränderungen ermöglichen können!

Ich werde jetzt mit Sicherheit noch viel mehr von all diesen klugen Menschen lesen!

"Unlerarn Patriarchy 2" gehört auf jeden Fall jetzt schon zu meinen Lese-Highlights 2024!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Eine kraftvolle Grundlage, um Feminismus strukturell, institutionell und intersektional neu zu denken!

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Mit "Unlearn Patriarchy" legt der Ullstein Verlag zwei bemerkenswerte Essaybände vor, die den Nerv der Zeit treffen. Band 1 erschien 2022, Band 2 folgte 2024 – beide jeweils als 352 Seiten starke Sammlung ...

Mit "Unlearn Patriarchy" legt der Ullstein Verlag zwei bemerkenswerte Essaybände vor, die den Nerv der Zeit treffen. Band 1 erschien 2022, Band 2 folgte 2024 – beide jeweils als 352 Seiten starke Sammlung von Einzelessays. Die Herausgeberinnen Lisa Jaspers, Naomi Ryland und Silvie Horch (Band 1) sowie Emilia Roig, Alexandra Zykunov und erneut Silvie Horch (Band 2) haben jeweils eine Vielzahl prominenter, engagierter und intersektional denkender AutorInnen versammelt. Insgesamt vereinen die beiden Bände Beiträge von über 30 Stimmen – darunter Kübra Gümüşay, Kristina Lunz, Teresa Bücker, Emilia Roig, Ise Bosch, Linus Giese (Band 1) sowie Ireti Amojo, Melina Borčak, Nicole Seifert, Rebecca Maskos, Mandy Mangler und viele weitere (Band 2).

Die Essays durchdringen zentrale gesellschaftliche Themen wie Gender, Macht, Kapitalismus, Sprache, Sexualität, Rassismus, Klasse, Gesundheit, Recht oder Literatur – stets mit dem Ziel, patriarchale Muster zu erkennen, zu hinterfragen und zu überwinden. Da beide Bände ähnlich aufgebaut sind und eine untrennbare Einheit bilden, fasse ich meine Eindrücke zu den beiden Hörbüchern in einer Sammelrezension zusammen.


Meine Eindrücke


„Aber wir sind doch schon gleichberechtigt – was wollt ihr denn noch?“ Sätze wie dieser zeigen gemeinsam mit den Statistiken zu Femiziden, Lohnungleichheit und sexualisierter Gewalt, der fehlenden Repräsentation und nicht zuletzt der alltäglichen, oft unsichtbare Abwertung des Weiblichen, wie tief patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft verwurzelt sind und vor allem: dass wir noch noch lange nicht am Ziel sind. Und wie könnte wir auch, wenn wir als Gesellschaft Sexismus immer noch unbewusst in Form von internalisierter Misogynie, in unserer Sprache, Erwartungen, Rollen- und Selbstbildern mitttragen? Die Autorinnen und Herausgeberinnen erklären bereits im Vorwort: Wir alle sind in patriarchalen Strukturen sozialisiert worden, die uns so vertraut sind, dass wir sie kaum mehr bemerken. Genau hier setzt die Essay-Sammlung "Unlearn Patriarchy" an. Aufgeteilt in einzelne Beiträge fordert sie uns auf, vertraute Denkmuster zu erkennen, zu hinterfragen und bewusst zu verlernen – nicht, um von einem Tag auf den anderen „frei“ zu sein, sondern um überhaupt erst klar sehen zu können, wie tief diese Muster reichen und wie sehr sie unser Denken, Fühlen und Handeln prägen. Denn erst wenn wir beginnen, unsere erlernten Wahrheiten zu dekonstruieren, wird der Blick frei für das, was möglich ist – jenseits der scheinbaren Alternativlosigkeit patriarchaler Normalität.

"Wirkliche Neutralität kann es in einem diskriminierenden System nicht geben, vielmehr werden die Ungerechtigkeiten dieses Systems immer mit aufrechterhalten, indem sie im Namen vermeintlicher Neutralität ausgeblendet werden."


Diesem hehren Ziel nähert sich Band 1 über insgesamt 15 Essays zu den Themen Sprache, Gender, Liebe und Sex, Familie, Rassismus, Identität, Bildung, Kapitalismus, Politik und Macht, Geld und Technologie. Band 2 führt die Analyse in 13 weiteren Beiträgen fort, die sich unter anderem auf Recht, Krieg, Klasse, Gesundheit, Religion und Literatur beziehen. Auch wenn die Beiträge mit unterschiedlicher inhaltlicher Tiefe und wissenschaftlichem Anspruch geschrieben sind, zeigen sie doch allesamt sehr gelungen auf, wie tiefgreifend patriarchale Strukturen wirken, in scheinbar neutralen Bereichen wie Forschung, Sprache oder Recht ebenso wie in Alltag und Beziehung. Dabei waren manche Themen und Erkenntnisse bereits bekannt, manches wurde aufgefrischt und einiges war auch neu. Das zeigt, dass diese Art von Bücher wertvoll sind, aber wahrscheinlich selten die richtige Zielgruppe erreicht: Männer, die sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt haben. Umso wichtiger ist es, sie weiterzuempfehlen. Denn mit dem Lesen dieser Bücher ist es natürlich nicht getan. Aber "Unlearn Patriarchy" legt eine kraftvolle Grundlage, um Feminismus strukturell, institutionell und intersektional neu zu denken – und dabei bei sich selbst anzufangen.

"Die überwältigende Mehrheit der Menschen lebt in heterosexuellen Ehen oder Partnerschaften. Dies mag sich für viele Menschen natürlich anfühlen, aber die Heterosexualität ist größtenteils erlernt und wird gesellschaftlich gefördert und begünstigt. Warum? Weil sie wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft erfüllt."

Besonders gelungen finde ich dabei die Vielfalt der Stimmen, die hier zu Wort kommen darf. Beide Bände beeindrucken durch konsequentes intersektionales Denken. In Ablehnung der Falle des "weißen Feminismus" werden Diskriminierungsformen wie Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus oder Transfeindlichkeit hier gezielt nicht getrennt betrachtet, sondern als sich überschneidende Systeme verstanden, die gemeinsam analysiert und bekämpft werden müssen. Dementsprechend sind die VerfasserInnen der Beiträge als VertreterInnen verschiedener Schnittstellen ausgewählt. In Konsequenz waren mir manche der AutorInnen inhaltlich und biografisch näher, andere weiter entfernt – doch alle Beiträge sind eloquent, zugänglich, oft emotional, manchmal wütend, immer reflektiert geschrieben. Sie verknüpfen persönliche Erlebnisse mit theoretischen Überlegungen und machen so strukturelle Ungleichheiten unmittelbar nachvollziehbar. Es gibt keinen akademischen Jargon, sondern eine offene Einladung zum Mitdenken, Mitfühlen und Mitverändern. Besonders hervorzuheben sind auch das sorgfältig zusammengestellte Literaturverzeichnis und die Empfehlungen für weiterführende Lektüre sowie die gelungene Lesung des Hörbuchs durch Maya Alban-Zapata.

"Es ist die Stimme des Patriarchats, die uns bestraft, wenn wir es wagen, ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen, wenn wir aus den vorgeschriebenen Rollen und gesellschaftlichen Erwartungen auszubrechen versuchen."



Fazit


Unlearn Patriarchy ist mehr als eine Essaysammlung – es ist ein Weckruf, die eigenen Denkmuster radikal zu hinterfragen und strukturelle Ungleichheit nicht nur zu erkennen, sondern aktiv zu verlernen. Ein kraftvoller, zugänglicher und notwendiger Beitrag zu einem intersektionalen Feminismus, der bei uns selbst beginnt.