Gaslighting
„Da war doch nichts“ von Jakub Stanjura
Verlag: Anthea
„Wahrheit gibt es nur eine. Nicht greifbar, aber trotzdem objektiv! … oder ist die Wahrheit relativ und hängt von der Perspektive ab?“
Gaslighting ...
„Da war doch nichts“ von Jakub Stanjura
Verlag: Anthea
„Wahrheit gibt es nur eine. Nicht greifbar, aber trotzdem objektiv! … oder ist die Wahrheit relativ und hängt von der Perspektive ab?“
Gaslighting - unsere Protagonistin erfährt dies in der Familie, als Tochter und Schwester, dann in ihrer Beziehung.
Stereotypisch führen Štěpán und Daniela ihre Beziehung, welche Wohltat, vor allem im August. Und doch bleibt dieser Monat unausweichlich: wenn die Mutter Ferien hatte, die Schwester überall blaue Flecken trug und Danielas Kleidung immer enger wurde.
Diesem August kann sie nicht entkommen. Doch die Routine in ihrer Beziehung macht sie stärker, vielleicht kann sie sie retten. Vor den Augusten.
Vor den physischen Schmerzen, die ihrer Schwester zugefügt wurden. Vor der Kontrolle über ihre Körper, dem Schweigen, dem Leugnen, diesem ewigen:
„Da war doch nichts!“
Oder ist es nur ihre Phantasie? Daniela ist sich sicher und doch schweigen Vater und Schwester. Mutter gibt es nicht mehr. Niemand spricht mit ihr, niemand will mit ihr darüber reden. Also bleibt ihr nur, ihre Wahrheit auf Papier zu bringen.
Doch nun verwischen ihre Persönlichkeiten in der Beziehung. Daniela hat sich Mühe gegeben, kompatibel zu sein - mit Štěpán! Und doch ist sie sich selbst abhandengekommen.
Kontrolle, Zweifel, Angst und die Frage: Ist Štěpán wirklich so fürsorglich? Oder bildet sie sich alles nur ein?
Ein wahnsinnig intensiver Roman über Gaslighting. Was ist Wahrheit, was Einbildung? Jakub Stanjura überzeugt mit seiner klaren Sprache. Die Hilflosigkeit und Verletzlichkeit sind auf jeder Seite spürbar. Eindringlich lässt er uns teilhaben an Danielas Zweifeln: Was stimmt? Warum leugnen es alle? Ist alles in Ordnung mit mir?
Ein literarisches Debüt, das erschüttert und zeigt, wie zerstörerisch Gaslighting ist.