Cover-Bild Da war doch nichts
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Anthea Verlag
  • Themenbereich: Gesundheit, Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung - Ratgeber: Familie und Partnerschaft
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 216
  • Ersterscheinung: 03.03.2025
  • ISBN: 9783899984385
Jakub Stanjura

Da war doch nichts

Roman
Mirko Kraetsch (Übersetzer)

Ein Roman über die leisen Formen von Gewalt – und die zerstörerische Kraft des Zweifelns.
Danielas Leben scheint geordnet: Studium, Beziehung, Routine. Doch jeden August kommt etwas Dunkles zurück – Erinnerungen, die sie lange verdrängt hat.

Als ihre Liebe zu Štěpán von Nähe zu Kontrolle kippt, verschwimmen Realität und Wahrnehmung. Ist er fürsorglich oder gefährlich? Und wem kann sie glauben – sich selbst oder der Stimme, die ihr einredet, dass „da doch nichts“ war?

Jakub Stanjura legt mit Da war doch nichts ein radikal präzises Debüt vor, das die Mechanismen von Gaslighting und emotionaler Manipulation sichtbar macht.
Ein beklemmend aktueller Roman über Wahrheit, Macht und die Kunst, sich selbst wiederzufinden – geschrieben in einer Sprache von unheimlicher Klarheit.

Erschienen im Vorfeld des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026, steht dieses Buch exemplarisch für die literarische Vielfalt und erzählerische Kraft der tschechischen Gegenwartsliteratur. Der Anthea Verlag begleitet mit seinem Programm den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Tschechien und macht herausragende Stimmen der Region einem deutschsprachigen Publikum zugänglich.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2025

Viele Tränen beim Lesen

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INHALT
Kurz vorab: dieses Buch hat mich emotional so sehr berührt (wenn nicht sogar echt zerstört) , dass ich einige Tränen verdrückt habe.

„Mami, ich weiß, was du mit unseren Sachen machst. Also zumindest ...


INHALT
Kurz vorab: dieses Buch hat mich emotional so sehr berührt (wenn nicht sogar echt zerstört) , dass ich einige Tränen verdrückt habe.

„Mami, ich weiß, was du mit unseren Sachen machst. Also zumindest mit meinen.
Die Atmosphäre im Auto kippt ins säuerliche (…). Jedes Mal, wenn du uns was kaufst, lässt du das in der Waschmaschine einlaufen, und dann beschuldigst du uns, dass wir zugenommen haben. Ich weiß das schon seit zwei Jahren und ich hab kein Bock mehr, deine Spielchen mitzuspielen.“ Seite 20

Daniela wächst mit dieser Mutter auf, einer Mutter, die ihre Kinder vorführt und psychisch misshandelt. Als sie anfängt zu studieren, lernt sie Štěpán kennen. Eine junge Frau, die bereits super unsicher in die Beziehung geht, erlebt in der Beziehung ebenso Manipulation und Gaslighling in schlimmster Form. Er verunsichert sie, sodass sie denkt, verrückt zu werden. Als er dann auch noch körperlich übergriffet wird, eskaliert die Situation.

„Wieso hast du dich nicht gewehrt?
Und wieso schiebst du das auf ihn?
Vielleicht hast du‘s ja gewollt. Vielleicht hast du’s ja gewollt und weißt es nur nicht. (..) Genauso, wie du nicht weißt, dass du zerstreut bist.“ S. 165

EINDRUCK UND FAZIT
Leute! Wirklich! Lest das nur, wenn ihr wirklich bereit seid. Von Beginn an, war ich angespannt und so wütend. Auf die Mutter, auf alles und jeden. Als sie dann endlich zuhause raus war, begann der Alptraum erst wirklich und er hat mich zerstört, ich habe so viele verschiedene Gefühle durchlebt, während des Lesens. Es ist intensiv, klar und ehrlich. Oft werden wir im dunkeln stehen gelassen, und denken uns unseren Teil dazu. Das macht es für mich übrigens besonders hart. Welch ein Buch!!!!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Roman über Gaslighting

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Daniela wird schon früh in ihrer Kindheit von ihrer Mutter gegaslighted, die ihre Kleidung stets zu heiß wäscht und dann behauptet, Daniela hätte zugenommen. Ihr Schwester Jana erfährt physische Gewalt ...

Daniela wird schon früh in ihrer Kindheit von ihrer Mutter gegaslighted, die ihre Kleidung stets zu heiß wäscht und dann behauptet, Daniela hätte zugenommen. Ihr Schwester Jana erfährt physische Gewalt durch die Mutter, streitet das jedoch permanent ab und bevorzugt, wie der Vater, das Schweigen oder das Abtun durch den Satz "Da war doch nichts". Als Daniela 19 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter und als Leserin könnte man meinen, sie könne nun mit dem Gaslighting abschließen. Doch an der Uni lernt sie Štěpán kennen, geht eine Beziehung mit ihm ein und merkt erst viel zu spät, dass seine Wahrheit für sie die einzige zu sein hat.

Jakub Stanjura hat einen sehr ruhigen Schreibstil und in der deutschen Übersetzung ist die Bedrängnis und die Dringlichkeit, die Danielas Leiden mit sich bringt, deutlich spürbar. Das Schweigen über ihre Kindheit und Jugend ist groß und überträgt sich bis in ihr Erwachsenenleben hinein, sodass das Schreiben und die Gespräche mit Štěpán ihre einzige Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit sich und ihren Erfahrungen ist.

Erzählt wird kapitelweise immer nur im August, der die dunkelste Zeit für Daniela ist und immer wieder Flashbacks mit sich bringt. Was in den Monaten zwischen August geschieht, können die Leser
innen nur erahnen und sich bruchstückhaft zusammensetzen. Jakub Stanjura erzählt über sieben Jahre hinweg, was Daniela jeweils im August erlebt, was sie denkt und fühlt. Dabei ist die Abwärtsspriale und die steigende Abhängigkeit mehr als spürbar.

Wer sich mit Gaslighting, dessen Ursprung, Verlauf und Konsequenzen in Romanform befassen möchte, ist mit "Da war doch nichts" gut bedient.

Veröffentlicht am 16.10.2025

Wahrheit oder Einbildung?

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Daniela führt ein augenscheinlich geordnetes Leben. Doch was davon entspricht wirklich der Wahrheit und was wird ihr als Wahrheit eingeredet?

Ihre Familie ist nach außen hin perfekt. Eltern, zwei Kinder, ...

Daniela führt ein augenscheinlich geordnetes Leben. Doch was davon entspricht wirklich der Wahrheit und was wird ihr als Wahrheit eingeredet?

Ihre Familie ist nach außen hin perfekt. Eltern, zwei Kinder, ein geordnetes Leben. Doch was spielt sich hinter der Fassade ab?

Erst in der Familie und dann in ihrer Beziehung. Jeder will ihr einreden, was wahr ist. Kann sie sich selbst überhaupt noch trauen?

Es geht um Ängste und darum, diese mit Routine besiegen zu wollen. Ein Strudel aus Emotionen und Gefühlen. Definitiv keine leichte Lektüre, die aber durchaus die Augen öffnen kann.

Ich habe mir mit der Schreibweise etwas schwer getan und habe etwas gebraucht. um in die Geschichte hineinzufinden. Es ist sehr philosophisch angehaucht. Das hat es für mich schwer gemacht, eine Verbindung zu Daniela aufzubauen. Irgendwie blieb da bis zum Schluss für mich eine gewisse emotionale Distanz. Sie war für mich nicht wirklich greifbar.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Jeder hat seine eigene Wahrheit. Doch wie weit sollte man diese Wahrheit anderen aufbürden und einreden? Wer meint es wirklich gut mit einem? Und ist alles wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint?

Das Buch beschäftigt sich mit sehr eindringlichen Fragen. Es beschäftigt sich mit Ängsten und Zweifeln. Damit, sich selbst zu verlieren und nicht mehr zu wissen, wer man selbst eigentlich ist.

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