Eine schwächelnde Fortsetzung
Mit „Die Brüder“ hat Jan Guillou endlich den zweiten Teil der Trilogie um die norwegischen Lauritzen-Brüder vorgelegt. Nachdem ich bereits im letzten Jahr durch Zufall in dem kleinen Buchlädchen meiner ...
Mit „Die Brüder“ hat Jan Guillou endlich den zweiten Teil der Trilogie um die norwegischen Lauritzen-Brüder vorgelegt. Nachdem ich bereits im letzten Jahr durch Zufall in dem kleinen Buchlädchen meiner Geburtsstadt auf den ersten Teil „Die Brückenbauer “ gestoßen bin , habe ich mich wahnsinnig gefreut als mir das Christkind den zweiten Teil der Trilogie brachte. Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht diesmal, wie bereits in der Inhaltsangabe erwähnt, der jüngste der drei Brüder Sverre. Wer den ersten Teil nicht gelesen hat, kann sich allerdings problemlos in den zweiten Teil einlesen, da fast gänzlich losgelöst von den Ereignissen des ersten Teils hier vor allem der neue Lebensstil der Boheme sowie die junge Liebe zwischen Sverre und Albert im Mittelpunkt stehen. Jan Guillou versucht die Widrigkeiten und Probleme mit denen das Liebespaar zu kämpfen hat glaubhaft mit der zeitlichen Epoche zu verknüpfen, was ihm leider nicht immer gut gelang. Gerade zu Beginn als Beide Männer ein schier unglaublich freies und Sorgenfreies Leben auf dem Landsitz Alberts führen ,scheinen mir die Zwei zu viele Freiheiten zu genießen, als das es der Realität zu Beginn des 19. Jahrhunderts glaubhaft entsprechen könnte. Ein Gefühl für die damalige Zeit erfährt der Leser vor allem bei den regelmäßigen Zusammentreffen der beiden Männer mit Ihrem englischen Freundeskreis , der sogenannten Bloomsbury Gruppe, denen bedeutende Literaten und Künstler wie Virginia Woolf und Roger Fry angehören. Hier traf der Autor meiner Meinung nach ganz besonders den Zeitgeist der jungen Boheme und zeigte Eindrucksstark deren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Man wurde gerade zu in eine andere Zeit entführt. Leider sind das auch schon die wesentlichen Stärken des Romanes, denn weder die Sprache noch die Handlung konnten mich diesmal wirklich überzeugen. Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass die Storyins stocken geriet und habe die Faszination und Abenteuerlust des ersten Teils mehr als einmal kläglich vermisst.
Mein Fazit: Bezüglich der historischen Einordnung ein interessanter Roman, die Handlung kann dabei aber nur Mittelmaß erreichen.
Nichts desto trotz werde ich dem dritten Band, eine Chance geben und meine Trilogie damit komplettieren.