Stein für Stein zur Weltmarke
Man hält dieses Buch in der Hand und plötzlich riecht alles nach Kinderzimmer, Teppichboden und dieser ganz eigenen Mischung aus Fantasie und Ordnung. LEGO ist nicht einfach Spielzeug, LEGO ist Gefühl ...
Man hält dieses Buch in der Hand und plötzlich riecht alles nach Kinderzimmer, Teppichboden und dieser ganz eigenen Mischung aus Fantasie und Ordnung. LEGO ist nicht einfach Spielzeug, LEGO ist Gefühl – und genau da setzt Die LEGO-Story an. Jens Andersen erzählt keine brave Firmenchronik, sondern eine Geschichte voller Zweifel, Stolpersteine und mutiger Entscheidungen. Genau das macht sie so verdammt menschlich.
Zwischendurch erwischt man sich dabei, wie man innerlich nickt: Krisen, Fehlentscheidungen, beinahe-Abstürze – alles da. LEGO war mehrfach kurz davor, sich selbst zu verlieren. Dass ausgerechnet diese Momente den späteren Erfolg möglich gemacht haben, liest sich spannend wie ein Roman. Besonders stark sind die Passagen über die Familie hinter der Marke. Kein Hochglanz, sondern echte Verantwortung, Druck und dieses leise Zittern vor großen Entscheidungen.
Faszinierend ist, wie offen LEGO erstmals seine Archive zeigt. Alte Entwürfe, interne Diskussionen, Ideen, die beinahe gescheitert wären. Plötzlich wirkt der perfekte Stein gar nicht mehr perfekt, sondern hart erkämpft. Vom Holzspielzeug bis zum LEGO-Movie spannt das Buch einen weiten Bogen und bleibt dabei überraschend bodenständig.
Zwischen den Zeilen steckt eine stille Botschaft: Spielen ist ernst. Kreativität braucht Mut, Geduld und manchmal auch den Willen, alles noch einmal neu zusammenzustecken. Nach der letzten Seite liegt der Gedanke nahe, irgendwo eine Kiste LEGO hervorzukramen – nicht aus Nostalgie, sondern aus Respekt. Ein Buch, das Spaß macht, schlau ist und lange nachklingt.