Unter dem Osterfeuer brennt die Wahrheit
Inhalt: Unter dem Gehölz für das Osterfeuer wird die Leiche des einzigen Obdachlosen auf Norderney entdeckt. In seinen Manteltaschen stecken Bündel alter DM-Scheine. Die Kripo zeigt erstaunlich wenig Interesse ...
Inhalt: Unter dem Gehölz für das Osterfeuer wird die Leiche des einzigen Obdachlosen auf Norderney entdeckt. In seinen Manteltaschen stecken Bündel alter DM-Scheine. Die Kripo zeigt erstaunlich wenig Interesse an dem Fall. Doch die beiden Hobbydetektive Tilla Flock und Hark Herforth beginnen, auf eigene Faust zu ermitteln.
Mein Leseeindruck: Der Schreibstil von Joachim F. Kuck hat einen ganz eigenen Ton. Er ist flüssig, atmosphärisch dicht und mit feinem, unaufdringlichem Humor. Besonders gelungen fand ich die Art, wie Perspektivwechsel direkt im Text stattfinden, ohne dass sie durch Kapiteltrennungen markiert werden. Dadurch geht der Blick von einer Figur zur nächsten und das Geschehen bleibt stets in Bewegung.
Die beiden Hauptfiguren, Tilla Flock und Hark Herforth, tragen die Geschichte mit viel Tiefe und Authentizität. Tilla, die beim Anzeigenblatt ihrer Schwester arbeitet, und Hark, der als Pfarrer tätig ist, bringen jeweils ihre eigenen Lebenslasten und Zweifel mit. Gerade diese persönlichen Brüche machen sie zu einem starken und sehr menschlichen Ermittlerduo, das sich gegenseitig Halt gibt. Ihre Freundschaft entwickelt eine Wärme, die mich berührt hat. Auch die Nebenfiguren sind vielschichtig gezeichnet und wirken durchgehend glaubwürdig.
Der Kriminalfall selbst ist spannend konstruiert und verbindet Gegenwart und Vergangenheit geschickt miteinander. Nach und nach entfaltet sich ein Netz von Geheimnissen, das zeigt, dass hinter manch unscheinbarer Fassade weit weniger Harmloses steckt, als man zunächst vermutet.
Fazit: Ein atmosphärischer, warmherziger und zugleich spannender Inselkrimi mit starken Figuren und einer stimmigen Handlung. Für alle, die ruhige, charaktergetragene Geschichten mögen, eine klare Empfehlung.