Cover-Bild Ein Krieg wie kein anderer
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24,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Ersterscheinung: 26.02.2025
  • ISBN: 9783104913056
Jochen Hellbeck

Ein Krieg wie kein anderer

Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Eine Revision | Das neue Standardwerk zum Zweiten Weltkrieg auf sowjetischem Boden
Karin Hielscher (Übersetzer)

Der deutsch-amerikanische Historiker Jochen Hellbeck nimmt eine Neubewertung des Zweiten Weltkriegs vor und verändert unseren Blick auf die Entstehung des Holocaust.
Er zeigt, dass der deutsche Vernichtungskrieg in der Sowjetunion aus der Verknüpfung eines unerbittlichen Antisemitismus mit einem obsessiven Antibolschewismus entsprang. Eine intensive Propaganda schuf Feindbilder, nach denen die Juden hinter der kommunistischen Revolution standen. Gleichzeitig wurden sowjetische Menschen mit antisemitischen Merkmalen dargestellt.
Als das Unternehmen Barbarossa, derAngriff auf die Sowjetunion, am 22. Juni 1941 begann, befahlen deutsche Kommandeure (u.a. im »Kommissarbefehl«), alle Juden und Kommunisten auf sowjetischem Boden zu ermorden. Das Massaker von Babyn Jar steht für die massenhafte Ermordung der jüdischen Bevölkerungen in den besetzten Gebieten im Osten, die kurz darauf zur Blaupause für die Ermordung der Juden im restlichen besetzten Europa wurde.
Die Sowjetunion (insbesondere Russland, die Ukraine, das Baltikum und Weißrussland) war das Zentrum von Deutschlands Vernichtungspolitik und zahlte den höchsten Blutzoll im Zweiten Weltkrieg. Auf Basis von weitgehend unbekannten Zeugnissen schildert Jochen Hellbeck, wie die Menschen dort, Juden wie Nichtjuden, die deutsche Besatzung erlebten. Wir erfahren, wie sie die Deutschen sahen, lesen von Trauer und Unverständnis, Hass und Rachehandlungen, aber auch vom Willen, anders zu sein als die »faschistischen« Deutschen.
Eindrücklich beschreibt Jochen Hellbeck schließlich auch die sowjetische Gegenoffensive, die die gesamte Gesellschaft einbezog und ein entscheidender Faktor für den Sieg über Deutschland am 8. Mai 1945 war.
Mit ca. 50 Schwarzweißabbildungen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2025

Dieser Massenmord an Zivilisten darf nicht vergessen werden

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Es waren etwa 26 Millionen Sowjetbürger, die zwischen 1941 und 1945 ihr Leben verloren. Die Einheizer begannen ihren Feldzug gegen diese Menschen aber bereits viel früher. Diese „Vorbereitungen“ gipfelten ...

Es waren etwa 26 Millionen Sowjetbürger, die zwischen 1941 und 1945 ihr Leben verloren. Die Einheizer begannen ihren Feldzug gegen diese Menschen aber bereits viel früher. Diese „Vorbereitungen“ gipfelten dann im Feldzug „Unternehmen Barbarossa“. Was die Menschen in den überfallenen Gebieten damals erlebten, wie sie mit dem Hass umgingen und wie sie nach dem Krieg trotzdem weiterleben konnten, das beschreibt der Autor in seinem Buch „Ein Krieg wie kein anderer“.

Hier werde ich nur wenige Aussagen niederschreiben, die Sie in dem rezensierten Buch nachlesen können. So meinte Heinrich Himmler bei einer Versammlung in Posen im Jahr 1943 folgendes: „Diese Masse muss zertreten und abgestochen werden. Es ist, um einmal ein ganz brutales Beispiel zu gebrauchen, wie bei einem Schwein, das abgestochen wird, und allmählich ausbluten muss.“

In seinem Pamphlet schrieb Adolf H. Dass die slawische Rasse minderwertig sei. Er will sie sogar an ihrem Äußeren erkennen und nicht nur er vergleicht sie immer wieder mit der „jüdischen Rasse“. Man beachte, dass genau dieser Herr im Jahr 1939 einen Nichtangriffspakt unterschrieb. Ist es denn erstaunlich, dass die Menschen bis heute nicht vergessen können, was die Deutschen ihnen und ihren Familien angetan haben?

Das Buch hat mich erschüttert und gleichzeitig ermutigt, gegen jeden Rassismus anzugehen. Wir leben hier zwar seit 80 Jahren ohne Krieg, aber wie lange noch? Wer Demagogen folgt und Parteien wählt, die eine Rassenideologie aufleben lassen möchten, der sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Es lässt sich gut lesen, da es flüssig und bildhaft geschrieben wurde. Auch wenn das Thema nicht leicht ist, das Dranbleiben lohnt sich auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Nichts für Zartbesaitete

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Jochen Hellbeck, deutsch-amerikanischer Historiker, schildert in diesem Buch einen Krieg, der wahrlich wie kein anderen zuvor war. Den Weg in den Krieg gegen die Sowjetunion hat die Propaganda schon längst ...

Jochen Hellbeck, deutsch-amerikanischer Historiker, schildert in diesem Buch einen Krieg, der wahrlich wie kein anderen zuvor war. Den Weg in den Krieg gegen die Sowjetunion hat die Propaganda schon längst vorgezeichnet. Sie nimmt den latent vorhandenen Antisemitismus sowie die Angst vor dem Kommunismus und verquickt beides zu monströsen Feindbild, die es zu vernichten gilt. Dabei ist völlig unwichtig, ob die Feindbilder real oder nur in der Paranoia von Einigen vorhanden ist. Durch stete Präsenz und Wiederholungen wird den Menschen eine falsche Wahrheit suggeriert, um nicht zu sagen eingebläut. Das Ergebnis ist die verzerrte Wahrnehmung, dass Kommunisten immer auch Juden sind, was die Rechtfertigung für Hitler ist, den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zu beginnen.

Hellbeck beschreibt an Hand von bislang unbekannten Dokumenten die Gräueltaten der Deutschen während des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion. Dabei kommen die Bevölkerung aus Russland, der Ukraine, des Baltikums und Weißrusslands, Juden wie Nichtjuden, sowie deutsche Soldaten zu Wort.

Das Buch ist ein Zeugnis darüber, welche archaischen Relikte in jedem Menschen wohnen, wenn sie von entsprechender Propaganda entfesselt werden. Deshalb blicke ich ein wenig mit Sorge in die Zukunft, wenn Politiker im Westen wie im Osten mit Urängsten der Bevölkerung, um ihrer persönlichen Eitelkeit und ihres Machtstrebens wegen, spielen. Ebenso unerklärlich ist es, wieso Millionen Wähler Parteien nachlaufen, die es weder mit der eigenen noch mit der fremden Wahrheit genau nehmen.

Aber Achtung, das Buch ist nichts für Zartbesaitete. Es ist nicht leicht zu lesen, da es die Gräuel des NS-Unrechtsregimes detailliert beschreibt. Einzelne davon sind auch mit eindringlichen Fotos belegt, die passend zum jeweiligen Text eingestreut sind.

Fazit:

Gerne gebe ich Jochen Hellbecks Sachbuch über einen Krieg, der so vorher noch nie da gewesen war, 5 Sterne.