Cover-Bild Thomas Mann – 1949
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Knesebeck
  • Themenbereich: Graphic Novels, Comics, Cartoons - Memoiren und Tatsachenberichte
  • Genre: Weitere Themen / Comics
  • Seitenzahl: 96
  • Ersterscheinung: 27.02.2025
  • ISBN: 9783957288967
Julian Voloj, Friedhelm Marx

Thomas Mann – 1949

Rückkehr in eine fremde Heimat
Magdalena Adomeit (Illustrator)

Ein einmaliger Einblick in Thomas Manns erste Deutschlandreise nach der Auswanderung ins Exil

1929 erhält er den Literaturnobelpreis, 1933 wird er als einer der lautesten Gegner des Nationalsozialismus ins Exil getrieben. Thomas Manns Beziehung zu Deutschland bleibt fortan kompliziert. 1938 emigriert er in die USA, erst 1949 setzt er wieder seinen Fuß auf deutschen Boden: auf Einladung zum Goethe-Jahr in Ost- und Westdeutschland. Seine Deutschlandreise ist das erste international beachtete kulturelle Großereignis nach dem Fall des Nationalsozialismus. Lange hat Thomas Mann gezögert, ob er überhaupt kommen soll. Er reist mit seiner Frau Katia von Frankfurt am Main über Nürnberg und München nach Weimar, hält Reden in beiden Teilen Deutschlands, was seinem Deutschlandbesuch auch politisch höchste Brisanz verleiht. Er wird bejubelt und zugleich kritisiert.

Basierend auf Thomas Manns Tagebüchern, Briefen, Reiseberichten und den Erinnerungen seines Schweizer Fahrers, erzählt diese Graphic Novel von Manns zehntägiger Rückkehr, einem politisch extrem aufgeladenen Kapitel im Leben Thomas Manns und seiner Familie. Zudem beleuchtet die Graphic Novel auch Schlüsselmomente im Leben des Schriftstellers, blickt in Flashbacks immer wieder auf historisch wichtige Phasen zurück und gibt einen facettenreichen Einblick in die Gedankenwelt Thomas Manns.

Ein tiefer Einblick in das Leben des Nobelpreisträgers und ein wichtiger Beitrag zu seinem 150. Geburtstag!

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2025

»Ich kenne keine Zonen. Mein Besuch gilt Deutschland selbst, Deutschland als Ganzem, und keinem Besatzungsgebiet.«

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»Ich kenne keine Zonen. Mein Besuch gilt Deutschland selbst, Deutschland als Ganzem, und keinem Besatzungsgebiet.«

Thomas Mann, der 1938 nach Amerika emigrierte, begab sich 1949 auf eine Europareise. ...

»Ich kenne keine Zonen. Mein Besuch gilt Deutschland selbst, Deutschland als Ganzem, und keinem Besatzungsgebiet.«

Thomas Mann, der 1938 nach Amerika emigrierte, begab sich 1949 auf eine Europareise. 16 Jahre waren vergangen, seitdem er Deutschland verlassen hatte und nun führte ihn diese Reise durch mehrere deutsche Städte. Der Höhepunkt war jedoch die „Ansprache zum Goethejahr“, welche er am 25. Juli in der Frankfurter Paulskirche und am 1. August im Weimarer Nationaltheater hielt. Dabei wurde er durchaus bejubelt. Doch nicht von allen wurde sein Deutschlandbesuch positiv aufgefasst, besonders der Besuch beider Goethe-Städte wurde kritisiert. Dennoch ließ sich Thomas Mann nicht davon abbringen, schließlich gab es für ihn keine Zonen.
Dieser Graphic Novel, entstanden aus einer Zusammenarbeit des Autors Julian Voloj, der Illustratorin Magdalena Adomeit und dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Friedhelm Marx, entführt die Lesenden in das von Krieg zerstörte Deutschland im Jahr 1949 und schildert Eindrücke dieser Reise deutlich. Dabei gibt es gleich zu Beginn und auch während des Weiteren Verlaufs Rückblenden, die zwar anfangs etwas verwirren, aber unfassbar gut gelungen und sogleich notwendig sind, um die Hintergründe der Reise nachvollziehen zu können.
So erfährt man von Klaus Mann, der als Berichterstatter für die U.S. Army tätig war, dass die „Poschi“ – Manns Münchner Haus in der Poschingerstraße, welches zwanzig Jahre sein Zuhause war – während der Herrschaft der Nationalsozialisten beschlagnahmt und als sog. „Lebensborn“ missbraucht wurde. Auch die Fortsetzung der Reise, nachdem man über den Suizid des ältesten Sohnes informiert wurde, wird ebenfalls thematisiert.
Darüberhinaus findet auch die Wagner-Verehrung der Nationalsozialisten sowie Erika Manns Arbeit als Korrespondentin Erwähnung.

Eine wirklich tolle gelungene Graphic Novel, die mich sehr begeistert hat und hoffentlich vielen weiteren Lesenden Thomas Manns wichtigste Reise durch Deutschland näher bringt.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Im Westen angefeindet, im Osten instrumentalisiert

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Natürlich konnte man als Außenstehender 1949 nicht in den Kopf von Thomas Mann schauen. Aber Thomas Mann schrieb Tagebuch, sodass man auch heute noch so manches nachvollziehen kann. Als der Schriftsteller ...

Natürlich konnte man als Außenstehender 1949 nicht in den Kopf von Thomas Mann schauen. Aber Thomas Mann schrieb Tagebuch, sodass man auch heute noch so manches nachvollziehen kann. Als der Schriftsteller 1929 den Nobelpreis für Literatur erhielt, war diese Auszeichnung noch nicht zu einem Förderpreis für unbekannte Schriftsteller verkommen. Vier Jahre später blieb Mann lieber in der Schweiz als in das Deutschland der Nationalsozialisten zurückzukehren. Die meiste Zeit lebte er danach in den USA, wo er bis zur McCarthy-Zeit blieb. Danach wurde es auch in den USA ungemütlich.

Im Jahre 1949 reiste Thomas Mann aus den USA nach Deutschland. Er war zu den Feierlichkeiten des Goethe-Jahres eingeladen worden, sowohl nach Westdeutschland (Frankfurt) als auch nach Ostdeutschland (Weimar). In beiden Städten hielt er dieselbe Rede, doch die Stimmungen waren bereits damals sehr verschieden. Im Westen fühlte man sich keineswegs befreit, sondern besetzt, und im Osten herrschten Verhältnisse, die Thomas Mann an den beginn der Nazi-Zeit erinnerten. Gewiss waren dort die Vorzeichen anders, aber Jugend-Aufmärsche, wie sie im Buch beschrieben werden, weckten bei ihm solche Assoziationen. Nicht zu Unrecht, denn die Machtdemonstrationen der SA und des Rotfrontkämpferbundes in der Weimarer Republik ähnelten sich sehr.

Es ist also kein Wunder, dass Mann mit Deutschland fremdelte. Im Buch wird dieses ungute Gefühl sehr gut dargestellt. Allerdings konnte ich mich mit den Zeichnungen nicht wirklich anfreunden. Ich hatte immer das Gefühl, dass es nur eine Sorte Mensch bei den beiden Zeichnern gibt. Um das zu verifizieren, muss man sich nur ein Foto von Göring ansehen und dazu die Figur in diesem Buch. Wenigstens annähernd sollte man doch eine gewisse Ähnlichkeit erkennen können.

Das ändert jedoch nichts am Wert dieses Buches, denn es schildert ja nicht nur diese Reise, sondern vor allem die Gefühlswelt von Thomas Mann dabei. Und das gelingt sehr gut.

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