Spannende Einblicke in die Hamburger Hafenpolizei
Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, denn ich bin immer auf der Suche nach neuen und tieferen Einblicken in Bereiche / Gegenden, von denen ich noch nichts gesehen bzw. gelesen habe. Und ein Einblick ...
Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, denn ich bin immer auf der Suche nach neuen und tieferen Einblicken in Bereiche / Gegenden, von denen ich noch nichts gesehen bzw. gelesen habe. Und ein Einblick in die Hamburger Hafenpolizei, wer könnte ihn besser geben, als der Autor persönlich als ehemaliger Mitarbeiter. Bereits der Prolog hat mich sehr gefesselt, so dass ich das Buch direkt weiter lesen musste. Melanie Cullmann, Disponentin auf dem Eurocon-Terminal und zuständig für die Verladung von Containern, ist spät abends unterwegs nach Hause. Dieses per Fähre. Unterwegs lässt sie Revue passieren, was tagsüber so passiert ist: ihr neuer Kollege hat einen Fauxpas bei der Versendung eines Containers begangen und versuchte ihr diesen unterzujubeln, zudem grapscht er sie auch noch an. Aber irgendwie hat sie dann auch noch ein ungutes Gefühl auf der Fähre und fühlt sich beobachtet. Zwar wird ihr Mann Fred sie vom Anleger abholen, aber …..sie kommt nie im Hafen an ihrem Zielort an, sondern landet im Wasser. Nachdem die Leiche von dem alten Kuriosum „Schrotti“ am Ufer der Elbe gefunden wird, beginnen die hinzugezogenen Beamten Tom Bendixen von der Wasserschutzpolizei und Jonna Jacobi von der Kriminalpolizei zu ermitteln. Unterstützt werden sie von Charlotte Severin vom Opferschutz. Dabei nehmen sie nicht nur Fred Cullmann ins Visier, der offensichtlich nicht der ist, der er zu sein scheint und Kontakte ins Hamburger Rotlichtmileu hat, sondern auch Eurocon.
Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven der Protagonisten, ist der Krimi sehr lebendig und authentisch, die Hafengegend bis hin zum Hamburger Kiez und seinen Lokalgrößen zum Greifen nah. Die raue Atmosphäre ist so richtig spürbar, genauso wie der Hafen tickt. Der Krimi hat also ganz viel Lokalkolorit, ich empfand ihn als düster. Die Geschichte ist sehr spannend und flüssig erzählt, und ich mochte ganz besonders den Gedankengängen der jeweils erzählenden Person zu folgen, denn das machte die Persönlichkeiten der Einzelnen sehr sichtbar. Hervorzuheben ist dabei, dass nicht nur die Ermittler erzählen, sondern auch Fred Cullmann und Schrotti einen großen Anteil haben. Das brachte noch einmal besondere Lebendigkeit. Jeder der Beteiligten hat hier sein eigenes Päckchen zu tragen, das im Laufe der Handlung gekonnt ausgepackt wurde. Das Ende war noch einmal ein echter Knaller, damit hätte ich ja nicht gerechnet. Der Krimi war der erste aus der Reihe für mich und ich habe auch ohne Kenntnisse der Hauptprotagonisten sehr gut hineingefunden, so dass Vorkenntnisse nicht notwendig waren. Der kurze Ausblick auf den unabhängigen Folgeband der Serie nach dem Ende war perfekt, ich bin schon sehr neugierig auf diesen. Den Krimi kann ich daher unbedingt weiterempfehlen.