Wenn sich der Gerechtigkeitssinn als tödlich erweist
Es ist klirrend kalt, als Container-Disponentin Melanie Cullmann ihr Fahrrad nach ihrer anstrengenden Spätschicht oberhalb des Fähranlegers ankettet. Auf der Fähre fühlt sie sich plötzlich unwohl und beobachtet ...
Es ist klirrend kalt, als Container-Disponentin Melanie Cullmann ihr Fahrrad nach ihrer anstrengenden Spätschicht oberhalb des Fähranlegers ankettet. Auf der Fähre fühlt sie sich plötzlich unwohl und beobachtet und bittet ihren Mann Fred sie von der Fähre HafenCity abzuholen. Doch an ihrem Heimatanleger kommt sie nicht an. Die Hafenpolizei birgt ihre Leiche ein paar Tage später aus dem kalten Hafenwasser.
Schnell wird aus dem vermuteten Suizid, den ihr Mann von Anfang an vehement ausschließt, ein Mord und ruft das Ermittler-Trio Jonna Jacobi, Charlotte Severin und Tom Bendixen auf den Plan. Die haben mit den ganzen Verwicklungen und Erkenntnissen, die sich immer wieder ergeben, ganz schön viel zu tun.
Mit dem Autorenduo Angelique und Andreas Kästner bin ich nun schon das dritte mal im Hamburger Hafen auf Spurensuche unterwegs. Es ist immer wieder schön, die Menschen, die man hier schon kennengelernt hat, wiederzulesen. Da habe ich mich besonders auf „Schrotti“ gefreut, der mir richtig ans Herz gewachsen ist. Aber auch neue Protagonisten lerne ich kennen, die mir nicht alle sympathisch sind. Auch der Hamburger Hafen mit seinen Brücken und Terminals haben mir die beiden näher gebracht. Da finde ich die beiden Karten zum besseren Verständnis auf den Innenseiten der Vorder- und Rückenklappe sehr gut.
Genau so gut finde ich das Glossar, das nautische und polizeiliche Begriffe am Ende des Buches näher erläutert.
Die Geschichte selbst ist sehr vielschichtig und vielseitig und ich hatte lange überhaupt keine Ahnung, wohin mich der Mord an der sympathischen Melanie Cullmann führen würde. Und dann war ich entsetzt, was Menschen für Geld bzw. für enttäuschte Gefühle tun. Einen Einblick in die Arbeit der Wasserschutzpolizei zu bekommen hat mir auch sehr gut gefallen. Genau so wie ich bei dem Besuch am Hamburger Kiez wieder etwas gelernt habe.
Mich hat dieser Fall auf ganz besondere Weise berührt. Aber dazu möchte ich hier nicht mehr sagen. Das solltet ihr selbst lesen. Es lohnt sich auf alle Fälle.