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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2026

Ein Albtraum

Weil sie lügt
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Seit ihre Schwester Juli vor über einem Jahr verschwunden ist, ist Annas Welt zerbrochen. Ihr Vater wird verdächtigt und sitzt in Untersuchungshaft, die Mutter ist depressiv und ihr kleiner Bruder Leon ...

Seit ihre Schwester Juli vor über einem Jahr verschwunden ist, ist Annas Welt zerbrochen. Ihr Vater wird verdächtigt und sitzt in Untersuchungshaft, die Mutter ist depressiv und ihr kleiner Bruder Leon hofft, dass Juli zur Tür hereinkommt. Anna versucht nicht nur die Familie zusammenzuhalten, sondern sucht auch nach Erklärungen und Schuldige für Julis Verschwinden.

Mich hat der Thriller recht früh gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich hatte sehr viel Mitgefühl für Anna und ihre Situation und trotzdem blieb ein Rest Zweifel, ob oder was sie mit dem Verschwinden der Schwester zu tun hat. Im zweiten Teil wendete sich das Blatt und andere Verdächtige rückten in den Fokus. Die Wendungen häuften sich und ich revidierte meine Meinung ein ums andere Mal, um am Ende doch überrascht zu werden.

Caroline Seibt schreibt abwechselnd aus der Sicht von Anna und der Ermittlerin Katharian Engels jeweils in der Ich-Form. Diesen Erzählstil mag ich, er bringt mich den Personen, ihrem Denken und ihren Gefühlen näher. Nahezu verrückt haben mich bei den Perspektivwechseln die kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel gemacht. An solchen Stellen kann man das Buch doch unmöglich aus der Hand legen!

Ein super spannender Thriller mit vielen Wendungen und einem unerwartetem Ende.

Veröffentlicht am 10.06.2026

Schönes unbekanntes Brandenburg

Sehnsuchtsorte in Brandenburg
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Brandenburg ist für mich noch ein blinder Fleck auf der Landkarte. Ich war also gespannt was mich in diesem handlichen Reiseführer aus dem BeBra Verlag mit knapp 170 Seiten erwartete. Gerhard Drexel stellt ...

Brandenburg ist für mich noch ein blinder Fleck auf der Landkarte. Ich war also gespannt was mich in diesem handlichen Reiseführer aus dem BeBra Verlag mit knapp 170 Seiten erwartete. Gerhard Drexel stellt 30 Unterkünfte und 18 Hofläden in Wort und Bild in ganz Brandenburg vor. Schon das Vorwort verrät welche Vielfalt mir das Bundesland zu bieten hat und unberührte Natur verspricht Ruhe und Erholung.

Jeder Unterkunft sind zwei Doppelseiten gewidmet. Dabei finde ich den historischen Hintergrund, den es zu jedem Objekt gibt eine tolle Idee. Die ausgesuchten Unterkünfte reichen von einfachen Bahnwaggons und Schäferkarren über Gasthöfe bis hin zu Schlössern. Die Fotos sehen sehr ansprechend und oft idyllisch aus. Bei den Angaben der Adressen und Kontaktdaten am Ende der Vorstellung hätte ich mir noch eine Angabe zu dem Preisniveau in Form von Icons wie z. B. 1 – 3 Münzen gewünscht.

Die vorgestellten Hofläden mit ihren regionalen Produkten in der Nähe oder direkt bei den Unterkünften gefallen mir als großer Fan von Hofläden sehr.

Am Ende des Buches findet sich noch eine Übersichtskarte, der man entnehmen kann wo die jeweilige Unterkunft bzw. der Hofladen in Brandenburg verortet ist.

Ein Reiseführer, der die Vielfalt von Landschaft und Schlafmöglichkeiten in Brandenburg wiedergibt.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Herausfordernde Zeiten für die Honigfrauen

Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf
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Wir befinden uns im Bergischen Land im Frühjahr 1910 und der bekannte Konditor Ludwig Honig, seine Frau Auguste und ihre Enkelin Irma führen ein scheinbar sorgenfreies Leben. Aber schon bald ereilt sie ...

Wir befinden uns im Bergischen Land im Frühjahr 1910 und der bekannte Konditor Ludwig Honig, seine Frau Auguste und ihre Enkelin Irma führen ein scheinbar sorgenfreies Leben. Aber schon bald ereilt sie ein Schicksalsschlag, der alles verändert. Die dritte Honigfrau Harriet hat es in ihrem Leben bisher auch nicht einfach gehabt und es sieht so aus, als ob es für sie ebenfalls einen Wendepunkt im Leben geben wird. Alle drei Frauen sind mir beim Lesen immer mehr ans Herz gewachsen.

Ich mag historische Familiensagas sehr gern. Nicht nur weil Geheimnisse ans Licht kommen, meist lerne ich auch noch etwas über die damaligen Lebensumstände der Menschen. So ging es mir auch bei diesem Auftaktband von Mirjam Müntefering. Deren Schreibstil locker flüssig, bildhaft und gleichzeitig fesselnd ist.

Die wechselnden Perspektiven zwischen den drei Protagonistinnen waren mit ein Grund warum ich immer noch ein Kapitel und noch eins lesen wollte. Zudem wollte ich wissen wie es im Leben der jeweiligen Frau nun weitergeht. Auguste, Irma und auch Harriet gehören nicht nur unterschiedlichen Generationen an, sie sind auch vom Charakter her sehr verschieden, was gut erkennbar wird. Was die drei Frauen aber eint, ist ihre starke Persönlichkeit. Sie sind mutig und aufgeben gibt es bei ihnen nicht.

Mich hat die emotionale Geschichte von Beginn an in ihren Bann gezogen und es fiel mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand legen zu müssen. Das Ende ist für die Leserschaft etwas gemein, denn es bleiben viele Fragen offen, auch einer der Gründe warum ich der Fortsetzung entgegenfiebere.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Ein sprachliches sowie atmosphärisches Erlebnis

The Artist
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Ich war mir nicht sicher, ob ein Buch über einen Maler die richtige Wahl für mich sei. Zum Glück habe ich es trotz meiner Zweifel versucht. Bisher hätte ich gedacht, dass mich Beschreibungen über Farbe, ...

Ich war mir nicht sicher, ob ein Buch über einen Maler die richtige Wahl für mich sei. Zum Glück habe ich es trotz meiner Zweifel versucht. Bisher hätte ich gedacht, dass mich Beschreibungen über Farbe, Textur und Bildkompositionen langweilen würden, erstaunlicherweise hat Lucy Steeds es geschafft, dass das hier nicht der Fall war.

Die Charaktere der Protagonisten ergeben sich aus ihrem Handeln, ihren Blicken. Mir gefiel wie sich die Protagonisten im Laufe der Geschichte entwickeln. Unterschwellige Strömungen werden mehr und mehr erkennbar. Geheimnisse kommen ans Licht und führen zu einem Eklat. Apropos Licht, das spielt eine große Rolle in den Werken von Tartuffe und kommt immer wieder zur Sprache.

Mit ihrem einzigartigen Schreibstil, der wunderbaren und bildgewaltigen Sprache versetzte mich die Autorin mitten in die Provence. Unter der brennenden Sonne sah ich die Weizen- und Sonnenblumenfelder, roch den Lavendel und den Staub auf den Wegen, fühlte den Wind auf meiner Haut. Ich saß mit am Tisch und versuchte zu sehen was Tartuffe an der Zusammenstellung der Speisen auf den Tellern zu einem Bild inspirierte.

Der Roman war ein sprachliches sowie atmosphärisches Erlebnis für mich, auch wenn mir am Ende der zeitliche Sprung zu abrupt war. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Meiner Meinung nach verdient der Roman die Lobeshymnen, die die internationale Presse auf The Artist singt.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Überall Meer in Sicht

LONELY PLANET Bildband Legendäre Küstenwanderungen in Europa
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Ich hatte es schon befürchtet bevor ich diesen Bildband von Lonely Planet aufgeschlagen hatte. Mit jeder Seite überfiel mich eine unbändige Sehnsucht, die Wanderschuhe anzuziehen und den Rucksack zu schultern. ...

Ich hatte es schon befürchtet bevor ich diesen Bildband von Lonely Planet aufgeschlagen hatte. Mit jeder Seite überfiel mich eine unbändige Sehnsucht, die Wanderschuhe anzuziehen und den Rucksack zu schultern. Aber vorerst muss ich mich wohl mit den Beschreibungen und Fotos zufriedengeben.

Ich wusste ja, dass Europa sehr viel Küste aufzuweisen hat, aber dass es so viele Küstenwanderwege gibt, war mir nicht bewusst. Hier werden 40 legendäre in Wort und Bild vorgestellt, jedem Weg sind 6 bis 8 Seiten gewidmet. Mit ihrem Erfahrungsbericht lassen mich die verschiedenen Wanderer an ihrem Erlebnis teilhaben. Ein Highlight sind die vielen Fotos, die nicht nur spektakuläre Aussichten, sondern auch Land und Leute sowie Tiere und weitere schöne Motive zeigen. Für jede Wanderung gibt es immer noch eine Besonderheit, die erläutert wird und natürlich gibt es Informationen zu dem jeweiligen Weg wie z. B. Start, Ziel, Länge, Höhenmeter, Übernachtungsmöglichkeiten, Anreise und beste Jahreszeit und wo man weitere Informationen bekommt.

Die Wanderwege könnten unterschiedlicher nicht sein, das fängt schon bei der Länge an. Der Hochuferweg auf Rügen z. B. ist nur 8 km lang und ich kann ihn aus eigener Erfahrung wirklich empfehlen. Der Lykische Weg in der Türkei mit seinen 540 km erfordert da schon wesentlich mehr Ausdauer. Wie gut, dass man die Wege auch in Etappen erwandern kann. Auch die Schwierigkeitsgrade differieren sehr, wobei die Strecken meiner Meinung nach überwiegend etwas für geübte Wanderer sind.

Eine Entscheidung welcher der hier vorgestellten Küstenwanderwege noch von mir erkundet werden soll, fällt schwer. Einige kann ich ausschließen, da ich sie schon gelaufen bin wie den Nordküstenweg auf Madeira oder Abschnitte des Ruta de Pedra en Sec auf Mallorca. Andere möchte ich nicht unter die Füße nehmen wie den Lykischen Weg in der Türkei. Vielleicht sollte ich mit denen in der Nähe anfangen, Holland und das Wattenmeer sind schnell mit dem Auto zu erreichen. So schön Reise-Bildbände auch sind, sie haben den Nachteil, dass sie Sehnsüchte wecken.

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