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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2017

Ganz toller Historienroman

Die Tochter des Fechtmeisters
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Sabine Weiß nimmt uns mit in die Zeit kurz vor Ausbruch des 30jährigen Krieges. Clarissa ist die Tochter des Fechtmeisters Fritjoff Nykrantz. Dank ihres Vaters beherrscht sie ebenfalls die Kunst des Fechtens. ...

Sabine Weiß nimmt uns mit in die Zeit kurz vor Ausbruch des 30jährigen Krieges. Clarissa ist die Tochter des Fechtmeisters Fritjoff Nykrantz. Dank ihres Vaters beherrscht sie ebenfalls die Kunst des Fechtens.
Si e macht sich mit ihrem Vater und seinen Fechtschülern von Rostock auf den Weg nach Frankfurt, wo die die beiden Fechtschüler nach einer Prüfung zu Fechtmeistern gekürt werden sollen.

Auf dem Rückweg werden Fritjoff und Clarissa überfallen und sie anschließend des Mordes an ihrem Vater verdächtigt. Von da an beginnt Clarissas Abenteuer erst richtig.

In der Geschichte werden mehrere Erzählstränge gekonnt miteinander verwebt. Aber in allen Teilen herrscht Streit und Zwietracht. Es gibt den Streit zwischen den Brüdern Carl und Fritjoff; zwischen den beiden Fechtbruderschaften der Marxbrüder und der Federfechter; zwischen Katholiken und Lutheranern und nicht zuletzt zwischen den verschiedenen Herrschern unter dem schwachen Kaiser Rudolf. Insgesamt eine sehr unruhige Zeit für die Bewohner des Reichs.

Es handelt sich um einen gewohnt gut recherchierten Roman, in dem wir sowohl einen Einblick in die damaligen Lebensumstände der Menschen als auch über die politische Situation bekommen. Nebenbei erhalten wir viele Informationen über die Fechtkunst – so vielseitig hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Das ganze Buch ist in einem gut lesbaren und anschaulichen Stil geschrieben. Die Charaktere - incl. der Nebendarsteller –sind sehr gut ausgearbeitet und kommen authentisch rüber.

Auch wenn es hier und da einige Passagen gab, die nicht unbedingt erforderlich waren für die Geschichte, so habe ich mich doch nie gelangweilt. Ich vergebe sehr gerne fünf wohlverdiente Sterne.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Ein neues aufregendes Schuljahr

Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze
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Bei dem Schlüssel aus Bronze handelt es sich um den dritten Band der fünfteiligen Magisterium-Serie. Trotz einiger Rückblicke ist es nicht sinnvoll mit diesem Band in die Serie einzusteigen, denn es fehlen ...

Bei dem Schlüssel aus Bronze handelt es sich um den dritten Band der fünfteiligen Magisterium-Serie. Trotz einiger Rückblicke ist es nicht sinnvoll mit diesem Band in die Serie einzusteigen, denn es fehlen dem Leser doch einige Hintergrundinformationen und Zusammenhänge.

Auch dieser Band beginnt in den Sommerferien und zeigt uns Call und Aaron als ganz normale Jugendliche.

Bevor es für Call, Aaron, Tamara und Jesper wieder ins unterirdische Magisterium ins dritte Schuljahr geht, sollen die vier eine besondere Ehrung erhalten. Weder findet die Veranstaltung an einem gewöhnlichen Ort statt noch nimmt sie den geplanten Verlauf. Ab diesem Zeitpunkt überschlagen sich die Vorkommnisse und weder die vorkommenden Personen noch der Leser wissen wem man noch trauen kann.

Da die Protagonisten älter geworden sind, spielen in diesem Band auch die Gefühle und Verliebtheit eine größere Rolle als bisher. Bei manchen teilweise etwas überstürzten Reaktionen zweifelt man aber daran, dass sie auch vernünftiger geworden sind.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut zu lesen. Die beiden Schriftstellerinnen Holly Black und Cassandra Clare bringen neue Personen und Wesen ins Spiel. Insgesamt bleiben mehr Fragen offen als geklärt werden was neugierig auf den Folgeband macht.

Zum Ende gibt es eine überraschende Wendung und einen ganz gemeinen Cliffhanger.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gelungene Fortsetzung

Fuchskind
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Bereits das Cover übt auf mich eine gewisse Faszination aus – diese einsame und düstere Landschaft und dazu der Titel in klarem weiß und die Schrift erhaben.
Bei Fuchskind handelt es sich um den zweiten ...

Bereits das Cover übt auf mich eine gewisse Faszination aus – diese einsame und düstere Landschaft und dazu der Titel in klarem weiß und die Schrift erhaben.
Bei Fuchskind handelt es sich um den zweiten Roman um die Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes. Es handelt sich zwar um einen abgeschlossenen Fall, aber es wäre schon hilfreich, wenn man den ersten Band auch gelesen hat, denn dort erfährt man warum Gesine als Friedhofsgärtnerin arbeitet. Außerdem kann man dann gewisse Reaktionen ihrerseits besser verstehen.
Auch bei diesem Buch ist man sofort mitten im Geschehen und direkt von Anfang ist es spannend. Viele Ereignisse und Hinweise, die anfangs gar nicht zusammen zu passen scheinen, fügen sich am Ende zu einem Ganzen. Die Geschichte erfährt immer wieder unerwartete Wendungen und scheint sogar nach Osteuropa zu reichen. Immer wieder musste ich meine Meinung revidieren und meine schon gefunden geglaubte Lösung verwerfen.
Die Protagonistin Gesine ist etwas spröde und ihr Verhalten gewöhnungsbedürftig, aber sie ist mir trotzdem sympathisch. Die Charaktere sind glaubhaft und authentisch dargestellt.
Eine Besonderheit sind die eingeschobenen Kapitel aus Gesines Notizbuch. Es sind maximal zwei Seiten auf denen jeweils eine giftige Pflanze skizziert und Aussehen und Wirkungsweise beschrieben sind. Es handelt sich meist um aus Natur und Garten bekannten Gewächsen.
Das Buch liest sich flüssig. Es handelt sich um einen einfachen Schreibstil – ohne vielen Fremdwörtern oder komplizierten Satzkonstruktionen.
Mir hat das Buch gut gefallen und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 12.08.2018

Ein typischer Allende-Roman über strake Frauen

Ein unvergänglicher Sommer
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Ein kleiner Blechschaden bringt drei völlig unterschiedliche Menschen zusammen. Die gegenwärtige Geschichte, in der eine Leiche verschwinden muss, ist etwas skurril, aber als Rahmen für die Hauptthemen ...

Ein kleiner Blechschaden bringt drei völlig unterschiedliche Menschen zusammen. Die gegenwärtige Geschichte, in der eine Leiche verschwinden muss, ist etwas skurril, aber als Rahmen für die Hauptthemen erforderlich.

Da ist Evelyn aus Guatemala stammend und nach ihrer Flucht in die USA dort als Illegale als Kindermädchen einen behinderten Jungen betreut. In ihrer Geschichte erfahren wir von den schier unerträglichen Zuständen in ihrem Heimatland, das beherrscht wird von Armut, Korruption und Gewalt. Viele Einwohner versuchen in die USA zu fliehen, setzen sich dabei weiteren Gefahren aus und landen nicht selten in den Armen unseriöser Schlepper oder werden abgefangen und zurück geschickt. Als Illegale in den USA werden sie oft ausgebeutet. Evelyn hat die Ermordung ihrer zwei Brüder erleben müssen und wurde selbst brutal zusammengeschlagen und vergewaltigt.

Lucía stammt aus Chile und hat dort die Machtübernahme durch das Militär erlebt. Auch sie hat früh ihr Heimatland verlassen und ist nach Kanada gegangen. Nach vielen Jahren kehrt sie nach Chile zurück. Wie so viele junge Männer in Chile ist auch ihr Bruder verschollen und trotz jahrelanger Suche und Nachforschungen erfahren sie und ihre Mutter nie etwas über sein Schicksal.

Richard ist Professor an der New Yorker Universität. Er kann sich seine Mitschuld am Tod seiner Tochter und seiner Frau selbst nicht vergeben. Er lebt nicht sondern existiert nur in festgefahrenen Abläufen.
Alle drei Protagonisten haben viel erlebt und durchgemacht, trotzdem hoffen sie auf einen Neuanfang.

Isabel Allende schafft es mit jedem ihrer Romane mich zu fesseln. Sie entführt mich in lateinamerikanische Länder und lässt deren Geschichte für mich lebendig werden. Die Schicksale der Protagonisten sind berührend und so bedrückend sie manchmal sind, schafft die Autorin es doch leichte und humorvolle Töne einzubringen.

Von mir bekommt das Buch eine unbedingte Leseempfehlung und ich vergebe gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.08.2018

Späte Auswirkungen einer Tat

Die Frauen am Fluss
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Wir schreiben das Jahr 1922 und befinden uns in dem kleinen Dorf Slaughterford. Hierhin hat es Irene nach ihrer Heirat mit Alistair verschlagen – nicht ganz freiwillig, aber nach einem Skandal musste sie ...

Wir schreiben das Jahr 1922 und befinden uns in dem kleinen Dorf Slaughterford. Hierhin hat es Irene nach ihrer Heirat mit Alistair verschlagen – nicht ganz freiwillig, aber nach einem Skandal musste sie London verlassen. Die Heirat bot ihr einen Ausweg. Sie fühlt sich auf dem Land nicht wohl und wird auch nicht wirklich mit offenen Armen empfangen. Ein brutaler Mord und ein Stallmädchen zwingen sie, sich mit den Einheimischen auseinanderzusetzen.

Mit dem Beginn der Geschichte habe ich mich etwas schwer getan. Mir fehlte der Reiz und damit der Antrieb weiterzulesen. Im Verlauf der Geschichte kam jedoch immer mehr Spannung auf, so dass mich das Buch endlich fesseln konnte.

Die sehr detaillierten Beschreibungen des Wetters, der Landschaft und der Lebensumstände haben mir gut gefallen, genau wie die Beschreibung wie der Werdegang von Lumpen zu Papier dargestellt wurde. Das zusammen ergab die entsprechende Atmosphäre zu der Geschichte.

Die Auswirkungen des 2. Weltkrieges sind noch deutlich zu spüren, denn viele der jungen Männer, die in den Krieg zogen, kamen gar nicht oder an Leib und/oder Seele verstümmelt zurück. Dies ist sehr eindringlich am Beispiel des jungen Donny beschrieben.

Die Charaktere sind eher einfach gezeichnet, es fehlt an Vielschichtigkeit und Tiefe. Sie konnten mich mit ihren Handlungen nicht überraschen.

Das Ende ist sehr raffiniert gemacht. Im erste Moment dachte ich „hallo, hier passt was nicht“, aber dann erkannte ich wie raffiniert die Autorin es gestaltet hatte.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich die Geschichte dann doch gut unterhalten und ich vergebe 3,5 Sterne.