Cover-Bild Die Liebeshungrigen
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 15.05.2026
  • ISBN: 9783423448710
Karine Tuil

Die Liebeshungrigen

Roman | »Eine Art Oper der modernen Zeit, in der die Liebe überall ist.« La Grande Librairie
Maja Ueberle-Pfaff (Übersetzer), Alexandra Baisch (Übersetzer)

»Eine Art Oper der modernen Zeit, in der die Liebe überall ist.« La Grande Librairie
Ein Jahr nachdem er den Élysée-Palast verlassen hat, ist der ehemalige Präsident Dan Lehman ein Schatten seiner selbst. Seine Ehe mit einer Schauspielerin ist nur noch Fassade. Er trinkt, wird in Gerichtsverfahren verwickelt und versucht mit einem Buch in die Medien zurückzukehren, während seine Frau die Rolle ihres Lebens spielt. Ihr Film ist ein Erfolg, wird für die Goldene Palme in Cannes nominiert. Und dort, in diesem Tempel des Kinos, in dem alles Illusion ist, vermischen sich Realität und Fiktion auf verheerende Weise.

Ein mitreißender Roman über die zerstörerischen Auswirkungen der Medienwelt auf Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen – aber vor allem über die Liebe.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Starke Frauen

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Das Buch Die Liebeshungrigen hat mich ziemlich überrascht. Aus verschiedenen Perspektiven erhalten wir einen Einblick in die Lebensrealität von Frauen im Umfeld mächtiger Männer – und darin, wie destruktiv ...

Das Buch Die Liebeshungrigen hat mich ziemlich überrascht. Aus verschiedenen Perspektiven erhalten wir einen Einblick in die Lebensrealität von Frauen im Umfeld mächtiger Männer – und darin, wie destruktiv diese Realität auch heute noch sein kann.
Ich hatte zunächst erwartet, dass das Buch stärker die Auswirkungen der Medienwelt thematisiert. Stattdessen habe ich es als eine feministische Erzählung darüber gelesen, was Macht mit Menschen macht: mit Männern, die sie besitzen, mit Frauen, die unter ihr leiden, und mit Kindern, die ihr ausgesetzt sind.
Es ist ein großartiger Gesellschaftsroman mit einer beeindruckenden Vielschichtigkeit. Die Perspektivwechsel zwischen den Figuren fand ich sehr gelungen und überhaupt nicht anstrengend. Vielmehr fühlte es sich an, als würde man verschiedene Fragmente zusammensetzen, um nach und nach das große Ganze zu erkennen.
Besonders beeindruckt hat mich außerdem der Schreibstil der Autorin. Mit großer Sensibilität und sprachlicher Präzision gelingt es ihr, die Lebensrealitäten ihrer Figuren greifbar zu machen. Ich konnte mich sehr gut in die unterschiedlichen Charaktere hineinversetzen und ihre Gedanken, Ängste und Konflikte nachvollziehen.
Für mich ist Die Liebeshungrigen ein kluger, bewegender und hochaktueller Roman, der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Vielschichtig

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"Die Liebeshungrigen" von Karine Tuil ist mein erster Roman der bekannten Autorin gewesen, der mich zum Teil gefesselt und zum Teil überfordert hat.
Anfangs dachte ich, der Titel handle von Dan Lehmann, ...

"Die Liebeshungrigen" von Karine Tuil ist mein erster Roman der bekannten Autorin gewesen, der mich zum Teil gefesselt und zum Teil überfordert hat.
Anfangs dachte ich, der Titel handle von Dan Lehmann, dem ehemaligen französischen Präsidenten und seiner zweiten Ehefrau, die nicht genug voneinander kriegen können. Doch der Schein trügt und die beiden spielen der Presse und den Medien die heile Welt nur vor.
Stattdessen richtet sich der Titel an die Machtbesessenheit des Protagonisten, der mit allen Mitteln versucht, gegen die Leere nach seiner Wahlschlappe anzukämpfen. Sein Alkoholproblem und seine heimliche Schwärmerei für seine erste Frau sind dabei nicht gerade förderlich. Eigentlich wirkt er nur sympathisch, wenn er sich um seine jüngste Tochter, die gehörlos ist, liebevoll kümmert.
Seine zweite Frau Hilda, eine deutsche Schauspielerin, steht dagegen ganz oben auf der Karriereleiter und bildet einen Kontrast zu ihm.

Fazit: Der Roman ist sehr vielschichtig aufgebaut und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Positiv finde ich die vielen literarischen Bezüge und die unterschiedlichen Schriftarten, die die Gedankengänge verdeutlichen. Unterschiedliche Themen, wie der soziale Aufstieg und Fall durch die Medien oder der jüdische Glauben, spielen eine Rolle.
Ich muss noch einmal über das Gelesene nachdenken, was mir persönlich zeigt, dass es ein mitreißendes und unterhaltsames Buch für anspruchsvolle Leser mit frankophilem Bezug ist.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Anspruchsvoller Roman

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Die Liebenhungrigen ist ein anspruchsvoller Roman über Beziehungen und gesellschaftliche Zwänge, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Der Schreibstil von Karin Tuil ist schonungslos. Die Charaktere ...

Die Liebenhungrigen ist ein anspruchsvoller Roman über Beziehungen und gesellschaftliche Zwänge, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Der Schreibstil von Karin Tuil ist schonungslos. Die Charaktere werden mit all ihren Widersprüchen, Eitelkeiten und Verletzlichkeiten dargestellt. Es werden viele Fragen behandelt, zum Beispiel: "Was bleibt von einem Menschen, wenn Macht und Ruhm verschwinden?" und "Welchen Einfluss haben Konkurrenz und Selbstdarstellung auf die Liebe?" Besonders treffend fand ich die folgenden zwei Aussagen: "In meiner Seele trage ich noch immer einen blauen Fleck davon." und "Ich hatte zugelassen, dass die Melancholie in mich einströmte, wie giftiges Gas"

Der Autorin ist ein Roman gelungen, der mich unterhalten hat und zugleich kritisch auf das Weltgeschehen schaut. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter.


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Veröffentlicht am 08.06.2026

Glanz und Leere – über den Hunger nach Anerkennung in der französischen Elite

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Was man gleich zu Beginn sagen muss: „Die Liebeshungrigen" ist eher Futter für den Intellekt als für die Seele. Es geht um männlichen Machtverlust und -missbrauch, den Bedeutungsverlust von Frauen mit ...

Was man gleich zu Beginn sagen muss: „Die Liebeshungrigen" ist eher Futter für den Intellekt als für die Seele. Es geht um männlichen Machtverlust und -missbrauch, den Bedeutungsverlust von Frauen mit zunehmendem Alter, den Weg weiblicher Emanzipation.
Der Roman startet sehr langsam mit der Reflexion des abgewählten französischen Ex-Präsidenten Dan Lehmann, der über seine Karriere philosophiert und seine innere Leere mit viel zu viel Alkohol zu betäuben versucht. Karine Tuil nimmt sich Zeit, bis alle Figuren platziert und in Beziehung zueinander ausgerichtet sind. Sind die Frauen zunächst eher ohnmächtig und stellen ihr eigenes Leben den Bedürfnissen der Männer unter, kommt es zunehmend zu einer Weiterentwicklung – und die Frauen ziehen an Lehmann vorbei.
Der Roman spielt in der Elite der französischen Politik und Kunst. Die Figuren sind überwiegend orientierungslos und eitel, was seinen Höhepunkt bei den Filmfestspielen in Cannes im letzten Drittel des Buches findet. Emotional konnten mich die Figuren wenig berühren – allein die Ex-Frau des Präsidenten war für mich etwas nahbarer und erlebbarer.
Es ist ein Roman, der intellektuell anregt und gesellschaftlich hochrelevant ist. Die Mechanismen in Politik und Filmbranche werden mit ihrer Doppelbödigkeit – insbesondere im Hinblick auf Frauen – wunderbar herausgearbeitet und bieten einiges an Diskussionsstoff. Wer Nahrung für den Kopf sucht, wird hier fündig. Wer jedoch ein emotional bewegendes Leseerlebnis erwartet, könnte enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Ein sehr kritischer Gesellschaftsroman über Machtgefüge und Abhängigkeiten

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In zwei Kapiteln geht es um Männer und dem Verlust ihrer verschiedenen Machtpositionen, sei es zunächst mit dem Ex- Präsidenten Dan Lehman in seiner schwindenden Welt der Politik in Paris und ebenso in ...

In zwei Kapiteln geht es um Männer und dem Verlust ihrer verschiedenen Machtpositionen, sei es zunächst mit dem Ex- Präsidenten Dan Lehman in seiner schwindenden Welt der Politik in Paris und ebenso in der Welt des Films mit dem Regisseur Romain Nizan und dem Medienzirkus rund um die Verleihung der Goldenen Palme in Cannes anlässlich des jährlichen Filmfestivals. Analysiert wird deren Leben im schwindenden Rampenlicht, dennoch weiterhin auf der Suche nach Anerkennung und Zuneigung in der Öffentlichkeit und in ihrem persönlichen Umfeld.
Dan, auch mit der Verkaufsrate seines Buches wenig erfolgreich, verfällt zunehmend dem Alkohol und in Selbstmitleid, während seine zwischenmenschlichen Beziehungen zur Familie zerfallen. Seine Ehefrauen Marianne & Hilda sind als Buchautorin bzw. als Schauspielerin erfolgreich. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird besonders sein Umgang mit Medien, gesellschaftlichem Druck und der Einsamkeit in Paris beleuchtet.
Im zweiten Teil in der Welt des Films steht vor allem der Regisseur Romain Nizan mit seiner negativen Einstellung Frauen gegenüber im Kreuzfeuer. Beleuchtet werden die Me-too-Bewegung und die krassen sexuellen Abhängigkeiten im Glanz von Preisverleihungen wie der Trophäe für beste schauspielerische Leistungen wie hier für Hilde. Der übergriffige Romain in seiner extrem Frauen verachtenden Art erliegt ebenso der medialen Macht, hier dank der Frauenbewegung.
Zwar sind Frauen beruflich erfolgreich, schön, selbstbewusst und freiheitsliebend, lässt sie jedoch auf ihrer Suche nach inniger, partnerschaftlicher Beziehung und Liebe ebenso einsam suchend zurück wie Männer. Frustration spricht aus diesem französischen Gesellschaftsroman, ohne menschliche Wärme in den Charakteren außer der kindlichen, behinderten Anne, für die kein liebevoll beschützender Familienrahmen geboten wird.
Inhaltlich hätte das 1. Kapitel mit Dan gerne etwas gestrafft werden können, der Sprachstil im 2. Teil wirkt teilweise vulgär. Zu viele wichtige gesellschaftliche Themen wurden nur angerissen. Ansonsten ein wichtiger Roman, der der mondänen und elitären Gesellschaft harsche Kritik entgegen bringt.

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