Vielschichtig
"Die Liebeshungrigen" von Karine Tuil ist mein erster Roman der bekannten Autorin gewesen, der mich zum Teil gefesselt und zum Teil überfordert hat.
Anfangs dachte ich, der Titel handle von Dan Lehmann, ...
"Die Liebeshungrigen" von Karine Tuil ist mein erster Roman der bekannten Autorin gewesen, der mich zum Teil gefesselt und zum Teil überfordert hat.
Anfangs dachte ich, der Titel handle von Dan Lehmann, dem ehemaligen französischen Präsidenten und seiner zweiten Ehefrau, die nicht genug voneinander kriegen können. Doch der Schein trügt und die beiden spielen der Presse und den Medien die heile Welt nur vor.
Stattdessen richtet sich der Titel an die Machtbesessenheit des Protagonisten, der mit allen Mitteln versucht, gegen die Leere nach seiner Wahlschlappe anzukämpfen. Sein Alkoholproblem und seine heimliche Schwärmerei für seine erste Frau sind dabei nicht gerade förderlich. Eigentlich wirkt er nur sympathisch, wenn er sich um seine jüngste Tochter, die gehörlos ist, liebevoll kümmert.
Seine zweite Frau Hilda, eine deutsche Schauspielerin, steht dagegen ganz oben auf der Karriereleiter und bildet einen Kontrast zu ihm.
Fazit: Der Roman ist sehr vielschichtig aufgebaut und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Positiv finde ich die vielen literarischen Bezüge und die unterschiedlichen Schriftarten, die die Gedankengänge verdeutlichen. Unterschiedliche Themen, wie der soziale Aufstieg und Fall durch die Medien oder der jüdische Glauben, spielen eine Rolle.
Ich muss noch einmal über das Gelesene nachdenken, was mir persönlich zeigt, dass es ein mitreißendes und unterhaltsames Buch für anspruchsvolle Leser mit frankophilem Bezug ist.