Cover-Bild Boxenstart
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: CulturBooks Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 184
  • Ersterscheinung: 07.10.2024
  • ISBN: 9783959882439
Kathryn Scanlan

Boxenstart

Roman
Jan Karsten (Übersetzer)

Boxenstart erzählt das faszinierende Leben von Sonia, einer Pferdetrainerin aus dem Mittleren Westen, die sich in der rauen Welt der amerikanischen Rennbahnen ihren Platz erobert.

Lebendig, pointiert und voller Integrität fängt Kathryn Scanlan das Leben einer Frau auf der Rennbahn ein: das flache Land, die baufälligen Stallanlagen, die miesen Erlebnisse und Reibereien; aber auch das Siegerpodest und die Rennbahnbar, die schicken Anzüge, die Lebenskünstler – und die ganz besondere Sprache der »Stallburschen, Pferdepfleger, Jockeys, Trainer, Stewards, Arbeitsreiter, Pferdeführer – allen«.

Die Pferdetrainerin Sonia gibt es wirklich. Kathryn Scanlan hat viele lange Gespräche mit ihr geführt und daraus einen reduzierten, tief bewegenden Roman geformt, der auf faszinierende Weise die Essenz eines ganzen eindrucksvollen Lebens einfängt.

»Dieser Roman enthält alles: harte Arbeit, Gewalt, Leidenschaft und Freude. Scanlan schreibt über das gewöhnliche Leben auf außergewöhnliche Weise, indem sie es radikal verdichtet, so wie man Kohlenstoff zu Diamanten presst.« The New Yorker

»Der US-Amerikanerin Kathryn Scanlan ist mit ihrem Roman Boxenstart über das entbehrungsreiche Leben der Pferdetrainerin Sonia ein hinreißend poetisches Portrait der ruppigen Rennbahnwelt gelungen. Ein fulminanter Roman!« Maximilian Mengeringhaus, Deutschlandfunk

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Schnörkellos, pointiert und kraftvoll!

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Gefällt wort.bildung und 335 weitere Personen
Als Teenager las ich das Buch „Nina vom Zirkus“ von Paula Busch, das einen intensiven Einblick in das harte Leben eines Zirkusmädchens bietet. Ich kannte ...






Gefällt wort.bildung und 335 weitere Personen
Als Teenager las ich das Buch „Nina vom Zirkus“ von Paula Busch, das einen intensiven Einblick in das harte Leben eines Zirkusmädchens bietet. Ich kannte solche Kinder persönlich, habe sie immer ein wenig um ihre Freiheit und Lässigkeit beneidet; vielleicht habe ich deshalb den Roman umso begeisterter verschlungen. Besonders fasziniert - und fast ein bisschen verstört - hat mich damals beim Lesen der extreme Kontrast zwischen der glamourösen Zirkuswelt, dieser perfekten Inszenierung, und dem brutalen Leben hinter den Kulissen. Tiere wurden gequält, Menschen mit Behinderung schikaniert, Kinder misshandelt. Es gab nichts Glitzerndes, nichts Glänzendes; alles wirkte schäbig und schien doch süchtigmachend. Kaum jemand, der einmal die Luft des fahrenden Volkes geschnuppert hatte, schaffte es, aus dem Karussell auszusteigen.

Kathryn Scanlans „Boxenstart“ hat mich schlagartig in eine ähnlich raue Welt katapultiert – eine Welt, in der Gewalt allgegenwärtig ist, aber auch ein unerschütterlicher Zusammenhalt und eine große Leidenschaft für ein gemeinsames Ziel herrschen. In extrem verdichteten Vignetten erzählt die Autorin die Geschichte von Sonia, einer Pferdetrainerin und -pflegerin, die über Jahrzehnte Teil des amerikanischen Galopprennsports war. Es fühlte sich an, als würde Sonia mir ganz persönlich Episoden aus ihrer bewegten Vergangenheit erzählen, kleine Schnappschüsse, die sich nach und nach zu einem größeren Bild zusammenfügen. Der Ton ist locker, umgangs-sprachlich; man fliegt nur so durch die kurzen Absätze. Und dann stößt man plötzlich auf einen unscheinbaren Satz, der einen mit voller Wucht trifft – weil er so treffend beschreibt, wie sich das Leben manchmal anfühlt. Schnörkellos, pointiert und kraftvoll. Ein großer Lesegenuss.

„Ein Pferdemensch sagt nicht: Wir haben das Rennen gewonnen. Er sagt: Wir gewinnen. Es heißt nicht: Wir haben gewonnen. Es heißt nicht: Wir werden gewinnen. Das Rennen ist bereits vorbei, es wurde bereits gewonnen, aber wir sagen: Wir gewinnen, wir gewinnen, wir gewinnen.“ S. 179

Übersetzt von Jan Karsten.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Der harte Alltag als Pferdetrainerin – lebendig und klar umrissen

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Wie im Nachwort erklärt, basiert dieses Buch auf über drei Jahre aufgenommenen Telefongesprächen mit der Hauptfigur Sonia. Auf dieser Grundlage bewegt sich das fiktionale Werk über deren gefährliches, ...

Wie im Nachwort erklärt, basiert dieses Buch auf über drei Jahre aufgenommenen Telefongesprächen mit der Hauptfigur Sonia. Auf dieser Grundlage bewegt sich das fiktionale Werk über deren gefährliches, raues Leben vor allem als Pferdetrainerin. In 12 Kapiteln entwickelt die aus ärmlichen Verhältnissen kommende Ich-Erzählerin Sonia ein lebendiges Bild ihrer hartnäckigen Tierliebe zu Pferden von frühester Jugend an. Die teils katastrophalen Zustände für Mensch und Tier im Pferderennsport in den USA erschüttern. Informatives über den Umgang und die Pflege ihrer teils sehr wertvollen Schützlinge wird bereichert durch Erläuterungen über karge Arbeits- und Lebensbedingungen der sie betreuenden Menschen, was gesellschaftskritische Fragen auch zur Tierquälerei , zu Alkoholmissbrauch und Doping aufwirft. Wie Sonia als Frau im männerdominierten Reitrennsport klarkommt, wird in kurzen Kapiteln in direktem, schnörkellosem, klarem Sprachstil wiedergegeben. Neben einer Vergewaltigung trotz sie auch den späteren tätlichen Angriffen ihres gewalttätigen Mannes, betont ihre rechtliche Machtlosigkeit. Dieser Mikrokosmos des Rennsports mit positiven wie negativen Momenten fasziniert trotz der ganzen Härte, aber auch Menschlichkeit im Leben dieser starken Frau.

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