Cover-Bild Marthas Widerstand

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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ONE
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 16.03.2017
  • ISBN: 9783846600436
Kerry Drewery

Marthas Widerstand

Sabine Bhose (Illustrator)

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?

Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht ...

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Lesejury-Facts

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  • 37 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 8 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2017

Senden Sie LEBEN oder STERBEN an 7997

3

ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas ...

ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas Chancen werden von Tag zu Tag geringer, denn die Umfragen zeigen deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was, wenn das genau Marthas Plan ist?

Meine Meinung...

Anfangs war ich noch vollends begeistert. Die Grundidee war grandios! Es zeigte genau den Knackpunkt unserer Gesellschaft: Egoismus, Manipulation, Mediengeilheit, Voyeurismus und nur auf sein eigenes Wohl bedacht zu sein. Wir ergötzen uns am Leid anderer Leute; schauen im Fernsehen zu wie sie sich quälen und freuen uns auch noch darüber. Hier in dem Buch ist das alles noch drastischer dargestellt: mögliche Mörder oder Vergewaltiger kommen direkt nach der Tat in den Todestrakt. Die Bevölkerung bestimmt über ihr Schicksal, über Tod auf dem elektrischen Stuhl oder Freispruch – zumindest wenn man das nötige Kleingeld hat. Das Ganze wird in einer großen TV-Show ausgeschlachtet und die Mörder genaustens unter die Lupe genommen. Beweise suchen? Fehlanzeige. Demokratie sieht jedenfalls anders aus. Den dystopischen Flair (obwohl... Dystopie? Sind wir wirklich so weit davon entfernt?) fand ich ganz große klasse – und das wichtigste: authentisch! „Was?!“, werden jetzt die Ersten rufen, „das wird es noch niemals bei uns geben!“. Wer's glaubt wird selig... (Wenn ein gelbhaariger paranoider und selbstverliebter alter Sack Präsident werden konnte, liegt auch dieses Rechtssystem hier nicht in allzu großer Ferne... Merkt euch meine Worte...)
Auch die Grundkonstellation - Leute aus den Kratzern gegen die Leute von „Oben“ - fand ich gut gewählt. Wie gesagt: Den Anfang fand ich fesselnd und absolut mitreißend. Doch mit dem Fortlauf der Geschichte häuften sich leider auch Logikfehler und Unstimmigkeiten. Außerdem verlor sich der Fokus ab Mitte der Geschichte. Das Augenmerk lag viel zu sehr auf Martha und ihre Beziehung zum (vorerst) mysteriösen jungen Mann mit der Kapuze. Zumal ich ihre Beziehung als mehr als unnötig und lieblos empfand. Warum zum Teufel kann es kein Jugendbuch mehr geben, ohne dass zwei hormongesteuerte Teenies die Welt retten wollen? Eigentlich hätte nur noch ein andere Verehrer gefehlt und schon wäre das Dreiecksgeflecht perfekt gewesen... Die Charaktere fand ich allesamt wirklich gut gezeichnet und realitätsnah. Und bis auf Marthas Freund, konnte ich auch zu allen eine Art Beziehung aufbauen; bei ihm hab ich mich allerdings vermehrt gefragt was er tat um Martha zu helfen – nichts ist wohl die Antwort darauf. Gehörte das alles zu einem größeren Plan? Würde es sich alles aufklären? Jein würde ich sagen. Damit kommen wir schon zu meinem nächsten Kritikpunkt: Das Ende. Ich war sehr zwiegespalten als ich das Buch zugeklappt habe. Einerseits waren die letzten Kapitel an Spannung kaum zu überbieten, andererseits bot das Ende kaum Überraschungen, wirkte sogar leicht überzogen und unglaubwürdig. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass wir mit unseren Spekulationen meistens recht hatten. Und bei einem Buch solchen Genres finde ich es besonders enttäuschend wenn das Ende nichts Besseres zu bieten hat als ein „Ich hab es doch gewusst!“. Ich bin der Meinung, dass hier viel Potenzial auf der Strecke geblieben ist. Die Grundidee hätte besser ausgefeilt sein müssen. Ich hätte gerne mehr Hintergrundinformationen gehabt und mehr über das System erfahren wollen; seit wann es existiert, wieso weshalb warum und vor allem die Frage, wer dahinter steckt. Als Leser wird man leider mit einem wenig überraschenden und überdramatischen offenen Ende unbefriedigt zurückgelassen.

Das Fazit...

Es ging grandios an, nahm stetig ab um am Ende in einen unglaubwürdigen Showdown überzugehen. Schade, die Geschichte hatte großes Potenzial was nicht ganz genutzt wurde. Aber die Grundidee ist spitze! 3,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 31.08.2017

Willkommen zu "Death is Justice"

2

Klapptext:

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. ...

Klapptext:

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?

Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht -

Cover:

Das Cover ist der Hammer. Es ist wunderschön und sticht einem sofort ins Auge. Auch wenn ich Gesichter nicht immer schön auf Covern finde, ist es hier einfach richtig toll.

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin ist sehr geradlinig und in keiner Weise blumig, wenn man das so sagen kann. Ab und zu bedient sich die Autorin verschiedener Dialekte, die vielleicht den einen oder anderen Leser stören können aber mich persönlich nicht. Ich bin super schnell durch das Buch durchgekommen, was auch an den Aufbau lag. Das Buch ist eingeteilt von Zelle 1 bis Zelle 7 und dann aus verschiedenen Sichten erzählt plus die Sendung „Death Is Justice“, die in Drehbuchform dargestellt ist.
Also kurz gesagt guter Buchaufbau mit schnelllesbaren Schreibstil.

Meinung:

Diese Idee zu der Geschichte hat mich total angesprochen und war sehr spannend zu lesen. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert. Vielleicht gab es den ein oder anderen Logikfehler und ein bisschen mehr Überraschung zum Schluss hätte nicht geschadet aber dadurch wurde das Buch für mich nicht viel schlechter.

Martha als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie ist eine starke und tapfere junge Frau, denn schließlich ist sie erst 16 Jahre und steht kurz davor hingerichtet zu werden. Trotz dessen lässt sie sich nach außen nichts anmerken und sich nichts gefallen. Nur im inneren kämpft sie mit sich.

Auch Eve Stanton, die psychologische Betreuerin, war ein sympathischer Charakter. Sie war Martha gegenüber immer sehr einfühlsam und hat sich für sie stark gemacht.

Es gab noch viele andere interessante Charaktere aber auf alle will ich nicht eingehen. Schon alleine weil ich nicht zu viel verraten möchte. Martha und Eve waren aber meiner Meinung sowieso die Hauptprotagonisten.

Gut hat mir gefallen, dass die Autorin es geschafft hat einen so lange auf die Folter zu spannen wie das ganze ausgeht. Vor allem der letzte Abschnitt hat es nochmal in sich gehabt. Was mir nicht so gefallen hat, war die Liebesbeziehung von Martha zum mysteriösen Kaputzenjungen. Diese lief eher im Hintergrund und war für mich nicht wirklich greifbar. Auch wenn ich gerne Liebesgeschichten lese, hätte ich es hier nicht gebraucht.

So ein Rechtssystem wäre schon eine krasse Zukunftsvorstellung und ich hoffe nicht das so etwas jemals Wirklichkeit wird. Man fragt sich aber schon ob es tatsächlich bei der heutigen Gesellschaft so unvorstellbar wäre?

Und wie es so oft ist endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger. Bin sehr auf den zweiten Teil gespannt.

Fazit:

Das Buch hat mir bis auf Kleinigkeiten ziemlich gut gefallen. Deshalb hier von mir 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Was wäre, wenn das Volk über Schuld und Unschuld bestimmen dürfte?

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Mit dieser Frage beschäftigt sich die Autorin in "Marthas Widerstand".

Martha ist 16 Jahre alt und soll den Millionär und Wohltäter Jackson Paige getötet haben. Eine Woche lang wird in einer live TV-Show ...

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Autorin in "Marthas Widerstand".

Martha ist 16 Jahre alt und soll den Millionär und Wohltäter Jackson Paige getötet haben. Eine Woche lang wird in einer live TV-Show über ihre Schuld/Unschuld diskutiert und per Telefonvoting abgestimmt. Jeden Tag wandert Martha in eine kleinere Zelle. Sollte sie am Ende der Woche für schuldig erklärt werden, so wird sie hingerichtet.

In der Dystopie wird eine Welt beschrieben in der einzig und allein das Volk über Schuld und Unschuld bestimmen darf. Eine Welt in der das Volk stetig manipuliert wird und in der es eine essenzielle Rolle spielt, ob du aus armen oder aus reichen Verhältnissen stammst.
Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und bietet damit einen großen Einblick in die Welt in der Martha lebt. Man erfährt wie es Martha in den einzelnen Zellen ergeht und was sie in ihrer Vergangenheit geprägt hat und letztlich auch in diese Situation geführt hat.
Des Weiteren wird aus der Sicht ihrer psychologischen Betreuerin Eva erzählt, welche sich zur Aufgabe nimmt Marthas Unschuld zu beweisen und sie damit vor einer Hinrichtung zu bewahren. Zusätzlich erfährt der Leser noch was in der täglichen live TV-Show "Death is Justice" diskutiert und gezeigt wird. Dem Leser wird schnell klar, dass das Publikum der TV-Show sehr von dieser manipuliert und in eine Richtung gelenkt wird, sodass sie sich kaum noch eine eigene Meinung bilden und unklare Dinge hinterfragen. Aber nicht nur das Publikum wird von der TV-Show manipuliert, sondern auch die TV-Show von den reichen Leuten, die auf Grund ihres Geldes das Telefonvoting verfälschen können.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen und die Kapitel sind nicht zu lang.
Kapitel für Kapitel erhält man ein weiteres Puzzleteil bzw. weitere Informationen was Martha wirklich mit dem Mord an Jackson Paige zu tun hat. Am Ende des Buches fügen sich alle Puzzleteile zusammen und es entsteht ein vollständiges Bild von dem was geschehen ist.
Dennoch finde ich, dass der Ausgang der Geschichte von Beginn an doch sehr vorhersehbar ist, was der Geschichte meiner Meinung nach aber trotzdem nicht sehr schadet.

Zusammenfassend ist "Marthas Widerstand" eine gelungene Dystopie, die sich mit einigen auch für uns relevanten Themen wie Manipulation und dem Unterschied zwischen Armen und Reichen befasst.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Verurteilung als Unterhaltung?

1

Mit der Behauptung sie habe Jackson Paige getötet, ließ sich Martha Honeydrew am Tatort festnehmen…
In sieben Tagen wird Martha sterben, denn sie ist im Todestrakt bereits in der ersten Zelle…
Die Fernsehzuschauer ...

Mit der Behauptung sie habe Jackson Paige getötet, ließ sich Martha Honeydrew am Tatort festnehmen…
In sieben Tagen wird Martha sterben, denn sie ist im Todestrakt bereits in der ersten Zelle…
Die Fernsehzuschauer sollen über Marthas Leben oder Sterben entscheiden…
Doch es gibt jemanden, der nicht will, dass Martha stirbt, der ganz genau weiß, wie die Urteile zustande kommen. Und der auch ganz genau weiß, wie der Wohltäter der Menschheit, Jackson Paige, wirklich war…
Und dann gibt es auch noch den einen oder anderen Helfer…. Menschen, die mit dem Rechtssystem nicht einverstanden sind….
Hat Martha Jackson Paige wirklich ermordet? Wem hat sie das Wort ‚Verschwinde‘ zugerufen? Warum kommt sie gleich in den Todestrakt? Steht denn von vornherein fest, dass sie schuldig ist? Nur weil sie es gesagt hat? Wie können Fernsehzuschauer über Leben oder ‚Tod entscheiden? Wer ist es, der Martha hilft? Der Mörder? War es – nach unserem Rechtssystem – überhaupt Mord? Was will Martha damit bewirken? Wird sie Erfolg haben? Wird sie sterben müssen? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Es ist teilweise aus Marthas Sicht geschrieben. Die Kapitel sind immer mit dem jeweiligen Namen der handelnden Person betitelt. Was die Spannung betrifft, die war gleich zu Anfang da. Ich hatte sofort den Eindruck, dass es nicht Martha war, die geschossen hatte, sondern vielleicht die Person der sie ‚Verschwinde‘ zugerufen hat. Doch warum behauptet sie dann die Täterin zu sein? In den Kapiteln, die aus Marthas Sicht geschrieben sind, lesen wir auch, wie sie bisher gelebt hat, wie sie den jungen Mann kennen gelernt hat. Wie es dann passierte, dass sie die Pistole in der Hand hielt und ob es ursprünglich überhaupt beabsichtigt war, wenn sie die Mörderin ist. Und wir erfahren dass Jackson Paige auch einige Leichen im Keller hatte. Aber wird das reichen und die Masse zum Umdenken bewegen? Das Ende hat mich etwas geschockt und ich vermute, dass es einen zweiten Teil gibt, auf den ich jetzt schon sehr gespannt bin. Das Buch war von Anfang bis zum Ende spannend und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Allerdings finde ich es nicht sehr glaubhaft, Es gibt zwar viele Dummköpfe auf dieser schönen Welt, aber dass es so weit geht, ein Rechtssystem zu erschaffen, wo alle und wirklich alle miturteilen können, selbst die, die von Recht keine Ahnung haben, kann ich mir nicht vorstellen. Außerdem sind für jeden jeden Tag mehrere Votings möglich (das ist noch der Gipfel, denn reiche Leute können so oft voten wie sie wollen, arme hingegen vermutlich nur einmal, weil sie sich ein zweites Mal nicht leisten können) Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen, zumal es eine Dystopie ist, und bei solchen ja nicht alles realistisch sein muss, denn es hat ja auch was von Fantasy. Daher bekommt das Buch von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und vier von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.

Veröffentlicht am 11.09.2017

'Auge um Auge Productions' präsentiert ...

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Inhalt:
Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die ...

Inhalt:
Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?

Idee:
Was wäre, wenn wir unser jetziges Rechtssystem infrage stellen und völlig umstrukturieren würden? Was würde passieren, wenn wir alle „demokratisch“ per Onlinevoting über Schuld oder Nicht-Schuld, Tod oder Leben eines Angeklagten abstimmen könnten?
Kerry Drewery’s Zukunftsszenario fand ich sehr interessant und erschreckend zugleich. Martha’s Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, da es in der heutigen Zeit, in der unser Leben immer mehr vom Online-Sein bestimmt wird, nicht gerade abwegig ist.

Cover:
Das Cover hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Das Mädchen sieht dem Betrachter direkt in die Augen. Der Blick ist entschlossen, was also genau zu Marthas Einstellung passt.

Schreibstil:
‚Marthas Widerstand‘ ist in verschiedenen Erzählweisen geschrieben. Martha, die Protagonistin, erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive. Der Leser ist so hautnah dabei, wie sich Martha in den einzelnen Zellen fühlt und was sie beschäftigt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mich trotz dieser Erzählperspektive anfangs überhaupt nicht in ihre Situation versetzen konnte. Ihre Handlungen waren mir oftmals zu unüberlegt und naiv, weshalb ich nicht so recht mit ihr warm werden konnte. Erst, als es auf das Ende des Buches zu ging und Martha auch ihre Zweifel und ihre Ängste offenbarte, konnte ich mit ihr mitfiebern und mitleiden.
Eve Stanton, Marthas Psychologin während der sieben Tage, ist meiner Meinung nach der Sympathieträger der Geschichte. Sie setzt sich für Martha ein und handelt entschlossen, aber dennoch überlegt.
Die dritte Erzählperspektive, die in einer Art Drehbuchform geschrieben ist, ist die der Sendung „Death is Justice“, in der die Zuschauer jeden Abend die neusten Informationen über die Gefangenen in den Todeszellen erfahren können. Es wird alles genauestens geschildert; angefangen bei den sich zusammensetzenden Symbolen der Show oder dem ewig langen Monolog des Moderatoren, welche Nummer man für wie viel Geld wählen muss. Das war mir alles etwas zu ausführlich, weshalb ich manche Stellen teilweise nur überflogen habe.

Fazit:
Die Grundidee von ‚Marthas Widerstand‘ passte für mich, trotzdem hätte hier das Potential viel mehr ausgeschöpft werden können, weshalb ich etwas enttäuscht war.
Den Charakteren fehlte es an Tiefe und die vielen verschiedenen Erzählweisen störten den Lesefluss. Außerdem war für mich die Liebesgeschichte völlig fehl am Platz. Alles in allem ein Buch, das man lesen kann, aber man auch nichts verpasst, wenn man es nicht tut.