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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2019

Mara ermittelt wieder

Brennende Narben
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Mara Billinsky hat sich mittlerweile in Frankfurt eingelebt und sich den Respekt ihrer Kollegen verdient, als sie auch schon in ihrem dritten großen Fall ermitteln muss. Da die einzelnen Fälle abgeschlossen ...

Mara Billinsky hat sich mittlerweile in Frankfurt eingelebt und sich den Respekt ihrer Kollegen verdient, als sie auch schon in ihrem dritten großen Fall ermitteln muss. Da die einzelnen Fälle abgeschlossen sind, kann man das Buch auch lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Ich empfehle aber, der Reihenfolge nach vorzugehen, da man dann ihre Entwicklung und auch ihren Charakter besser nachvollziehen kann. Außerdem wird in diesem Teil an einigen Stellen Bezug auf die Vorgänger genommen, was man leicht überlesen kann, wenn man nicht weiß, was vorher passiert ist.

Gut gefallen hat mir, dass Mara immer noch so ist wie sie ist - jetzt aber endlich akzeptiert und für ihre Arbeit geschätzt wird. Langsam hat es nämlich etwas genervt, dass ihr immer nur Steine in den Weg gelegt werden.

Das passiert hier auch, aber nicht von Seiten der Polizei, sondern aufgrund ihrer privaten Ermittlungen zum Tod ihrer Mutter. Seit dem ersten Band weiß man, dass diese ermordet und der Täter nie gefunden wurde. Jetzt bekommt diese Geschichte eine eigene Sidestory und Mara jagt nicht nur den "Wolf", sondern eben auch den Mörder ihrer Mutter. Das hat mir richtig gut gefallen, denn so hatte man gleich zwei spannende Handlungsstränge, die sehr unterschiedlich waren. Allerdings muss ich zugeben, dass ich aber auch froh war, dass es am Ende aufgeklärt wurde. Die Geschichte mit ihrer Mutter nämlich noch in einen weiteren Folgeband mitzunehmen, hätte es zu langatmig gemacht.

Im Mittelpunkt stehen aber eigentlich grausige und brutale Morde im Milieu, die Mara und ihre Kollegen aufklären müssen. Diese sind teilweise sehr brutal und nichts für schwache Nerven, auch wenn sie teilweise nur angedeutet werden. Die eigene Fantasie erledigt dann aber den Rest... Die Altersempfehlung ab 16 Jahren ist deswegen für mich absolut gerechtfertigt.

Man kann der Handlung sehr gut folgen, auch wenn es manchmal etwas wirr ist, wer denn jetzt die Bösen und wer die Guten sind - und ob man hier überhaupt eine Trennung vornehmen kann. Denn ehrlich gesagt weint man den Mordopfern als Leser keine Träne nach. Das war mal etwas anderes.

Am besten hat mir aber gefallen, dass Maras Kollege Jan Rosen hier eine tolle Entwicklung durchmacht und nicht mehr der "Spatz" ist. Er beweist sehr viel Mut und wer ihn bisher nicht geliebt hat, der wird es spätestens jetzt tun. Für mich läuft er fast Mara den Rang ab.

Sehr gut gemacht waren auch wieder die vielen Perspektivwechsel, die auch die Sicht und die Vergangenheit des Mörders mit einschließen. Der Schreibstil ist knallhart, flüssig und sehr gut zu lesen.

Ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt und warte jetzt sehnsüchtig auf den vierten Fall für die Ermittlerin. Von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 27.11.2019

Liebe hängt in der Luft...

Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
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Von Petra Hülsmann habe ich schon einige Bücher gelesen und bisher hat mir vor allem der lockere Schreibstil und die tolle Auswahl der Protagonisten gefallen. Und so war es auch hier.

Karo, die für eine ...

Von Petra Hülsmann habe ich schon einige Bücher gelesen und bisher hat mir vor allem der lockere Schreibstil und die tolle Auswahl der Protagonisten gefallen. Und so war es auch hier.

Karo, die für eine neue Stelle alle Zelte abbricht und nach Hamburg zieht, ist eine starke Frau, die nicht nur das Abi nachgeholt, sondern dann auch noch an der Fernuni studiert hat, um aus dem Pott herauszukommen und Karriere zu machen. Dass dann nicht alles nach Plan läuft, kann man sich ja vorstellen - und sonst würde ja auch etwas fehlen.

In Hamburg zerplatzen dann erstmal ihre Träume, denn ihre neue Stelle kann sie nicht antreten. Stattdessen landet sie bei einem Fußballverein und muss den Babysitter für einen der Profis spielen, der gern mal über die Stränge schlägt. Hier kommt es immer wieder zu witzigen Situationen, denn zufrieden sind Beide nicht. Aber genau das macht den Charme der Geschichte aus.

Der Plot an sich ist schon etwas vorhersehbar, aber das ist bei diesem Genre ja normal, deswegen hat es mich nicht gestört. Ich wollte ja schließlich auch, dass es nicht nur Streitereien gibt, sondern auch etwas Liebe in der Luft liegt. Kitsch darf dabei natürlich auch nicht fehlen.

Richtig gut gefallen hat mir, dass es auch einen kleinen Querverweis zu den anderen Büchern der Autorin gibt. Denn auch hier begegnet man dem Taxifahrer Knut, der einige aufmunternden Worte für die Protagonistin parat hat.

Ein lockerer, flüssiger Schreibstil, gepaart mit Liebe, Witz und einem Happy End: Das Buch ist das richtige für entspannte Lesestunde. Von mir gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Hochzeit? Hochzeit!

Trau dich doch
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Eigentlich war ich von den Büchern von Ellen Berg immer begeistert. Sie waren witzig und hatten etwas, was man nicht immer liest: Irgendwie etwas Besonderes, das man nicht in jedem Buch dieser Art findet.

Von ...

Eigentlich war ich von den Büchern von Ellen Berg immer begeistert. Sie waren witzig und hatten etwas, was man nicht immer liest: Irgendwie etwas Besonderes, das man nicht in jedem Buch dieser Art findet.

Von "Trau dich doch" wurde ich dagegen enttäuscht. Ich kann es selbst gar nicht glauben, aber der Roman hat mich teilweise etwas aufgeregt. Die Autorin benutzt hier sämtliche Klischees in Bezug auf verlassene Ehefrauen, jüngere Nachfolgerinnen, geldgierige Heiratsschwindlerinnen, etc.

Dadurch wurde alles sehr vorhersehbar, es gab keine wirklichen Überraschungen und die Geschichte hat sich ganz schön hingezogen. Denn die Handlung geht nicht wirklich voran, alles scheint sich etwas im Kreis zu drehen.

Auch Amelie als Protagonistin konnte mich nur bedingt überzeugen. Sie gefällt sich meiner Meinung nach zu sehr in der Opferrolle und macht sich permanent klein. Erst gegen Ende des Buches bricht sie daraus aus - das hätte für mich schon früher kommen dürfen. Ihre Freundin Edeltraud, die sie auch bei den Hochzeitsplanungen unterstützt, war für mich etwas drüber. Zwar fand ich die resolute Frau ganz sympathisch, aber hier wirkt alles etwas übertrieben, egal ob das Verhalten oder der Kleidungsstil.

Während im Großteil des Buches alles schief geht, kommt es dann am Ende zu einer Änderung. Das ist nicht überraschend, was ich aber auch nicht schlimm fand, denn alles andere hätte nicht zu dem Genre gepasst. Allerdings geht es dann sehr schnell, fast schon zu schnell. Während ich mich am Anfang eher durch die Geschichte kämpfen musste, war sie dann für meinen Geschmack zu schnell vorbei.

Richtig gut hingegen fand ich wieder den Schreibstil. Wie man es von der Autorin gewohnt ist, schreibt sie sehr flüssig und locker, außerdem sehr lebendig und anschaulich.

Wahrscheinlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch. Ich bin immer noch ein Fan von Ellen Berg, auch wenn sie mich mit diesem Roman nicht überzeugen konnte. Von mir gibt es 2 Sterne.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Die Welt im Chaos

#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten
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Eins vorweg: Der Roman beginnt relativ harmlos, steigert sich aber bald in einen sehr komplexen Plot, der von einem Höhepunkt zum nächsten jagt.
Am Anfang ist da nur ein scheinbar harmloser Post: #killtherich ...

Eins vorweg: Der Roman beginnt relativ harmlos, steigert sich aber bald in einen sehr komplexen Plot, der von einem Höhepunkt zum nächsten jagt.
Am Anfang ist da nur ein scheinbar harmloser Post: #killtherich - doch dieser scheint der Funke zu sein, der die Welt ins Chaos stürzt. Denn auf einmal entwickelt die Gesellschaft auf der ganzen Welt eine eigene Dynamik: Es wird Jagd auf die gemacht, die vermeintlich für die Ungerechtigkeit auf der Erde verantwortlich sind. Dabei wird der Hashtag zu der Stimme aller Unterdrückten.

Das Buch ist sehr komplex aufgebaut. Man springt von Land zu Land, von Aufstand zu Aufstand. Das war manchmal etwas schwierig, vor allem dann, wenn der Schauplatz wechselt, man aber später wieder dorthin zurückgeht. Allerdings sehe ich das auch als ein tolle Leistung des Autors, der es geschafft hat, unzählige Stränge in eine in sich stimmige Handlung zu bringen.

Die einzige Konstante, die man während des Lesens hat, sind die Protagonisten Conrada van Pauli und Bimal Kapoor, die sich eigentlich gar nicht kennen, aber trotzdem an einem Strang ziehen. Die Beiden scheinen die Einzigen zu sein, die alles daran setzen, die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen - und dabei nicht an sich denken.

Beim Lesen wurde mir bewusst, wie klein der einzelne Mensch doch ist - und wie wenig man davon weiß, was hinter den Kulissen bzw. hinter verschlossenen Türen bei diplomatischen Gesprächen passiert.

Der Schreibstil ist sehr sachlich, teilweise sogar sehr nüchtern, wenn über die vielen Opfer der Aufstände erzählt wird. Das passt zum Inhalt des Buches und unterstreicht meiner Meinung nach nochmal deutlich, welch kleines Licht der Einzelne in diesem komplexen gefüge aus Macht und Politik überhaupt ist. Außerdem lässt der Autor Spielraum, um sich seine eigenen Gedanken zu machen. Manches wird nur angedeutet, aber ist doch so deutlich, dass man sich die Grausamkeiten sehr gut vorstellen kann.

Insgesamt hat mich das Buch überzeugt, auch wenn es mir an der ein oder anderen Stelle etwas zu langatmig war. Wer das Genre mag, wird hier nicht enttäuscht. Von mir gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 27.11.2019

Im Schneesturm gefangen

No Exit
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Ohne lange Vorrede kommt das Buch auch gleich zur Sache: Die Protagonistin Darby ist auf dem Weg zu ihrer Mutter, um dort die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. Durch einen Schneesturm kommt sie mit ihrem ...

Ohne lange Vorrede kommt das Buch auch gleich zur Sache: Die Protagonistin Darby ist auf dem Weg zu ihrer Mutter, um dort die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. Durch einen Schneesturm kommt sie mit ihrem Auto in den Rockys aber kaum voran und ist deswegen gezwungen, an einer Raststätte anzuhalten und auf die Räumfahrzeuge zu warten. Hier hat mich der Klappentext auf dem Buch verwirrt, denn dieser ist etwas anders als der im Internet und spricht von einem "Motel". Das wurde aber schon geändert.

Auch der eigentliche Plothöhepunkt lässt nicht lange auf sich warten, denn schnell stellt Darby fest, dass in einem der parkenden Autos ein Kind gefangen gehalten wird. Sie nimmt sich vor, dieses zu retten.

Mir hat gut gefallen, dass es keine lange Vorrede gibt, sondern man direkt in die Story hineingeworfen wird. So wird die Spannung schnell aufgebaut. Obwohl Darby dann schnell erkennt, wer der Kindesentführer ist, tut das dieser auch keinen Abbruch - denn den Leser erwarten einige unerwartete Wendungen, die mich total überrascht haben. Das hat die Spannung dann auch wirklich permanent hochgehalten und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Grundsätzlich hat mir der Schreibstil auch sehr gut gefallen. Er ist schnell, es gibt keine Längen, ein Höhepunkt jagt den nächsten. Teilweise ging beim Lesen mein Puls in die Höhe und ich musste einfach wissen, wie es weitergeht.

Wer schwache Nerven hat, sollte das Buch allerdings nicht lesen. Denn auch wenn der Thriller am Anfang vor allem die Brutalität in Psycho-Spielchen ausdrückt, wird es zum Ende hin immer blutiger und härter. Wenn es ein Film wäre, hätte ich an einigen Stellen die Augen zumachen müssen.

Etwas gemein - aber für den Lesegenuss natürlich auch sehr gut - ist, dass man als Leser öfter das Gefühl hat, dass jetzt endlich alles gut wird - es dann aber eben doch nicht ist. Bis zum Schluss ist es ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Protagonistin und dem Entführer. Für mich war das richtig gut gemacht.

Weil ich das Buch einfach nicht weglegen konnte und ich von Anfang an mitgefiebert habe, gibt es von mir 5 Sterne! Nur im tiefen Schneegestöber sollte man es nicht lesen, lieber daheim auf der kuscheligen Couch.