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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2017

Alles soll besser werden...

Die Optimierer
1 0

Das Buch hat mich wirklich umgehauen. Eigentlich hatte ich andere Sachen zu tun, aber ich konnte es nicht aus der Hand legen und habe es an einem Tag ausgelesen.

Zuerst hat mir das Setting sehr gut gefallen: ...

Das Buch hat mich wirklich umgehauen. Eigentlich hatte ich andere Sachen zu tun, aber ich konnte es nicht aus der Hand legen und habe es an einem Tag ausgelesen.

Zuerst hat mir das Setting sehr gut gefallen: Es spielt im Jahr 2052 in München, eine deutsche Stadt findet man ja in dem Genre eher selten. Auch wenn es in der Zukunft spielt, ist es noch nicht so weit weg, dass alles anders ist. Man "erkennt" die Stadt noch wieder - inkl. Oktoberfest. Die - vor allem technischen Veränderungen - sind gut nachvollziehbar und nicht übertrieben. Es könnte in knapp 40 Jahren genauso aussehen. Das hat mir zwar Gänsehaut verursacht, aber konnte mich auch begeistern.

Außerdem habe ich den Protagonisten Samson Freitag sofort in mein Herz geschlossen: Eigentlich ist er der Vorzeige-Bürger in Person und will einfach nur alles richtig machen, in diesem Fall auch "optimieren". Aber dann wendet sich alles gegen ihn und man muss zusehen, wie es ihm immer schlechter geht, ohne dass er etwas falsch gemacht hat. Und irgendwie auch ohne Hoffnung auf Besserung. Man leidet wirklich mit und wünscht sich, dass er endlich wieder eine Glückssträhne bekommt.

Die Entwicklung der Handlung ist sehr schön nachzuvollziehen. Es sind Kleinigkeiten, die sich häufen, man könnte auch einfach nur von unglücklichen Zufällen sprechen. Das macht alles glaubhaft und nichts wirkt aufgesetzt.

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Sehr locker, die wenigen technischen Begriffe sind anfangs gut erklärt bzw. selbsterklärend, sodass man den Inhalt trotzdem gut versteht. Außerdem gibt es viele Dialoge, die die Geschichte lebendig machen.

Wirklich umgehauen hat mich das Ende: Es kommt absolut unerwartet und ist trotzdem in sich schlüssig. Es werden genügen Fragen geklärt, damit man als Leser nicht enttäuscht ist, lässt aber trotzdem noch viel Raum, um selbst darüber nachzudenken, wie es weitergehen könnte. Es ist erschreckend, aber trotzdem schön. Ich kann es nicht erklären, ohne zu spoilern, deswegen sollte man es am Besten selbst lesen.

Alles in allem hat mich "Die Optimierer" von Anfang an gefangen genommen. Ich hatte Spaß, habe gelitten und mitgefiebert. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne, die hat es wirklich verdient!

Veröffentlicht am 14.08.2017

Was wäre wenn...

Der Präsident
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Wer von euch hat es auch nicht glauben können, dass Amerika Trump zum Präsidenten gewählt hat? Natürlich wird in diesem Buch der Name "Trump" nicht ein einziges Mal erwähnt - allerdings sind die Ähnlichkeiten ...

Wer von euch hat es auch nicht glauben können, dass Amerika Trump zum Präsidenten gewählt hat? Natürlich wird in diesem Buch der Name "Trump" nicht ein einziges Mal erwähnt - allerdings sind die Ähnlichkeiten zum "echten" Präsidenten doch sehr erschreckend: Sei es, dass der Präsident im Buch eigentlich kein Politiker ist, seine Tochter ins Weiße Haus holt oder seine Informationen vor allem aus dem Fernseher bezieht.

Auch wenn es vor allem um den Präsidenten und seine Handlungen geht, steht er nicht im Mittelpunkt des Buches, sondern Maggie Castello, eine Mitarbeiterin im Weißen Haus. Sie ist die Figur, die den Thriller meiner Meinung nach ausmacht. Dadurch, dass sie nicht hinter dem Präsidenten steht, kann man sich gut mit ihr identifizieren und leidet mit, wenn sie die Launen von ihrem Vorgesetzten McNamara ertragen muss. Auch ihr Gewissenskonflikt und der Wunsch, immer das richtige zu tun, macht sie zu einer tollen Protagonistin.

Aufgebaut ist das Buch weitgehend chronologisch. Man verlässt trotzdem ab und zu den amerikanischen Kontinent zu anderen Schauplätzen. Diese Sprünge kann man anfangs nicht einordnen, sie werden aber am Ende des Buches aufgelöst.

Ohnehin wird der Spannungsbogen während des Lesens ständig hochgehalten. Es gibt viele überraschende Wendungen, Probleme tauchen auf, bei denen man sich nicht vorstellen kann, wie sie gelöst werden und trotzdem geht es auch immer wieder weiter.

Etwas Probleme hatte ich anfangs mit den vielen Personen und Namen, die im Buch auftauchen. Auch die Bezeichnungen der unterschiedlichen Ränge und Positionen war nicht ganz so leicht einzuordnen. Das Problem hat sich beim Lesen aber schnell gegeben, vor allem weil sich der Thriller wirklich schwer aus der Hand legen lässt.

Das lag bei mir vor allem daran, dass ich beim Lesen immer das Bild von Trump vor Augen hatte und mich immer gefragt habe, ob es hinter den Kulissen des Weißen Hauses wirklich so läuft. Dass er die Posten mit seinen "Freunden" besetzt, kann ich mir mehr als vorstellen. Ich hoffe aber wirklich, dass das Buch doch zum großen Teil Fiktion bleibt und einige Entwicklungen nicht eintreten werden.

Insgesamt hat mir der Thriller, vor allem aufgrund des aktuellen Bezugs, sehr gut gefallen! Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

Veröffentlicht am 16.06.2017

Sommer, Meer, Urlaub... oder doch nicht?

Eine Frau für alle Fälle
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Das Cover ist doch einfach der Knaller, oder? Es war auch der Grund, warum ich das Buch unbedingt lesen musste - noch bevor ich den Klappentext kannte. Auf den ersten Blick scheinen ein Dackel und die ...

Das Cover ist doch einfach der Knaller, oder? Es war auch der Grund, warum ich das Buch unbedingt lesen musste - noch bevor ich den Klappentext kannte. Auf den ersten Blick scheinen ein Dackel und die Karibik nichts miteinander zu tun zu haben, aber wartet ab, bis ihr das Buch gelesen habt. Dann passt es wie die Faust aufs Auge :)

Wie die Kurzbeschreibung verrät, reist Sandy in die Karibik, um ihre Oma zu suchen, die auf einer Kreuzfahrt abgängig wurde. Soweit so gut, aber Sandy ist ein großer Tollpatsch und scheint das Pech nur so anzuziehen. Und so kommt es immer wieder zu lustigen und kuriosen Situationen, beispielsweise wenn sie ein paar Schuhe nach dem anderen kaputt macht, weil sie auf eine wilde Verfolgungsjagd geht.

Schnell wird dem Leser klar, dass das Auffinden der Oma nicht im Mittelpunkt der Geschichte stehen wird, sondern Drogen und sonstige miese Geschäfte, die auf der Karibik-Insel getätigt werden. Man darf aber nicht zu viel Krimi erwarten, das Hauptaugenmerk liegt hier wirklich auf "Cosy". Dadurch fehlt dem Buch an der ein oder anderen Stelle sowohl die Spannung als der Tiefgang. Aber wie gesagt, im Mittelpunkt steht die Protagonistin Sandy und ihre Tollpatschigkeit. Außerdem lernen wir weitere, einmalige Personen kennen, durch die der Krimi an Leben gewinnt.

Natürlich ist alles ziemlich überspitzt und das Ende an sich dann nicht wirklich eine Überraschung. Der aufmerksame Leser erkennt zumindest schnell, in welche Richtung es geht. Trotzdem wird man gut unterhalten und das Buch ist wirklich perfekt für den Urlaub oder sonstige entspannte Lesestunden.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob man mehr von Sandy lesen wird - die Figur gibt es auf jeden Fall her. Insgesamt gibt es von mir 4 Sterne!

Veröffentlicht am 01.10.2016

Spannung und ganz viel Mystik

Teufelsgold
1 0

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem eine Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt einem Kunden prophezeit, dass zwei Brüder durch ein Geheimnis verbunden sind, aber nur einer überleben wird. Ein spannender ...

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem eine Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt einem Kunden prophezeit, dass zwei Brüder durch ein Geheimnis verbunden sind, aber nur einer überleben wird. Ein spannender Beginn, denn man lernt schnell die beiden Brüder kennen und hat dann das ganze Buch über Zeit zu mutmaßen, wer denn sein Leben lassen muss.

Danach gibt es erstmal einen Sprung in die Vergangenheit und das Geheimnis um das „Teufelsgold“ wird gelüftet. Dies geschieht immer wieder durch historische Texte, die geschickt in die Gesamtgeschichte eingebunden werden – die Hauptfigur Hendrik liest diese nämlich.
Hier hat Andreas Eschbach wirklich Geschick bewiesen. Durch die historischen Passagen wird der Leser nämlich nicht nur über die Hintergründe aufgeklärt. Sie unterscheiden sich nämlich so in der Sprache, dass man sie für authentisch halten könnte. Das löst dann doch mal Gänsehaut aus – denn er weiß schon, was Wahrheit und Fiktion ist... Und obwohl dem Schreibstil hier ein Hauch von Historik anhaftet, lassen sie sich sehr gut lesen und sind verständlich. Ich las Germanistin habe mich immer sehr über die alten, heute nicht mehr gebräuchlichen Verbformen wie „frug“ statt „fragte“ gefreut. Außerdem verursachen diese Textteile auch immer kleine Cliffhanger. Wie der Protagonist bekommt auch der Leser nur nach und nach kleine Bröckchen hingeworfen, sodass sich erst am Ende ein richtiges Gesamtbild ergibt.

Ich gebe aber zu: Gerade am Anfang hat mir der Thrill etwas gefehlt. Es war eine spannende Erzählung, aber so richtig zur Sache geht es erst ab der Hälfte des Buches. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Alchemie, die Gier nach Gold, Reichtum und Macht sowie alte, schon lang in Vergessenheit geratene Ritterorden treffen aufeinander. Unerklärliche Geschehnisse treffen auf Rationalität, aber auch dem Leser fällt es schwer, den Unterschied zu erkennen.

Schwer gefallen ist mir auch, mit dem Protagnisten Hendrik zu sympathisieren. Während er am Anfang noch Mr. Charming ist, wird er doch mit Kapitel zu Kapitel zu einem selbstsüchtigen Idioten, dem ich sicher nichts Gutes mehr gewünscht habe. Normalerweise ist es für mich ja ein No-Go, wenn ich die Hauptperson nicht mag. Hier ging es erstaunlicherweise trotzdem ganz gut, denn ich habe den Spieß einfach umgedreht und mitgefiebert, dass er auf die Nase fällt... Auch mal nicht schlecht.

Nur mit dem Ende konnte ich mich dann nicht anfreunden. Denn es wird immer mystischer und phantastischer, es zieht es auch etwas hin. Die Aufklärung an sich macht zwar Sinn, trotzdem bleiben für mich einfach noch Fragen offen – und das bin ich von den Eschbach-Büchern, die ich bisher gelesen habe, ehrlich gesagt nicht gewohnt.

Insgesamt war es trotzdem ein tolles Buch. Der Autor hat es geschafft, die Alchemie in das 21. Jahrhundert zu bringen und mich damit gut unterhalten. Von mir gibt’s 4 Sterne!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gewohnt spannend!

Tote Augen
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Da ich vorher nicht wusste, dass das Buch zwei Reihen zusammenführt, bin ich ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an das Buch herangegangen. Während des Lesens hatte ich nicht das Gefühl, dass mir ...

Da ich vorher nicht wusste, dass das Buch zwei Reihen zusammenführt, bin ich ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an das Buch herangegangen. Während des Lesens hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Informationen fehlen. Das Buch lässt sich auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Karin Slaughter ist flüssig, die Charaktere gut beschrieben. Vor allem den Hauptcharakteren widmet sie viel Platz. Hier geht sie auf die Gefühle, den Hintergrund und das aktuelle Befinden ihrer Ermittler ein. Das mag sich manchmal etwas in die Länge ziehen, weil die eigentliche Krimi-Handlung unterbrochen wird, aber mich stört das nicht. Ich bewerte das positiv, vor allem wenn man weitere Bücher mit den selben Hauptpersonen lesen will/wird.
Einen Stern Abzug gibt es von mir, weil das Ende doch etwas plötzlich kommt. Nachdem 400 Seiten mehr oder weniger im Dunkeln getappt wurde, wird mir alles zu schnell aufgeklärt. Teilweise bleiben Fragen zurück.
Insgesamt ein sehr positiver Eindruck - davon werde ich sicher mehr lesen :)