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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2020

Spannend!

Der Künstler
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Vom Plot her ist das Buch ein typischer Thriller: Ein Serienkiller treibt sein Unwesen, die Morde sind brutal, die Opfer scheinen keinerlei Verbindung zueinander zu haben und die Polizei tappt im Dunkeln ...

Vom Plot her ist das Buch ein typischer Thriller: Ein Serienkiller treibt sein Unwesen, die Morde sind brutal, die Opfer scheinen keinerlei Verbindung zueinander zu haben und die Polizei tappt im Dunkeln - bis zum entscheidenden Durchbruch. Hier wurde also nicht die Thriller-Welt neu erfunden, was aber auf keinen Fall negativ sein soll - denn auf die Umsetzung kommt es an.

Hier ist mir der Einstieg etwas schwer gefallen. Auf den ersten 80 Seiten ging es mir zu wenig um die Morde - obwohl man mit diesen grausigen Taten direkt einsteigt - sondern zu sehr um die Befindlichkeiten der Ermittler, allen voran Alex Michelsen. Zwischendurch wechselt man auch zu Perspektive von Laura, der Polizeipraktikantin, aber auch hier geht es erstmal viel im ihr Privatleben und ihre Fernbeziehung zu ihrem französischen Freund. Das hat mich ein bisschen genervt, weil ich das Gefühl hatte, die eigentlichen Taten seien nur Beiwerk.

Das hat sich dann aber schnell geändert. Sobald dann auch wirklich die Ermittlungen im Vordergrund standen, hat sich der Thriller zu einem Pageturner entwickelt. Es gibt neue Morde und neue Hinweise, die ein oder andere falsche oder kalte Spur - aber auf jeden Fall sehr viel Spannung. Einen schwachen Magen sollte man beim Lesen aber nicht haben, denn es geht sehr blutig und brutal zu. Für mich ging es gerade was die Darstellung und Beschreibung der Tatorte anging etwas in die Richtig von Chris Carter. Der Leser hat auf jeden Fall die Möglichkeit mitzurätseln, denn enttarnt wird der Täter lange nicht.

Gut gefallen hat mir auch der flüssige Schreibstil und die vielen kurzen Kapitel, bei denen man einfach weiterlesen musste. Auch die Abwechslung zwischen den knallharten Ermittlungen und dann wieder der Wechsel ins Lauras Perspektive ist gelungen.
Schade fand ich allerdings, dass der Klappentext ihre Rolle in diesem Fall schon sehr stark vorwegnimmt. Das hat dann die Spannung etwas herausgenommen und man hat nur darauf gewartet, dass sie "ins Visier des Killers" gerät.

Das Ende war dann ziemlich rasant und es bleiben keine Fragen offen. Es war für mich aber auch sehr plötzlich bzw. hätte ich mir hier einen etwas sanfteren Ausklang nach der Enttarnung des Mörders gewünscht.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten - von mir gibt es 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2020

Beschauliches Wales...

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
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Was ich sehr schade finde: Der Klappentext nimmt schon einiges vorweg. Denn die Geschichte beginnt erst einmal sehr unscheinbar und gleicht eher einem Roman als einem Thriller, was mich aber nicht gestört ...

Was ich sehr schade finde: Der Klappentext nimmt schon einiges vorweg. Denn die Geschichte beginnt erst einmal sehr unscheinbar und gleicht eher einem Roman als einem Thriller, was mich aber nicht gestört hat. Man lernt die Protagonistin Kirsty kennen, die sich nach einem Schicksalsschlag mit ihrer Familie ein neues Leben aufbauen möchte und dazu ein altes Haus in Wales zu einem B&B umbaut. Die Heranführung fand ich sehr nett gemacht, es war sehr interessant und man hat die Personen wirklich gut kennenlernen können.

Auch Kirstys Cousine Selena taucht auf. Hier fand ich es schade, dass bereits durch den Klappentext vorweg genommen wurde, dass sie ermordet wird. Für mich war nämlich die Interaktion zwischen den beiden Frauen sehr spannend - aber ich habe dann während des Lesens immer nur noch auf den Mord gewartet.

Ansonsten kam ich aber gut auf meine Kosten: Es war ein sehr flüssiger und lebendiger Schreibstil, sodass man der Handlung gut folgen konnte. Die Geschichte beinhaltet keine unnötigen Längen. Es gibt zwar ein, zwei Details, die ich im ersten Moment als unnötig empfunden habe, allerdings wurden sie später nochmal aufgegriffen und waren dadurch dann doch relevant.

Das im Titel angekündigte Geheimnis konnte mich dann auch noch überraschen. Obwohl es streng genommen nicht nur eins ist, sondern jede Person etwas zu verbergen hat. Dadurch war immer etwas Spannung in der Luft.

Das Ende hat bei mir nochmal für Gänsehaut gesorgt. Zwar wird alles aufgeklärt und ist nachvollziehbar, allerdings hat die Autorin am Ende noch eine kleine Wendung eingebaut, welche sie offen lässt. Das war für mich sehr gelungen.

Ich wurde von Anfang an gut unterhalten. Es ist kein blutiger Thriller, aber für Gänsehaut und Spannung ist auf jeden Fall gesorgt.

Von mir gibt es 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2020

Sehr spannender Auftakt

Beastmode 1: Es beginnt
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Das Cover des Buches ist einfach der Hammer! Mir gefällt der Metallic-Druck und durch die eher dunkle Gestaltung würde man wahrscheinlich nicht sofort an ein Jugendbuch denken. Was aber noch besser ist: ...

Das Cover des Buches ist einfach der Hammer! Mir gefällt der Metallic-Druck und durch die eher dunkle Gestaltung würde man wahrscheinlich nicht sofort an ein Jugendbuch denken. Was aber noch besser ist: Die Cover von den beiden Teilen ergänzen sich, wenn man sie nebeneinander liegt. Das fällt zwar im Regal leider nicht auf, ist aber trotzdem eine schöne Sache.
Das Buch ist in einen Prolog und drei Teile gegliedert. Zu Beginn bekommt man die Jugendlichen, um die sich die Geschichte dreht, kurz kennen. Man weiß also sehr schnell, dass sie über außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen, die nicht von dieser Welt sind. Allerdings erkennt man hier noch nicht, wo die eigentliche Bedrohung liegt. Es bleibt also spannend.
Die folgenden drei Teile beinhalten dann die eigentliche Handlung. Den Jugendlichen wird von dem Energiefeld und ihrer Aufgabe erzählt, sie bereiten sich vor und stürzen sich dann in das Abenteuer.
Mir hat dieser chronologische Ablauf mit den passenden Untergliederungen sehr gut gefallen. Man konnte so der Geschichte sehr leicht folgen, es gab keine störenden oder überflüssigen Rückblicke und es hat sich so langsam Spannung aufgebaut.
Ich war einfach nur begeistert, wie Rainer Wekwerth es hier schafft, den Handlungsstrang so aufzubauen, dass man mit offenem Mund dasitzt. Denn es gibt einige Twists, bei denen sich die Zeitebenen zu verschieben scheinen - und trotzdem ist alles so logisch und schlüssig, dass man gar keine andere Möglichkeit hat, als felsenfest davon überzeugt zu sein. Das war super!
Es lag vor allem an der Handlung, dass ich das Buch nicht weggelegt habe und dafür in dieser Nacht sehr wenig Schlaf bekam - aber auch an den Charakteren. Die fünf Jugendlichen sind total unterschiedlich, nicht nur was ihre Fähigkeiten, sondern auch ihre Charaktereigenschaften angeht. Dadurch ergänzen sie sich gut, aber es kommt natürlich auch zu Spannungen. Auch hier hat mich die Authentizität überzeugt: Es gibt Streit und Freundschaft, Egoisten und Teamplayer, Vertrauen und Verrat. Dabei war nichts überspitzt oder unglaubwürdig.
Auch die Sprache ist sehr gelungen. Sie kommt ohne übermäßige Fäkal- oder Jugendsprache aus, ist trotzdem leicht verständlich und flüssig.
Ich habe das Buch wirklich von der ersten Seite an genossen - und warte jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Teil. Ob es bei zwei Bänden bleibt? Wir werden sehen. Von mir gibt es 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2020

Sehr technisch

Connect
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Ich muss gestehen: Ich hatte mit diesem Buch so meine Probleme. Erst habe ich angefangen, wurde aber nicht so gefesselt, dann habe ich es erstmal weggelegt und was anderes gelesen, bin wieder eingestiegen, ...

Ich muss gestehen: Ich hatte mit diesem Buch so meine Probleme. Erst habe ich angefangen, wurde aber nicht so gefesselt, dann habe ich es erstmal weggelegt und was anderes gelesen, bin wieder eingestiegen, wieder weggelegt usw. bis ich schließlich nochmal von vorne angefangen und es dann auch beendet habe.

Das Buch ist kein klassischer Thriller, wie auf dem Cover angegeben. Es geht hier weniger um viele Morde, die Spannung kommt eher durch die Handlungen der Figuren und das Zusammenspiel der Protagonisten und dem technischen Fortschritt auf.

Darauf muss man sich aber erstmal einlassen und in das Buch hineinfinden. Es spielt in der nahen Zukunft, eine genaue Angabe gibt es nicht. Das bedeutet, dass dem Leser viele alltägliche Dinge bekannt sind, es aber gerade in Bezug auf das normale Leben doch einige Änderungen gibt, wie autonome Autos, intelligente Kühlschränke etc. Und damit habe ich mir am Anfang sehr schwer getan.

Denn das Buch ist sehr technisch. Für mich als absoluten Laien waren die Beschreibungen, wie was funktioniert, gerade in Hinblick auf den Sohn Colt und seine Cyberspiele, sehr langatmig. Inhaltlich habe ich hier auch wenig verstanden, was jetzt nicht unbedingt nötig ist, um dem Plot zu folgen, aber eben auch langweilig ist, wenn man sich dafür nicht interessiert. Ich kann auch nicht beurteilen, wie viel davon wirklich möglich wäre und wie viel Fiktion hier hineingeflossen ist.

Auch mit den Protagonisten habe ich mich schwer getan. Naomi ist eine geniale Wissenschaftlerin, aber scheint keine richtige Beziehung zu ihrem Sohn Colt aufbauen zu können. Und dieser war für mich richtig komisch, denn er scheint nur noch in der Spiele-Welt zu leben und gar nicht mehr in der Realität.

Der Schreibstil ist ebenfalls ungewohnt. Die Sprache ist sehr nüchtern und sachlich, der Autor reiht außerdem häufig einfache Sätze aneinander, was dies noch unterstreicht. Das passt meiner Meinung nach sehr zum Buchinhalt, bei dem die Technik ja einen großen Teil ausmacht, aber mir hat hier die Lebendigkeit gefehlt.

Nichtsdestotrotz wird es spannend - aber das dauert bis ungefähr zur Hälfte des Buches. Das hätte für meinen Geschmack früher einsetzen müssen. Hier hatte ich das Gefühl, dass endlich einmal was passiert. Und es passiert viel. Ab diesem Zeitpunkt konnte mich der Thriller dann auch fesseln.

Ich möchte das Buch auf keinen Fall schlecht machen - es war einfach nicht mein Geschmack und ich habe etwas anderes erwartet. Es hatte einige gute, spannende Passagen, aber insgesamt war es dann doch sehr trocken und emotionslos. Deswegen gibt es von mir nur 2,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2020

Kein klassischer Cold Case

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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Dieser Thriller ist kein klassischer "Cold Case", da er aktuelle Fälle, in denen Frauen vergewaltigt und ermordet werden, mit einem alten, unaufgeklärten Fall einer Entführung verbindet. Das hat mir ganz ...

Dieser Thriller ist kein klassischer "Cold Case", da er aktuelle Fälle, in denen Frauen vergewaltigt und ermordet werden, mit einem alten, unaufgeklärten Fall einer Entführung verbindet. Das hat mir ganz gut gefallen, denn so hatte man zwei Handlungsstränge, die dann trotzdem - oder zumindest scheinbar - miteinander verbunden waren.

Allerdings konnte mich das Buch nicht immer fesseln. Was mich tierisch genervt hat, war dass es auch viel um das Privatleben der Cold Case-Ermittlerin Tess Hjalmarsson ging. Immer wieder wurde dafür der Erzählstrang der Ermittlungen unterbrochen, um genauer auf sie und ihr Liebesleben bzw. die Probleme damit einzugehen. Natürlich macht es Sinn, gerade wenn man eine Reihe aufbaut, auch den Ermittler in den Mittelpunkt zu stellen, aber hier war es mir einfach zu viel. Für mich hat es dem Plot einiges an Spannung genommen.

Überhaupt war es so, dass das Buch für meinen Geschmack einige Längen hat. Es geht manchmal gar nicht richtig voran, es werden wenig neue Spuren gefunden und so ist es auch für den Leser schwer, mitzurätseln.

Allerdings sind die Fälle - der alte sowie der aktuelle - dann doch für sich genommen spannend. Es wird im übertragenen Sinne im Dreck gewühlt und Staub aufgewirbelt, sodass es doch den ein oder anderen Aha-Effekt beim Lesen gibt.

Ob ich die Reihe weiter verfolge, weiß ich aber nicht. Dazu hat mich der erste Teil rund um Tess Hjalmarsson nicht genug gefesselt und sie als Ermittlerin war mir auch nicht wirklich sympathisch.
Von mir gibt es 3 Sterne - kann man lesen, muss man aber nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere