Cover-Bild Die erste Bahn
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12,50
inkl. MwSt
  • Verlag: OCM
  • Themenbereich: Belletristik - Spekulative Literatur
  • Genre: Krimis & Thriller / Sonstige Spannungsromane
  • Seitenzahl: 178
  • Ersterscheinung: 21.04.2021
  • ISBN: 9783942672887
Markus Veith

Die erste Bahn

Kai Trollmann verpasst die letzte U-Bahn. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als auf die erste Bahn des nächsten Morgens zu warten. Er bekommt Gesellschaft von Helen, einer älteren Frau.
„Ich bin deine Tochter. Ich komme aus der Zukunft. Und ich werde dich erschießen.“
Durch eine fatale Wendung werden sie gezwungen, die Zeit bis zur Ankunft der Bahn gemeinsam zu verbringen: Kai und seine mögliche Zukunft. Helen und das vergangene Leben mit ihrem Vater. Und eine Gegenwart, die alles verändern könnte.

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Lesejury-Facts

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  • Buchkomet hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2025

Wenn Vergangenheit und Zukunft sich kreuzen

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Meine Meinung

"Dies ist die erste Morgenstunde des 14. Novembers 2004. Und für jenen jungen Mann, der die letzten Stufen mit einem Sprung nimmt und zu einem Sprint ansetzt, wird diese Nacht für den ...

Meine Meinung

"Dies ist die erste Morgenstunde des 14. Novembers 2004. Und für jenen jungen Mann, der die letzten Stufen mit einem Sprung nimmt und zu einem Sprint ansetzt, wird diese Nacht für den Rest seines Lebens Gegenwart bleiben." (ZITAT)


"Die erste Bahn" hat mich sofort mit seiner bedrückenden Atmosphäre gepackt. Die menschenleere U-Bahn-Station mitten in der Nacht ist mehr als nur Schauplatz, sie wird zum Spiegel der Figuren. Kai Trollmann ist ein Charakter, der mich gleichzeitig abgestoßen und fasziniert hat. Sein Zynismus, sein Alkoholrausch, seine Wut – all das wirkt schonungslos echt und macht ihn greifbar, auch wenn er oft unsympathisch bleibt.

Die Begegnung mit Helen ist der Moment, in dem die Geschichte ihre eigentliche Kraft entfaltet. Aus einem banalen Warten wird ein psychologisches Ringen, das immer intensiver und unheimlicher wird. Veith schreibt direkt, roh und ohne Schnörkel, manchmal anstrengend, aber gerade dadurch glaubwürdig.

Am Ende hatte ich das Gefühl, eine einzige Nacht miterlebt zu haben, die alles verändert. Keine leichte Lektüre, aber eine, die hängenbleibt.


„„Die Chronologie ändert sich nicht gravierend. Und das Ergebnis gleicht sich an“, korrigiert Helen. „Es heißt, die Vergangenheit verhalte sich wie
eine zähflüssige Masse: Nimmt man einen Löffelvoll der Substanz heraus, so glättet sich die Stelle wieder von allein. Nach einem Eingriff rückt immer jemand oder irgendein anderes Ereignis in die Lücke. Danach ist das Geschehene nicht mehr genau so, wie es war; es fehlt schließlich etwas. Aber es ist wieder, na ja, eben chrono-logisch.““ (ZITAT)



Klappentext

Kai Trollmann verpasst die letzte U-Bahn. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als auf die erste Bahn des nächsten Morgens zu warten. Er bekommt Gesellschaft von Helen, einer älteren Frau.
„Ich bin deine Tochter. Ich komme aus der Zukunft. Und ich werde dich erschießen.“
Durch eine fatale Wendung werden sie gezwungen, die Zeit bis zur Ankunft der Bahn gemeinsam zu verbringen: Kai und seine mögliche Zukunft. Helen und das vergangene Leben mit ihrem Vater. Und eine Gegenwart, die alles verändern könnte.


Über den Autor

Markus Veith, am 5. März 1972 in Dortmund geboren, arbeitet seit 1997 als freischaffender Schauspieler und Autor.
Als Autor hält er regelmäßig Lesungen, produzierte Hörbücher und Hörspiele und wurde mit mehreren Preisen und Nominierungen geehrt. Seine Texte umfassen viele Genres, sowohl inhaltlich als auch stilistisch.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Tolle Geschichte

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Stell dir vor, du verpasst, den letzten Zug, musst die Nacht am Bahnsteig verbringen – und plötzlich taucht jemand auf, der dein Leben für immer verändern könnte. Markus Veith nimmt diese simple, fast ...

Stell dir vor, du verpasst, den letzten Zug, musst die Nacht am Bahnsteig verbringen – und plötzlich taucht jemand auf, der dein Leben für immer verändern könnte. Markus Veith nimmt diese simple, fast alltägliche Ausgangssituation und verwandelt sie in ein intensives psychologisches Kammerspiel mit einem Hauch Sci-Fi und einer ordentlichen Portion Philosophie.

Die Geschichte

Kai Trollmann, ein Mann mit sarkastischem Humor und zunächst wenig sympathischen Zügen, begegnet Helen, einer Frau, die behauptet, aus der Zukunft zu kommen und seine Tochter zu sein. Doch das ist nicht alles: Helen hat eine Waffe und macht unmissverständlich klar, dass sie gekommen ist, um ihn zu töten. Was als bedrohliche Situation beginnt, entwickelt sich durch eine fatale Wendung zu einem Zwang, die Nacht gemeinsam zu verbringen – und sich mit einer möglichen, düsteren Zukunft auseinanderzusetzen.

Die Geschichte entfaltet sich auf geniale Weise. Nach und nach wird Kais Zukunft enthüllt: ein Leben voller Fehler, das nicht nur ihn, sondern auch tausende andere ins Unglück stürzt und ihnen das Leben kostet. Doch was ist, wenn man das Wissen über die Zukunft nutzen könnte, um alles zu verändern? Oder passiert alles trotzdem, nur mit einer anderen Person? Diese moralischen Fragen machen den Reiz der Handlung aus und geben dem Buch eine Tiefe, die weit über eine reine Zeitreise-Geschichte hinausgeht.

Schon das Setting – ein leerer Bahnhof mitten in der Nacht – hat mich sofort gefesselt. Es ist düster, bedrückend und dennoch faszinierend. Diese Atmosphäre passt perfekt zur Geschichte, die mit Spannung und Emotionalität spielt. Markus Veith beweist ein Gespür dafür, wie man eine Handlung auf kleinstem Raum entfaltet und die Leser dabei immer tiefer in die komplexe Dynamik der Figuren hineinzieht.

Kai Trollmann ist zweifellos das Herzstück des Buches. Anfangs war ich wenig angetan von seiner Art – sarkastisch, egozentrisch, vielleicht sogar unsympathisch. Doch je mehr ich über seine mögliche Zukunft erfuhr, desto mehr wechselten meine Gefühle zwischen Abscheu und Mitleid. Der Autor brilliert mit diesen Perspektivwechseln, sodass man Kai am Ende nicht nur versteht, sondern auch eine gewisse Nähe zu ihm aufbaut.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch: Helen, obwohl zentral für die Geschichte, wirkt im Vergleich zu Kai etwas blass. Ihre Rolle als Tochter aus der Zukunft ist klar, doch ich hätte mir mehr Einblick in ihre Gefühlswelt und Motivation gewünscht. Trotzdem schafft sie es, die Handlung voranzutreiben und die entscheidenden Fragen aufzuwerfen.

Fazit

Wer glaubt, dass Die erste Bahn ein reines Sci-Fi-Buch ist, irrt gewaltig. Die Zeitreise-Elemente sind lediglich ein Mittel zum Zweck, um größere Fragen zu stellen: Ist die Zukunft lebenswert, wenn wir wissen, was passieren wird? Können wir das Schicksal ändern, und wenn ja, zu welchem Preis? Das Buch fordert dazu auf, über diese Themen nachzudenken – und bleibt dabei spannend und emotional packend. Das einzige Manko bleibt Helens etwas flache Charakterisierung, aber das wird durch Kais brillante Entwicklung und die dichte Atmosphäre mehr als wettgemacht. Wer nach einem außergewöhnlichen Buch sucht, das sich zwischen philosophischen und dramatischen Themen bewegt, sollte Die erste Bahn unbedingt lesen.

9/10

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