Cover-Bild Die zerrissene Zeit
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: tredition
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 152
  • Ersterscheinung: 27.08.2020
  • ISBN: 9783347136700
Matthias Rieger (Hrsg.), Kaia Rose, Marius Gugelberger, Daniel Mylow, Sabine Reifenstahl, Finn Lorenzen, Manuel Bogner, Wolfgang Breitkopf, Janine Lancker, Gerhard Schönbeck, Adi Halfon, Hans-Martin Große-Oetringhaus, Tobias Lagemann, Renate Schiansky, Julius Südhoff, Andrea Brenner, Christian Mutzel, Nora Brandt, Monika Hürlimann, Maline Kotetzki, Tiina-Maria Leinonen, Christin Feldmann, Anton Elster, Anne Moog, Christine Kayser, Jonas Thüringer, Mavie Woolf, Josephine König, Leonie Koch

Die zerrissene Zeit

Geschichten zur Spaltung der Gesellschaft
Sebastian Hartmann (Illustrator)

Die Anthologie "Die zerrissene Zeit" ist ein literarischer Blick auf die gesellschaftlichen Probleme der heutigen Zeit. Die Geschichten behandeln die Themen Armut, Extremismus, Fanatismus, Rassismus etc. sowohl im Mikro- als auch im Makrokosmos. Exemplarische Darstellungen der Spaltkeile rücken diese in den Fokus, ohne mit dem Finger auf konkrete Personen zu zeigen. Die Autoren gehen dabei teilweise humorvoll vor, andere versetzen dem Leser mit der reinen Wahrheit einen Schlag ins Gesicht. Dieses Werk regt zum Nachdenken an und zeigt zugleich, dass jeder Einzelne einen Beitrag zur Verbesserung leisten kann.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2020

Es scheint weit weg zu sein und doch ist es immer näher, als wir denken

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Bei diesem Buch handelt es sich um eine Textsammlung verschiedener Kurzgeschichten. Kurz und prägnant werden hier von verschiedenen Autoren insbesondere die Themen Rassismus und allgemein Antisemitismus, ...

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Textsammlung verschiedener Kurzgeschichten. Kurz und prägnant werden hier von verschiedenen Autoren insbesondere die Themen Rassismus und allgemein Antisemitismus, Fanatismus, Umweltprobleme und fehlende Nachhaltigkeit, Flucht, Armut sowie allgemein Hass innerhalb unserer Gesellschaft als große gesellschaftliche Probleme der Gegenwart und auch der Zukunft näher durch leuchtet und in Form einer Geschichte verpackt dem Leser näher gebracht.

Sprachlich ist das Buch hervorragend gelungen, ich bewundere besonders die hohe Anzahl jüngerer Autoren, die sich bereits mit den aktuellen Gesellschaftsproblemen auseinandersetzen. Ein wenig störend sind an einigen Stellen einige kleine Rechtschreibfehler, die aber dem Inhalt keinen Abbruch bescheren. Inhaltlich wird bereits nach den ersten Kurzgeschichten der Lektüre einem vollends bewusst, dass uns einfach ALLE diese Themen etwas angehen und wir nicht davor die Augen verschließen dürfen. Manche Geschichten sind so erbarmungslos dramatisch geschrieben, dass sie weh tun, manche lassen nur nachdenklich zurück, andere machen sprachlos. Gerne schiebt man solche Themen weit von sich weg und will sich im ohnehin schon stressigen Alltag nicht von ihnen stören lassen, denn man ist ja nicht so wie die anderen, die z. Bsp. Hass streuen - und doch: solche Vorfälle passieren jeden Tag neben uns, unter uns, durch uns – manchmal unbemerkt und völlig unbewusst.

Ganz besonders schwer wurde mein Herz bei der Nennung des Datums 09.10.2019 (Geschichte: Der Rucksack). Momentan beherrscht die internationale Medienwelt das Gerichtsverfahren zum antisemitischen Terroranschlag von Halle/Saale, der an diesem Tag stattgefunden hat. Ich selbst wohne nicht weit von dort entfernt und habe mich bereits 1000 x gefragt, Warum? Wie konnte das nur passieren? Wie konnte sich der Täter so radikalisieren? Es sind genau diese Fragen, die auch die anderen Geschichten an anderer Stelle schaffen zu fragen. Wieso handelst du so? Vor was hast du Angst? Wieso kann ich nicht anders sein, ohne dass es dich stört? Warum schaust du weg?

So viele Fragen, auf die niemand eine Antwort kennt. Doch wir können etwas tun: Nämlich unser eigenes Handeln reflektieren und es überdenken. Haben wir wirklich heute alle Mitmenschen gleichbehandelt oder hatten wir mal wieder was zu mäkeln oder zu lästern? Wir müssen uns außerdem ehrenamtlich, sozial oder politisch engagieren. Es fängt bereits im Kleinen an. Wer mit den unterschiedlichsten Menschen in einer größeren Gemeinschaft in Berührung kommt, merkt erst, wie bereichernd dies sein kann – eben, weil wir so sind, wie wir sind und weil wir so verschieden sind und weil wir alle verschiedene Fähigkeiten besitzen, mit denen wir gemeinsam etwas Großes schaffen können. Nutzen wir die Chance und stellen an den kleinen Rädchen der Zukunft, die unsere Gesellschaft ein klein wenig besser machen können.

Mein Fazit:

Die Geschichten haben mich sehr berührt und lassen mich nachdenklich zurück. Manche lassen noch Platz für Hoffnung, nachdem sie mir ein flaues Gefühl im Magen beschert haben. Ich glaube auch weiterhin an das Gute im Menschen. Packen wir die Dinge an – ein jeder nach seinen Möglichkeiten. Diese Textsammlung ist unbedingt zu empfehlen und gehört für mich auch in den Unterricht der höheren Klassenstufen!

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