Spannende Fortsetzung
Die Überlebenden der Gutabara sind quasi in letzter Sekunde der Vernichtung entkommen und befinden sich nun auf dem fremden Schiff, das ihnen zwar Zutritt gewährt hat, aber ansonsten nichts von seinen ...
Die Überlebenden der Gutabara sind quasi in letzter Sekunde der Vernichtung entkommen und befinden sich nun auf dem fremden Schiff, das ihnen zwar Zutritt gewährt hat, aber ansonsten nichts von seinen Geheimnissen preisgibt. Zeitgleich tobt auf der KMS Varjokuu das Chaos nach der missglückten Meuterei und die verbliebene Crew hofft auf Rettung durch den befreundeten Kommandanten der Morrigan. Die Ereignisse hängen in der Schwebe.
Im zweiten Sammelband der Vorteks Reihe "Einsatzziel Skryvat" hat Autor Michael Hirtzy die Einzelbände 5 bis 8 zusammengefasst. Der Band trägt den Untertitel "Aufbruch ins Ungewisse" und das trifft es für die Überlebenden aus den ersten Büchern ziemlich gut.
In diesem Teil der Geschichte passiert erstmal nicht viel, könnte man denken. Während die Crew der Gutabara versucht den Geheimnissen des unbekannten Schiffs auf den Grund zu gehen und auf der Morrigan erstmal das weitere Vorgehen und die damit verbundenen Konsequenzen analysiert werden, bekommt der Leser Einblick in zurückliegende Ereignisse, die essenziell wichtig für die Geschichte sind und erfährt wichtige Hintergründe zu einigen der Figuren. So treffen wir Bordärztin Ida und ihre schwerkranke Tochter und erfahren mehr aus Vals bewegter Vergangenheit. Nach und nach erschließen sich die größeren Zusammenhänge und man erkennt die Bedeutung der lange zurückliegenden Ereignisse für das heutige Geschehen. Zudem begleiten wir Idris, den "Problemlöser" aus den ersten Büchern, der nun selber zum Problem geworden scheint und dringend von Hikari fliehen muss. In ihm haben wir eine Figur, der wir anfangs nur am Rande Beachtung geschenkt haben, die sich aber nun als äußerst wichtig für die Geschichte entpuppt. Im Grunde laufen alle Ereignisse der zusammengefassten Bücher auf ein Ziel hinaus, der geheimnisvollen Raumstation Skryvat, von der schon im Titel gesprochen wird.
Der weitere Verlauf der Story wird spannend erzählt, auch wenn es mir hier manchmal doch sehr dialoglastig war. Durch die Rückblenden und die Zwangspause auf dem geheimnisvollen Schiff kommt aber auch etwas Ruhe in die Geschichte. Der Autor nutzt das gut um dadurch auf die im letzten Sammelband anstehenden Ereignisse vorzubereiten, wir haben hier sozusagen ein Zwischenspiel, bevor es dann unweigerlich heiß hergehen wird. Durch diese Ruhephase hat der Leser Zeit einzelne Figuren näher kennenzulernen und die Hintergründe der Geschichte zu verinnerlichen. Zudem bringt er hier weiter brisante Themen zur Sprache, wie zb Klonen, KI, oder auch medizinische Experimente an todkranken Patienten. Einige Aspekte der Story haben mich an "Event Horizon" erinnert, anscheinend hat sich der Autor hier inspirieren lassen. Als Fan mag ich es ja immer gern, wenn man so Details wiedererkennt, ohne das man den Eindruck hat, der Autor hat da was abgeschrieben. Was ich auch total mag sind die augenzwinkernden Hinweise auf andere Klassiker des Genres (im Weltraum hört dich niemand schreien).
Ich habe diesen zweiten Sammelband förmlich inhaliert, die Geschichte fast an einem Stück weggelesen. Hier bitte unbedingt in der richtigen Reihenfolge bleiben und erst die anderen Bücher lesen, sonst funktioniert die Story nicht.