Cover-Bild Die Flutwelle
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 12.10.2015
  • ISBN: 9783442749928
Mikael Niemi

Die Flutwelle

Roman
Christel Hildebrandt (Übersetzer)

Wie würdest du dich verhalten im Angesicht einer Katastrophe?

Hoch oben im Norden Schwedens regnet es schon fast den ganzen Herbst. Und dann zeigen sich im obersten Staudamm des Lule älv tatsächlich Risse. Keiner kann sich vorstellen, dass er brechen könnte. Doch dann geschieht genau das – die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Das Wasser kommt in gigantischen Massen. Ein Tsunami im eigenen Land. Inmitten des Infernos eine Gruppe von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die nun aufeinander angewiesen sind, wollen sie überleben: Der Hubschrauberpilot, der kurz vor einem Selbstmord stand. Die Künstlerin, die mit ihrer Malgruppe in den Wäldern umherstreift. Die Schwangere, die an einen Schornstein geklammert um ihr Überleben kämpft und von einem anderen Schiffbrüchigen ins Boot gezerrt wird. Zwei Ingenieurinnen, die schon lange vor der Gefahr gewarnt haben. Sie alle stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie kämpfen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ihre eigene Menschlichkeit …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Beeindruckend

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In irgendeiner Grabbelkiste hatte ich dieses Buch entdeckt. Ein Buch über eine Flutwelle, die eine Katastrophe hervorruft. Zugegeben, der Klappentext ist sehr dürftig in der ersten Ausgabe von 2015 gestaltet. ...

In irgendeiner Grabbelkiste hatte ich dieses Buch entdeckt. Ein Buch über eine Flutwelle, die eine Katastrophe hervorruft. Zugegeben, der Klappentext ist sehr dürftig in der ersten Ausgabe von 2015 gestaltet. Es wird lediglich die Frage gestellt, wie man sich im Angesicht einer Katastrophe verhalten würde, zudem eine Kurzmeinung. Nun, die Frage ist entscheidend für dieses Buch. Hoch im Norden gibt es einen Staudamm. Dieser tat bisher gute Dienste, doch nachdem es im Herbst so stark und viel regnet, kommt der Staudamm an seine Grenzen und bricht. Die Zeichen werden zu spät erkannt, und der Staudamm bricht. Die Vorwarnungen kommen zu spät, die Evakuierung vor Ort gestaltet sich schwierig und chaotisch. Mikael Niemi nimmt uns mit mitten ins Geschehen. Wir erleben in mehreren Handlungssträngen, wie die verschiedensten Betroffenen damit umgehen. Ob der Hubschrauberpilot, der eigentlich vor einem Selbstmord stand, oder eine Frau, die mit einer Künstlergruppe unterwegs war. Jeder geht anders mit der Situation um. Jeder muss auf seine eigene Art ums überleben kämpfen. Und dann kommt die wichtigste Komponente hinzu: wie geht man mental mit der Notsituation um? Trotz der Vorwarnungen der Ingenieure, die den Zustand des Staudamms gesehen haben und zur Handlung aufgerufen haben, passiert die Katastrophe, Zeit zum Reagieren bleibt nicht. Man kann im Prinzip nur das, was man am Leib trägt, mitnehmen. Weiter weg vom Staudamm bleibt einem noch vielleicht noch etwas mehr Zeit, und doch: was nimmt man in der Situation mit? Steht mein Zuhause heute Abend noch, wem kann ich helfen?

Dieses Buch hat mich getroffen. Wie geht man mit einer solchen vor allem unerwarteten Katastrophe um? Wie nah bin ich meinem Nächsten? Wem würde ich wirklich helfen, und wie überlebe ich selbst? Mit schon fast brutaler Eindringlichkeit nimmt Niemi kein Blatt vor den Mund. Er selbst wertet nicht, liefert jedoch verschiedene Beispiele in den Erzählungssträngen, wie Menschen reagieren könnten. Helfen sie, oder kümmern sie sich nur um sich selbst? Wie geht man selbst mental mit so einer Situation um? Welcher Lebenswille treibt einen an? Es ist definitiv ein Buch, dass mich etwas aus der Fassung gebracht hat. Weil ich dieses Buch so nicht erwartet habe, weil es mich zum Nachdenken gebracht hat. Naturkatastrophen werden uns in jeglicher Art weiter beschäftigen, ob Dürreperiode oder Flutkatastrophen, die Natur ist sehr mächtig. Doch sind wir alle darauf vorbereitet? Nicht nur mit einer Notfalltasche, sondern auch mental? Das Buch beschäftigt sich rein mit der Flutkatastrophe selbst, was während dieser Katastrophe passiert. Die Folgen lässt der Autor offen, was ich für mich in Ordnung fand, da die Folgen ein ganz anderes ebenso schwerwiegendes Thema ist. So hat mich der erste Eindruck, dass dieses Buch vielleicht nicht ohne Grund in der Grabbelkiste liegt, getäuscht. Ein Buch, das nicht umsonst gelobt wurde.

Lesenswert, jedoch sollte man sich bewusst machen, dass dieses Buch einen sehr mitnehmen kann.

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Veröffentlicht am 29.01.2022

spannend

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Nach wochenlangen Regenfällen bricht in Nordschweden ein Staudamm und eine riesige Flutwelle stürzt ins Tal und reißt alles mit sich. Wir begegnen einigen Menschen und erleben die Katastrophe aus ihrer ...

Nach wochenlangen Regenfällen bricht in Nordschweden ein Staudamm und eine riesige Flutwelle stürzt ins Tal und reißt alles mit sich. Wir begegnen einigen Menschen und erleben die Katastrophe aus ihrer Sicht, wobei bis zum Schluß unklar ist, ob und wer überlebt. Ein Autofahrer in seinem besonderen Saab, ein Hubschrauberpilot, der seinen Suizid plant, zwei Ingeneurinnen und ein sadistischer Stauseemitarbeiter, eine Malergruppe an den Ufern des Flusses und mehr. Alles sehr spannend geschrieben und man hat das Buch im Nu durch, weil man es kaum aus der Hand legen will.

Das Besondere an diesem Buch - im Gegensatz zu anderen Katastrophenbüchern - fand ich, dass es direkt ohne langes Vorgeplänkel mit der Flutwelle losging. Das Tempo des Buches spiegelt das Tempo des alles verschlingenden Wassers wieder, es ist keine Zeit für irgendwelche Warnungen oder Flucht. Man wird förmlich überrollt und hat kaum Zeit zum Luftholen. Immer wieder wird von einer Person zur anderen gewechselt und geschildert, wie diese um ihr Leben kämpft. Es gibt nur wenige Berührungspunkte miteinander und auch hinterher laufen die Schicksale nicht zusammen. Auch dies ungewöhnlich, aber passend, da realistischer. Ganz schrecklich fand ich den Stauseemitarbeiter. Man fiebert mit den Figuren mit und das Buch ist ein richtiger Pageturner. Mir hat es gut gefallen.

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