Wenn sich Lebenswege berühren ...
„...Eva Maria Bernsdorf war selbständig, neugierig, manchmal auch altklug – in den meinten Fällen setzte sie ihren Willen durch mit ihren sechs Jahren...“
Die Geschichte beginnt im Jahre 1954. Eva Maria ...
„...Eva Maria Bernsdorf war selbständig, neugierig, manchmal auch altklug – in den meinten Fällen setzte sie ihren Willen durch mit ihren sechs Jahren...“
Die Geschichte beginnt im Jahre 1954. Eva Maria wächst in einem gutbürgerlichen Haushalt in Mühlheim auf.Ihr Vater ist Ingenieur, ihr Mutter Sängerin. Das Mädchen ist eine Nachzüglerin. Ihre einzige Vertraute ist das Kindermädchen Traudel.
Das Autorenduo hat eine bewegende Lebensgeschichte geschrieben. Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Er gibt die einzelnen gesellschaftlichen Epochen gut wieder.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Eva und der Thijs, der zu Beginn der Handlung 10 Jahre alt ist.. Thijs` Vorfahren sind einst aus den Niederlanden nach Deutschland gekommen. Sein Vater Pieter ist Handwerker. Das wünscht er sich auch für seinen Sohn. Doch dessen Mutter hat durchgesetzt, dass der Junge die Realschule besuchen darf. Außerdem steht der Großvater auf Thijs` Seite. Der legt Wert darauf, dass der Enkel lernen kann.
In beiden Familien sind die Verhältnisse schwierig. Evas Mutter lässt das Kind spüren, dass sie ihretwegen angeblich nicht die große Karriere starten konnte. Ihr Mann sieht die positiven Seiten des Lebens, auch wenn er an den Folgen der Kriegsjahre psychisch zu knabbern hat.
„...Wir hatten Glück, konnten eine neues Leben nach dem Krieg beginnen. Keine großartigen Verletzungen und sofort wieder meine alte Stellung auf der Hütte. […] Unser Haus ist ohne Bombenschäden geblieben...“
Als Eva allein mit dem Zug fährt, trifft sie auf Thijs. Die Kinder versehen sich schnell. Eva gibt Thijs ihre Adresse.
Das Leben der beiden Protagonisten wird in vier Etappen erzählt. Das sind die Jahre 1954, 1966, 1982 und 2003. Jedem der vier Kapitel wird ein kurzer Einblick in die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Höhepunkte des entsprechenden Jahres vorangestellt. Außerdem gibt es kurze Rückblicke in die verflossene Zeit.
Die Geschichte enthält eine Reihe an unverhofften Wendungen. Züge spielen oft die entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Geschehens. Doch das Leben läuft nicht geradlinig. Daran sind auch beide Elternpaare schuld, die schon die Freundschaft der Kinder mit kritischen Augen sehen.
Beruflich gehen beide ihren Weg. Sie nutzen die Chancen, die auch die gesellschaftliche Entwicklung ihnen bietet.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeichnet anhand des Lebens der Protagonisten die gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik nach, ohne explizit politische Themen in den Forderung zu stellen.