Hoffnung, die heller brennt als das Leid
Manchmal haut einen das Leben so richtig aus den Socken. Leid ist kein Fremdwort – egal ob man’s zugeben will oder nicht. Nancy Guthrie nimmt einen mitten hinein in ihre persönliche Katastrophe, in eine ...
Manchmal haut einen das Leben so richtig aus den Socken. Leid ist kein Fremdwort – egal ob man’s zugeben will oder nicht. Nancy Guthrie nimmt einen mitten hinein in ihre persönliche Katastrophe, in eine Situation, die man keinem wünscht. Zwei Kinder, beide mit einer unheilbaren Krankheit geboren, beide viel zu früh gestorben. Schon beim Lesen zieht es einem das Herz zusammen. Und doch – da ist diese unfassbare Hoffnung, die sich wie ein heller Faden durch das Dunkel zieht.
Was mich dabei so gepackt hat: Sie schreibt ehrlich, ohne fromme Floskeln, aber auch ohne sich im Selbstmitleid zu baden. Sie geht mit Gott ins Ringen, schreit, fragt, zweifelt – und zeigt damit, dass echter Glaube nicht aus glatten Antworten besteht, sondern aus einer Beziehung zu einem Gott, der wirklich trägt. Dieses Buch ist kein „Alles wird gut“-Ratgeber, sondern ein „Da ist Hoffnung, auch wenn alles zusammenbricht“.
Besonders stark fand ich, wie sie ihre Geschichte mit Hiob verbindet. Der Typ aus der Bibel, der wirklich alles verloren hat, ist plötzlich nicht mehr bloß eine uralte Figur, sondern so greifbar, dass man fast meint, mit ihm am Feuer zu sitzen. Und mittendrin: Gottes Herz, das größer ist als jeder Schmerz.
Ich habe beim Lesen gelacht, geweint und immer wieder gestaunt, wie ehrlich und gleichzeitig tröstlich Worte sein können. Für Christen ist das Buch eine tiefe Ermutigung, weil es zeigt: Wir haben einen Gott, der nicht nur am Sonnenschein interessiert ist, sondern der mitten im Leid bleibt. Für alle, die Gott vielleicht nicht kennen, ist es ein starkes Zeugnis, dass Glaube eben nicht Weltflucht bedeutet, sondern Erdung mitten im Chaos.
Fazit: Kein leichter Lesesnack, sondern ein ehrlicher, tiefgehender Wegbegleiter für dunkle Täler. Absolut empfehlenswert – nicht, weil es Leid schönredet, sondern weil es Hoffnung großschreibt.