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Veröffentlicht am 03.10.2024

Liebe braucht Ferien

The Holiday Switch
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It’s beginning to look a lot like Christmas… Na, noch nicht ganz. Aber ich bringe mich schon mal langsam in Stimmung. Da wird für die Gemütlichkeit wieder eine Kerze angezündet. Die Kuscheldecke wird rausgeholt. ...

It’s beginning to look a lot like Christmas… Na, noch nicht ganz. Aber ich bringe mich schon mal langsam in Stimmung. Da wird für die Gemütlichkeit wieder eine Kerze angezündet. Die Kuscheldecke wird rausgeholt. Und der erste Lebkuchen wird mit Genuss gegessen. Passend zu dieser Stimmungslage erscheinen gerade viele winter-weihnachtliche Bücher. Und wer es so wie ich nicht abwarten kann, fängt auch schon an, sie zu lesen. Zum Beispiel „The Holiday Switch“ von Julia McKay.

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Darum geht’s: Holly wird von ihrem Verlobten sitzengelassen. Ausgerechnet am Vorabend ihrer Winterhochzeit im Dezember. Damit die sauteuren Flitterwochen nicht verfallen, schickt Holly ihre beste Freundin Ivy kurz vor Weihnachten nach Hawaii. Sie selbst tritt im Gegenzug Ivys geplantenten Hütten-Urlaub im verschneiten Hudson Valley an. Zweimal Ferien - heiße Typen inclusive…

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Die Geschichte hat einen gewissen doppelter Lottchen-Charme. Zunächst erfahren wir, wie Holly und Ivy sich vor Jahren auf einer Party kennengelernt haben und vom Fleck weg beste Freundinnen geworden sind. Dann switcht die Handlung in die Gegenwart. Der Plot mit der geplatzten Hochzeit und den getauschten Ferien ist typisches RomCom-Material. Und in diesem Stil geht es weiter. Die Story ist insgesamt etwas simpel gestrickt und eher seicht angelegt. Sie liefert aber genau das, was ich hier erwartet habe: Eine romantische Freundschafts- und Liebesgeschichte zur Weihnachtszeit. Setting und Atmosphäre sind an beiden Ferienorten gut eingefangen.

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Die Love Interests der Mädels sind schnell zur Stelle. Auf der einen Seite haben wir Öko-Superman Aiden und auf der anderen Hot Barkeeper Oliver. Beide Storylines sind zuckersüß. Mich persönlich hat der Hawaii-Part aber noch einen Tick mehr mitgenommen. Ivy und Oliver sind hier einfach zu meinen Lieblingscharakteren avanciert. Ich mochte die Chemie zwischen den beiden einfach. Die Gefühle entwickeln sich sehr schnell ... aber gut, bis Weihnachten bleibt ja auch nicht viel Zeit.

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Der Roman ist recht simpel und zugegebenermaßen auch stereotyp gestrickt. Überraschungen? Fehlanzeige! Und doch hat mich die Geschichte bei aller Vorhersehbarkeit gut unterhalten. Ich habe hier eine herzerwärmende Wohlfühl-Story gelesen, die mit einem kleinen Hauch von Drama sowie einem Schuss Prickeln im Bauchnabel angereichert ist. Das Ganze so locker-flockig und sympathisch verpackt, das mir der fehlende Tiefgang völlig Schnuppe ist. Das ist der Vorteil von Weihnachtsromanen. Sie haben das Privileg, einfach nur nett und dabei oberflächlich sein zu dürfen. Glitzer und Schnee-Berieselung pur. Mehr muss nicht sein. Damit ist das Soll für mich erfüllt.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Tischler unter Verdacht

Prost, auf Brunngries
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Ihr habt Stress im Alltag, 1000 Dinge im Kopf und eigentlich steht euch der Sinn gerade so gar nicht nach Lesen? Da habe ich was für euch. Macht doch mal einen Abstecher nach Brunngries. Egal, was passiert, ...

Ihr habt Stress im Alltag, 1000 Dinge im Kopf und eigentlich steht euch der Sinn gerade so gar nicht nach Lesen? Da habe ich was für euch. Macht doch mal einen Abstecher nach Brunngries. Egal, was passiert, die Krimireihe von Friedrich Kalpenstein zaubert mir einfach immer ein Lächeln ins Gesicht. Und das mittlerweile schon zum 10. Mal.
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Darum geht’s: Katja Brendel, die Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma, wird tot im Straßengraben gefunden. Überfahren. Die Spur führt zu Kommissar Tischler. Dessen Jaguar steht nach einer feucht-fröhlichen Feier zerdeppert vor seiner Haustür. Und Tischler kannte das Opfer…
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Für den Jubiläumsband hat Friedrich Kalpenstein sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Kommissar Tischler als Hauptverdächtiger in einem Mordfall. Hat mein liebster Provinz-Kommissar tatsächlich etwas mit der Tat zu tun? Dem musste ich sofort auf den Grund gehen und habe mich quasi mit ganz Brunngries in die Ermittlungen gestürzt. Der Fall ist aufgrund der Ausgangslage diesmal besonders brisant und spannend. Der Krimi ist dadurch schon ein bisschen anders angelegt als die vorangegangenen Bände. Aber er ist genauso gut. Hier zeigt sich diesmal ganz besonders, wie sehr die Brunngrieser in einer Krise zusammenhalten. Und das, obwohl einige ihr eigenes Süppchen im Verborgenen kochen und Geheimnisse hüten. Aber auf Kommissar Tischler lässt keiner was kommen. Seine Unschuld muss aufgedeckt werden. Diese Grundstimmung hat mir gut gefallen. Tischlers Kollege Fink darf diesmal die Ermittlungen leiten. Wobei Tischler selbst sich trotz Suspendierung natürlich nicht aus der Sache raushalten kann.
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Gewohnte Brunngries-Elemente kommen aber auch nicht zu kurz. Der Humor, witzige Szenen und treffsichere Dialoge haben sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Die Charaktere sind wieder allesamt so skurril und gleichzeitig liebenswert, wie ich sie kenne. Nur gibt es diesmal eben ein Extra an Spannung obendrauf. Damit ist das Jubiläum rundum gelungen. Der 10. Fall tanzt ein bisschen aus der gewohnten Reihe. Er nimmt automatisch eine gewisse Sonderposition ein und wird mir deshalb besonders in Erinnerung bleiben.

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Veröffentlicht am 28.09.2024

Böses Mädchen

Der Steg
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Kennt ihr Thriller von Petra Johann? Wenn nicht, solltet ihr das schleunigst nachholen - so, wie ich es jetzt gemacht habe. Mit “Der Steg” habe ich mein erstes Buch von der Autorin gelesen. Und so viel ...

Kennt ihr Thriller von Petra Johann? Wenn nicht, solltet ihr das schleunigst nachholen - so, wie ich es jetzt gemacht habe. Mit “Der Steg” habe ich mein erstes Buch von der Autorin gelesen. Und so viel kann ich schon mal sagen: Es wird nicht das Letzte gewesen sein.
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Darum geht’s: Priska führt ein perfektes Leben. Dann steht sie auf dem Bootssteg ihres Hauses und blickt auf einen Toten im See hinunter. Und vor der Tür wartet Besuch…
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Holla, das war ein tolles Leseerlebnis - und für mich eine super Neuentdeckung. Mit diesem Thriller hat Petra Johann mich als Leserin eingefangen und davon überzeugt, dass ich mehr von ihr lesen muss. “Der Steg” ist jedenfalls ein Thriller, wie ich ihn mag. Eigentlich eher ruhig, aber psychologisch sehr geschickt und spannend aufgebaut. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Priska und Anna erzählt. Die eine will ein Geheimnis wahren. Die andere geht einem Verdacht nach. Ich konnte mich in beide Protagonistinnen hineinversetzen und wusste gar nicht, auf welche Seite ich mich schlagen sollte. Ich habe mich gefühlt wie ein Tennisball, der in einem Match hin und hergepeitscht wird. Das war ein echtes Wechselbad der Gefühle.
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Petra Johann schreibt so, dass ich alles bildhaft vor Augen habe. Vom ersten Moment an ist es spannend. Und das hält auch fast durchgehend bis zum Schluss an. Ein Bruch sind für mich lediglich die Passagen, in denen notgedrungen die Ermittler auftauchen und kurzzeitig im Fokus stehen. Das unterbricht erzähltechnisch das begonnene Format, das dann aber zum Glück wieder aufgenommen wird. Ich habe mitgefiebert und gerätselt, in welche Richtung die Handlung sich wohl entwickelt. Ich bin Fährten gefolgt, die im Sande verlaufen sind oder sich als irreführend erwiesen haben. Jedenfalls lag ich mit meinen Vermutungen am Ende komplett falsch. Der entscheidende Twist hat mich total überrascht und hat der Geschichte nochmal einen ganz besonderen Kick gegeben.
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“Der Steg” ist ein intensiver und tiefgründiger Thriller. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte durchgehend wissen, wie es weitergeht und was hinter allem steckt. Von mir gibt's auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Winter-Romanze

Ein Winter in New York
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Lebkuchen und Spekulatius im Supermarkt. Romane mit winterlichem Setting in der Buchhandlung. Ja, es lässt sich nicht verleugnen, dass wir schon wieder auf Weihnachten zusteuern. Im Zuge vorfreudiger saisonaler ...

Lebkuchen und Spekulatius im Supermarkt. Romane mit winterlichem Setting in der Buchhandlung. Ja, es lässt sich nicht verleugnen, dass wir schon wieder auf Weihnachten zusteuern. Im Zuge vorfreudiger saisonaler Stimmung ist auch “Ein Winter in New York” von Josie Silver auf meiner Leseliste gelandet und direkt gelesen worden.
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Darum geht’s: Iris startet einen Neuanfang in New York. Eisdielen-Inhaber Gio verzaubert sie mit seinem italienischen Charme und seiner Familie. Aber ein Happy End scheint unmöglich…
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Die romantische Wintergeschichte ist grundsätzlich richtig süß. Sie beginnt wie eine typische RomCom mit einer witzigen Buchhandlungs-Szene und einer im Eifer des Gefechts ausgesprochenen Lüge. Als die beiden Protagonisten sich Monate später zufällig wieder begegnen, steht diese Unwahrheit zwischen ihnen. Und auch noch ein anderes Geheimnis. Was fluffig und humorvoll anfängt, artet meiner Meinung nach dann leider in ein irgendwie überflüssiges Drama aus. Ich konnte nicht wirklich nachvollziehen, warum Iris nicht einfach die Wahrheit sagt. Statt das Gespinst aus Lügen und Geheimnissen aufzulösen, verkompliziert sie mit ihrem Verhalten alles unnötig. Das macht sie mir leicht unsympathisch und nimmt der Story teilweise ein bisschen den Zauber. Der fiese Ex-Freund taucht dann auch noch auf und sorgt noch für einen Hauch von Spannung und Action. Das hat für mich nicht so zusammengepasst. Ich hätte mir einfach andere Drehs gewünscht, die der Handlung mehr Leichtigkeit und Wintermagie verleihen. Insgesamt bleibt die winterliche Atmo aber eher auf der Strecke. Ich meine, es geht um eine Eisdiele und ein geheimes Vanilleeis-Rezept. Das schreit eigentlich geradezu nach Sommer. Aber hier rieselt irgendwann trotzdem noch der Schnee, es gibt Lichterglanz und der Found Family-Trope sorgt noch für ein wohliges Gefühl und einen schönen Abschluss. Das wirkt auf mich alles irgendwie konstruiert.
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Der Roman ist insgesamt angenehm zu lesen. Die Geschichte ist ansich echt süß und die Charaktere liebenswert. Aber irgendwie ist es nicht so ganz stimmig. Es kommt mir so vor, als wäre die Story extra mal eben auf Winter getrimmt worden, weil der Verlag da gerade noch was brauchte. Die Vibes, die ein Winterroman versprühen sollte, sind bei mir allenfalls mittelprächtig angekommen. In neutraler Verpackung hätte mir die Geschichte in ihrer Art wahrscheinlich tatsächlich besser gefallen.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Brisantes Thema

Love Letters to a Serial Killer
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Ein Buch, das die Lesewelt spaltet. Die einen finden es gut, die anderen schlecht. Dazwischen gibt es irgendwie nichts. Gut, dass ich Rezensionen nicht so richtig lese, bis ich mir meine eigene Meinung ...

Ein Buch, das die Lesewelt spaltet. Die einen finden es gut, die anderen schlecht. Dazwischen gibt es irgendwie nichts. Gut, dass ich Rezensionen nicht so richtig lese, bis ich mir meine eigene Meinung gebildet habe. Aber an plakativen Abbruch-Meldungen komme selbst ich nicht vorbei. Ich hätte das Buch jetzt mit gedämpfter Leselust noch vor mir herschieben können, stattdessen bin ich es direkt angegangen, um es hinter mich zu bringen. Und was soll ich sagen … Für mich gab es keinen Grund, das Buch abzubrechen. Ich habe es innerhalb eines Tages ausgelesen. Und es hat mir sogar recht gut gefallen.
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Darum geht’s: Ist William Thompson ein Serienkiller? Diese Frage stellen sich die Mitglieder eines True Crime-Internetforums. Für Hannah geht von dem Tatverdächtigen eine besondere Faszination aus. Sie schreibt William sogar Briefe ins Gefängnis. Und William antwortet…
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Tja, dieses Phänomen gibt es ja wirklich: Frauen, die sich von Schwerverbrechern angezogen fühlen, ihnen Briefe in den Knast schreiben, sich sogar in verurteilte Mörder verlieben. Ich selbst steh’ ja auch auf geheimnisvolle Bösewichte - zum Glück nur in Büchern. In der Realität frage ich mich natürlich, was in Frauen vorgehen muss, für die es nicht bei einer fiktiven Faszination bleibt. Dem wollte ich hier mal auf den Grund gehen.
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Zitat S. 169: “Du könntest überall auf der Welt sein und sitzt stattdessen Tag für Tag im Gericht. Was fasziniert dich so daran?”
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Protagonistin Hannah ist gefrustet von der Dating-Welt und ihrem Job … und ja, viel tiefer geht die Suche nach Beweggründen für ihr Handeln auch nicht. Die Geschichte bleibt ein oberflächlicher Allgemeinplatz und Hannah eine seltsam anmutende und eher blasse Hauptfigur. Ganz ehrlich: Alles andere wäre mir persönlich auch viel zu verstörend gewesen. In der gebotenen Form hat mich die Geschichte aber nicht belastet und auch nicht in meinen Grundfesten erschüttert. Tasha Coryell hat mich mit ihrem tollen und flüssigen Schreibstil jedenfalls sehr schnell in die Handlung reingezogen. Ich habe schnell gemerkt, wie für Hannah Grenzen verschwimmen und sie sich immer mehr in etwas reinsteigert. Die Story hatte für mich eine Sogwirkung und ich habe Seite um Seite in hohem Tempo gelesen. Dabei hat mich der Verlauf der Story jetzt nicht großartig überrascht. Das Ende, das nochmal einen gewissen Schock-Clou obendrauf setzen soll, war für mich irgendwie sogar konsequent logisch.
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Der Roman greift ein Tabu auf, das man schlussendlich wohl nicht erklären kann. Die Autorin versucht es auch erst gar nicht. Trotzdem reicht mir das, was die Geschichte bietet, voll und ganz aus. Auch, wenn die Handlung keinen besonderen Nachhall hinterlässt, hat mir das Buch insgesamt doch gut gefallen.

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