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Veröffentlicht am 26.04.2025

Selbstfindung unter Palmen

Über den Wolken wohnen die Träume
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Der Klappentext von Meike Werkmeisters neuem Sommerroman „Über den Wolken wohnen die Träume“ klang für mich zunächst vor allem eins, nämlich etwas ungewohnt. Er liest sich wie eine Mischung aus YA und ...

Der Klappentext von Meike Werkmeisters neuem Sommerroman „Über den Wolken wohnen die Träume“ klang für mich zunächst vor allem eins, nämlich etwas ungewohnt. Er liest sich wie eine Mischung aus YA und Familienroman. Beides in einem vereint, ja, dazu passt auch der stattliche Umfang von annähernd 700 Seiten, vor denen ich dann doch ein bisschen Respekt hatte. Allerdings vollkommen unnötig, wie sich herausgestellt hat. Letztendlich ist „Über den Wolken wohnen die Träume“ ein leicht-locker lesbarer und einfach nur schöner Wohlfühlroman, bei dem die Seitenzahl gar keine Rolle spielt.
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Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Die 17-jährige Morlen reist von Norderney in die USA. Dort wird sie von Heather, einer alten Freundin ihrer Mutter, in deren Familie aufgenommen. Irgendwo zwischen Teenie- und Erwachsenenproblemen haben beide doch eines gemeinsam: sie wollen ihr Glück finden. Der Roman ist eine wohlig-warme Herzensreise. Die Atmosphäre in dem kleinen Küstenort Cardiff-by-the-Sea ist einfach nur Zucker. Ich habe hier eine wunderbare Zeit zwischen Palmen und Surfbrettern verbracht und viele Personen kennengelernt, die ich am Ende alle so liebgewonnen hatte, dass ich sie gar nicht mehr verlassen wollte.
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Glück und Liebe in verschiedenen Variationen sind die zentralen Themen des Romans. Für Morlen geht es darum, ein Stückchen reifer und erwachsener zu werden, während Heather davon träumt, eventuell nochmal auszubrechen. Beide müssen auf jeden Fall wichtige Entscheidungen treffen. Und sie auf ihrem Weg der Selbstfindung zu begleiten, macht so viel Freude, dass die Seiten sich fast wie von selbst umblättern. Das wird noch durch kurze Kapitel und damit verbundene schnelle Perspektivwechsel unterstützt. Mitunter ging es mir sogar etwas zu schnell. In einigen Situationen hätte ich mir eine etwas längere Verweildauer gewünscht, um noch intensiver in den Gedanken und Gefühlen der beiden Protagonistinnen stecken zu können. Tiefe und Nähe entwickeln sich aber trotz des zackigen Schlagabtausches und Meike Werkmeister hat es geschafft, dass ich mich mitleben und mitleiden zu lassen.
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Dies ist erst der dritte Roman, den ich von Meike Werkmeister gelesen habe – aber „Über den Wolken wohnen die Träume“ ist bis jetzt mein Favorit. Das Setting, die Charaktere, die Geschichte und die geschilderten Gefühle haben mich überzeugt und einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Besonders gut hat mir der Erzählstrang um Heather und ihren Mann Gary gefallen. Und am Ende habe ich mit Heather getanzt.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Fantastischer Zirkus

Play of Hearts
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Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf ...

Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf PLAY OF HEARTS von Juli Dorne gestoßen. Der Klappentext hat mich direkt angesprochen und ich wollte hier erneut mein Herz verlieren. Das hat aber nicht so unmittelbar geklappt. Letztendlich ist es so: Der Anfang der Geschichte hat mich schwer begeistert. Im Mittelteil habe ich dann allerdings doch etwas den Faden und die Bindung verloren. Zum Schluss habe ich aber wieder mehr Gefallen an der Handlung gefunden. Es war also eine kleine Berg- und Talfahrt. Es hat sich aber gelohnt, dass ich Zwischendurch nicht aufgegeben habe.

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Ich habe bei PLAY OF HEARTS einiges absolut positiv erlebt. Schreibstil, Setting, World Building und Charaktere konnten mich absolut überzeugen. Die Anfangsszene im Spiegelkabinett hat gleich Faszination aufgebaut. Nach einem Zeitsprung habe ich Evie bei ihrer Arbeit als Seelenmagierin zu Todgeweihten begleitet. Das war sehr atmosphärisch. Ich hab’s geliebt. Evies Begegnung mit Arthur hat dann den hoffnungsvoll-romantischen Aspekt mit ins Spiel gebracht. Arthurs Verschwinden im Cirque du Coeur sorgt für Spannung. Ebenso das Auftauchen des geheimnisvollen Rémi. Und trotzdem kam dann dieser Punkt, an dem die Geschichte mich nicht mehr so gecatcht hat und ich irgendwie raus war. Aber ich bin drangeblieben und habe mich zurück ins Geschehen gekämpft. Und dafür bin ich belohnt worden. Im Schlussteil hat sich wieder die Faszination vom Anfang eingestellt. Die Wendung, die dann kam … was für ein atemberaubender Cliffhanger! Und was für eine Aussicht auf ein großartiges Love-Triangle in Band 2!!!

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Fazit: PLAY OF HEARTS hält für Romantasy-Fans viel Schönes bereit. Allerdings habe ich mein Herz nicht Hals über Kopf an die Geschichte verloren. Anfang und Ende sind topp. Dazwischen musste ich persönlich eine gewisse Durststrecke überstehen. Und die drückt eben auf meine Gesamtbewertung. Vielleicht merkt man da auch einfach, dass ich in dem Genre noch eine blutige Anfängerin bin. Aber letztendlich haben die Geschichte und ich dann wieder zueinander gefunden. Puh, Glück gehabt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass Band 2 TWIST OF HEARTS, der im Herbst erscheint, die erwartete große Liebe für mich werden könnte. Letztendlich bin ich jedenfalls doch so dermaßen on fire, dass ich unbedingt wissen muss, wie es mit Evie, Arthur und Rémi weitergeht.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Irgendwie ganz okay

Bad Tourists
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BAD TOURISTS von Caro Carver ist ein Destination-Thriller im Stil von Lucy Clarke. Die Autorin schlägt auch in diese Kerbe. Thriller-Spannung vor exotischer Kulisse. Hier geht es auf die Malediven. Im ...

BAD TOURISTS von Caro Carver ist ein Destination-Thriller im Stil von Lucy Clarke. Die Autorin schlägt auch in diese Kerbe. Thriller-Spannung vor exotischer Kulisse. Hier geht es auf die Malediven. Im Urlaubsparadies bin ich den Hintergründen einer lang zurückliegenden Tat in Dover auf die Spur gekommen.
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Darum geht’s: Sechs Menschen sind vor 22 Jahren in einem Guest House in Dover umgebracht worden. Kate ist die einzige Überlebende. Der Täter stirbt kurze Zeit später an Krebs. Über ein Forum kommt Kate in Kontakt mit den Hinterbliebenen zweier Opfer. Zusammen reisen die Frauen auf die Malediven. Während des Urlaubs drängt die Wahrheit des damaligen Geschehens ans Licht.
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Der Thriller liest sich kurzweilig. Die Ausgangssituation ist spannend. Die Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven gefällt mir eigentlich immer. So auch hier. Die Story ist gut gedacht. Ich finde aber, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre. Die Handlung schwächelt in Sachen Atmosphäre, Intensität und Schlüssigkeit. Irgendwie passt beim Plot einiges nicht so richtig zusammen. Vieles wirkt sehr zufällig, willkürlich und irgendwie zusammengestückelt. Außerdem sind mir die Charaktere etwas zu stereotyp und flach angelegt. Teilweise haben sich mir auch ihre Handlungsweisen nicht erschlossen, so dass ich nicht richtig mit ihnen mitfiebern konnte. Die Twists sind aber ganz gut und sorgen immer wieder für Spannungsmomente. Die Auflösung konnte mich auch überraschen. Trotzdem hat sie mich seltsam unbefriedigt zurückgelassen.
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BAD TOURISTS hat mich nicht so richtig überzeugt. Den Thriller zu lesen, tut nicht weh. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es lässt.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Macht Lust auf mehr

Finn Dever
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KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist ...

KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist interessant, keine Frage. Alles andere hängt bei mir von der Herangehensweise und der Umsetzung ab. Als Bastian Martschink mich gefragt hat, ob ich seinen Krimi um einen KI-Ermittler lesen würde, habe ich in erster Linie zugesagt, weil der Autor hier aus der Region kommt - quasi als Nachbarschaftshilfe. Aber tatsächlich hat sich dann auch der Klappentext von “FINN DEVER: Letzter Blick” echt gut angehört.
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Darum geht's: Eine brutale Mordserie hält Blackwell in Atem. Die Polizei zieht den externen Berater Finn Dever hinzu. Er ist für seine Visionen der nahen Zukunft berühmt-berüchtigt. Im Laufe der Ermittlungen kommt Finn der Wahrheit über seine besondere Fähigkeit auf die Spur…
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Der Krimi ist stark und hat sich tatsächlich als Pageturner entpuppt. Dafür sorgen ein paar tolle Stilmittel, die hier eingesetzt werden. Jedem Kapitel ist zum Beispiel eine News aus der Morning-Show zu der Mordserie vorangestellt. Das hat mich gleich zu Beginn schnell in die Story eingeführt. Außerdem fällt der Begriff “Blackvale-Ripper”. Wer wie ich das Jack the Ripper-Motiv mag, bleibt hier automatisch am Ball.
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Nach dem knackigen Einstieg geht es gleich mal mit einem Countdown weiter, der mich die letzten Minuten im Leben von Julia Lang verfolgen lässt. Uuuhhh, da hat sich zum ersten Mal Gänsehaut eingestellt. Nach dem rasanten Start werden die Ermittler mit starker Charakterzeichnung eingeführt. Das hat mir hier alles schon richtig gut gefallen und konnte mich echt fesseln. Auch die Zukunftsvisionen von Finn haben für Spannung gesorgt. Sie hätten für meinen Geschmack sogar noch viel prägnanter im Vordergrund stehen können. Vielleicht ja in Band 2. Denn hier mussten natürlich erstmal die Hintergründe dieser besonderen Gabe etwas näher beleuchtet werden. Das fand ich zwar etwas kompliziert, aber trotzdem irgendwie interessant und macht die Figur Finn Dever ja auch zu einem besonderen Protagonisten.
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Spannung ist in diesem Krimi auf jeden Fall durchweg vorhanden. Das bewegt sich alles auf einem guten Level. Der Schlussteil zieht dann sogar nochmal richtig an. Das Finale ist wirklich MEGA. Der Täter-Twist hat mich komplett überrascht. Und dann noch dieser Cliffhanger… Damit ist “FINN DEVER: Letzter Blick” ein Serienauftakt, nach dem ich definitiv mehr will. Der abschließende Hinweis auf die Fortsetzung verspricht, dass Band 2 “noch gefährlicher, noch packender, noch persönlicher” wird. Na dann, ich bin bereit!

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Ein typischer McFadden

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Eins ist mal klar: Wo Freida McFadden draufsteht, ist auch Freida McFadden drin. Die Autorin hat mit DIE KOLLEGIN einen weiteren Thriller in bester Housemaid-Manier vorgelegt. Stellenweise hätte es sich ...

Eins ist mal klar: Wo Freida McFadden draufsteht, ist auch Freida McFadden drin. Die Autorin hat mit DIE KOLLEGIN einen weiteren Thriller in bester Housemaid-Manier vorgelegt. Stellenweise hätte es sich hier durchaus um einen vierten Teil der Reihe handeln können. Die Protagonistin heißt zwar Natalie, aber gerade zu Beginn ist mir noch ständig der Namen Millie durch den Kopf gegeistert. Auch was den Aufbau und die Fülle an Plottwists betrifft, liegt der Vergleich auf der Hand. McFadden knüpft also ziemlich nahtlos an die Erfolgsreihe an. Stück für Stück kann der Thriller sich dann aber von Vergleichen freistrampeln und sich letztendlich als gelungener Standalone behaupten.
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Darum geht’s: Natalie kommt eines Tages ins Büro und ihre sonst so zuverlässige Kollegin Dawn ist nicht da. Stattdessen nimmt Natalie einen seltsamen Anruf entgegen, der sie in dem Glauben bestärkt, dass Dawn etwas passiert ist. Natalie versucht, mehr herauszufinden…
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Von Beginn an ist DIE KOLLEGIN ein rasanter Pageturner, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil von McFadden mag nicht besonders anspruchsvoll sein, reißt mich in seiner Einfachheit aber trotzdem mit. Klare Formulierungen. Kurze Kapitel. Perspektivwechsel. Die Autorin fährt hier wieder alles auf, was mich bei guter Leselaune hält. Die Handlung ist rasant und spannend und hat mich in einen Strudel der Ereignisse gezogen. Mir war direkt klar, dass hier jede Kleinigkeit von Bedeutung sein und wichtige Hinweise liefern kann. Ich habe also versucht, jede Info aufzusaugen und das Puzzle zusammenzusetzen. Ich kann euch sagen: Mein Kopf hat ganz schön geraucht. Hier sind zig Konstellationen und Szenarien denkbar. Entsprechend großen Spaß macht das Miträtseln.
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Und irgendwann ist er dann wieder da: Dieser typische Freida McFadden-Plottwist. Habe ich ihn kommen sehen? Vielleicht. Hat er mich trotzdem überrascht? Aber sowas von. Und das liegt daran, dass mit einem Mal viele kleine Ungereimtheiten zu einem großen Ganzen werden. Alles verhakt sich ineinander. Mit der Nase werde ich auf Zusammenhänge gestoßen, die ich eigentlich hätte erkennen müssen. Aber einmal mehr bin ich Freida McFadden in die Falle getappt und habe mich von den einfachsten Finten verwirren lassen. Aber von Freida lasse ich mich gerne an der Nase herumführen.
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Richtig toll fand ich in DIE KOLLEGIN die Charakterentwicklung der Personen. Das bezieht sich nicht nur auf die beiden Protagonistinnen, sondern auch auf alle anderen Figuren im Buch. Das einmal gefasste Bild wandelt sich ständig und musste von mir bis zum Schluss immer wieder korrigiert und neu gedacht werden. Der Thriller ist vermeintlich sehr einfach und massentauglich gestrickt und hat doch so viel Potenzial, dass man über alles und jeden überraschend intensiv diskutieren kann.
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Was ich bei McFadden außerdem sehr mag, ist dieses gewisse Quäntchen Humor, das sie in ihre Thriller einarbeitet. Das gefällt mir richtig gut und sorgt für zusätzliche Auflockerung. Und warum mir DIE KOLLEGIN ein waschechtes Schildkröten-Trauma beschert hat, müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden.
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DIE KOLLEGIN hat mich überzeugt, bei Freida McFadden auch über die Housemaid-Reihe hinaus am Ball zu bleiben. Spätestens jetzt dürft ihr mich als Fan der Autorin bezeichnen. Ihre Thriller mögen schreibtechnisch nicht besonders intellektuell oder anspruchsvoll daherkommen. Der Aufbau ähnelt sich bisher immer und scheint nach Schema F zu verlaufen. Und doch gelingt es McFadden, mich einfach gut und kurzweilig zu unterhalten. Wer also einen zuverlässig spannenden und schnellen Thriller-Snack für Zwischendurch sucht, ist hier auf jeden Fall wieder richtig.

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