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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2025

Emily Henry mal etwas anders

Great Big Beautiful Life
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GREAT BIG BEAUTIFUL LIFE von Emily Henry ist es wert, gelesen zu werden. Auch wenn das Buch bei mir nur mittelprächtig abschneidet. In erster Linie ist dafür FUNNY STORY verantwortlich. Die Geschichte ...

GREAT BIG BEAUTIFUL LIFE von Emily Henry ist es wert, gelesen zu werden. Auch wenn das Buch bei mir nur mittelprächtig abschneidet. In erster Linie ist dafür FUNNY STORY verantwortlich. Die Geschichte und die Protagonisten des Vorgänger-Romans habe ich viel zu sehr geliebt, als dass der Nachfolger da mithalten könnte.
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Darum geht’s: Alice Scott träumt vom Durchbruch als Autorin. Hayden Anderson hat bereits den Pulitzer Preis gewonnen. Beide bewerben sich darum, die Biografie der legendären Margaret Ives zu schreiben. Ein Probemonat soll die Entscheidung bringen. Margaret erzählt während dieser Zeit ihre Geschichte und Alice und Hayden kommen sich näher…
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Auf dem Klappentext wird Taylor Jenkins Reid zitiert. Zufall? Die Geschichte von GREAT BIG BEAUTIFUL LIFE klingt für mich schon irgendwie verdammt nach DIE SIEBEN MÄNNER DER EVELYN HUGO. Das Buch steht bisher noch ungelesen in meinem Regal. Ich kann mich also allein aufgrund des Klappentextes täuschen, was mögliche Ähnlichkeiten angeht. Emily Henry selbst schreibt in ihrer Danksagung allerdings, dass sie sich diesmal auf neues Territorium gewagt hat. Das zumindest kann ich nach drei Romanen, die ich zuvor von ihr gelesen habe, unterschreiben. GREAT BIG BEAUTIFUL LIFE ist deutlich weniger RomCom. Die Lovestory der Protagonisten steht nicht so stark im Vordergrund bzw. wird immer wieder durch die Familiengeschichte Margarets unterbrochen.
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Trotz der anderen Anmutung habe ich gut in GREAT BIG BEAUTIFUL LIFE hineingefunden. Die Protagonisten haben mir generell gut gefallen und auch die Prämisse der Handlung ist interessant. Es fehlt aber der typische Witz und Charme einer romantischen Komödie. Der andere Grundton ist für Emily Henry-Verhältnisse zunächst gewöhnungsbedürftig. Er ist aber auch schön. Der Knackpunkt ist, dass mich der Part mit Margarets Familiengeschichte über weite Strecken nicht catchen konnte. Bis zur Hälfte des Buches geht es um ihre Vorfahren. Erst als Margaret selbst ins Spiel kommt, hat ihre Erzählung für mich Fahrt aufgenommen. Durch den ständigen Wechsel zwischen Rückblenden und Gegenwart konnte ich allerdings kein richtiges Gespür für die Emotionen zwischen Alice und Hayden entwickeln.
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Ich will um Gottes Willen nicht sagen, dass GREAT BIG BEAUTIFUL LIFE schlecht ist. Das trifft nicht zu. Der Roman ist toll geschrieben und die Story auch grundsätzlich interessant. Für mich ist der Aufbau allerdings nicht 100% stimmig. Mir hat auf beiden Zeitebenen und an beiden Geschichten etwas gefehlt, um mich so richtig darin zu verlieren. Aber ich finde es grundsätzlich gut, dass Emily Henry sich traut, mal etwas Neues auszuprobieren. Ich glaube, dass sich aus diesem ersten Versuch noch etwas richtig Schönes entwickeln kann.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Thriller voller Überraschungen

Locked in
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Du bist gefangen. Dein Entführer liegt im Koma. Deine Zeit läuft ab.
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Leute, schärft euren Verstand. Bei LOCKED IN braucht ihr jede Gehirnwindung. Das gilt bei den Thrillern von Henri Faber generell. ...

Du bist gefangen. Dein Entführer liegt im Koma. Deine Zeit läuft ab.
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Leute, schärft euren Verstand. Bei LOCKED IN braucht ihr jede Gehirnwindung. Das gilt bei den Thrillern von Henri Faber generell. Bei diesem aber ganz besonders. Henri Fabers Thriller sind anders und heben sich vom stromlinienförmigen Allerlei auf dem Buchmarkt ab. Auch sein vierter – und laut Ankündigung leider letzter Stand Alone – ist wieder gleichermaßen packend wie verwirrend. Ich musste hier echt aufpassen, dass ich nicht den Faden verliere. Deshalb empfehle ich, LOCKED IN mit möglichst wenig Pausen zu lesen, um bestmöglich am Ball zu bleiben.
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Zunächst mal zum Schreibstil. Der ist absolut mitreißend. Verschiedene Perspektiven. Teilweise ultra-schnelle Szenenwechsel. Damit legt der Thriller ein rasantes Tempo vor, bei dem man als Leser*in erstmal Schritt halten muss. Atemlos bin ich durch die Seiten getrieben worden. Insofern ist das Buch ein echter Pageturner.
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Dann die Charaktere. Die sind absolut faszinierend gezeichnet und alles andere als durchschnittlich. Faber setzt auf besondere Typen. Undurchschaubar und unberechenbar. Der Heidelberger Kommissar Paul Maertens ist ne unverwechselbare Type. Von seiner Kollegin Stefanie hätte ich durchgehend gerne mehr gelesen. Mein persönlicher Highlight-Charakter ist in LOCKED IN der Neurowissenschaftler Theo Linde. Die um ihn eingestreute Lovestory hat mich zunächst überrascht und dann sehr berührt. Ohne mehr zu verraten, sage ich nur, dass ich auf sowas eben gerade total anspringe.
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Ansonsten kann ich zur Handlung nur sagen, dass hier nichts ist, wie es scheint. Die ganzen Wendungen und Entwicklungen haben meinen Kopf schwirren lassen. Ja, zuweilen haben sie mich etwas überfordert. Immer wenn ich dachte zu wissen, was hier abgeht, ging es wieder in eine ganz andere Richtung. In Sachen Miträtseln war ich deshalb tatsächlich irgendwann raus. Macht aber nichts. Ich habe den weiteren Handlungsverlauf einfach mit Staunen verfolgt. Auf all das muss man erst mal kommen. Und es dann noch stimmig zusammenzuführen und aufzulösen, das ist einfach großes Kino.
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Der letzte Faber??? Bitte nicht! Sollte es doch so sein, wird er mir sehr fehlen. Henri Faber hat mich mit jedem Buch aufs Neue überrascht. Absolut unberechenbar und eben dadurch in keine Schublade zu stecken. Genau sowas braucht der Buchmarkt meiner Meinung nach. Einheitsbrei gibt es genug. Deshalb mein Appell an den Verlag: Überdenkt eure Entscheidung nochmal!!!

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Tolle Fortsetzung

Season for Scandal
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Mit SEASON FOR SCANDAL setzt Laura Wood ihre Agency for Scandal-Reihe fort. Cosy Crime + Historical Romance + Young Adult. Was für eine Kombi!
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Darum geht’s: Marigold Bloom bekommt von ihrem Verlobten ...

Mit SEASON FOR SCANDAL setzt Laura Wood ihre Agency for Scandal-Reihe fort. Cosy Crime + Historical Romance + Young Adult. Was für eine Kombi!
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Darum geht’s: Marigold Bloom bekommt von ihrem Verlobten den Laufpass. Das könnte auch das Aus für den Blumenladen ihrer Familie bedeuten. Ausgerechnet der miesepetrige Oliver Lockhart vermittelt Mari dann als neue Rekrutin ans Finkennest. Als seine verschollene Schwester wieder auftaucht, spielen die beiden zu Ermittlungszwecken das frisch verlobte Paar…
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Zum zweiten Mal geht es ins viktorianische London - allerdings diesmal mit einer anderen Heldin. Das erkennt man bereits am Cover. Erst war ich ein bisschen traurig, denn ich habe Izzy in Band 1 schon sehr gerne gemocht. Schnell kam aber die Erkenntnis: Marigold Bloom muss sich nicht verstecken. Sie steht Izzy als Protagonistin in nichts nach. Sie ist sogar noch unverwechselbarer. Mit ihren weiblichen Rundungen und ihrem Wissen über Blumen drückt sie der Geschichte ihren ganz besonderen Stempel auf. Auch der männliche Gegenpart ist mit dem grimmigen Oliver Lockhart toll besetzt. Das Zusammenspiel der beiden ist Zucker. Fake Dating liebe ich als Trope. Und so bin ich den beiden sehr gerne durch die Handlung gefolgt.
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Laura Wood hat es mir wieder sehr leicht gemacht, die Geschichte zu mögen. Ich mag den unkomplizierten und frischen Schreibstil der Autorin, der vor Wortwitz sprüht. Die Reihe fällt unter die Kategorie “Jugendbuch”. Wood schafft es aber, dass ich nicht mit jedem Wort und jeder Handlung das Gefühl habe, ein Buch für das jüngere Semester zu lesen. Die Geschichte ist nicht zu jugendlich, sondern einfach gut. Und auch der Kriminalfall ist wieder sehr passend umgesetzt.
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Das Konzept ist bei mir wieder aufgegangen. Und ich habe mich schon sehr gefreut, als ich die Ankündigung eines weiteren Bandes gesehen habe. Der erscheint schon im August und ich freue mich schon sehr darauf, dann Felicity Vane kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Süß & hot

Honeymoon alone
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„Honeymoon alone – Als Single in die Flitterwochen“ von Olivia Hayle … Allein der Titel und das niedlich gezeichnete Cover lassen kein literarisches Highlight erwarten. Der Klappentext hat mich aber irgendwie ...

„Honeymoon alone – Als Single in die Flitterwochen“ von Olivia Hayle … Allein der Titel und das niedlich gezeichnete Cover lassen kein literarisches Highlight erwarten. Der Klappentext hat mich aber irgendwie angesprochen und auf eine schlicht und ergreifend nette RomCom hoffen lassen. Die habe ich auch bekommen. Und sie hat mich sogar mehr gecatcht, als ich gedacht hätte.
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Darum geht’s: Edens Beziehung geht kurz vor der Hochzeit in die Brüche. Allein tritt sie die Flitterwochen auf Barbados an. Am ersten Abend setzt sich der mürrischen Workaholic Phillip Meyer an ihren Tisch. Die zwei Wochen Urlaub entwickeln sich dann vollkommen anders als erwartet…
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Oh mein Gott! Was ist das für eine süße Story. Das Setting ist traumhaft. Und die beiden Protagonisten einfach nur Zucker. HONEYMOON ALONE hat mir tatsächlich rundum gut gefallen. Es war sozusagen Liebe aufs erste Wort und die erste Szene. Die Ausgangssituation hat mir unglaublich gut gefallen. Der Funke zwischen mir und den Hauptfiguren ist sofort übergesprungen. Ich habe direkt diesen ganz gewissen Vibe zwischen Eden & Phillip gespürt und wollte einfach nur noch weiterlesen. Seite um Seite um Seite hat dieses Pärchen mich mehr begeistert und nicht mehr losgelassen. Es geht eben nichts über die richtige Chemie. Und die ist hier vorhanden. Eden & Phillip haben mein Herz erobert. Da brauchte ich keine tiefschürfende und großartig neue Geschichte. Da reicht ein gutes Standard-Rezept, um vollkommen meinen Geschmack zu treffen.
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Ich lieb’s!!! HONEYMOON ALONE ist eine spritzige, humorvolle, kurzweilige und einfach schöne RomCom. Kein literarisches Highlight. Noch nicht mal etwas Besonderes. Und doch habe ich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite sooo unendlich gerne gelesen. Selbst die spicy Szenen gehen hier für mich in Ordnung – auch wenn ich sie, wie immer, nicht gebraucht hätte.  Zur Autorin steht noch im Buch, dass Olivia Hayle eine hoffnungslose Romantikerin ist, die Milliardärshelden liebt. Milliardär hin oder her, ich persönlich mag einfach Typen mit einer gewissen Ausstrahlung. Und da hat die Autorin genau meinen Geschmack getroffen.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Cors legt nach

Aschesommer
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Mit dem Thriller-Highlight KRÄHENTAGE hat Benjamin Cors im vergangenen Jahr seine Reihe um die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss begonnen. Die Freude auf die Fortsetzung ASCHESOMMER war entsprechend ...

Mit dem Thriller-Highlight KRÄHENTAGE hat Benjamin Cors im vergangenen Jahr seine Reihe um die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss begonnen. Die Freude auf die Fortsetzung ASCHESOMMER war entsprechend groß. Die Erwartungen auch.
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Darum geht’s: Krogh und Weiss finden in einem Kellergewölbe zwei eng umschlungene und tiefgefrorene Leichen. Die mit Asche geschrieben Botschaft Das Sterben hat begonnen lässt keinen Zweifel daran, dass weitere Morde bevorstehen…
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Benjamin Cors legt nach dem mehr als gelungenen Reihenauftakt nach. ASCHESOMMER spielt wenige Monate nach KRÄHENTAGE. Mit kleinen, aber feinen Erwähnungen schafft Cors Anknüpfungspunkte. So war ich mit Krogh und Weiss schnell wieder auf einer Linie. Die Handlung von ASCHESOMMER ist auf wenige Tage beschränkt. Der Plot ist entsprechend dicht und temporeich. Füllmaterial und Längen gibt es nicht. Alles hat seine Bedeutung und fügt sich wieder zu einem großen Ganzen zusammen. Cors ist damit erneut ein sehr gut konstruierter und durchdachter Thriller gelungen.
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Die Thriller-Handlung entfaltet sich von Beginn an. Das Ausgangsszenario und alles, was sich daraus entwickelt, entwickelt einen Lese-Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Hinzu kommt das konstant hohe Spannungslevel, das in keinem Moment nachlässt, sondern an entscheidenden Punkten noch scheinbar mühelos gesteigert wird. Auch in anderen Punkten hat Cors mich mit seinem zweiten Thriller erneut überzeugt. Das sind der tolle Schreibstil und die in jedem Moment spürbare Atmosphäre. Der Fall sorgt für Gänsehaut. Die Charaktere sind allesamt sehr interessant gezeichnet. Neben Krogh und Weiss sind mir diesmal auch die anderen Mitglieder der Gruppe 4 noch ein Stück nähergekommen. Besonders hervorheben möchte ich hier aber die Figur des faszinierenden Bösewichts, der diesmal alles überstrahlt.
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Cors hat mit ASCHESOMMER definitiv an die Qualität des ersten Bandes angeknüpft. Ich kann den Thriller nur wärmstens empfehlen. Von einem Highlight würde ich diesmal nicht sprechen – dafür scheinen 2. Bände überwiegend einfach nicht gemacht zu sein. Das große Überraschungsmoment bleibt meist aus. So auch hier. Aber das sind Mini-Abstriche auf sehr hohem Niveau. Der Thriller ist insgesamt sehr gelungene und ich hoffe, dass Cors seine Reihe auch künftig auf diesem Niveau fortsetzen kann.

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