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Veröffentlicht am 03.05.2025

Fast ein Abbruch

Code Kill – Ein tödliches Spiel
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Dieses Buch mit nur 2 Sternen zu bewerten, tut schon weh. Aber ich habe meine Gründe. „CODE KILL – Ein tödliches Spiel“ von Hendrik Klein fängt vielversprechend an. Und der Schluss ist einfach WOW! Dazwischen ...

Dieses Buch mit nur 2 Sternen zu bewerten, tut schon weh. Aber ich habe meine Gründe. „CODE KILL – Ein tödliches Spiel“ von Hendrik Klein fängt vielversprechend an. Und der Schluss ist einfach WOW! Dazwischen geht aber so viel schief, dass ich am liebsten gar nicht mehr weitergelesen hätte. Aufgrund dieser Unausgewogenheit schneidet das Buch bei mir so schlecht ab.
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Darum geht’s: Auf einer kleinen Insel vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wird ein neues Hotel eröffnet. Maximilian Ryf ist der Manager von Seewind Manor. Eine Handvoll geladener Gäste reist an. Als ein schwerer Sturm tobt, kann keiner das Hotel verlassen. Dann geht ein Horrorclown um und eine Person nach der anderen wird brutal ermordet…
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Hört sich trashig an. Und so habe ich die Handlung über weite Strecken auch empfunden. Zunächst hat der Thriller mich noch mit Tempo und guter Atmosphäre eingefangen. Die Handlung entwickelt sich spannend und bis zum ersten Mord war ich auch voll bei der Sache. Aber dann … Auf einmal kam ich mir vor, als hätte ich mich in ein SCREAM-Movie verirrt. Ein Horrorclown. Morde wie am Fließband. Viel Blutvergießen. Zu allem Überfluss gibt es sogar noch eine schnelle Sex-Szene, während der Mörder quasi um die Ecke lauern könnte. Echt jetzt? Hier war ich definitiv im falschen Film gelandet. Ich wollte und konnte auch gar nicht in die Story eintauschen. Gibt es überhaupt eine Story? Die ist bei all dem Gemetzel nämlich ziemlich verloren gegangen. Seltsam befremdliche Szenen reihen sich aneinander. Es ist wie ein schlimmer Unfall, bei dem man trotzdem nicht wegsehen kann.
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Mein Lesespaß war irgendwann jedenfalls so gut wie flöten. Ich war echt haarscharf davor, das Buch abzubrechen. Und dann dachte ich: Ach komm, es lässt sich ja schnell lesen, also zieh es jetzt noch durch. Und dann kam das, womit ich echt nicht mehr gerechnet hatte: Ein richtig gutes Ende. Der Autor schlägt einen thematischen Haken, der alles, was war nochmal in einem komplett anderen Licht erscheinen lässt. Der Weg dorthin ist aber leider wie ein wirrer Fiebertraum.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Serienkiller zum Dritten

Die Schwester des Serienkillers
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Mit „Die Schwester des Serienkillers“ beschließt Alice Hunter ihre spannende Trilogie. Die Bände hängen inhaltlich nicht zusammen und können jeweils als Stand Alone gelesen werden. Sie sind aber thematisch ...

Mit „Die Schwester des Serienkillers“ beschließt Alice Hunter ihre spannende Trilogie. Die Bände hängen inhaltlich nicht zusammen und können jeweils als Stand Alone gelesen werden. Sie sind aber thematisch übergreifend verbunden. Dreimal tauchen wir in das Leben von Serienkillern und ihren Angehörigen ein. Und dreimal schafft Alice Hunter es, die Thematik wieder vollkommen anders zu beleuchten. Damit hat sie mich überzeugt und insofern war auch Band 3 der Reihe für mich wieder absolut lesenswert.
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Darum geht’s: Anna und ihr Bruder Henry haben viele Jahre in einem Kinderheim verbracht. Anna gelingt es im Anschluss, sich ein perfektes Leben aufzubauen. Eines Tages steht aber die Polizei in Form von DI Walker vor der Tür und teilt ihr mit, dass ihr Bruder ein Serienmörder ist. Seine Taten hat er an bestimmten Tagen begangen. Einer davon ist Annas Geburtstag. Der steht jetzt wieder kurz bevor und Anna selbst könnte das nächste Opfer sein…
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Alice Hunter ist es einmal mehr gelungen, mich komplett zu überraschen. Diesmal zunächst, weil es hier gleich deutlich spannender zur Sache geht, als in den vorangegangenen Bänden. Da hatte mir gerade der ruhige und subtile Spannungsaufbau richtig gut gefallen. Diesmal geht es dagegen schneller und direkt spürbarer zur Sache. Auf der einen Seite wurde ich mit emotional belastenden Szenen aus Annas und Henrys Zeit im Kinderheim konfrontiert, auf der anderen Seite ist es die Bedrohung in der Gegenwart, die in Form einer Verkettung von Ereignissen und eines heruntertickenden Countdowns unmittelbar Spannung erzeugt.
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Die Handlung ist ein wahres Katz-und-Maus-Spiel. Die Geschwister wollrn sich gegenseitig aus der Deckung locken und alles deutet auf einen großen Showdown hin. Natürlich wollte ich wissen, warum Henry zum Serienkiller geworden ist. Genauso interessant war es aber auch, zu verfolgen, wie Annas Heile Welt-Fassade immer mehr bröckelt. Die Ahnung, dass da noch irgendein großes Geheimnis auf mich wartet, hat mich durch die Seiten getrieben.
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Der Handlungsverlauf scheint diesmal recht klar. Zwischendurch hat es sich für meinen Geschmack dann mal etwas zu sehr im Kreis gedreht. Aber das Finale zeigt wieder, dass hier einmal mehr alles seine Bedeutung hat. Ich habe zwar gemerkt, dass irgendwas nicht so recht zusammenpasst – aber der Twist hat mich dann doch unverhofft aus den Latschen gehauen. Alice Hunter spielt hier ganz wunderbar mit dem Buchtitel … und mehr kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ohne mich um Kopf und Kragen zu reden und zu spoilern. Nur noch so viel: Auch diesmal gibt es noch einen Twist nach dem Twist. Und ich muss sagen: Das ist hervorragendes Mind Blowing.
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Fazit: Alice Hunter hat mit der Serienkiller-Trilogie eine absolut packende und psychologisch sehr interessante Reihe geschrieben. Jedes Buch für sich genommen ist gut und kann auf unterschiedliche Art und Weise überzeugen. Für mich bleibt abschließend die Faszination der unterschiedlichen Facetten, mit denen das Grundthema variiert wird. Es würde noch mehr hergeben. Aber drei Bände sind für diese Reihe schon gut gewählt. Man muss es ja nicht überstrapazieren.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Arthouse-Film in Buchform

Unter den Sternen von Paris
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“Unter den Sternen“ von Paris ist der Debütroman der schwedischen Journalistin Karolina Schützer. Auf das Buch bin ich zunächst in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es ist in Anlehnung ...

“Unter den Sternen“ von Paris ist der Debütroman der schwedischen Journalistin Karolina Schützer. Auf das Buch bin ich zunächst in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es ist in Anlehnung an das berühmte Gemälde „Nachtcafé“ von Vincent van Gogh gestaltet. Dadurch ist es mir ins Auge gestochen und hat automatisch bestimmte Assoziationen ausgelöst. Ich habe einen künstlerisch-feinsinnigen Roman erwartet – und diese Erwartung hat sich auch erfüllt.
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Darum geht’s: Die Stockholmerin Sophia hat eine Scheidung hinter sich und steht auch in ihrem Job als TV-Journalistin an einem Wendepunkt. Als ihre Großmutter bei einem Unfall ums Leben kommt, erbt Sophia überraschenderweise eine kleine Bar in Paris. Sophia reist in die Stadt der Liebe, um den Laden schnellstmöglich zu verkaufen…
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Ich mag französische Arthouse-Filme. Die plätschern überwiegend eher ruhig vor sich hin. Etwas unspektakulär. Ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Ich finde sie meist trotzdem sehr berührend und springe auf ihre zarte Poesie und die künstlerischen Bilder an. Mit „Unter den Sternen von Paris“ hat Karolina Schützer mir einen Arthouse-Film in Buchform geschenkt. Insofern war die Geschichte für mich einfach angenehm und schön zu lesen und ich konnte wunderbar in die Story eintauchen.
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Protagonistin Sophia erscheint anfangs nicht sehr sympathisch. Genau darin liegt aber das Entwicklungspotenzial des Romans. Ihren Weg zu verfolgen, habe ich sehr genossen – auch wenn eigentlich von Beginn an klar ist, worauf die Handlung letztendlich hinausläuft. Sophia taut im Umgang mit den verschiedenen Personen, auf die sie in Paris trifft, jedenfalls immer mehr auf und wird dadurch Stück für Stück nahbarer. Es gibt überraschende Entwicklungen und Familiengeheimnisse kommen ans Licht. Ich war gerne bei der Renovierung der Bar und dem Ausprobieren lange verschollener Apfel-Rezepte dabei. Ich fand die Entwicklung hin zu Sophias letztendlicher Entscheidung authentisch dargestellt und mochte die zwischenmenschlichen Entwicklungen und den Found Family-Aspekt. Der letzte Leseabschnitt war für mich sogar richtig emotional. Ich habe sogar ein paar Tränchen verdrückt. Es waren aber Tränen mit positivem Beigeschmack.
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Ich muss einräumen, dass die Autorin die Story in mancher Hinsicht schon ziemlich auf die Spitze treibt. Einiges wirkt überkonstruiert und vielleicht sogar zu viel des Guten. Zum Beispiel wird hier die Liebe in ganz vielen unterschiedlichen Facetten thematisiert. Da geht es auch mal quer durch den Garten. Ob man das nachvollziehen kann, steht auf einem anderen Blatt Papier. Gestört hat es mich jedenfalls nicht. Ja, auch das Ende ist ganz unerwartet nochmal etwas over the topp und macht eigentlich nur Sinn, wenn es noch einen Fortsetzungsband gibt, der dieses aufgemachte Fass weiter thematisiert. Aber ach, auch das konnte meine Lesefreude nicht wirklich trüben.
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Fazit: „Unter den Sternen von Paris“ ist eine Geschichte der leisen Töne, die nicht viel Aufhebens um sich macht. Ich mag diese Ruhe und das Unaufgeregte. Dafür, dass der Roman erzählerisch sehr ruhig daherkommt, steckt aber doch ganz schön viel Bewegung drin. Es passiert nicht gerade wenig - es wird eben nur eher beiläufig und unscheinbar verpackt. Für mich ist es ein charmanter Wohlfühlroman. Vom Stil her vergleichbar mit „Bonjour Agneta“ von Emma Hamberg. Während dieser Roman für mich ein Highlight war, mache ich bei „Unter den Sternen von Paris“ zwar ein paar Abstriche, insgesamt hat mir auch dieses Buch aber gut gefallen.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Selbstfindung unter Palmen

Über den Wolken wohnen die Träume
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Der Klappentext von Meike Werkmeisters neuem Sommerroman „Über den Wolken wohnen die Träume“ klang für mich zunächst vor allem eins, nämlich etwas ungewohnt. Er liest sich wie eine Mischung aus YA und ...

Der Klappentext von Meike Werkmeisters neuem Sommerroman „Über den Wolken wohnen die Träume“ klang für mich zunächst vor allem eins, nämlich etwas ungewohnt. Er liest sich wie eine Mischung aus YA und Familienroman. Beides in einem vereint, ja, dazu passt auch der stattliche Umfang von annähernd 700 Seiten, vor denen ich dann doch ein bisschen Respekt hatte. Allerdings vollkommen unnötig, wie sich herausgestellt hat. Letztendlich ist „Über den Wolken wohnen die Träume“ ein leicht-locker lesbarer und einfach nur schöner Wohlfühlroman, bei dem die Seitenzahl gar keine Rolle spielt.
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Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Die 17-jährige Morlen reist von Norderney in die USA. Dort wird sie von Heather, einer alten Freundin ihrer Mutter, in deren Familie aufgenommen. Irgendwo zwischen Teenie- und Erwachsenenproblemen haben beide doch eines gemeinsam: sie wollen ihr Glück finden. Der Roman ist eine wohlig-warme Herzensreise. Die Atmosphäre in dem kleinen Küstenort Cardiff-by-the-Sea ist einfach nur Zucker. Ich habe hier eine wunderbare Zeit zwischen Palmen und Surfbrettern verbracht und viele Personen kennengelernt, die ich am Ende alle so liebgewonnen hatte, dass ich sie gar nicht mehr verlassen wollte.
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Glück und Liebe in verschiedenen Variationen sind die zentralen Themen des Romans. Für Morlen geht es darum, ein Stückchen reifer und erwachsener zu werden, während Heather davon träumt, eventuell nochmal auszubrechen. Beide müssen auf jeden Fall wichtige Entscheidungen treffen. Und sie auf ihrem Weg der Selbstfindung zu begleiten, macht so viel Freude, dass die Seiten sich fast wie von selbst umblättern. Das wird noch durch kurze Kapitel und damit verbundene schnelle Perspektivwechsel unterstützt. Mitunter ging es mir sogar etwas zu schnell. In einigen Situationen hätte ich mir eine etwas längere Verweildauer gewünscht, um noch intensiver in den Gedanken und Gefühlen der beiden Protagonistinnen stecken zu können. Tiefe und Nähe entwickeln sich aber trotz des zackigen Schlagabtausches und Meike Werkmeister hat es geschafft, dass ich mich mitleben und mitleiden zu lassen.
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Dies ist erst der dritte Roman, den ich von Meike Werkmeister gelesen habe – aber „Über den Wolken wohnen die Träume“ ist bis jetzt mein Favorit. Das Setting, die Charaktere, die Geschichte und die geschilderten Gefühle haben mich überzeugt und einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Besonders gut hat mir der Erzählstrang um Heather und ihren Mann Gary gefallen. Und am Ende habe ich mit Heather getanzt.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Fantastischer Zirkus

Play of Hearts
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Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf ...

Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf PLAY OF HEARTS von Juli Dorne gestoßen. Der Klappentext hat mich direkt angesprochen und ich wollte hier erneut mein Herz verlieren. Das hat aber nicht so unmittelbar geklappt. Letztendlich ist es so: Der Anfang der Geschichte hat mich schwer begeistert. Im Mittelteil habe ich dann allerdings doch etwas den Faden und die Bindung verloren. Zum Schluss habe ich aber wieder mehr Gefallen an der Handlung gefunden. Es war also eine kleine Berg- und Talfahrt. Es hat sich aber gelohnt, dass ich Zwischendurch nicht aufgegeben habe.

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Ich habe bei PLAY OF HEARTS einiges absolut positiv erlebt. Schreibstil, Setting, World Building und Charaktere konnten mich absolut überzeugen. Die Anfangsszene im Spiegelkabinett hat gleich Faszination aufgebaut. Nach einem Zeitsprung habe ich Evie bei ihrer Arbeit als Seelenmagierin zu Todgeweihten begleitet. Das war sehr atmosphärisch. Ich hab’s geliebt. Evies Begegnung mit Arthur hat dann den hoffnungsvoll-romantischen Aspekt mit ins Spiel gebracht. Arthurs Verschwinden im Cirque du Coeur sorgt für Spannung. Ebenso das Auftauchen des geheimnisvollen Rémi. Und trotzdem kam dann dieser Punkt, an dem die Geschichte mich nicht mehr so gecatcht hat und ich irgendwie raus war. Aber ich bin drangeblieben und habe mich zurück ins Geschehen gekämpft. Und dafür bin ich belohnt worden. Im Schlussteil hat sich wieder die Faszination vom Anfang eingestellt. Die Wendung, die dann kam … was für ein atemberaubender Cliffhanger! Und was für eine Aussicht auf ein großartiges Love-Triangle in Band 2!!!

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Fazit: PLAY OF HEARTS hält für Romantasy-Fans viel Schönes bereit. Allerdings habe ich mein Herz nicht Hals über Kopf an die Geschichte verloren. Anfang und Ende sind topp. Dazwischen musste ich persönlich eine gewisse Durststrecke überstehen. Und die drückt eben auf meine Gesamtbewertung. Vielleicht merkt man da auch einfach, dass ich in dem Genre noch eine blutige Anfängerin bin. Aber letztendlich haben die Geschichte und ich dann wieder zueinander gefunden. Puh, Glück gehabt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass Band 2 TWIST OF HEARTS, der im Herbst erscheint, die erwartete große Liebe für mich werden könnte. Letztendlich bin ich jedenfalls doch so dermaßen on fire, dass ich unbedingt wissen muss, wie es mit Evie, Arthur und Rémi weitergeht.

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