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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2019

Liebe, Freundschaft, Leben

Alles, was ich weiß über die Liebe
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Das Buch „Alles was ich weiß über die Liebe“ von Dolly Alderton handelt von der Liebe in unterschiedlichen Lebensphasen, jahrelangen Freundschaften, kurzen Begegnungen, schlechten Dates und gesammelten ...

Das Buch „Alles was ich weiß über die Liebe“ von Dolly Alderton handelt von der Liebe in unterschiedlichen Lebensphasen, jahrelangen Freundschaften, kurzen Begegnungen, schlechten Dates und gesammelten Erfahrungen.
Das Cover ist genauso witzig und lässig, wie der Beginn des Buches. Die durchgestrichenen Worte vermitteln einen etwas komisch verwirrten Eindruck, der sich durch das gesamte Buch zieht. Die Autorin ist in meinem Alter, sodass ihre Erfahrungen als Teenager mit dem MSN Messenger auch in mir nostalgische Erinnerungen hervorrufen. Herrlich witzig, wie Alderton die Liebe in Zeiten des MSN Messenger und Facebook beschreibt. Man lacht über die Vorstellungen und Sichtweisen, weil man früher genauso unbedarft und naiv war. Sätze wie „Ich suche den Raum nach Jungs mit intakten Gliedmaßen und fühlbarem Puls ab“ bringen den Leser zum Lachen. Ich persönlich hätte nicht jede Anekdote zwangsläufig erwähnt, aber so hat man als Leser das Gefühl ihre beste Freundin zu sein, die wirklich alles über sie weiß.
Irgendwann wurde es mir dann aber doch zu viel. Die permanente Suche nach dem nächsten Vollrausch war mir einfach zu viel und zu stumpf. Das Buch nimmt manchmal kritisch Stellung zu Themen wie Körpergewicht und das damit verbundene Fremd- und Selbstbild, aber dennoch wird eher ein Nimm-das-Leben-locker-Eindruck vermittelt. Ab Seite 100 wird es langsam ermüdend und man fragt sich, wann Dolly nun endlich erwachsen wird. Ihre Ratschläge sind witzig, aber nicht wirklich tiefsinnig. An einigen Stellen ist es mir persönlich zu viel Melodramatik und Gejammer und manchmal ertappt man sich bei dem Gedanken, dass man sich wünscht, dass alles Ironie ist.
Alderton muss sich nicht hinter Witzen und Anekdoten verstecken. Der ernste Teil des Buches ist sehr gut und gefühlvoll geschrieben. Er fesselt einen und man revidiert die erste Meinung, die man hatte und beginnt Alderton ernster zu nehmen.
Der Humor ist nicht meine Art von Humor, aber dennoch gut. Das Buch entblößt wunderschöne Geschichten über langjährige und bedingungslose Freundschaft, die so ziemlich das Wichtigste im Leben ist. Das Buch gewinnt zunehmend an Tiefe und ist unterhaltsam, hat mich allerdings nicht nachdenklich zurückgelassen. Dennoch ist das Buch sehr ehrlich und authentisch.

Veröffentlicht am 04.03.2019

Macht auf eine positive Art nachdenklich

Die Leben danach
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„Die Leben danach“ ist ein philosophisches Buch über den Tod, Nahtoderfahrungen und die Bedeutung des Lebens.
Das Buch beginnt unvermittelt mit dem plötzlichen Herzstillstand des 33-jährigen Jim. Er ist ...

„Die Leben danach“ ist ein philosophisches Buch über den Tod, Nahtoderfahrungen und die Bedeutung des Lebens.
Das Buch beginnt unvermittelt mit dem plötzlichen Herzstillstand des 33-jährigen Jim. Er ist klinisch tot und diese Erfahrung ändert sein gesamtes Leben. Die fehlende Erfahrung, dass das Leben an einem vorbei zieht ist der Ausgangspunkt für das weitere Geschehen, denn Jim hat in diesem Moment einfach nichts gesehen.
Das Thema des Neuanfangs nach einem Schicksalsschlag ist nicht neu und wurde schon in zahlreichen Büchern behandelt. Dennoch gefällt mir die detaillierte Beschreibung des Problems „die Kurve zu bekommen“ sehr, denn wie so oft ist auch diese Lebensänderung leichter gesagt, als getan.
Jim ist Risikoberater, der nach diesem Erlebnis sein Leben hinterfragt. Klingt zunächst einmal langweilig, ist aber alles andere als das. Dann trifft er auch noch seine Jugendliebe Annie und die alte Beziehung flammt wieder auf. Was nach Klischee klingt ist hier kurzweilig und gut erzählt.
Die religiösen Erzählungen und Aspekte des Buches sprechen mich persönlich eher nicht an, gehören aber dennoch zu den Gedanken über Leben und Tod dazu, sodass sich hier ein abgerundetes Bild ergibt. Das Buch behandelt viele Themen wie das Leben in einer Kleinstadt, Religionen, Geister und Liebe. Es beinhaltet viele tolle Ansätze wie zum Beispiel „ kommt Gutes zu mir zurück, wenn ich selbst Gutes tue“. Die Hologramme sind ein sehr spannendes Thema, über das ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Solche Schilderungen sorgen dafür, dass man sich auch nach dem Lesen noch Gedanken über das Buch macht.
Es entwickeln sich immer wieder neue Gedankenstränge. Das Buch wirft Fragen auf wie „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ „Können wir mit den Toten kommunizieren und in welcher Form?“. Ergänzt wird dies durch die spannende Reise in die Vergangenheit.
Zu Beginn des Buches rechnet man nicht mit dem weiteren Verlauf, den das Geschehen nimmt. Das Buch ist abwechslungsreich, besitzt viele Facetten und bringt einen zum Nachdenken.

Veröffentlicht am 05.02.2019

Ungewöhnliche Beziehung

Fünf Tage im Mai
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Der Roman „Fünf Tage im Mai“ von Elisabeth R. Hager handelt von der wunderbaren Beziehung zwischen Illy und ihrem Urgroßvater Tatka und ihre Geschichte.
Illy wächst in einem typischen österreichischen ...

Der Roman „Fünf Tage im Mai“ von Elisabeth R. Hager handelt von der wunderbaren Beziehung zwischen Illy und ihrem Urgroßvater Tatka und ihre Geschichte.
Illy wächst in einem typischen österreichischen Dorf auf, gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Uropa dem Fassbinder Tatka.
Das ansprechende Cover fällt bereits ins Auge, es ist nicht zu aufdringlich. Der Klappentext klingt vielversprechend und ich kann bereits jetzt verraten, dass man absolut nicht enttäuscht wird.
Illy klingt zu Beginn wie eine alte, weise Frau und weniger wie ein Kind, das kurz vor der Kommunion steht. Sie ist witzig und schlagfertig und besitzt äußerst kluge Gedanken. Tatka verkörpert den Fels in der Brandung, der seiner Urenkelin immer mit einem Rat zur Seite steht und bedingungslos für sie da ist. Er ist rotzfrech und ehrlich und nimmt in seinem hohen Alter kein Blatt mehr vor den Mund. Das macht ihn unheimlich sympathisch. Er arbeitet immer noch als Fassbinder, die Schilderungen seiner Arbeit in diesem Buch sind sehr interessant und eine gelungene Ergänzung zur eigentlichen Handlung. Illy beobachtet ihn oft in seiner Werkstatt und so entstehen die unvergleichlichen gemeinsamen Gespräche und Momente in Tatkas Werkstatt. Eine wahre Freude Teil dieser Szenen zu sein.
Die Liebe darf natürlich auch nicht fehlen und kommt in Form eines Namenseintrages in Illys Schulatlas. Tristan Unger tritt tatsächlich in Illys Leben und ihre gemeinsame Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung. Als Leser wünscht man sich einen anderen Freund für Illy, merkt aber auch, dass sie diese Erfahrung reifen lässt und sie vielleicht einfach nötig war.
Ich liebe die authentische österreichische Sprache im Buch. Elisabeth Hager erzählt eine wunderbare Urenkel-Urgroßvater Beziehung. Beide gehen wahnsinnig liebevoll miteinander um und lernen vom jeweils anderen. Tatka liebt seinen Job und besitzt einen tollen Umgang mit Holz. Sätze wie „Holz arbeitet. Des is‘ nit tot, nur weils einer vom Stamm g’schnitten hat. Des muss in seiner neuen Form ja weiterleben.“ lassen einem das Herz aufgehen.
In diesem Buch wird man mit Illy erwachsen und altert mit Tatka. Nach Hause kommen ist zurück zu Tatka kommen. Ein wahnsinnig schönes Buch, es hätte noch endlos mehr Seiten haben können.

Veröffentlicht am 09.01.2019

Inside

Good Morning, Mr. President!
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Das Buch „Good Morning Mr. President“ von Beck Dorey-Stein erzählt die Geschichte von Beck, die als Stenografin im Weißen Haus für Barack Obama arbeitet und uns an ihrem Arbeitsalltag teilhaben lässt.
Das ...

Das Buch „Good Morning Mr. President“ von Beck Dorey-Stein erzählt die Geschichte von Beck, die als Stenografin im Weißen Haus für Barack Obama arbeitet und uns an ihrem Arbeitsalltag teilhaben lässt.
Das Cover ist farblich nicht mein Fall, passt aber wunderbar zur Protagonistin und ihrem Leben. Das Buch beginnt direkt lustig und verspricht viel gute Unterhaltung. Man findet direkt ins Buch, stellt eine Verbindung zu Beck her und ist direkt mitten im Geschehen. Man fragt sich gleich zu Beginn, wie man an so einen tollen Job geraten kann und ist wirklich neidisch auf diese tolle Aufgabe. Dass der Beruf auch Schattenseiten hat, stellt man erst später fest.
Das Buch ist fesselnd und mitreißend, man hat das Gefühl mit in der Air Force One zu sitzen und wenn Beck dem Präsidenten begegnet hält man beim Lesen vor Spannung die Luft an. Die zahlreichen Anekdoten sind zum Schreien komisch. Ein toller, authentischer Einblick in einen Fulltime-Job, der nur wenig Zeit für Privatleben lässt. Man spürt förmlich die Aufregung und das Gewusel, das alle umgibt. Zwischendurch zieht sich das Buch etwas, aber die Langatmigkeit wird durch neue spannende Geschichten aufgehoben. Das typische Liebeswirrwarr um Beck, Jason und Sam darf natürlich auch nicht fehlen. Dorey-Stein ist sehr selbstkritisch und nimmt sich selbst gegenüber kein Blatt vor den Mund. Sie hat keine Angst Fehler zuzugeben. Hut ab, dazu gehört wirklich Stärke.
Zu Beginn ist man völlig begeistert von dem Job im Weißen Haus, stellt aber schnell fest, dass alle Mitarbeiter die typischen Alltagsprobleme haben und jeder sein Päckchen zu tragen hat. Beck ist eine tolle Hauptfigur, ihr Schreibstil ist unterhaltsam, lustig und fesselnd und das Buch ist absolut zu empfehlen.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Das schöne Studentenleben

Dance. Love. Learn. Repeat.
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Der Jugendroman „Dance, love, learn, repeat“ handelt von Luke und Phoebe und ihrem neuen Lebensabschnitt an der Uni.
Phoebe trifft ihre Jugendliebe Luke von der Highschool an ihrer gemeinsamen Uni wieder. ...

Der Jugendroman „Dance, love, learn, repeat“ handelt von Luke und Phoebe und ihrem neuen Lebensabschnitt an der Uni.
Phoebe trifft ihre Jugendliebe Luke von der Highschool an ihrer gemeinsamen Uni wieder. Man spürt sofort, dass zwischen den beiden etwas Besonderes ist. Der Perspektivwechsel zwischen Luke und Phoebe führt dazu, dass man sehr schnell in die Geschichte einsteigt. Für beide beginnt eine neue aufregende Zeit mit Problemen, die uns allen bekannt sind. Es ist nicht nur ein Jugendbuch, sondern geht viel tiefer. Themen wie Entfremdung in Beziehungen und die eigene Persönlichkeitsentwicklung werden angesprochen und machen dieses Buch zu einer tollen Lektüre. Spannung wird zwischenzeitlich aufgebaut, als die beiden sich wieder aus den Augen verlieren und eine gewisse Distanz zwischen ihnen entsteht. Phoebe und Luke zu begleiten ist unterhaltsam. Das Buch ist nicht wahnsinnig spannend, aber dennoch gut.
Das Studentenleben weckt Erinnerungen an die eigene Studienzeit. Das Buch enthält eine gute Mischung aus Zweifeln und Problemen, die man nur bei der ersten Liebe hat und Problemen, die einen dauerhaft begleiten.
Das Buch ist ein tolles Jugendbuch, das mit seiner Tiefe überrascht und ein schönes Ende, das man so nicht erwartet hat.