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AdelheidSchlegel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Folgen der Waffenlobby

Minnesota
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Einen durchgeknallten Polizisten, der zwar suspendiert ist, jedoch auf eigne Faust ermittelt und einen korrupten Kollegen gibt es in vielen Krimis. Wenn der Leser dann mit dem Mörder sympathisiert, daran ...

Einen durchgeknallten Polizisten, der zwar suspendiert ist, jedoch auf eigne Faust ermittelt und einen korrupten Kollegen gibt es in vielen Krimis. Wenn der Leser dann mit dem Mörder sympathisiert, daran erkennen wir einen Nesbø. Wir werden mitgenommen in das Amerika vor Trumps erster Amtszeit. Viele der Protagonisten haben norwegische Wurzeln. Die Waffenlobby in den USA ist Thema Nummer 1 in diesem Buch. Doch wir lernen auch die Darsteller in diesem Spiel kennen, erfahren von ihrem Leben, ihren Gedankengängen. Wie wir es von Nesbø kennen, werden wir immer wieder auf falsche Fährten gelockt und am Ender schließt sich der Kreis zu einem unerwarteten Bild.
Ein norwegischer Autor schreibt über diesen Fall reist 2022 zu Recherchezwecken nach Minneapolis an die Orte des Geschehens. Er will sich in die Psyche des Mörders hineinversetzen, folgt seinen Spuren. Irgendwie hängt er mit drin, wenn auch nicht direkt. Was mir noch gefallen hat, sind die Hinweise am Ende des Buches, was die, welche noch leben, 2022 machen.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Sinnvoll

Mathilde und Marie
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Ein Buch der Sinne.
Marie flieht Hals über Kopf aus dem hektischen Paris, ohne zu wissen wohin, nur raus hier. Jónína hat Marie auf der Bahnfahrt aufgelesen und mit nach Redu genommen. Recht schnell werden ...

Ein Buch der Sinne.
Marie flieht Hals über Kopf aus dem hektischen Paris, ohne zu wissen wohin, nur raus hier. Jónína hat Marie auf der Bahnfahrt aufgelesen und mit nach Redu genommen. Recht schnell werden ihre fast verkümmerten Sinne zum Leben erweckt. Das Sehen, indem sie die Natur bewusst wahrnimmt. Das Hören mit dem Vogelgesang in der Stille. Der Geruch des Waldes. Und auch später der Geschmack, als sie einen Salbei-Minze Tee genießt. Sie beginnt auf ihre innere Stimme zu hören und merkt, dass ihr das guttut. Mit dem Erwachen ihrer Sinne lernt sie auch auf ihre Mitmenschen zuzugehen. Jónína hat Marie in ihrem Kummer zugehört und nun wird Marie für Mathilde eine Zuhörende. Sie hört ihr zu und bietet Mathilde wohl dosiert Lösungen an. Für Das Dorf wird Marie zu einer Bereicherung. Auf keinen Fall würde sie wieder mit ihrer Zeit in Paris tauschen.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Studieren in Rom der Dreißiger

Was vor uns liegt
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Wir tauchen ein in das Italien der Dreißiger des letzten Jahrhunderts. Junge Frauen und Mädchen, die an der Grimaldi studieren, wohnen im Konvikt streng unter der Kontrolle der Nonnen dort, die am Abend ...

Wir tauchen ein in das Italien der Dreißiger des letzten Jahrhunderts. Junge Frauen und Mädchen, die an der Grimaldi studieren, wohnen im Konvikt streng unter der Kontrolle der Nonnen dort, die am Abend abschließen und den Strom abschalten. Im Mittelpunkt steht Emmanuelle. Sie ist die Tochter vermögender Eltern und trägt ein Geheimnis mit sich. Sie trifft auf sieben junge Frauen, mit denen sie die Abende verbringt. Sie lernen gemeinsam und erzählen sich ihre Sorgen, diskutieren miteinander nehmen am Leben der anderen Teil. Im Konvikt sind alle gleich, ob aus wohlhabenden oder einfachen Verhältnissen. Wir erfahren auch von den Elternhäusern einiger anderer Mädchen.
Das Buch ist an keiner Stelle langweilig. Absätze kennzeichnen, wenn es um die nächste Person geht. Am meisten erfahren wir über Emmanuelle und Xenia. Letztere hat ihre Prüfung nicht bestanden und sie verlässt den Konvikt heimlich still und leise.
Die Geschichten der anderen kommen trotzdem nicht zu kurz.
Am Ende gehen alle ihrer Wege und die Verbundenheit löst sich auf.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Frauenschicksale

Lebensbande
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Der Roman beginnt kurz nach der Wende in Kühlungsborn. Die Protagonistin hat bis zum Rentenbeginn als Krankenschwester gearbeitet und lebt in dem kleinen Häuschen, das sie sich gemeinsam mit ihrem verstorbenen ...

Der Roman beginnt kurz nach der Wende in Kühlungsborn. Die Protagonistin hat bis zum Rentenbeginn als Krankenschwester gearbeitet und lebt in dem kleinen Häuschen, das sie sich gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann zu DDR-Zeiten ausgebaut hatte. Ein Brief von der Rentenversicherung bringt sie aus der Ruhe. Im nächsten Kapitel sind wir 60 Jahre zurück am Niederrhein, wo Lene auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Wieder kommt ein Brief in Kühlungsborn an, der alte Bilder heraufbeschwört. Er kommt von einem Neffen, der sie über den Suchdienst des DRK gefunden hat. Jetzt beginnt sie ihr Leben aufzuschreiben. Sie ist nicht diese Lene, sondern die Krankenschwester Nora und ihre Wege kreuzen sich. Sie rettet Lenes kleinen Jungen aus der Psychiatrie und schlägt dabei einen Mann nieder, der sie davon abhalten wollte. Später erfährt sie, dass dieser Mann tot ist und lebt Jahrzehnte lang mit dieser Schuld.
Schonungslos sind die Ereignisse in Deutschland während der Nazidiktatur beschrieben, Noras Arbeit im Lazarett und das Leben im Arbeitslager am Polarkreis.
Die ganze Zeit über war es mir, als passt da irgendwas nicht. Sehr gut gemacht diese Überraschung!
Das Hin- und Her switchen in den Zeiten hat die Geschichte spannend gemacht und ließ den Leser miterleben, wie sich das Leben damals anfühlte.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Wiener Kontraste

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Die Geschichte der Angelika Moser wurde in diesem Roman so geschrieben, dass man, wie es auch die Autorin an einer Stelle äußerte, ein gewisses Verständnis für sie entwickeln kann.
Angelika wuchs auf als ...

Die Geschichte der Angelika Moser wurde in diesem Roman so geschrieben, dass man, wie es auch die Autorin an einer Stelle äußerte, ein gewisses Verständnis für sie entwickeln kann.
Angelika wuchs auf als Tochter einer alleinerziehenden Mutter, die recht schräge Ansichten vertrat, wenig liebevoll mit ihr umging und sie dennoch zu einer stolzen Person erzogen hat.
Aufgrund ihrer Fähigkeit mit Zahlen umzugehen, wurde sie Hauptbuchhalterin des Grand Hotels. Bevor sie eigene Unregelmäßigkeiten beging, wurde sie vom Chef des Grand Hotels angestiftet, für ihn Zahlen zu frisieren.
Anfangs waren es nur Kleinigkeiten, die sie für sich aufgrund persönlicher Engpässe zu Manipulationen trieb. Jahrelang hatte sie Sorge, dass ihr jemand auf die Schliche kam. Der „Kredit“, den sie sich beim Hotel nahm, wurde immer umfangreicher.
Die Autorin hat die Atmosphäre Wiens wunderbar eingefangen. Auf der einen Seite das Wiener Nachtleben der einfachen Leute, auf der anderen Seite das Mondäne des Hotels. Sie hat den Menschen auf den Mund geschaut und ich denke, auch als Hörbuch wird sich der Roman gut machen.
Exemplarisch der Schluss, als sie versuchte, den letzten Guppy vom Aquarium zu fangen, der ihr jedoch durch die Kanalisation entwischte. Das war Sekunden bevor die Polizei sie abführte.

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