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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2026

Einschlafbegleitung statt Pageturner

Das Paket
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Sebastian Fitzeks „Das Paket“ war für mich weniger ein nervenaufreibender Thriller als vielmehr eine Einschlafbegleitung. Trotz der grundsätzlich verwirrenden Handlung kam für mich über weite Strecken ...

Sebastian Fitzeks „Das Paket“ war für mich weniger ein nervenaufreibender Thriller als vielmehr eine Einschlafbegleitung. Trotz der grundsätzlich verwirrenden Handlung kam für mich über weite Strecken kein wirklicher Spannungsbogen auf. Erst gegen Ende des Hauptteils, in den Gesprächen zwischen Emma und Konrad, wurde es endlich richtig interessant – hier näherte man sich Schritt für Schritt der Lösung, was ich als den stärksten Teil des Buches empfunden habe.

Emmas psychischen Ausnahmezustand und ihre Hilflosigkeit waren hingegen sehr eindringlich dargestellt. Zu erleben, wie ihr niemand glaubt – nicht einmal die Menschen, die ihr am nächsten stehen – geht unter die Haut und spiegelt auf erschreckend realistische Weise die Erfahrungen vieler Vergewaltigungsopfer wider. Besonders die Darstellung ihrer PTBS, ihrer Trigger und der völligen Machtlosigkeit während eines Anfalls empfand ich als sehr authentisch und gut vorstellbar. In diesen Momenten zeigt Fitzek eindeutig seine Stärke.

Mit dem Schreibstil konnte ich mich allerdings nicht anfreunden, vor allem, weil die Geschichte in der dritten Person erzählt wird. Zudem war die Affäre von Philipp mit Emmas bester Freundin früh vorhersehbar und bot kaum Überraschungsmoment. Generell störte mich der immer gleiche Aufbau: Nahezu jede Figur kommt als Täter infrage, nur um kurze Zeit später wieder entkräftet zu werden. Dieses ständige Verdächtigen und Relativieren nimmt dem Buch für mich den Reiz und wirkt zunehmend ermüdend.

Insgesamt fehlt es dem Roman an Originalität. Inhaltlich ist „Das Paket“ kaum von Fitzeks anderen Büchern zu unterscheiden – im Grunde ändern sich nur Zeit, Ort und die Protagonisten, während Struktur und Dramaturgie gleich bleiben. Trotz der Verwirrung in der Handlung entsteht dadurch keine echte Spannung.

Positiv hervorzuheben ist jedoch das Ende des Buches, an dem Fitzek etwas sehr Persönliches von sich preisgibt. Dieser Einblick in den Autor selbst war ein schöner und unerwarteter Abschluss.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Zwischen Machtfantasie und Unglaubwürdigkeit

Very Bad Elite
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„Very Bad Elite“ konnte für mich leider nicht an die Stärke des ersten Bandes anknüpfen. Besonders die Protagonistin hat im Laufe der Geschichte stark an Sympathie verloren. Ihre zunehmend weinerliche ...

„Very Bad Elite“ konnte für mich leider nicht an die Stärke des ersten Bandes anknüpfen. Besonders die Protagonistin hat im Laufe der Geschichte stark an Sympathie verloren. Ihre zunehmend weinerliche Art gegenüber den Kings, ihr ständiges Gejammer und die beinahe erzwungene emotionale Abhängigkeit, die zwischen ihnen konstruiert wird, wirken nicht nur ermüdend, sondern auch unrealistisch. Statt prickelnder Spannung verliert das Buch dadurch deutlich an sexueller Attraktivität – irgendwann nervt es einfach nur noch.

Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist: Die Protagonistin gibt der gesamten Schule die Schuld an ihrer Situation, reflektiert aber ihr eigenes Verhalten kaum. Vor allem im Hinblick auf den Verrat an ihrer Freundin Harper ist sie moralisch kein Stück besser als die Menschen, die sie verurteilt. Diese fehlende Selbstkritik macht ihre Entwicklung wenig glaubwürdig.

Das Ende hat mich letztlich eher unbefriedigt zurückgelassen. Die Bombe als dramatischer Höhepunkt wirkt überzogen und schlicht unrealistisch. Zwar taucht am Schluss eine Figur auf, die Potenzial für einen interessanten Charakter hätte, doch insgesamt bleibt ein ernüchternder Eindruck zurück. Auch Vances und Harpers Rollen sind mir weiterhin schleierhaft und werden nicht überzeugend ausgearbeitet.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine extrem raue und brutale Szene, die zwar schockiert, deren Folgen jedoch sofort relativiert werden – danach ist plötzlich wieder alles „gut“. Das empfinde ich als verharmlosend und wenig verantwortungsvoll, weshalb man das Buch definitiv mit Vorsicht genießen sollte.

Ich hoffe sehr, dass der dritte Teil wieder an die Qualität des ersten anknüpfen kann, denn „Very Bad Elite“ bleibt für mich trotz einzelner Ansätze eine enttäuschende Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Elitäre Demütigung

Very Bad Kings
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Ich habe „Very Bad Kings“ als eBook gelesen und war von der ersten Seite an vollkommen gefesselt. Diese düstere schulische Atmosphäre, die intensive Hassliebe und die explosive Dynamik zwischen den Charakteren ...

Ich habe „Very Bad Kings“ als eBook gelesen und war von der ersten Seite an vollkommen gefesselt. Diese düstere schulische Atmosphäre, die intensive Hassliebe und die explosive Dynamik zwischen den Charakteren ziehen einen sofort in den Bann. Mit jeder Zeile fühlt man mehr mit – so sehr, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe.

Die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet: tiefgründig, facettenreich und lebendig. Gleichzeitig bleibt dieses nagende Gefühl, dass man noch mehr über sie erfahren will. Die Protagonistin ist Feuer pur. Auch wenn einige ihrer Entscheidungen für mich kaum verzeihlich sind und ihre Naivität stellenweise fast schmerzt, überzeugt sie durch ihre enorme Willensstärke und innere Kraft. Gerade diese Widersprüche machen sie so greifbar und real.

Die Antagonisten sind verdammte Arschlöcher. Und doch schafft es die Autorin, dass man trotz allem mit ihnen sympathisiert, was die Geschichte noch spannender und emotional komplexer macht.

Der Cliffhanger am Ende ist genau richtig gesetzt: Er hinterlässt keinen bitteren Beigeschmack, sondern steigert die Vorfreude ins Unermessliche. Man klappt das Buch zu und will nur eins – den nächsten Band lesen und den angekündigten Racheakt miterleben.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Wenn Spannung keine Pause kennt – ein rasanter, aber überladener Nachbar

Der Nachbar
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Sebastian Fitzek schafft es auch mit „Der Nachbar“, einen von der ersten Seite an in seinen Bann zu ziehen – allerdings war es für mich diesmal ein zweischneidiges Leseerlebnis.

Die Story ist extrem überladen ...

Sebastian Fitzek schafft es auch mit „Der Nachbar“, einen von der ersten Seite an in seinen Bann zu ziehen – allerdings war es für mich diesmal ein zweischneidiges Leseerlebnis.

Die Story ist extrem überladen mit Plot-Twists und Action, sodass mein Kopf stellenweise wirklich „geraucht“ hat. Es gab kaum Ruhephasen, in denen man das Gelesene sacken lassen oder die Zusammenhänge klar einordnen konnte. Genau das hat mir an einigen Stellen gefehlt: Momente zum Durchatmen, um eigene Hypothesen zu entwickeln. Gerade deswegen fiel es mir leider auch schwer, eine echte Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Die Personen blieben für mich emotional auf Distanz, weil man kaum Zeit hatte, sie wirklich kennenzulernen oder ihre Gedanken und Motive wirken zu lassen. Besonders schade fand ich, dass der Antagonist nicht aus Sarahs näherem Umfeld stammt. Dadurch hatte man kaum die Möglichkeit, im Laufe der Handlung Verdächtige ins Visier zu nehmen oder selbst mitzurätseln.

Trotzdem habe ich das Buch extrem schnell gelesen – innerhalb von zwei Tagen war ich durch. Fitzek versteht es einfach, Spannung aufzubauen, sodass man unbedingt wissen will, wer denn nun wirklich „der Nachbar“ ist. Der Antagonist ist dabei ein Psychopath durch und durch, was zwar erschreckend, aber auch konsequent umgesetzt ist.

Der Schreibstil ist, wie gewohnt, flüssig und sehr gut verständlich. Besonders gefallen mir Fitzeks längere Sätze, deren Bedeutung man sich erschließen muss – das ist ihm auch hier wieder hervorragend gelungen. Zusätzlich hat mich ein kleines Wortspiel zum Schmunzeln gebracht und den Autor direkt noch sympathischer gemacht.

Ein großes Highlight war für mich die Special Edition: Cover, Farbschnitt und die besondere Funktion sind absolut gelungen und machen das Buch auch optisch zu etwas Besonderem.

Positiv hervorheben möchte ich außerdem, wie Fitzek das männliche Patriarchat thematisiert. Er zeigt eindrücklich, wie sehr Frauen – teils unbewusst – von männlichen Meinungen beeinflusst werden, und stellt dem gegenüber, was möglich ist, wenn Frauen selbst denken und Entscheidungen treffen. Dieser Aspekt hat dem Thriller eine zusätzliche Tiefe verliehen.

Fazit:
Ein rasanter, spannender Thriller mit starkem Schreibstil und wichtigen gesellschaftlichen Themen, der mir jedoch stellenweise zu überladen und atemlos war. Weniger Action und mehr Raum zum Mitdenken hätten dem Buch gutgetan.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein Pageturner mit unerwarteten Wendungen

Sie kann dich hören
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Da ich den ersten Band bereits gelesen hatte, war meine Erwartungshaltung an den zweiten Teil extrem hoch – und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Das Buch hat mich so sehr gefesselt, dass ich es innerhalb ...

Da ich den ersten Band bereits gelesen hatte, war meine Erwartungshaltung an den zweiten Teil extrem hoch – und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Das Buch hat mich so sehr gefesselt, dass ich es innerhalb von nur zwei Tagen verschlungen habe.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht verständlich, wodurch man mühelos durch die Geschichte getragen wird. Besonders positiv hervorzuheben sind die Protagonisten, die sehr detailliert und lebendig beschrieben sind. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und baut schnell eine Verbindung zu ihnen auf.

Zwar gab es an einigen Stellen kleinere Ungereimtheiten in der Handlung, die die Geschichte kurzzeitig etwas unglaubwürdig erscheinen ließen, insgesamt haben diese den Lesefluss und die Spannung jedoch kaum gestört. Immer wieder, wenn ich dachte, ich hätte den Durchblick, hat die Autorin es geschafft, mit einem überraschenden Wow-Effekt alles über den Haufen zu werfen – genau das hat das Lesen so spannend gemacht.

Die Liebesgeschichte zwischen Enzo und Millie empfand ich allerdings als etwas erzwungen, was für mich nicht ganz organisch in die Handlung gepasst hat. Dennoch schmälert das den Gesamteindruck nur minimal.

Was mich zusätzlich etwas gestört hat, war der Titel. Aufgrund dessen – und auch durch den Klappentext – bin ich davon ausgegangen, dass es um eine blinde Person geht. Diese Erwartung wurde leider nicht erfüllt, was zunächst enttäuschend war. An der grundsätzlich sehr guten und fesselnden Story hat das jedoch nichts geändert.

Insgesamt ist „Sie kann dich hören“ ein sehr gelungenes Buch, das Spannung, überraschende Wendungen und gut ausgearbeitete Charaktere bietet und definitiv eine Leseempfehlung ist.

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