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Veröffentlicht am 25.02.2020

Zuckersüße Träume

Verliebt im Café Inselglück
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"Verliebt im Café Inselglück" ist die Fortsetzung des Romans "Ein Jahr Inselglück", mit dem sich die deutsche Autorin Susanne Oswald in die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben hat.

Seit Langem träumt ...

"Verliebt im Café Inselglück" ist die Fortsetzung des Romans "Ein Jahr Inselglück", mit dem sich die deutsche Autorin Susanne Oswald in die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben hat.

Seit Langem träumt Hannah davon, ihre kleine Pension auf Amrum in ein Café umzubauen. Sie weiß auch schon genau, wie es aussehen soll. Das Café Inselglück soll der perfekte, unverwechselbare Wohlfühlort sein. Und dazu gehören natürlich auch süße Köstlichkeiten. Da kann es nur Schicksal sein, dass Hannah beim Aufräumen ein altes Backbuch ihrer Urgroßmutter hinter dem Bücherregal findet. Sofort wird sie vom Kuchenfieber gepackt, und ist von da an kaum aus der Küche fortzubekommen. Doch ausgerechnet jetzt, wo alles so perfekt läuft, bekommt Hannah von ihrem Verlobten Lennard nicht die Unterstützung, die sie sich erhofft hat. Mit einem Mal ist Hannah sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich den richtigen Mann an ihrer Seite hat.

Das in sanften Tönen gehaltene Cover ist sehr stimmig ausgewählt worden. Denn es zeigt einen romantischen Sonnenuntergang am Meer. Der Strandhafer wiegt sich im leichten Wind und eine gemütliche Bank lädt jeden Betrachter zum Verweilen ein. Inselfeeling pur!

Susanne Oswald hat einen angenehmen Wohlfühl-Roman geschrieben, der jedem Leser eine erholsame Auszeit auf der nordfriesischen Insel Amrum beschert. Dank ihrer ausführlichen Beschreibungen kann man sich alle malerischen Schauplätze der Handlung vorstellen. Auch die sympathischen Protagonistinnen wachsen jedem Leser ans Herz. Es sind starke Frauen, die sich gegenseitig unterstützen und den Mut besitzen, ihre Träume zu leben; angefangen von Finja, die sich in einem ererbten Haus eine neue Existenz aufgebaut und ein eigenes Mode-Label gegründet hat, über Elisabeth, die sich aus einer von Gewalt geprägten Ehe gelöst hat, bis hin zu Hannah, die eine verstaubte Pension gegen ein gemütliches Café eintauscht, das einem reizenden Vorbild in Kopenhagen nachempfunden ist. Besonders gut gefallen hat mir, dass Susanne Oswald aktuelle poltische Themen in diesen unbeschwerten Liebesroman einfließen lässt, in dem sie von Tahmineh erzählt, die aus dem Iran flüchten musste und eine neue Heimat (und gute Freundinnen) auf der Nordsee-Insel findet

Wer nach dieser stimmungsvollen Lektüre auf den Geschmack gekommen ist, kann die köstlichen Kuchen und Tortenträume aus dem Café Inselglück für seine Lieblingsmenschen nachbacken. Ausgewählte Rezepte runden die schöne Geschichte ab, die Lust auf einen erholsamen Urlaub am Meer macht. Vielleicht sieht man sich im Café Inselglück?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein Hund fürs Herz

Die Liebe gibt Pfötchen
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"Die Liebe gibt Pfötchen" ist bereits der 4. Band aus der "Lichterhaven"-Reihe der deutschen Schriftstellerin Petra Schier, die sich nicht nur durch ihre maritimen Wohlfühl- und romantischen Weihnachtsromane, ...

"Die Liebe gibt Pfötchen" ist bereits der 4. Band aus der "Lichterhaven"-Reihe der deutschen Schriftstellerin Petra Schier, die sich nicht nur durch ihre maritimen Wohlfühl- und romantischen Weihnachtsromane, sondern auch durch ihre historischen Romane und (unter dem Pseudonym Mila Roth) ihre packenden Krimis einen festen Platz in den Buchhandlungen meines Vertrauens gesichert hat. Streng genommen, ist es sogar der 6. Denn wir dürfen die Ebooks "Auf den Wellen des Glücks" und "Hundeherz und Liebesglück" nicht vergessen, welche die Wohlfühlromane mit Herz und Hund vervollständigen.

In dem maritimen Lichterhaven hat Thorsten ein Zuhause gefunden. Gemeinsam mit seinem Halbbruder baut er in der Familienwerft hochwertige Holzboote - und erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum. Alles, was ihm jetzt noch zu seinem Glück fehlt ist ein Date mit Martina. Doch seit ihrer ersten Begegnung weiß er: Er wird kämpfen müssen, wenn er diese umwerfende Frau für sich gewinnen will. Aber er scheint einen Verbündeten zu haben. Martinas vierbeiniger Begleiter, der ungarische Hirtenhund Capone, schafft es irgendwie immer wieder, dass die beiden sich wie zufällig treffen

Ehrlich gestanden, sind es die wunderschönen Cover der "Lichterhaven"-Reihe, die mein Herz sofort höher schlagen lassen. Auf dem Roman "Die Liebe gibt Pfötchen" sieht man einen entzückenden Hund mit einem hellem Fell, einen ungarischen Mudi, wie ich im Laufe dieses Romans gelernt habe. Das quirlige Fellbündel hört (mal mehr, mal weniger) auf den schönen Namen "Capone", stammt aus dem Tierschutz, passt auf die verwitwete Geschäftsfrau Martina Claussen und ihre Kinder Annika und Basti auf und spielt in diesem Roman eine wichtige Rolle.

Mit Martina Claussen hat Petra Schier eine starke Frauengestalt in den Mittelpunkt ihres neuen Romans gestalt. Sie ist 33 Jahre alt, hat ihren Mann vor einigen Jahren durch einen tragischen Unfall verloren und die Liebe nach diesem Schicksalsschlag aus ihrem Leben gestrichen. Sie lebt für ihre Kinder und das Lebenswerk ihres Mannes, das sie um jeden Preis fortführen möchte. Wie für alle Allelinerziehenden ist es für Martina nicht einfach, Beruf, Haushalt und Kinderziehung zu wuppen. Auf den ersten Blick scheint sie eine erfolgreiche kluge Geschäftsfrau zu sein, die ihre Interessen vertreten kann. Hinter dieser Maske verbirgt sich eine sensible Frau, die starke Minderwertigkeitskomplexe wegen einer kurvigen Figur und ein nicht bewältigtes Trauma mit sich herum schleppt.

Nach und nach gelingt es Thorsten Brunner den eisernen Panzer, mit dem Martina sich vor allen Versuchungen schützt, mit seinem behutsamen Werben zu durchbrechen. Auch er hat es nicht leicht gehabt; als unehelicher Sohn eines gutsituierten Geschäftsmannes ist er in ärmlichen Verhältnissen bei seiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen und hat sich seine berufliche Karriere aus eigener Kraft aufgebaut. Seit zwei Jahren lebt er in Lichterhaven und führt eine Werft in Lichterhaven mit seinem Halb-Bruder Lars, den er zufällig in den USA kennen- und schätzen gelernt hat. Thorsten ist ein attraktiver, sympathischer, tierlieber Mann, der sich in Lichterhaven gut eingelebt und durch seine ausgeprägte Hilfsbereitschaft viele Freude gewonnen hat.

Wieder ist es Petra Schier gelungen, mich mit einer glaubhaft erzählten, charmanten, mit einer feinen Prise Erotik gewürzten Geschichte mit erwachsenen Protagonisten, die Ecken und Kanten besitzen und sich auf Augenhöhe begegnen, einzufangen. Dank ihres bildhaften, mitreißenden Erzählstils fühlte ich mich gleich in den idyllischen (fiktiven) Ort Lichterhaven an der Nordsee versetzt und konnte ein Wiedersehen mit vielen lieb gewonnen Figuren (und ihren Haustieren!) aus den zuvor erschienen Bänden feiern.

Für mich ist dieses wunderschöne Buch mein klares Highlight im Monat Februar, das mein Herz in der kalten Jahreszeit gewärmt und die kräftigen Sturmböen weit weggeweht hat!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2020

Liebe ist alles

One Hundred Lovers
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Wieder einmal bin ich durch einen Hype auf Social Media auf ein Buch aufmerksam geworden. Diesmal handelt es sich um den erotischen Roman "One hundred lovers" von Nicole Obermeier, einer Autorin für fantastische ...

Wieder einmal bin ich durch einen Hype auf Social Media auf ein Buch aufmerksam geworden. Diesmal handelt es sich um den erotischen Roman "One hundred lovers" von Nicole Obermeier, einer Autorin für fantastische und realistische Liebesgeschichten. Eigentlich gehört dieses literarische Genre gar nicht zu meiner bevorzugten Lektüre, aber ich war neugierig auf dieses Werk geworden und wollte es unbedingt lesen - und ich habe meine Entscheidung keine einzige Sekunde lang bereut.

Tagsüber wahrt Robyn Ward ihr Image als pflichtbewusste Schulsekretärin, nachts schläft sie als Samantha Bane mit den heißesten Männern Kaliforniens ...
Nach den traumatischen Erlebnissen in ihrer Jugend hat Robyn der Liebe abgeschworen. Schneller Sex hingegen verschafft ihr für kurze Zeit Selbstbestätigung und die Anerkennung, die sie so dringend braucht. Was jedoch niemand dieser Männer weiß: Robyn betreibt den berüchtigten Blog One Hundred Lovers, auf dem sie über jedes ihrer heißen Abenteuer berichtet. Als eine große Tageszeitung ihre Kolumnen veröffentlicht, will plötzlich ganz Amerika wissen, wer hinter den verruchten Sexstorys steckt.
Während Robyn allmählich die Kontrolle über den Blog verliert und anfangen muss, ihr Leben zu hinterfragen, taucht plötzlich Ethan auf – der Junge, der ihr einst das Herz brach und für ihre dunkelsten Stunden verantwortlich war. Gibt es für die Liebe eine zweite Chance?

Das edel und geschmackvoll wirkende Cover des Romans ist in Schwarz-Weiß-Tönen gehalten, während der aussagekräftige Titel "One hundred lovers" in golden schimmernden Großbuchstaben plakativ in Szene gesetzt wird.

"One hundred lovers" spielt in der aktuellen Gegenwart in einer fiktiven Kleinstadt in den USA. , wo Robyn nach den traumatischen Erlebnissen in ihrer Teenager- und Studentinnen-Zeit lebt und als (überqualifizierte) Sekretärin in einer Schule arbeitet. In ihrer Freizeit führt sie einen Blog, in dem sie von ihren erotischen Abenteuern in Kalifornien erzählt. Umrahmt wird die Geschichte von einem kurzen Epilog, der einige traumatische Ereignisse in der Vergangenheit von Robyn näher beleuchtet, und einem kleinen Ausblick in das weitere Leben von Robyn.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Robyn vermittelt. Sie führt ein Doppelleben und setzt auf One Night Stands mit attraktiven Männern setzt, die sie garantiert niemals wiedersehen wird, um sexuelle Erfüllung zu finden und ihr angeknackstes (geringes) Selbstwertgefühl aufzupolieren. Die Liebe hat sie ganz aus ihrem Leben gestrichen. Sie ist eine gebrochene, sensible Persönlichkeit, die man am liebsten in den Arm nehmen und trösten möchte. Deshalb verfolgt man ihren weiteren Lebensweg mit angehaltenem Atem.

"Jeder Mensch hat es verdient, zu lieben und geliebt zu werden. Doch bevor man sich einem anderen Menschen öffnen kann, muss man lernen, sich selbst zu lieben." So lautet die klare Botschaft des erotischen Romans "One hundred lovers", der ein Zeichen gegen Bodyshaming und (Cyber-) Mobbing setzen will, wie es uns in unserer heutigen Zeit tagtäglich begegnet.

Stilistisch hat mich dieser erotische Roman überzeugt. Nicole Obermeier hat alle "eindeutigen" Szenen plastisch ausgemalt, ohne ein einziges Mal ins Ordinäre zu gleiten. Auch sprachlich gesehen bewegt sie sich auf einem hohen Niveau. Sie schreibt in einem flüssigen, gut lesbaren Stil, man wird von diesem Buch gefangen genommen und taucht tief eine bewegende Lebensgeschichte. Alles in allem ist Nicole Obermeier ein berührender, traurig und hoffnungsvoll zugleich stimmender tiefgründiger erotischer Roman gelungen, den man allen Leserinnen ans Herz legen möchte.

Leider ist das Happy-End etwas zu gewollt ausgefallen. Robyn findet nicht nur den Mann ihrer Träume und unterzieht sich einer dringend notwendigen Therapie, sondern sie gewinnt (nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung ihrer vermögenden jüngeren Schwester, einer berühmten wunderschönen Schauspielerin) eine gerichtliche Auseinandersetzung gegen Star-Anwälte, bezwingt sämtliche Widersacher, landet einen Bestseller auf dem hart umkämpften Buchmarkt und wird zum gefeierten Star, der sich für alle Mobbing-Opfer in den USA einsetzt. Es ist nicht so, dass man ihr das große Glück nicht gönnen würde, nur: Muss ihr weiteres Leben komplett in rosaroten Farben gemalt werden? Hätte eine realistischere Version nicht auch gereicht?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

Tanz der Gestirne

Sonne, Mord und Sterne
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Nein, ich habe das Erscheinungsdatum dieses Buches nicht in den Sternen gesehen. Endlich ist es soweit: Mit der Ruhrpott-Krimödie "Sonne, Mord und Sterne" hat Lotte Minck den dritten Band ihrer erfolgreichen ...

Nein, ich habe das Erscheinungsdatum dieses Buches nicht in den Sternen gesehen. Endlich ist es soweit: Mit der Ruhrpott-Krimödie "Sonne, Mord und Sterne" hat Lotte Minck den dritten Band ihrer erfolgreichen Reihe um die Astrologin Stella Albrecht vorgelegt.

Beim Bochumer Astrologiekongress versammelt sich alles, was in der Branche Rang und Namen hat, vom Geistheiler über den Engelsbotschafter bis zum Jenseitsmedium. Um zu erkennen, dass Marlene Silberstein tot ist, braucht man allerdings weder hellseherische Fähigkeiten noch muss man des Auralesens mächtig sein: Der Star der Astrologenszene wurde erschlagen, und zwar mit dem ihr gerade erst verliehenen "Saturn". Während der zunehmend genervte Kommissar Arno Tillikowski bei seinen Befragungen mit Engelskontakten als Alibi konfrontiert wird, begibt sich Stella auf die Suche nach dem Täter - wie immer mit himmlische Hilfe, aber auch ganz bodenständig unterstützt von ihren Freunden.

Das Cover von Ommo Wille ist wieder eine Klasse für sich. Der Betrachter schaut in ein Hotelzimmer, das in völlige Dunkelheit getaucht und lediglich von dem schwachen Licht mehrerer Kerzen erhellt wird. Im angrenzenden Badezimmer mustert sich eine junge Frau selbstgefällig im Spiegel und zieht sich sorgfältig die Lippen nach. Offensichtlich erwartet sie Besuch; denn sie ist aufreizend mit knallroten Dessous bekleidet. Auf einen Eindringling, der sich mit einem schweren Gegenstand in der Hand auf leisen Sohlen ins Badezimmer scheint, kann sie kaum vorbereitet sein. Auch der Titel "Sonne, Mord und Sterne" ist schlichtweg genial. Denn er nimmt das zentrale Motiv "Astrologie" auf eine lässige, selbstironische Art auf, in dem er ein bekanntes Kinderlied kurzerhand umdichtet.

Wie die Vorgänger "Planetenpolka" und "Venuswalzer" spielt das Buch "Sonne, Mord und Sterne" wieder mitten im Ruhrpott. Lotte Minck, die ungekrönte Queen of Crimedy, hat sich ein ausgefallenes Setting einfallen lassen. Sie gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen eines Astrologie-Kongresses in Bochum, zu dem die seriöse Astrologin Stella Albrecht und ihre flotte Oma Maria Schmidt, besser bekannt als geheimnisumwitterte "Madame Pythia", geladen sind. Dort lernen sie Marlene Silberstein, den atraktiven, berühmt-berüchtigten Star der Astrologie-Szene, kennen, die sich weniger durch Fachwissen denn durch Cleverness auszeichnet. Sie ist sehr geschäftstüchtig, manipuliert ihre Mitmenschen nach Belieben, hat einige Leichen im Keller und ist mit allen Wassern gewaschen. Demzufolge ist es keine große Überraschung, das sie den ersten Preis des Events abräumt und mit dem "Saturn" für ihre Verdienste ausgezeichnet wird. Dass sich diese Statue als Tatwerkzeug entpuppt, mit dem sie selbst hinterrücks in ihrem Badezimmer erschlagen wird, dürfte sie nicht vorhergesehen haben. Verdächtige gibt es mehr als genug. Statt das schillernde Event in ihrer Heimatstadt zu genießen, steckt Stella Albrecht mitten in einem komplizierten Mordfall und unterstützt ihren Freund, Kommissar Arno Tillikowski, auf der Suche nach dem Täter...

Wieder einmal bin ich restlos begeistert von dem neuen Buch meiner Lieblingsautorin Lotte Minck. Es ist witzig-spritzig geschrieben und bietet vergnügliche, spannende Unterhaltung mit viel Lokalkolorit und tollen, schrägen Protagonisten, die jeden Leser in ihren Bann schlagen wird. Einfach eine großartige Mischung aus Krimi und Kömodie! Bitte mehr davon!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2020

Freundschaft oder Liebe?

Someone Else
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"Someone Else" ist die lang erwartete Fortsetzung des Bestsellers "Someone New", mit dem die deutsche Schriftstellerin Laura Kneidl wieder die Bestseller-Listen gestürmt hat. Folglich trifft man viele ...

"Someone Else" ist die lang erwartete Fortsetzung des Bestsellers "Someone New", mit dem die deutsche Schriftstellerin Laura Kneidl wieder die Bestseller-Listen gestürmt hat. Folglich trifft man viele vertraute Figuren wieder, deren Schicksal weiter erzählt wird. Die Lektüre des ersten Bandes der Reihe ist nicht zwingend notwendig, jedes Buch ist in sich abgeschlossen und kann für sich allein gelesen werden.

Im Mittelpunkt des zweiten Bandes der "Someone New"-Reihe stehen Cassie und Maurice, genannt Auri. Eigentlich könnten Cassie und Auri das perfekte Paar sein: Sie sind beste Freunde, wohnen zusammen und teilen ihr größtes Hobby - die Fantasyliteratur. Und obwohl Cassie das Gefühl hat, dass niemand auf der Welt sie besser kennt als Auri, scheinen die beiden manchmal Welten zu trennen. Während Auri Football spielt, viele Bekanntschaften hat und gern unter Menschen geht, zieht Cassie sich lieber von der Außenwelt zurück und pflegt einen kleinen, aber engen Freundeskreis. Doch je mehr Zeit vergeht und je stärker ihre Gefühle für Auri werden, desto größer ist ihre Angst, dass das, was sie und Auri verbindet, vielleicht nicht so stark ist wie das, was sie trennt ...

Das künstlerisch gestaltete Cover ähnelt dem Cover des ersten Bandes. Insoweit ist ein hoher Wiedererkennungswert auf dem Buchmarkt gegeben. Die Farben sind etwas dunkler gehalten, Grau- und Rosatöne verschwimmen ineinander.

Erwartungsgemäss ist dieses neue Buch von Laura Kneidl auf Social Media wieder gehypt worden. Deshalb war ich sehr gespannt auf diesen Roman, wollte aber nicht mit überzogenen Erwartungen an diese Lektüre herangehen, um mir mein eigenes Urteil bilden zu können..

Ist ein Moment des Glücks wirklich den Preis unserer Freundschaft wert? Wenn man so will, ist diese rhetorische Frage der zentrale Dreh- und Angelpunkt, um den dieser neue New Adult Roman von Laura Kneidl kreist. Cassie und Auri leben nicht nur in einer Wohngemeinschaft, sie bewegen sich im gleichen Freundeskreis, teilen die gleichen Interessen und sind durch ihre gemeinsame Liebe zur Fantasy und zum Cosplay und die entsprechenden Aktivitäten eng verbunden. Die Chemie zwischen ihnen stimmt. Es ist also nicht die Frage, ob sie sich zueinander bekennen, sondern nur wann.

Das Geschehen wird ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Cassie erzählt, was sich in diesem Falle als großer Nachteil erweist. Durch diese Entscheidung bleibt die Figur von Auri merkwürdig blass; wir erleben ihn nur aus der Sicht von Cassie und können seine Gedanken- und Gefühlswelt nicht nachvollziehen. Cassie selbst ist eine reizende Protagonistin; sie ist eine blasse, zierliche Studentin, leidet an Diabetes und muss stets auf ihre Gesundheit achten. Dennoch badet sie nicht in Selbstmitleid, sondern nimmt sich selbst nicht so wichtig, sie ist ein introvertiertes Mädchen und zeigt sich loyal, süß und zuverlässig. Wenn man so will, das perfekte Gegenstück zu dem großen, starken, fürsorglichen farbigen Studenten Auri, der nach außen sein Image als cooler Football-Spieler pflegt und nach innen für die schillernde Welt der Fantasy schwärmt.

Grundsätzlich hat dieser leicht und flüssig geschriebene Roman viel Potenzial; allein der alltägliche Rassismus in den USA und die krassen Vorurteile gegenüber Cosplay, die von Laura Kneidl thematisiert werden, machen ihr neues Buch lesenswert. Trotzdem hat er mich nicht völlig überzeugen können. Für meinen Geschmack ist dieses Buch viel zu simpel und vorhersehbar gestrickt. Seine Protagonisten müssen sich nicht mehr neu entdecken, sie kennen sich in- und auswendig und kreisen ausschließlich um sich selbst. Man kann alle schüchternen Annäherungen, verliebten Blicke und zärtlichen Geste lange vorausahnen. Sie spielen ständig das gleiche Spiel und schleichen umeinander wie hungrige Katzen um ein Töpfchen mit Sahne - um vor dem letzten entscheidenen Schritt wieder zurückzuzucken. Auch wenn Laura Kneidl die (etwas überladene) Handlung mit künstlich eingebauten Konflikten in die Länge zieht, will Dramatik, Spannung und Tiefe einfach nicht aufkommen. Schade!

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Cover