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Veröffentlicht am 16.06.2026

Ein Bilderbuch voller Trost, Hoffnung und Vergebung

Ein Freund, der vergibt
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Mitten hinein in dieses warme Bilderbuch fällt ein Thema, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen kennen: Fehler machen, jemanden enttäuschen und sich danach ganz klein fühlen. Die Geschichte von Petrus ...

Mitten hinein in dieses warme Bilderbuch fällt ein Thema, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen kennen: Fehler machen, jemanden enttäuschen und sich danach ganz klein fühlen. Die Geschichte von Petrus wird hier so liebevoll und verständlich erzählt, dass sie nicht schwer oder bedrückend wirkt, sondern tröstlich und hoffnungsvoll.

Ich mochte besonders, wie nahbar Petrus dargestellt wird. Er liebt Jesus, versagt trotzdem und trägt danach dieses schreckliche Gefühl mit sich herum. Genau dadurch wird die Geschichte für Kinder greifbar. Es geht nicht um perfekte Menschen, sondern um einen Jesus, der nicht weggeht, wenn etwas schiefläuft. Das hat mich wirklich berührt.

Die Illustrationen von Catalina Echeverri sind freundlich, lebendig und voller Ausdruck. Sie nehmen der Geschichte die Schwere, ohne ihre Bedeutung kleinzumachen. Gerade für die Osterzeit ist das Buch wunderschön, aber eigentlich passt es das ganze Jahr, weil Vergebung immer ein Thema ist.

Ein Freund, der vergibt ist ein Bilderbuch, das Glauben nicht trocken erklärt, sondern wie eine offene Tür wirken lässt. Warm, ehrlich und voller Trost. Für Familien, Gemeinden und Kinderstunden eine richtig schöne Empfehlung.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Wenn Stolz leise knistert und Vorurteile bröckeln

Stolz und Vorurteil – die Graphic Novel nach Jane Austen
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Manchmal braucht es gar keinen dicken Klassiker mit winziger Schrift, damit einem Mr Darcy wieder herrlich arrogant auf die Nerven geht. Diese Graphic Novel schafft genau das, was eine gute Adaption schaffen ...

Manchmal braucht es gar keinen dicken Klassiker mit winziger Schrift, damit einem Mr Darcy wieder herrlich arrogant auf die Nerven geht. Diese Graphic Novel schafft genau das, was eine gute Adaption schaffen muss: Sie nimmt Jane Austens berühmte Geschichte ernst, macht sie aber frisch, zugänglich und richtig schön lebendig.

Elizabeth Bennet bleibt dabei diese wunderbar schlagfertige Frau, bei der man innerlich ständig denkt: Ja, Mädchen, sag es ihm. Mr Darcy wiederum stolpert mit seiner kühlen Art so elegant durch die Seiten, dass man ihn gleichzeitig schütteln und heimlich doch ein bisschen mögen möchte. Genau dieses Knistern zwischen Stolz, Missverständnissen und unterdrückten Gefühlen funktioniert hier richtig gut.

Die Illustrationen geben der Geschichte eine tolle Atmosphäre. Bälle, Blicke, feine Gesten und diese ganze gesellschaftliche Enge kommen schön rüber, ohne dass es altbacken wirkt. Gerade für Leser, die Austen vielleicht bisher eher aus sicherer Entfernung bewundert haben, ist das ein richtig guter Einstieg.

Natürlich merkt man, dass ein großer Klassiker hier verdichtet wird. Einige Feinheiten rauschen schneller vorbei, als man es aus dem Roman kennt. Aber ehrlich gesagt: Für eine Graphic Novel passt das Tempo. Sie will nicht alles ersetzen, sondern Lust auf diese Welt machen.

Eine charmante, gefühlvolle und bildstarke Neuerzählung, die zeigt, warum Elizabeth und Darcy immer noch funktionieren. Frech, romantisch, klug und mit genau der richtigen Portion Herzklopfen.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Wenn Dunkelheit nicht das Ende ist

Um uns nur Dunkelheit
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Manchmal schlägt man ein Buch auf und merkt ziemlich schnell: Okay, das wird kein gemütlicher Kuschelroman mit Tee und Keksen. Um uns nur Dunkelheit nimmt einen mit nach Texas im Jahr 1852 und drückt einem ...

Manchmal schlägt man ein Buch auf und merkt ziemlich schnell: Okay, das wird kein gemütlicher Kuschelroman mit Tee und Keksen. Um uns nur Dunkelheit nimmt einen mit nach Texas im Jahr 1852 und drückt einem direkt dieses schwere Gefühl in die Hand, das man beim Lesen kaum wieder loswird.

Sechs versklavte Frauen treffen sich nachts heimlich im Wald. Allein dieses Bild hat schon so viel Kraft. Dunkelheit, Angst, Flüstern, Zusammenhalt. Und mittendrin dieser unfassbare Wille, sich nicht brechen zu lassen. Die Plantagenbesitzer, von den Frauen Luzis genannt, wollen über ihre Körper bestimmen. Da sitzt man beim Lesen und denkt sich: Wie viel Grausamkeit kann ein Mensch eigentlich ertragen, bevor er innerlich schreit?

Tracey Rose Peyton erzählt das nicht laut oder reißerisch, sondern eher poetisch, dicht und manchmal fast schmerzhaft ruhig. Genau das macht es so stark. Man spürt die Angst, aber auch die Würde dieser Frauen. Ihre kleinen Gesten, ihre Blicke, ihr Mut. Das ist kein Buch, das mit großer Action um sich wirft. Es arbeitet leise, aber verdammt tief.

Zwischendurch musste ich kurz durchatmen, weil die Geschichte nicht leicht ist. Und ja, man muss aufmerksam lesen. Wer schnelle Spannung sucht, wird vielleicht kämpfen. Wer aber eine Geschichte über Widerstand, weibliche Stärke und Menschlichkeit sucht, bekommt hier einen Roman, der unter die Haut geht.

Für mich ein kraftvolles, wichtiges und emotionales Buch, das nicht schön sein will, sondern wahrhaftig. Und genau deshalb bleibt es hängen.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Wenn Fußballgeschichte plötzlich richtig wehtut

Die Raute unterm Hakenkreuz
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Manchmal liegt ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Das wird kein gemütlicher Fußballabend mit Chips, Nostalgie und „Weißt du noch damals?“. Die Raute unterm Hakenkreuz geht dahin, ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man weiß schon nach wenigen Seiten: Das wird kein gemütlicher Fußballabend mit Chips, Nostalgie und „Weißt du noch damals?“. Die Raute unterm Hakenkreuz geht dahin, wo es unbequem wird. Genau deshalb ist dieses Buch so wichtig.

Werner Skrentny und die weiteren Autoren schauen nicht verklärt auf Vereinsgeschichte, sondern legen den Finger in eine Wunde, die viel zu lange nicht richtig sichtbar war. Der HSV in der Zeit des Nationalsozialismus, das klingt erstmal nach Sportgeschichte, nach Archiv, nach alten Namen und Daten. Aber ziemlich schnell merkt man: Hier geht es um Menschen. Um Karrieren, Schuld, Ausgrenzung, Mitläufertum, Macht und Schicksale, die einem wirklich im Hals stecken bleiben.

Besonders die Geschichte von Otto Harder und Asbjörn Halvorsen hat mich gepackt. Zwei Männer, einst gemeinsam Meister mit dem HSV, später auf völlig unterschiedlichen Seiten eines unfassbaren Grauens. Harder als KZ-Kommandant, Halvorsen als Häftling. Da sitzt man dann da, klappt das Buch kurz zu und denkt nur: Fußball kann so viel erzählen, wenn man ehrlich hinschaut.

Das Buch ist kein leichter Stoff und will es auch nicht sein. Es ist dicht, gründlich und manchmal richtig schwer auszuhalten. Aber gerade diese Mischung aus Fußballgeschichte und menschlicher Tragödie macht es so stark. Keine billige Betroffenheit, kein erhobener Zeigefinger im Dauermodus, sondern eine ernsthafte Aufarbeitung, die Respekt verdient.

Für HSV-Fans ist das sicher Pflichtlektüre, aber eigentlich geht es weit darüber hinaus. Dieses Buch zeigt, dass Vereinsgeschichte nicht nur aus Titeln, Tabellen und Heldenmomenten besteht. Manchmal muss man auch dahin schauen, wo es weh tut.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Wenn echte Begegnungen wieder wichtiger werden

Ich bin dann mal da
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Manchmal braucht es kein großes Drama, sondern nur einen ehrlichen Blick auf den eigenen Alltag, um sich ertappt zu fühlen. Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen von Ich bin dann mal da. Christina Schöffler ...

Manchmal braucht es kein großes Drama, sondern nur einen ehrlichen Blick auf den eigenen Alltag, um sich ertappt zu fühlen. Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen von Ich bin dann mal da. Christina Schöffler schreibt so nahbar, warm und lebensklug, dass viele ihrer Gedanken wie kleine Spiegel wirken.

Besonders schön fand ich, dass das Buch nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Es geht nicht darum, Technik zu verteufeln oder das Handy aus dem Fenster zu werfen. Vielmehr erzählt die Autorin humorvoll und ehrlich davon, wie schnell echte Begegnungen, leise Momente und auch die Beziehung zu Gott zwischen Nachrichten, Terminen und Bildschirmzeit verschwinden können.

Die Alltagsgeschichten haben mich immer wieder berührt, weil sie so normal wirken und gerade deshalb hängen bleiben. Nachbarschaft, Familie, Kindererziehung, verletzliche Beziehungen und der Wunsch nach mehr Tiefe bekommen hier einen liebevollen Rahmen. Es fühlt sich an wie ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee, ehrlich, manchmal schmunzelnd, manchmal nachdenklich und immer mit ganz viel Herz.

Für mich ist dieses Buch eine wohltuende Einladung, wieder bewusster da zu sein. Nicht perfekt, nicht krampfhaft, sondern mitten im echten Leben. Ein Buch, das entschleunigt, ermutigt und daran erinnert, dass Nähe, Glaube und Gemeinschaft oft genau dort beginnen, wo der Bildschirm einmal dunkel bleibt.

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