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Ana-Woods

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Veröffentlicht am 29.04.2019

Ein einzigartiges Leseerlebnis

Cassia & Ky -- Die Auswahl
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Inhalt
Mit 17 Jahren erfährt jedes Mädchen, welcher Junge vom System als ihr idealer Partner ausgewählt wurde, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen und Kinder bekommen soll. Es ist Cassias großer ...

Inhalt
Mit 17 Jahren erfährt jedes Mädchen, welcher Junge vom System als ihr idealer Partner ausgewählt wurde, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen und Kinder bekommen soll. Es ist Cassias großer Tag und zu ihrer Überraschung wurde ihr bester Freund Xander für sie bestimmt.
Als sie zu Hause angekommen ist, möchte sie sich Informationen über Xander einholen und benutzt den Mikrochip, der jedem überreicht wird. Xanders Gesicht erscheint, doch kurze Zeit später verblasst es und Cassia sieht das Gesicht von Ky ' ein weiterer Junge aus ihrer Region. Sie kann es nicht fassen, dass dem perfekten System ein Fehler unterlaufen ist, doch ihr wird versichert, dass Xander ihr idealer Partner ist und es Ky niemals sein könnte, da er eine Aberration ist, ein Mensch zweiter Klasse, der sich niemals mit jemandem paaren darf.
Doch diese Antwort genügt Cassia nicht und sie beginnt die Gesellschaft und das System anzuzweifeln. Sie kann an nichts anderes mehr denken, als das Gesicht von Ky, welches unerwarteterweise auf ihrem Bildschirm erschien und Cassia beginnt sich Gedanken darüber zu machen, ob es einen Weg gibt, dass man doch für sich selbst wählen kann.

Kritik
Es ist eine etwas lange Inhaltsangabe, doch ich denke, dass man diese gut gebrauchen kann, um dieses etwas komplexe Buch nachvollziehen zu können. Mit 'Die Auswahl' ist Ally Condie eine einmalige Geschichte gelungen, die der Auftakt der Reihe um Cassia und Ky sein wird. Dystopien sind neuerdings sehr in der Mode, was keinesfalls negativ, sondern sehr positiv ist. Es ist Fantasy auf einer anderen, sehr bewegender Ebene.
Ich muss zugeben, dass dieses Buch zu 90% aufgrund des wunderschönen Covers auf meinem Wunschzettel gelandet ist und weniger wegen des Klappentextes. Doch so mehr positive Kritiken ist im Internet gelesen hatte, desto aufgeregter wurde ich und musste dieses Buch besitzen. Und es hat sich wirklich gelohnt.
Cassia ist ein junges Mädchen, das mit ihrem Bruder und ihren Eltern ein behütetes Leben hatte, bis zu dem Tag ihres Banketts. Alles hat sich geändert und sie kann richtig kaum noch von falsch unterscheiden. Jahrelang hat sie in die Gesellschaft und deren Systeme vertraut und dachte, dass all das nur ihrem Besten dient, doch allmählich spürt sie, dass irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Seit sie Kys Gesicht auf ihrem Mikrochip vorgefunden hat, ist für sie nicht mehr, wie es einmal war und sie beschließt ihren eigenen Weg zu gehen, was natürlich gegen den Willen der Gesellschaft passiert. Cassia ahnt nicht welche Folgen ihr Handeln davontragen, denn sie wird zu sehr von ihren Gefühlen geleitet und von dem Wunsch kontrolliert, für sich selbst entscheiden zu können.
Da das Buch aus der Ich-Perspektive au Cassias Sicht geschrieben ist, wissen wir nur so viel, wie auch sie weiß. Doch gerade das macht es so spannend. Das Buch beginnt mitten im Geschehen, als Cassia auf dem Weg zu ihrem Bankett ist. Der Leser weiß noch nichts über die Gesellschaft oder über das System. Doch je mehr Cassia merkt, dass sie sich in einem Netz aus Intrigen befindet, desto mehr fängt auch der Leser an zu wissen, denn sie macht sich auf den Weg herauszufinden, was es mit der Gesellschaft und dem System auf sich hat.
Der Einstieg in den Schreibstil war zunächst zwar etwas schwer, da er ziemlich flach und steril gehalten wurde, doch auch das hat sich allmählich gelegt. Der Schreibstil wurde dem Handlungsverlauf angepasst und blieb nicht das ganze Buch über nüchtern, sondern wurde nach und nach immer authentischer und Spannung wurde dadurch immer mehr aufgebaut.
Die Spannung beginnt, als Cassia sich zum Wandern ins Sommerprogramm hat einschreiben lassen, denn dort begegnet sie Ky und lernt ihn immer besser kennen. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, was auch den Funktionären nicht entgeht. Immer wieder bedrängen sie Cassia, dass sie sich anpassen soll und nichts Unüberlegtes tun soll, doch das Mädchen schreckt vor nichts zurück, denn ihr Herz sagt ihr, dass sie Ky liebt.
Und er liebt auch Cassia und würde alles für sie tun. Genau wird es glaube ich nicht erwähnt, doch es gibt viele Anzeichen darauf, dass er sie schon immer geliebt hat, seit er sie das erste Mal vor vielen Jahren im Schwimmbad kennengelernt hat. Eine herzzerreißende Liebesgeschichte, für die es kein Happyend zu geben scheint. Ky setzt für die Liebe zu Cassia alles aufs Spiel und bringt sich durch seine Taten oftmals in Lebensgefahr, doch all dies ist ihm egal, solange er seine Zeit mit ihr verbringen und im Stillen lieben kann.
Beide wissen sie, dass es eigentlich keine Möglichkeit für sie gibt, zusammen zu sein. Doch einfach aufhören sich zu lieben geht nicht und so versuchen sie das Beste aus der Zeit zu machen, die ihnen noch bleibt.
Die Liebe der beiden wird auf eine rührende und sehr romantische Art beschrieben, sodass sie nicht aufgesetzt, sondern sehr authentisch und lebendig wirkt. Man kann sich sehr gut in Cassia hineinversetzen und man versteht, dass sie für diese Liebe, für Ky, alles opfern würde. Die beiden verbindet so vieles und Cassia weiß tief in ihrem Herzen, dass das System keinen Fehler gemacht hat, als Ky im Paarungspool gelandet ist. Die beiden gehören zusammen.
Das traurige an der ganzen Sache ist, dass Cassia oftmals Xander total zu vergessen scheint, was mir sehr leid tut. Er ist ein netter Junge, der sie wirklich von Herzen liebt und es auch schon immer getan hat. Doch zuvor hat er nie die Chance gesehen, ein wirklich glückliches Leben mit seiner besten Freundin zu haben. Das hat sich für ihn jedoch geändert, als es hieß, dass Xander und Cassia das ideale Paar bilden würden. Es macht ihn traurig, dass Cassia sich immer mehr von ihm zu entfernen scheint, was sehr verständlich ist. Man träumt ein Leben lang davon mit diesem einen Mädchen zusammen zu sein und wenn man die Gelegenheit dazu bekommt, entfernt sie sich von einem. Armer Xander! Doch nach und nach versteht er Cassia und steht ihr zur Seite, wie es sich für einen besten Freund gehört. Er ist tief im Inneren zwar sehr verletzt, doch möchte er nur das Beste für sie, was ihn zu einem einmaligen Charakter macht, der zuerst an andere denkt, anstatt egoistisch zu handeln.
Cassia, Xander und Ky sind die drei Charaktere, die die Geschichte ausmachen, doch auch die Nebencharaktere sind nicht außer Acht zu lassen. Jeder einzelne von ihnen, belebt die Geschichte und bringt die Handlung einen großen Schritt voran. Wenn auch nur eine Person fehlen würde, wäre 'Die Auswahl' nicht das, was sie ist.
Es gibt eigentlich keinen Kritikpunkt, was die Handlung, die Charaktere oder den Schreibstil betrifft. Einfach alles hat gepasst, wie die Faust aufs Auge und hat dieses Buch zu einem einmaligen und unvergesslichen Lesevergnügen gemacht. Nicht umsonst wird es gepriesen als 'Beste Reihe 2011', denn ich kann mir kaum vorstellen, dass es in diesem Jahr, auch wenn es gerade erst begonnen hat, ein besseres Buch, als 'Die Auswahl' geben wird.
Wie schon zuvor erwähn, zieht einen schon das Cover allein in seinen Bann. Ein Mädchen, welches vermutlich Cassia darstellen soll, sitzt in einem wunderschönen Kleid in einer Blase gefangen. Dieses Cover spiegelt genau die Situation in der Geschichte wieder. Von Innen soll alles perfekt und wunderschön sein, doch eigentlich sind die Menschen in der Gesellschaft gefangen und es gibt keinen Ausweg. Das wirklich einzige, was man an diesem deutschen Cover hätte besser machen können, wäre die Farben aus dem Original zu übernehmen. Unser Cover wurde in einem sterilen bläulichem Ton gehalten, doch das englische Cover ist in grün gehalten. Die Farbe Grün hat eine sehr große Bedeutung in dem Buch und somit wäre es besser gewesen, hätte man diese übernommen, um dem Cover nicht die eigentliche Bedeutung zu entziehen. Klar, die deutsche Farbwahl passt auch auf gewisse Art und Weise zum Inhalt, doch eben nicht ganz so gut, wie das Grün.
Das ist jedoch der einzige Kritikpunkt, der sich jedoch in keinem Fall auf die Handlung auswirkt, denn das Buch ist und bleibt das Beste, was der Markt zur Zeit zu bieten hat.

Fazit
Ein einzigartiges Buch über eine Gesellschaft, die die Menschen kontrolliert und ein junges Mädchen, das selbst entscheiden möchte, mit wem sie zusammen ist. Zum Schluss bleiben einige Fragen offen und es gibt eine Art Cliffhanger, sodass man es kaum erwarten kann, endlich den zweiten Teil lesen zu können.
Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, der sollte schnell in den nächsten Buchladen stürmen und es sich besorgen, denn man darf auf keinen Fall die Geschichte um Cassia und Ky verpassen. Meine hohen Erwartungen wurden um ein vielfaches übertroffen und ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung in den Händen zu halten!

Veröffentlicht am 29.04.2019

Hinter dem langen Einstieg verbirgt sich eine zauberhafte Geschichte

Ascheherz
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Inhalt
Summer erwacht in den Trümmern eines Hauses und kann sich an nichts mehr aus ihrer Vergangenheit erinnern. In ihren Träumen wird sie von einem geheimnisvollen Mann, den sie den Blutmann nennt, verfolgt, ...

Inhalt
Summer erwacht in den Trümmern eines Hauses und kann sich an nichts mehr aus ihrer Vergangenheit erinnern. In ihren Träumen wird sie von einem geheimnisvollen Mann, den sie den Blutmann nennt, verfolgt, welcher nach ihr sucht um sie zu töten. Sie weiß nicht, was sie ihm getan hat, doch sie lebt ein Leben auf der Flucht, denn er scheint ihr näher und näher zu kommen. Für einige Zeit lässt sie sich als Schauspielerin in einer Hafenstadt nieder, doch als sie dabei ist sich in einen Jungen zu verlieben, steht der Blutmann plötzlich in Fleisch und Blut vor ihr und hebt sein Messer, um sie niederzustechen.
Erneut gelingt Summer die Flucht und sie lernt den Jungen Anzej kennen, der ihr auf eine Art und Weise bekannt vorkommt. Er ist der einzige Mensch, dem sie ihre Träume und Ängste anvertraut. Auf ihrer gemeinsamen Reise ins Nordland wird klar, weshalb Summer ihr Leben lang auf der Flucht war und welchen Verrat sie vor vielen Jahren begangen hat und plötzlich steht sie vor einer wichtigen Entscheidung.

Kritik
Nina Blazon ist wohl meine absolute Neuentdeckung. Selten war ich von einem Buch so begeistert, nachdem mich der Anfang so sehr gelangweilt hat.
Der Einstieg in die Geschichte fällt einem wirklich sehr schwer, da die ersten 200 Seiten nicht wirklich sehr viel passiert. Diese dienen eher einer Art Einleitung in die Geschichte. Mit Summer zusammen bekommt der Leser nach ihren Träumen stückchenweise Einblick in ihre Vergangenheit und in das Geheimnis, welches sie mit sich rumträgt. Langsam erkennt man, welchen Verrat sie einst begangen hat und welche Strafe auf diesen steht. Man fühlt mit Summer, die ihr Gedächtnis verloren hat, und es tut einem von Anfang an Leid, dass sie sich an nichts aus ihrer tragischen Vergangenheit wirklich erinnern kann.
Doch mit der Wahrheit kommen auch die blanke Furcht und das Entsetzen. Nachdem sie sich schließlich an den gröbsten Teil erinnern kann, nimmt die Handlung eine drastische Wendung, mit der ich niemals gerechnet hätte. Es ist überraschend und spannend zugleich.
Die Geschichte der Zorya und Lady Mar ist wirklich sehr interessant geschildert worden und da es mein erstes Buch von Nina Blazon war und ich die Welt noch nicht kannte, war auch diese neu und faszinierend. Die Natur und all die Lebewesen sind völlig unbekannt und heben sich von den üblichen Fantasy-Jugendbücher in soweit ab, dass wir keine Vampire oder Werwölfe vorfinden, was sehr positiv ist. Die Tierläufer sind sehr interessante Wesen, über die man in 'Faunblut' hoffentlich noch mehr erfährt.
Doch nicht nur die von Blazon erschaffene Welt weiß zu überzeugen, sondern auch die Charaktere. Summer ist ein Mädchen, was sich einfach nur wünscht mehr über ihre Vergangenheit zu wissen. Sie traut selten einem Menschen und öffnet sich anderen gegenüber nicht gerne, da sie nicht weiß, wer Freund und wer Feind ist. Immer mehr verstrickt sie sich in einem Netz aus Lügen, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Doch dann lernt sie Anzej kennen und alles verändert sich. Sie spürt eine angenehme Art der Verbundenheit in seiner Nähe und kann sich nicht erklären, woher diese wohl kommen mag.
Er ist ein engelsgleicher, gutaussehender Junge, dem Summer blind vertraut. Nachdem die beiden am Anfang kein Wort des jeweils anderen verstanden habe, ändert sich dies mit der Zeit. Die beiden werden Freunde und sogar etwas mehr. Da sie sehr einsam sind, brauchen und schätzen sie die Nähe des anderen und lassen sich nötige Freiräume, wo es nur geht.
Anzej jedoch ist ein weniger sympathischer Charakter, denn als Leser spürt man, dass er etwas verbirgt und auch ein Geheimnis hat, welches er nicht preisgibt. Als sich dann etwa bei der Hälfte des Buches herausstellt, was er getan hat, ist man als Leser sprachlos (ich zumindest war es sehr).
Doch auch die anderen wesentlichen Charaktere des Buches sind aus der Handlung einfach nicht wegzudenken. Der Blutmann tritt zunächst nur in Summer's Träumen auf und wird als grausamer, düsterer Mann dargestellt, der alles daran setzt das Mädchen zu töten. Weshalb das so ist, weiß sie nicht, doch ist sich sicher, dass es mit ihrer Vergangenheit zu tun haben muss. Man lernt ihn aus verschiedenen Seiten ihrer Vergangenheit kennen und mehr und mehr scheinen sich die Bilder zu einem Ganzen zusammenzufügen.
Auch der Charakter der Lady Mar weiß zu überzeugen. Zwar spielt sie zunächst eher eine nebensächliche Rolle, doch auch dies ändert sich.
Das Zusammenspiel aller Charaktere ist einfach wunderbar und Nina Blazon scheint sich wahrlich einen Kopf über die Personenkonstellation gemacht zu haben. Es gibt so viele, einzigartige Wendungen, mit denen man auf keinen Fall hätte rechnen können. Ich war teilweise so sprachlos, dass ich das Buch erst einige Minuten zuklappen musste und mit offenem Mund an die Wand gestarrt habe, ehe ich weiterlesen konnte. Die vielen positiven Kritiken zahlen sich also allemal aus.
Natürlich gibt es auch eine wunderschöne Liebesgeschichte, die Gott sei Dank, nicht so schnulzig und kitschig, sondern lebendig und real dargestellt wird.
Doch nicht nur die wunderschöne, gut durchdachte Geschichte und die einzigartigen Charaktere zeichnen dieses Buch aus, sondern ebenso die bildhafte Sprache, die die gesamte Umgebung lebendig wirken lässt, sodass man sich als Leser vorkommt, als wäre man Teil der Handlung. Zudem ist die Wortwahl und der Schreibstil sehr schön flüssig zu lesen, nachdem man sich ein paar Seiten in Blazon's Stil eingelesen hat. Auch die Unterteilung des Buches in fünf Abschnitte ist sehr gut gelungen, denn diese beinhalten immer ein neues, wichtiges Thema, an das sich Summer langsam aber sicher zu erinnern scheint. Zudem werden in einigen Kapiteln wunderschöne Gedichte, bzw. Liedtexte mit eingebracht, die ab und zu in Summer's Träumen und Gedanken einen Platz finden. Diese sind nie fehl am Platz und geben einen noch tieferen Einblick in ihre Gefühlswelt und runden das Ganze nochmals ab.

Fazit
Nina Blazon kreiert mit 'Ascheherz' eine einzigartig schöne Geschichte, die nach einem etwas langen Einstieg zu fesseln weiß. Nur schade, dass es sich bei diesem Buch um ein alleinstehendes handelt und es somit keine Fortsetzung geben wird.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Nina Blazon entführt den Leser in eine zauberhafte Welt

Faunblut
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Inhalt
Die Echos sind in die Stadt zurückgekehrt und der Krieg steht kurz vor der Tür. Nordländer suchen sich eine Unterkunft im Hotel von Jade's Vater. Unter ihnen befindet sich auch der unnahbare Faun, ...

Inhalt
Die Echos sind in die Stadt zurückgekehrt und der Krieg steht kurz vor der Tür. Nordländer suchen sich eine Unterkunft im Hotel von Jade's Vater. Unter ihnen befindet sich auch der unnahbare Faun, der Jade's Herz nur durch seine Anwesenheit zum Rasen bringt. Das junge Mädchen findet keine Erklärung dafür, warum es ihr so schwer fällt Faun zu hassen, wo er ihr doch nichts als finstere Blicke schenkt.
Doch in einer Nacht ändert sich alles und Faun und Jade kommen sich näher denn je. Währenddessen gibt es in der Stadt viele von Lady Mar angeheuerte Verhaftungen und auch Jade schließt sich den Rebellen an, um für ihre Freiheit zu kämpfen, auch wenn sie weiß, dass Faun auf der Seite der Gegner steht.

Kritik
Ein einfaches 'Wow' würde an dieser Stelle auf keinen Fall ausreichen, denn auch diese Geschichte von Nina Blazon ließ mich sprachlos zurück.
Ich kann es kaum fassen, wie originell ihre Ideen sind und auch an den Schreibstil kann man sich sehr schnell gewöhnen. Auch die Geschichte in 'Faunblut' glänzt wiedermal durch die hervorragend ausgearbeiteten Charaktere und die einzigartige Welt.
Jade lebt mit ihrem Vater im Hotel Larimar, wo sie die Köchin und Freundin Lilinn angestellt haben. Nachdem Jade's Mutter im Winterkrieg gestorben ist, blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Land zu verlassen und so fanden sie Unterschlupf in dem Hotel, was ihnen von der Herrscherin Lady Mar zur Verfügung gestellt wurde.
Am liebsten verbringt Jade ihre Tage am Wasser bei ihrem besten Freund Martyn, der mehr als nur freundschaftliche Gefühle für sie hegt. Die beiden waren einst ein Paar, doch Jade hat eingesehen, dass sie besser nur Freunde sind, auch wenn Martyn sie noch immer liebt.
Als die sagenumwobenen Echos in die Stadt zurückkehren, heuert Lady Mar die Nordländer an diese aufzuspüren und zu töten. Unterkunft finden sie im Hotel Larimar, wo Jade und Faun sich kaum aus dem Weg gehen können und sich irgendwann näher kommen.
Jade und Faun ' eine Liebe wider jede Vernunft. Ganz genau so kann man es ausdrücken. Sie sind so verschieden und doch fühlen sie sich zueinander hingezogen. Sie sind Feinde und doch lieben sie sich und können nicht ohne einander. Diese Liebe ist zum Scheitern verurteilt und das wissen sie beide, und doch können sie nicht aufhören sich heimlich in den Nächten zu treffen.
Jade hört nicht auf das, was man ihr sagt und versucht immer alles daran ihren Willen durchzusetzen, auch wenn es sie den Kopf kosten könnte. Faun ist treuergebener Diener für Tam und tut alles, was ihm befohlen wird, auch wenn er weiß, dass es falsch ist.
Beide Charaktere verbindet ein tiefes Band und beide hegen sie ihre Geheimnisse, die erst gegen Ende preisgegeben werden. Ein zauberhaft, mystisches Paar, das von Anfang an zu überzeugen weiß.
Auch die Echos sind geheimnisvolle Wesen, denen anstatt Blut Wasser durch die Adern fließt. Urplötzlich tauchen sie auf und richten Unheil aus. Doch welche Verbindung besteht zwischen den Echos und den beiden Hauptcharakteren? Eine Frage, die man sich von Anfang an stellt, als Jade gleich im ersten Kapitel einem Echo zur Flucht verhilft, welches ihr nur das Wort 'Sinahe' zuflüstert. Lange muss man auf die Auflösung um die Echos warten, doch Nina Blazon weiß es, die Zeit so gut es geht zu überbrücken.
Es gibt unendlich viele unerwartete Handlungsstränge und die Spannung schlägt ein wie eine Bombe. Die Story zieht den Leser von Anfang an in den Bann und man kann in eine fremde Welt abtauchen, sich zurücklehnen und einfach nur genießen. Vor allem die kleinen Dinge, über die man sich die ganze Zeit den Kopf zerbricht, sind sehr fesselnd. Wer steht am Ende auf welcher Seite? Was hat es mit Lady Mar und den Echos auf sich? Wird es Jade und Faun gelingen zusammenzubleiben, auch wenn sie Totfeinde sind?
All diese Fragen werden erst gegen Ende geklärt und genau deshalb kann man das Buch kaum zur Seite legen, ehe all diese beantwortet sind. Auch das große Showdown war dann wiedermal eine großartige Überraschung und konnte auf ganzer Linie überzeugen, da es natürlich eine unvorhersehbare Wendung gibt.
Im Normalfall in punkto Jugendbücher kann man das Ende gut voraussehen, aber nicht so bei Nina Blazon. Und gerade dieser Punkt macht ihre Romane einzigartig und absolut lesenswert.
Ihre Liebe für's Detail verzaubert die Leser ' der Stil ist angenehm, flüssig und ästhetisch.
Last, but not least, noch ein paar Worte zum Cover und Titel. Bei 'Faunblut' habe ich mir ehrlich gesagt etwas anderes vorgestellt: Und zwar das Fabelwesen 'Faun', welches man im Endeffekt gar nicht vorfindet, sondern der Hauptcharakter lediglich diesen außergewöhnlichen Namen trägt. Das war zunächst etwas verwirrend, doch auch wenn man sich etwas anderes vorgestellt hat, meine Erwartungen wurden dennoch um ein vielfaches übertroffen. Und auch im Laufe der Geschichte wird klar, weshalb dieser Titel gewählt wurde.
Es gibt zwei verschiedene Varianten des Covers und beide sind wunderschön und etwas ganz Besonderes. Dadurch wird man auf das Buch aufmerksam, weil das Farbspiel allein einen schon in den Bann dieser wundervollen Welt zieht (auf dem ursprünglichen Cover waren grüne Augen zu sehen, die sehr an Jade's flussgrüne Augen erinnerten). Auch die gewählte, verschnörkelte Schriftart untermalt das Ganze sehr gut.

Fazit
Eine romantische Geschichte, die in einer wunderschönen Welt voller mystischer Wesen und grandiosen Charakteren spielt. Hundertprozent lesenswert!
Wem 'Faunblut' so sehr gefallen hat, wie mir auch, dem kann ich wärmstens 'Ascheherz' von Nina Blazon empfehlen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Ein himmlischer Roman

Engelsnacht
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Lucinda Price ist 17 Jahre alt und den ersten Tag auf dem Internat, als sie den distanzierten Jungen Daniel Grigori zum ersten Mal erblickt. Sie wird den Gedanken einfach nicht los, dass sie sich schon ...

Lucinda Price ist 17 Jahre alt und den ersten Tag auf dem Internat, als sie den distanzierten Jungen Daniel Grigori zum ersten Mal erblickt. Sie wird den Gedanken einfach nicht los, dass sie sich schon mal begegnet sind, doch auf ihr Fragen hin, verneint er dies stets.

Immer wenn Luce der nahe Tod droht, ist Daniel zur Stelle, um ihr das Leben zu retten. Immer wenn die beiden sich näher zu kommen scheinen, geht er wieder auf Abstand, und so beschließt Luce mit ihrer Freundin Penn herauszufinden, welches Geheimnis Daniel umgibt. Schon bald machen die beiden eine erschreckende Entdeckung.

Vorweg muss ich sagen, dass "Engelsnacht" ein wirklich großartiger Roman ist, mit einer einmaligen und wunderschönen Handlung. Langsam aber sicher drängt das Engel-Genre die Blutsauger vom Thron und auch Lauren Kate kann sich an der Spitze wiederfinden. Der erste Teil von vier geplanten Bänden der "Fallen"-Reihe ist ein absoluter Pageturner und als Leser möchte man unbedingt wissen, wann es Luce endlich schafft, hinter Daniels Geheimnis zu kommen.

Lucinda Price ist ein typisches Mädchen, wie es dem amerikanischen Klischee entspricht, denn sie befindet sich auf einem Internat für schwer erziehbare Kinder. Nachdem bei einem mysteriösen Brand ihr Fast-Freund Trevor ums Leben gekommen ist, haben alle ihr die Schuld dafür gegeben. Kurzerhand entschlossen ihre Eltern daher, sie auf's Internat zu schicken. Dort findet sie schnell zwei gute Freunde: die aufbrausende Arianne und die zurückhaltende Penn. Arianne zeigt Luce, wo es in der Schule langgeht, und lehrt sie alles, was sie dort zum Überleben braucht. Sie ist sehr neugierig und immer, wenn Luce mit Daniel geredet hat, möchte sie sofort wissen, was er wann gesagt hat. Ganz im Gegenteil zu Penn, die Luce ihre Freiräume lässt und geduldig abwartet, bis man ihr von alleine alles erzählt. Aus diesem Grund bevorzugt Luce Penn als Freundin und die beiden gehen durch dick und dünn, vor allem als sie versuchen, das Geheimnis um Daniel zu lösen.

Daniel Grigori ist ein sehr sympathischer Charakter, auch wenn er von vornerein kaum etwas über sich preisgeben will. Der Leser weiß von Anfang an, dass er ein gefallener Engel ist, der verdammt ist auf Ewig auf der Erde zu bleiben und sich immer und immer wieder in Luce zu verlieben. Das weiß sie natürlich nicht und somit ist sie oftmals sehr gekränkt von seinem abweisenden und verletzenden Verhalten ihr gegenüber. In einem Moment sind die beiden sich ganz nah, doch im nächsten Moment hält er sich wieder von ihr fern und Luce versteht die Welt nicht mehr. Trotz alledem umgibt Daniel etwas Besonderes, das den Leser in seinen Bann zieht.

Doch was ist heutzutage eine Liebesgeschichte, in der sich das Mädchen in bloß einen Jungen verliebt? Richtig, das gibt's gar nicht. Denn auch Luce hat einen attraktiven Verehrer und es vergeht nicht viel Zeit und sie weiß nicht mehr so recht, ob sie nun Daniel oder Cam liebt. Cam ist aufmerksam, umwirbt sie und macht ihr kleine Geschenke. In seinen Armen fühlt sie sich geborgen und sicher. Doch beim Lesen merkt man, dass auch mit ihm irgendwas nicht stimmt und sein gesamtes Verhalten irgendwie aufgesetzt wirkt. Aber egal, wie seltsam und geheimnisvoll die Charaktere aus "Engelsnacht" auch sind, sie wachsen einem alle sehr schnell ans Herz. Sogar Nebencharaktere wie Molly, Roland oder Miss Sophia sind auf ihre Art und Weise sehr sympathisch und aus der Geschichte nicht mehr wegzudenken. Sie geben der Handlung den gewissen Kick und machen alles einfach noch spannender.

Ebenso interessant ist die Darstellung der Schatten, die Luce seit ihrer Kindheit umgeben. Die gesamte Zeit überlegt man, was es mit diesen finsteren Wesen wohl auf sich hat, da sie im Laufe der Geschichte immer größer, dunkler und bedrohlicher zu werden scheinen. Als die verblüffende Auflösung gegen Ende hin dann endlich kommt, ergibt plötzlich alles einen Sinn.

Auch wenn der Klappentext sehr, sehr viel verrät, bleibt die Geschichte von Anfang bis Ende spannend. Die Handlung nimmt eine überraschende Wendung und der Epilog lässt auf eine spannende Fortsetzung hoffen. Hoffentlich erfahren wir dann mehr über die Charaktere und das große "Warum?", das im Raum schwebt. Denn leider gibt es so unendlich viele offene Fragen, die das Warten auf die Übersetzung des Folgebands (engl. "Torment") sehr erschweren.

Einziger kleiner Kritikpunkt ist die deutsche Übersetzung, denn es haben sich wirklich einige fatale Rechtschreib - und Grammatikfehler eingeschlichen, die nicht hätten sein müssen. War wohl etwas schlampige Arbeit, was hoffentlich beim zweiten Teil besser wird. Trotz allem ein wunderschöner Roman, mit dem man viele traumhafte Lesestunden verbringen kann.

Fazit

Ein einzigartiger und durchweg überzeugender Auftakt der neuen Engels-Reihe von Lauren Kate. Im wahrsten Sinne des Wortes ist "Engelsnacht" ein himmlischer Roman, der nach mehr verlangt.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Eine tragisch-romantische Liebesgeschichte

Schattenblüte: Die Verborgenen
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Für Luisa ist alles vorbei, als ihr kleiner Bruder Fabi an Krebs erkrankt und wenige Monate später stirbt. Mit ihren Eltern zieht sie nach Berlin, wo für sie alles nur noch schlimmer wird und sie sich ...

Für Luisa ist alles vorbei, als ihr kleiner Bruder Fabi an Krebs erkrankt und wenige Monate später stirbt. Mit ihren Eltern zieht sie nach Berlin, wo für sie alles nur noch schlimmer wird und sie sich vom Grunewaldturm in den Tod stürzen möchte. Bevor sie jedoch den alles entscheidenden Schritt tun kann, hält sie der geheimnisvolle Thursen auf. Sie muss ihm versprechen, dass sie weiter leben wird, bevor er in die Dunkelheit verschwindet.

Vom plötzlichen Verschwinden Thursens lässt Luisa sich nicht abhalten und folgt ihm in den Wald, wo er mit einigen anderen lebt, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Sie sind Werwölfe und je öfter sie sich verwandeln, desto mehr verschwimmen die Erinnerungen an ihr früheres Leben. Es dauert nicht mehr lange, bis Thursen für immer Wolf bleibt; gerade jetzt wo er und Luisa sich gefunden haben.

Kritik

Es scheint Mode zu sein, dass Ich-Erzähler weiblich sind. Es gibt heutzutage wenige Bücher, in denen ein Junge einen durch die Geschichte leitet, was eigentlich echt schade ist. Auch in "Schattenblüte. Die Verborgenen", der Auftakt einer spannenden Reihe, schildert uns mit Luisa ein Mädchen die Ereignisse.

Das Buch hat ein wunderschönes Cover, welches einem im Buchladen sofort ins Auge springt. Es ist sehr dunkel und düster und spiegelt gut die Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht, wieder.

Nora Melling hat einen einmaligen Schreibstil. Die Geschichte ist zwar durchgehend im Präsens geschrieben, was ungewöhnlich ist, so dass man sich ein wenig einlesen muss, aber es passt einfach in die Handlung. Man findet sehr viele kurze Sätze, welche sehr belebend auf die Geschichte wirken.
Luisa ist ein sehr trauriger Charakter. Ihr Bruder ist gestorben und anstatt zu trauern, ziehen ihre Eltern mit Luisa kurzerhand nach Berlin um. Sie hätte gerne das Grab ihres Bruders besucht, um sich richtig von ihm zu verabschieden, aber ihre Eltern zwingen sie dazu, ihre Gefühle zu unterdrücken.

Die Geschichte beinhaltet wichtige Themen, mit denen wohl jeder früher oder später im Leben konfrontiert wird. Es geht um Verzweiflung, um Liebe, um Leid, um Tod, aber letzten Endes auch um die Hoffnung. Es wird geschildet, wie man die Hoffnung niemals verlieren sollte, auch wenn die Situation noch so aussichtslos scheint. Wenn man jemanden hat, der zu einem steht und mit einem kämpft, dann steht man alles durch. Dieser Jemand ist für Luisa Thursen, den sie droht auch für immer zu verlieren. Er hat sich vor langer Zeit dazu entschlossen, ein Wolf zu werden, und nie mehr in sein altes Leben zurückzukehren. Die Gruppe von Werwölfen, mit denen er gemeinsam im Wald lebt, besteht aus Jugendlichen, die in ihrer Vergangenheit viele schreckliche Dinge durchgemacht haben, sodass sie sich das Leben nehmen wollten. Sie haben sich alle dazu entschlossen, das Geschehene hinter sich zu lassen und ein verkürztes Leben in Wolfsgestalt zu führen.

Für Luisa ist Thursen der Fels in der Brandung und für Thursen ist Luisa die einzige Verbindung, die er noch zum Menschsein hat. Ohne sie hätte er sich niemals zurückverwandelt und so kämpft er um jede gemeinsame Minute, die er noch mit ihr verbringen kann. Sie wissen beide, dass sie sich bald verlieren werden, doch kämpfen sie, um zusammen zu bleiben. Das Werwolfsthema wird hier einmalig und vor allem neu umgesetzt. Ein Wolf zu werden, um zu vergessen, ist eine neue Idee und sehr überzeugend. Das Äußere der Werwölfe verblasst, je öfter sie sich verwandeln, was die verschwindenden Erinnerungen gut symbolisiert. Auch das hier genannte "Heilmittel", welches eine Rückverwandlung zum Menschen gewährleistet, hat man in dieser Form sicherlich noch nicht erlebt.

Es gibt nur einige kleine Kritikpunkte, die mich ein wenig gestört haben. Es bleiben zwei, drei Fragen offen, die gut und gerne hätten beantwortet werden können. Vielleicht gibt es die Aufklärung in Band 2, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Zum Glück gibt es keinen bösen Cliffhanger am Ende des Buches, was einen das Warten ungemein erleichtert. Desweiteren lernt man Luisa nicht so gut kennen, wie man gerne würde. Es dreht sich bei ihr alles nur um ihren verstorbenen Bruder und ihre Liebe zu Thursen. Man würde gerne etwas mehr darüber erfahren, was sie früher für ein Mädchen war. Die Stellen, in denen Luisa sehr genau den Schmerz und den Leid von sich und den Wölfen umschreibt, ziehen den Leser runter.

Die Themen, die Nora Melling in der Geschichte anspricht, regen zun Nachdenken an. Man kann nicht sofort zu einem neuen Buch greifen, da man sehr viel überlegt und sich bewusst wird, wie kostbar das Leben eigentlich ist und dass man für jedes Problem eine Lösung finden kann. "Schattenblüte" zeigt auf, wie wichtig es ist, in schwierigen Situationen jemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann und der einen auffängt, wenn man fällt.

Fazit

Mit "Schattenblüte. Die Verborgenen" ist Nora Melling ein großartiger Debütroman gelungen, der alle Aspekte des Lebens abdeckt und zugleich eine tragisch-romantische Liebesgeschichte erzählt. Ein vielversprechender Auftakt, der Werwölfe in ein ganz anderes Licht rückt und einfach nur süchtig macht. Daumen hoch!