Profilbild von Ana-Woods

Ana-Woods

Lesejury Profi
offline

Ana-Woods ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ana-Woods über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2020

Sehr zwiegespalten

Feeling Close to You
0

Inhalt
Um sich das College und ihren Wunschstudiengang Game Design zu finanzieren, streamt Teagan jeden Abend Videospiele. Bei einer besonders gut laufenden Session, gelingt es ihr sogar den beliebten ...

Inhalt
Um sich das College und ihren Wunschstudiengang Game Design zu finanzieren, streamt Teagan jeden Abend Videospiele. Bei einer besonders gut laufenden Session, gelingt es ihr sogar den beliebten Gamer Parker zu besiegen. Daraufhin möchte er unbedingt herausfinden, wer die unbekannte Spielern ist, die ihm den Garaus gemacht hat, und schreibt sie an. Teagan und Parker sind augenblicklich auf einer Wellenlänge und nicht nur online sprühen die Funken, sondern auch, als sie sich auf einer Convention das erste Mal treffen. Trotz der Tatsache, dass die beiden tausende Meilen voneinander entfernt leben, gelingt es ihnen nicht, den jeweils anderen zu vergessen. Aber kann das wirklich gutgehen?


Kritik
"Feeling Close to you" ist eines dieser Bücher, bei denen es mir unglaublich schwerfällt, eine Rezension zu schreiben. Ich musste nun einige Nächte darüber schlafen und meine Notizen beinahe totanalysieren, ehe ich der Meinung war, nun endlich die passenden Worte zu finden. Denn das Buch lässt mich ziemlich zwiegespalten zurück.

Bianca Iosivoni ist eine grandiose Autorin, die genau weiß, wie man die Leser catcht. Das hat sie schon in der Vergangenheit des Öfteren bewiesen, weshalb ich hohe Erwartungen an "Feeling Close to you" hatte. Gaming im New Adult-Genre ist zudem etwas Neues, das mich aber unfassbar neugierig gemacht hat, da auch ich gerne vor der Konsole entspanne. Leider muss ich aber sagen, dass der Funke bei dem Buch und mir einfach nicht überspringen wollte.

Die Geschichte hat ziemlich stark angefangen. In kurzen Abschnitten lernen wir die Protagonistin Teagan und das Umfeld, in dem sie lebt, kennen. Gleich zu Beginn wird ziemlich viel angeschnitten, wo man denkt, dass es zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt noch wichtig werden könnte. Spoileralarm: wird es nicht. Dennoch begleitet man die Protagonistin gerne auf ihrem Weg und wird von ihr in die Gamingszene geführt. Auch für diejenigen, die mit dieser Thematik nichts anfangen können, dürfte das ein gelungener Einstieg sein, da das Wichtigste auch genauer erklärt wird. Das hat mir schon mal sehr gut gefallen.
Teagan ist ein sehr zynischer Charakter, der im Leben oft verletzt wurde, und sich aus diesem Grund eher schwer jemandem öffnen kann. Ich konnte mich zu Beginn noch sehr gut mit ihr identifizieren, auch wegen ihrer "Ich hasse Menschen"-Einstellung, die genau auf mich zutrifft.

Ihr Gegenstück ist Parker, den man bereits aus dem Vorgänger "Finding back to us" kennt. Schon in der Geschichte von Callie und Keith hat er mir ausgesprochen gut gefallen und dieses Bild hat sich auch hier bestätigt. Ich mag Parker als Charakter, auch wenn er etwas zu verschlossen ist und es Dinge gibt, über die er nicht redet.

Einzeln gesehen sind Teagan und Parker interessante Charaktere. Aber gemeinsam wollte der Funke einfach so gar nicht überspringen. Ihre Chatverläufe empfand ich überwiegend als sehr plump, weshalb dieses angebliche Knistern zwischen den beiden für mich etwas aus dem Nichts kam und ich es nicht nachempfinden konnte. Bei mir kam davon leider nicht viel an. Das hat sich leider auch nicht wirklich geändert, als sie dann endlich aufeinandergetroffen sind. Für mich geben sie gute Freunde ab, aber für das romantische Liebespaar fehlt hier das gewisse Etwas.

Ich muss sagen, dass deutlich mehr Emotionen und Gefühle bei Parkers WG rüberkommen. Gerade Cole und Sophie haben es mir ziemlich schnell angetan. Die beiden funktionieren zusammen einfach extrem gut, man spürt, dass da irgendetwas zwischen den beiden ist, auch wenn sie es sich selbst nicht eingestehen wollen. Es ist super schade, dass die Nebencharaktere deutlich besser harmonieren als es die Protagonisten tun.

Leider hat besonders Parker auch noch einiges an Sympathie gegen Ende verloren, da er sich wie ein großer Vollidiot aufgeführt hat und sein Verhalten leider gar nicht nachvollziehbar war. Dafür konnte Teagan noch mal richtig punkten, da sie über sich selbst hinausgewachsen ist und für die Dinge einsteht, die ihr etwas bedeuten. Sie entwickelt sich zu einer richtigen Kämpferin, einer starken Frau, die auf niemanden angewiesen ist.

Leider zieht sich auch die Handlung etwas stark, eben weil dieses Knistern nicht spürbar ist. Dennoch liest sich das Buch aufgrund von Biancas tollem Schreibstil relativ flüssig weg. Was aber wirklich das größte Problem an der Handlung ist, ist dass so viele Dinge angeschnitten und dann einfach fallengelassen und nicht weitererzählt werden. Es bleibt so vieles offen, was die Hauptcharaktere betrifft, dass ich etwas verwirrt war und erst wirklich dachte, dass da noch ein weiterer Teil kommt. Das empfand ich als noch viel ärgerlicher als die Liebesgeschichte, die bei mir nicht ankam.


Fazit
Leider ist "Feeling Close to you" ein eher schwaches Werk der Autorin. Ich hatte mir mehr davon erhofft.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.03.2020

Leider nicht meins

The Scars Chronicles: Dorn der Finsternis
0

Leider konnte "The Scars Chronicles" nicht halten, was der Klappentext verspricht. Die Geschichte beginnt spannend und rasant. Man erhält einen guten Einblick in die Protagonisten und deren Arbeit als ...

Leider konnte "The Scars Chronicles" nicht halten, was der Klappentext verspricht. Die Geschichte beginnt spannend und rasant. Man erhält einen guten Einblick in die Protagonisten und deren Arbeit als Geisterkrieger und zunächst war ich noch mehr ans angetan von der Idee. Gerade die ersten zwei oder drei Kapitel haben mich vollends in den Bann gezogen, sodass ich sicher war: das ist ein Buch für mich.
Doch leider ließ die Spannung extrem schnell nach und die Geschichte plätscherte langweilig vor sich hin. Ich habe es selten erlebt, dass ein Buch so rapide nachlässt und sich auch nicht mehr steigert.
Es liegt nicht an den Charakteren, denn diese sind durch die abwechselnde Erzählweise durchaus gut ausgearbeitet und auch facettenreich. Und es liegt auch nicht an dem Schreibstil der Autorin, dieser ist zwar nichts Besonderes, aber lässt sich wenigstens halbwegs flüssig lesen - wenn dieser auch etwas repetitiv ist. Vielmehr liegt es am fehlenden roten Faden, dass mich das Buch nicht überzeugen konnte. Schade, denn die Idee war durchaus vielversprechend! Dennoch werde ich diese Reihe nicht weiterverfolgen und kann sie auch niemandem wirklich empfehlen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2020

Gelungener Fantasyroman mit Luft nach oben

Nacht ohne Sterne
0

Gesa Schwartz ist eine wundervolle Autorin. Ich habe sie bereits vor mehreren Jahren für mich entdeckt. Sie hat einen sehr besonderen Schreibstil, der vermutlich nicht jedem gefällt. Die Sätze sind teilweise ...

Gesa Schwartz ist eine wundervolle Autorin. Ich habe sie bereits vor mehreren Jahren für mich entdeckt. Sie hat einen sehr besonderen Schreibstil, der vermutlich nicht jedem gefällt. Die Sätze sind teilweise sehr verschachtelt und trotzdem wird alles sehr bildgewaltig geschildert - mir gefällt das durchaus, aber ich kann verstehen, wenn das für andere Leser etwas zu viel des Guten ist.

Von "Nacht ohne Sterne" habe ich aufgrund des Klappentextes eigentlich eine etwas andere Geschichte erwartet. Trotzdem bin ich alles andere als enttäuscht, sondern eher positiv überrascht worden, dass ein großer Teil der Handlung im Elfenreich spielt. Besonders gelungen ist hierbei die Schilderung der Elfen, die nicht wie in vielen Jugendfantasyromanen als zierliche und liebliche Kreaturen dargestellt werden, sondern als waschechte Krieger, mit einer gewissen Brutalität.

Naya ist die Protagonistin der Handlung, wenn Gesa Schwartz sich auch für eine allwissende Erzählerperspektive entschieden hat. Mir hat sie sehr gut gefallen, da sie eine enorme Wandlung durchlebt. Doch auch in Kombination mit den anderen Charakteren war das Zusammenspiel einfach fabelhaft.

Dennoch muss ich einen Punkt dafür abziehen, dass sich gerade der Mittelteil etwas arg gezogen hat, was gerade an dem verschachtelten und bildhaften Schreibstil wirkt. Das Poetische gefällt mir zwar, aber ein paar Beschreibungen weniger hätten dem Ganzen keinen Abbruch getan.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei "Nacht ohne Sterne" um einen lesenswerten Fantasyroman.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Nettes Buch für Zwischendurch

A Wish for Us
0

"A Wish for us" ist das neue Buch von Tillie Cole, dessen Cover allein schon durch die sich darauf befindende Farbexplosion besticht. Zunächst mag man sich noch fragen, inwiefern es den Inhalt repräsentiert, ...

"A Wish for us" ist das neue Buch von Tillie Cole, dessen Cover allein schon durch die sich darauf befindende Farbexplosion besticht. Zunächst mag man sich noch fragen, inwiefern es den Inhalt repräsentiert, aber schnell wird klar, dass es das perfekte Zusammenspiel von Farbe und Musik wiedergibt - ein vorherrschendes Thema des Buches.

Tillie Cole ist eine begnadete Autorin mit einem wirklich fantastischen und bildhaften Schreibstil, der das Abtauchen in ihre Geschichten wirklich leicht macht. Auch hier sind die Seiten wiedermal nur so dahingeflogen und kaum hat man begonnen, ist das Buch auch schon wieder vorbei. Dafür gibt es auf jeden Fall einen Extrapunkt, denn ich liebe es, wenn man während des Lesens alles um sich herum vergessen oder ausblenden kann.

Cromwell Dean und Bonnie Farraday sind zwei unglaublich sympathische Protagonisten, die perfekt harmonieren - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind zwar grundverschieden und doch gibt es einiges, was sie miteinander verbindet. Das Zusammenspiel der beiden hat mir unglaublich gut gefallen, wenn es auch an einigen Stellen etwas arg ins Kitschige abdriftet. Das muss man schon mögen. Manchmal habe ich der Tat das Bedürfnis, ganz viel triefenden Kitsch zu lesen, aber in "A Wish for us" war mir das doch etwas zu viel.

Leider empfinde ich das Buch als großes Ganzen eher als mittelmäßig, was daran liegt, dass viel Potenzial gerade im Mittelteil verschenkt wird. Das liegt daran, dass viel passiert, zu viel. Aus diesem Grund werden einige Aspekte lediglich oberflächlich angekratzt. Ebenfalls ist das Buch ziemlich vorhersehbar und für mich eine Mischung aus "A Walk to Remember" und "The Best of Me" von Nicholas Sparks. Mit dem Ende hatte ich leider gerechnet, weshalb der Überraschungsmoment verloren gegangen ist.

Fazit
Trotz aller Kritikpunkte, handelt es sich bei "A Wish for Us" um einen schönen Roman, den man Zwischendurch gut weginhalieren kann.

Veröffentlicht am 06.03.2020

Nicht so gut wie erhofft

The Promise - Der goldene Hof
0

Es gibt immer diese Bücher, auf die man sich eine lange Zeit freut und es kaum erwarten kann, sie zu lesen, sobald man sie in den Händen hält. "The Promise" war ein eben solches Buch, da ich ein großer ...

Es gibt immer diese Bücher, auf die man sich eine lange Zeit freut und es kaum erwarten kann, sie zu lesen, sobald man sie in den Händen hält. "The Promise" war ein eben solches Buch, da ich ein großer Fan von Richelle Mead bin. Und die ersten Seiten waren auch noch durchaus vielversprechend, doch die Euphorie hat relativ schnell wieder nachgelassen.
Zum einen war mir das Setting doch etwas zu historisch. Ich dachte, es ginge in eine pranormalere Richtung.

Die 17-jährige Protagonistin ist aufgrund von Geldproblemen auf der Suche nach einem geeigneten Ehemann, doch dieser möchte einfach nicht auftauchen. Deshalb wird eine Ehe von ihrer Großmutter arrangiert. Doch ehe es soweit kommen kann, flieht Elizabeth unter falschem Namen an den goldenen Hof, der einem ein wundervolles Leben verspricht. Hier kommt auch der Love Interest Cedric ins Spiel, der als einziger weiß, wer sie wirklich ist.

Während Elizabeth eine junge Frau ist, die nicht in der Lage ist, für sich selbst einzustehen, und ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden hat, ist Cedric das genaue Gegenteil. Er ist liebenswert, charmant, gutaussehend, sodass ihm jeder zu Füßen liegt. Aber mir erscheint er beim Lesen viel zu aalglatt, was mich des öfteren die Augen hat rollen lassen.

Während der Handlung werden viele historisch sehr wichtige Themen angeschnitten, wie Vorurteile, Rassismus und Religion. Leider wurde bei keinem der Themen wirklich in die Tiefe gegangen. Vieles wird lediglich angedeutet und dann wieder verworfen. Leider plätschert auch die Handlung nur so vor sich hin, da sie zu viel auf zu wenigen Seiten sein will. Man kann mehrere Kapitel überspringen ohne irgendetwas verpasst zu haben.

Richelle Meads Schreibstil ist wie gewohnt wirklich toll, aber "The Promise" ist sehr ausbaufähig und wird so nicht lange im Gedächtnis bleiben.