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Veröffentlicht am 07.04.2017

Eine Explosion an Wendungen

Die Bibliothekare / Die flammende Welt
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Erscheinungsdatum: 16.03.2017

Autor: Genevieve Cogman

Seitenzahl: 445 Seiten

ISBN: 978-3-404-20844-9

Erhältlich: hier

Klappentext: Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, in der es ...

Erscheinungsdatum: 16.03.2017

Autor: Genevieve Cogman

Seitenzahl: 445 Seiten

ISBN: 978-3-404-20844-9

Erhältlich: hier

Klappentext: Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, in der es Zugänge zu den unterschiedlichsten Welten – und damit auch zu den seltensten Büchern – gibt. Als Bibliothekarin ist es ihr Job, diese Bücher zu beschaffen. Ihr neuester Auftrag führt sie in eine Welt, die Frankreich zu Revolutionszeiten ähnelt. Ein gefährlicher Ort, um Bücher zu stehlen. Besonders, wenn plötzlich der magische Rückweg in die Bibliothek versperrt ist. Was erst wie ein Zufall erscheint, stellt sich als heimtückischer Angriff heraus. Ein Angriff, der die ganze Bibliothek zerstören könnte …
Ein Muss für alle Fans von Ben Aaronovitch und Kai Meyer


Rezension:
Verschlungen von der Dunkelheit, zerstört vom Chaos, nichts mehr als Schall und Rauch. Dies scheint die finstere Zukunft der Bibliothek zu sein. Doch nicht solange die Bibliothekarin Irene Winters da noch ein Wörtchen mitzureden hat! Kann sie auch dieses Mal die Machenschaften von Alberich verhindern und ihr womöglich ein für alle Mal vernichten?

Die flammende Welt ist der dritte Teil von Genevieve Cogmans Reihe der Unsichtbaren Bibliothek. Der neue Band spielt einige Monate nach seinem Vorgänger, was zur Folge hat, dass die Protagonistin noch immer mit den Konsequenzen ihres letzten großen Abenteuers kämpft.
Trotz seine Position als Teil einer Reihe lässt sich der Roman auch wunderbar für Neueinsteiger -wie mich- lesen. Der Schreib-/und Erzählstil Cogmans ist überwiegend flüssig und sehr anschaulich gestaltet. Jedoch kommt es vor allem in der ersten Hälfte zu sehr rauen Sprüngen zwischen verschiedenen Szenen ebenso wie zu Momenten, die sich doch sehr in die Länge ziehen und ein wenig langweilen. Danach geht es aber mit der Action richtig los! Eine interessante Handlung folgt auf die Nächste, wobei man immer wieder von der Ideenvielfalt der Autorin überrascht wird. Ab diesem Moment möchte man das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen.

Mit der Bibliothekarin Irene "Ray" Winters hat die Autorin eine sehr charmante und liebenswerte Protagonistin erschaffen. Man merkt deutlich, dass Irene alles andere als allwissend ist und demzufolge häufig in die Bredouille gerät. Diese nahbare und realistische Unperfektheit sind Auslöser für viele alternative und unglaublich unterhaltsame "Problemlösungen" und Herangehensweisen, die dem ganzen Konzept eine erfrischende und humorvollle Note verabreichen.
Ihre Aufgabe als Bibliothekarin (mithilfe einer magischen Sprache einzigartige Bücher stehlen, um diese in Sicherheit zu bringen) wird gegen Ende in ein großes Hindernis verwandelt, was die Protagonistin in einen Gewissenskonflikt zwingt. Dieser innere Konflikt zwischen ihrer Pflicht und dem richtigen, rechtschaffenen Handeln sorgt noch einmal für zusätzliche Wendungen und Handlungsstränge auf dem Weg zum großen Finale des Romans.
Immer an Irenes Seite ist ihr Lehrling Kai -ein Drache- anzutreffen. Er bildet eine gute Ergänzung zu seiner kühlen und vielleicht auch ein bisschen chaotischen Mentorin. Mittels seiner Drachenkräfte, die nebenbei erwähnt sehr beeindruckend sind, bietet er neue und erfrischende Talente an, die dem Team mehr als einmal das Leben gerettet haben. Nach gewissen Vorkommnissen im zweiten Teil der Reihe hat es sich der junge Drachenprinz zur Aufgabe gemacht Irene vor sich selbst und vor anderen -wenn nötig mit seinem Leben- zu beschützen. Diese schon fast heroische Ader macht Kai in diesem Roman schon beinahe zum strahlenden Ritter in goldener Rüstung.
Neben Kai und Irene gibt es verständlicher Weise noch sehr viele andere Charaktere, die zum Teil aus den Vorgängern bekannt sind. Dazu gehören zum Beispiel Vale und Zayanna. Aber auch neue Gesichter sind erschienen und übernahmen die unterschiedlichsten Rollen, um eine interessante und abwechslungsreiche Handlung zu kreieren. Da ich euch die Spannung nicht nehmen möchte und vielleicht noch ausversehen etwas spoilere, werde ich nicht näher auf die Nebencharaktere eingehen. Nur so viel soll euch gesagt sein: Keiner der Charaktere existiert, ohne nicht ein Teil des Rätsels zu werden.

Bewertung:
Die flammende Welt ist ein sehr unterhaltsamer und unvorhersehbarer Fantasy-Roman, der auch für Neueinsteiger der Reihe größtenteils verständlich ist. Vor allem der hintere Teil des Buches hat mich gepackt und nicht mehr los gelassen, während man zu Beginn noch ganz schön an den Kapiteln zu kauen hat. Im Großen in Ganzen betrachtet kommen mir daher auch die ersten 100 bis 200 Seiten recht inhaltslos, im Vergleich zum Rest des Buches, vor. Als Grund dafür sehe ich einen sehr langsam aufgebauten Spannungsbogen, der aber später noch einmal richtig an Fahrt gewinnt. Trotz kleiner Schwächen erhält Die flammende Welt von Genevieve Cogman eine klare Leseempfehlung.

8/10 bzw. 4/5 Sterne
★★★★★★★★☆☆

Veröffentlicht am 24.04.2017

Ein guter Start mit Luft nach oben

For 100 Days - Täuschung
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Erscheinungsdatum: 24.04.2017

Autor: Lara Adrian

Seitenzahl: 381 Seiten

ISBN: 978-3-8025-9821-0

Erhältlich: hier

Klappentext: Jede Täuschung hat ihren Preis ...
Drei Monate Housesitting in einem ...

Erscheinungsdatum: 24.04.2017

Autor: Lara Adrian

Seitenzahl: 381 Seiten

ISBN: 978-3-8025-9821-0

Erhältlich: hier

Klappentext: Jede Täuschung hat ihren Preis ...
Drei Monate Housesitting in einem Luxus-Apartment in Manhattan – die Künstlerin Avery Ross kann ihr Glück kaum fassen, schlägt sie sich doch gerade so mit ihrem Kellnerjob durch. Avery betritt eine Welt der Dekadenz, die ihr den Atem raubt – die Welt von Dominic Baine: reich, arrogant und absolut unwiderstehlich. Der Milliardär, der das Penthouse im selben Gebäude bewohnt, erweckt ungeahnte geheime Sehnsüchte in ihr. Doch die Schatten ihrer Vergangenheit drohen Avery schon bald einzuholen und jegliche Hoffnung auf eine Zukunft mit Nick zu zerstören ... (Cover und Klappentext by Lyx-Verlag)


Rezension:
Die neue Reihe der Bestseller-Autorin Lara Adrian findet 2017 ihren Weg in die deutschen Buchhandlungen!

Mit "For 100 Days-Täuschung" erscheint am 24.04.2017 der erste Band der "For 100"-Triologie aus der Feder von Lara Adrian. Dieses Mal geht es aber nicht um atemberaubende Stammesvampire, edle Ritter oder sexy Gestaltwandler. Nein, Adrian entführt uns in die Luxuswelt Manhattans.

Der Roman über Avery Ross und Dominic Baine wird aus Sicht der jungen Avery wiedergegeben und lässt die Seiten, durch düstere Geheimnisse und gefährliche Intrigen, gewohnt flüssig durch die Finger fließen. Avery lässt den Leser dabei ihren beschwerlichen und alles andere als normalen Weg in die Kunstwelt New Yorks miterleben und zeigt nebenbei ihr alltägliches Leben auf. Besonders der Beginn der Handlung führt mit einem hohen Spannungsbogen die Geschichte an und man erkennt den typischen Stil von Lara Adrian -mit bedeutend mehr Erotik versetzt- wieder. Leider hat man besonders im weiteren Verlauf der Geschichte häufig den Eindruck, dass die Zeit, die Adrian in die erotischen Szenen investiert hat, bezüglich der Charaktertiefe und deren Ausgestaltung gefehlt zu haben scheint.
Dies hat ab der Hälfte des Romans ein Handlungs- und Spannungstief zur Folge, welches jedoch zum Ende hin durch viel Action und Drama ausgebessert wird.

Aber jetzt zu einen der Stars des Romans:
Avery Ross, eine junge ambitionierte Künstlerin, die in New York City den Sprung zu den Großen des Business schaffen will. Doch seit ihrem ersten und auch einzigen Verkauf in einer der bedeutendsten Galerien der Stadt steht es schlecht um ihre Karriere. Erst verliert Avery ihren Platz in der Galerie, dann muss sie ihre Wohnung räumen und schließlich fehlt das Geld an allen Ecken. Doch wie durch einen Wink des Schicksals bietet sich der ambitionierten Künstlerin/Teilzeitkellnerin eine letzte Möglichkeit, sich und ihrem drohenden Scheitern einen Aufschub von 100 Tagen zu gewähren.
Ab der ersten Seite lastet auf Averys Schultern ein dunkles Geheimnis, welches viele Fragen und Probleme mit sich bringt. Immer wieder schränkt dieses Damokles Schwert über Averys Kopf ihr Leben ein und zerstört sie Stück für Stück. Doch unsere Protagonistin ist nicht so schwach und hilflos, wie es anfangs den Anschein hat. Nein, durch die immerwährende Angst und dem Wissen um die Vergangenheit wurde Avery zu einer wahren Kämpfernatur, die nicht so einfach klein beigibt. Mit der Zeit kommt die junge Frau immer mehr aus ihrem Schutzpanzer hervor und beginnt sich immer stärker für ihre Ideale und Ziele einzustehen und zu kämpfen.

Dominic Baine, ein reicher Firmenbesitzer und Kunstliebhaber, nimmt sich was er will, wann er es will. Wie ein Phantom schleicht der „Schattenmogul“ seinen Pfad in der Welt der Reichen und Schönen Manhattans entlang. Doch dann rennt Avery in seinen Pfad und bringt den reichen Schönling unfreiwillig von seinem Weg ab. Auch Nick scheint nicht der glückliche und unbedarfte Mann zu sein, wie man erst vermutet. Immer wieder versteckt er sich hinter Schutzwällen und stößt Menschen, die ihm zu nahe kommen, von sich. Egal ob mit Worten oder Taten. Doch was ist der Grund dafür? Dinge, die Avery unbedingt über ihren neuen „(Teilzeit-)Nachbarn“ herausfinden will.
Nick ist und bleibt während des Romans der stoische und dominante Geschäftsmann, der das Sagen hat. Doch mit der Zeit wird er auch immer wieder mit Averys Sturkopf konfrontiert, was ihm sehr missfällt. Doch auch er muss sich eingestehen, dass sich der große Dominic Baine von der jungen Künstlerin erweichen lässt und sie ihn verändert –wenn auch nur ein ganz Kleines bisschen, versteht sich.
Kurzum: Nick bleibt der überlegene und selbstsichere Part der beiden Protagonisten und wirkt durch diese „Perfektion“ künstlich und vorhersehbar.

Die Nebencharaktere in „For 100 Days“ sind zwar vielseitig vorhanden, kommen aber leider kaum zum Zug. Beinahe die gesamte Handlung liegt auf Avery und Nick, wodurch alles sehr einseitig und gestellt wirkt. Das ist eine große Verschwendung von Potenzial, da die Nabencharaktere sehr interessant und abwechslungsreich ausgearbeitet und gestaltet wurden. Besonders Averys beste Freundin und ihr schmieriger Boss sind sehr ausdrucksstark und könnten somit großen Einfluss auf die Handlung nehmen – was jedoch nicht der Fall ist. Ich wurde mich deswegen sehr freuen, wenn in „For 100 Nights“ diese und auch andere Charaktere mehr Platz zum Agieren erhalten würden.

Bewertung:
Das deutsche Cover des Buches ist mit seiner Schlichtheit und Eleganz ein wahrer Blickfang und ein Lob wert. I love it!
Der Inhalt von „For 100 Days“ wirkt aber im Gegensatz dazu lediglich wie die Einleitung eines großen Buchs, dass in drei Teile zerstückelt und schließlich in Einzelbänden verkauft wurde.
Die Idee und die Charaktere sind an für sich gut gemacht, wirken aber im Großen und Ganzen unvollständig und nicht richtig ausgearbeitet. Wenn ich also auf den Roman zurückblicke, gab es sehr viel Witz, Klischee, Drama, Spannung und Erotik, aber wenig vorantreibende Handlung.
„For 100 Days“ ist damit ein Muss für Fans der Autorin und Liebhaber des Genres, hat aber noch Luft nach oben, die hoffentlich im zweiten Band der Trilogie noch ausgefüllt wird. Leser, die keine großen Fans des Buchgenres sind, werden vermutlich ihre Probleme mit der recht vorhersehbaren und teils klischeehaften Handlung haben. Die Fortsetzung „For 100 Nights“ wird auf jeden Fall auch ihren Platz in meine Regale finden – ich freue mich schon!

8/10 bzw. 4/5 Sterne

★★★★★★★★☆☆

Veröffentlicht am 24.04.2017

Höllisch unterhaltsam !

In der Liebe ist die Hölle los
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Erscheinungsdatum: 24.04.2017

Autor: Benne Schröder

Seitenzahl: 399 Seiten

ISBN: 978-3-7363-0449-9

Erhältlich: hier

Klappentext:
Catalea Morgenstern will eigentlich nur eins: so wenig wie möglich ...

Erscheinungsdatum: 24.04.2017

Autor: Benne Schröder

Seitenzahl: 399 Seiten

ISBN: 978-3-7363-0449-9

Erhältlich: hier

Klappentext:
Catalea Morgenstern will eigentlich nur eins: so wenig wie möglich mit ihrer Familie zu tun haben. Denn ihr Vater ist der Teufel und die Hölle seine Firma. Als dann aber ihr Freund wegen ihrer ständigen Geheimniskrämerei Schluss macht, muss Catalea einsehen, dass sie sich ihrer Bestimmung vielleicht doch nicht entziehen kann. Widerwillig steigt sie in das Familienunternehmen ein, doch schon ihr erster Auftrag geht gewaltig schief – und sofort ist die halbe Hölle hinter ihr her. Mithilfe des teuflisch gutaussehenden Totenanwalts Timur gelingt ihr die Flucht, und plötzlich ist nicht nur Cataleas Leben, sondern auch ihr Herz in Gefahr … (Cover, Klappentext, Steckbrief by Lyx-Verlag)


Autorensteckbrief:
Benne Schröder moderiert seit 2012 bei 1LIVE, Europas einflussreichster jungen Radiomarke mit täglich über 4 Millionen Hörern. Bücher mag er am liebsten, wenn sie jemand vorliest, aber für seinen Debütroman hat er selbst zur Feder gegriffen. Der gebürtige Bochumer lebt mit Hund Matti und ohne Führerschein im Herzen von Köln.
Für weitere Infos und ein Interview zum neuen Buch "In der Liebe ist die Hölle los" mit dem Autor Benne Schröder könnt ihr HIER auf der Verlags-Website des LYX-Verlags vorbeischauen.

Rezension:
Was ist für einen Dämon schlimmer als einen Mord? So gesehen sehr viele Dinge, es sei denn, man wird des Mordes, an einem Erben der sieben Häuser, bezichtigt. Das ist dann wirklich dumm gelaufen, besonders, wenn man nichts dergleichen getan hat. Denn dann ist wortwörtlich die Hölle los.

Benne Schröder gewährt uns mit seinem Debüt-Roman "In der Liebe ist die Hölle los" einen Einblick in die wunderbar chaotische Welt der Teufelstochter Catalea Morgenstern, die des Mordes bezichtigt wird.
Mit sehr viel Witz und Humor wird dem Leser der Ablauf im "Dunkel" näher gebracht und Cataleas alles andere als normale Geschichte erzählt. Mithilfe des Handbuches "Ratgeber für die Toten - 783. Auflage aus dem Verlag der Finsternis" lockert der Autor die Stimmung immer wieder auf und erklärt somit zwischendurch das Leben nach dem Tod. Da die Handlung beinahe durchgängig aus der Sicht der Protagonistin wiedergegeben wird, entsteht eine lockere und gleichzeitig spannende und süchtig machende Atmosphäre währende des Lesens. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass die Kapitel nur so durch die Finger fliegen und der Epilog leider viel zu schnell erreicht ist.

Catalea Morgenstern - Halbblut, Tochter des Teufels, des Herrschers des Hauses Luzifer und Leiter der "Firma" - will eigentlich nur eines: in aller Ruhe ihr menschliches Leben leben und glücklich sein. Doch bei einem teuflischen Vater und einem dämonischen Bruder ist das nicht so einfach. Als Catalea schließlich "freundlich gebeten" wird, in der Firma ihres Vaters zu arbeiten, ist das normale Leben ein für alle Mal dahin. Von nun an ist es ihre Aufgabe Seelen ins Dunkel zu führen und ähnliche Angelegenheiten zu erledigen. Aber plötzlich wird sie des Mordes an Alexander Weiß beschuldigt und die ganze Hölle ist hinter ihr her. Völlig aus sich allein gestellt und ohne Kenntnisse über ihre dämonischen Fähigkeiten heißt es nun: Überleben!
Man merkt sehr schnell, dass Catalea wirklich gar nichts mit ihrer nichtmenschlichen Seite zuschaffen haben möchte. Als sie anfängt in der Firma zu arbeiten, wird daher das Defizit ihrer Fähigkeiten deutlich bemerkbar. Dies und die Tatsache, dass unsere Protagonistin sich schwer an das luxuriöse Leben der Dunklen anpassen möchte, machen Cataea zur Außenseiterin - ein weiterer guter Grund ihr einen Mord anzuhängen. Aber Catalea währe nicht Catalea, wenn wie nicht alles tun würde, um ihre Unschuld zu beweisen. Gemeinsam mit dem Totenanwalt Timur beginnt sie ihre dunkle Seite herauszulocken.
Im Verlauf der Handlung wird unsere Protagonistin also immer mutiger, stärker und dominanter - alles, was eine Teufelin braucht.
Es ist schön mitzuerleben, wie sich Catalea immer weiter verändert und über sich hinauswächst. Man leidet und freut sich mit der jungen Halbdämonin, sodass Catalea dem Leser sehr schnell mit ihrer großen Klappe ans Herz wächst.

Neben Catalea gibt es natürlich noch sehr viele Nebencharaktere wie Timur, Judas, Kitty oder der Teufel persönlich. Das Buch ist mit derart vielen und verrückten Charakteren ausgestattet, dass man eigentlich allen eine kurze Passage in dieser Rezension widmen müsste. Es macht Spaß zu sehen (oder zu lesen) wie die vielen Charaktere Catalea immer wieder an den Rand der Verzweiflung treiben und ihre Nerven stark strapazieren. Fast jeder dieser Nebencharaktere verflogt eigene Ziele. Dies führt zu einer sehr dynamischen und abwechslungsreichen Welt. Man hat sozusagen das Gefühl, während des Lesens von Cataleas Erlebnissen die Geschichte eines anderen Charakters zu verpassen.

Bewertung:
Ich hatte keine Ahnung, was mich bei diesem Roman erwarten würde, da der Klappentext und das Cover nicht sehr viel über den "Stil" der Handlung aussagen. Daher war ich bereits umso überraschter und begeisterter, als ich das erste Kapitel gelesen hatte. Benne Schröder wirft mit Witz und Chaos nur so um sich und brachte mich mehr als nur einmal zum Grinsen. Die verrückten und zugleich leibenswürdigen Charaktere waren mir sofort sympathisch, weshalb mich der Tod von einigen umso mehr getroffen hat...
Um es treffend zu sagen: "In der Liebe ist die Hölle los" hielt mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen teuflischen Pranken gefangen. Ich kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen.


10/10 bzw. 5/5 Sterne
★★★★★★★★★★

Veröffentlicht am 17.04.2017

Gute Idee mit leichten Schwächen

Joli Rouge
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Erscheinungsdatum: 28.08.2016

Autor: Alexandra Fischer

Seitenzahl: ca. 400 Seiten

ISBN: 978-3-95991-073-6

Erhältlich: hier

Klappentext: »Ich werde niemals einen Mann heiraten, der über mich befiehlt«, ...

Erscheinungsdatum: 28.08.2016

Autor: Alexandra Fischer

Seitenzahl: ca. 400 Seiten

ISBN: 978-3-95991-073-6

Erhältlich: hier

Klappentext: »Ich werde niemals einen Mann heiraten, der über mich befiehlt«, schmetterte Jacquotte ihm entgegen. »Ebenso wenig wie ich jemals einen Mann heiraten werde, über den ich zu befehlen vermag.«
La Española, 1656: Das Gesicht der Westindischen Inseln beginnt sich zu verändern. Einst von Spanien dominiert, beginnen sich die Mächte mit den eintreffenden Seefahrernationen England, Frankreich und Holland zu verschieben. Es ist die Welt der Bukaniere, in der die junge Jacquotte Delahaye aufwächst. Eine Welt der Männer, wie sie sehr bald feststellt, beherrscht von der Bruderschaft der Küste, die nach ihren eigenen Regeln lebt und in der Frauen nicht erwünscht sind. Mit dem ihr eigenen Stolz stellt sie sich den Herausforderungen dieser unsteten Zeit, in der man nur selbstbestimmt leben kann, wenn man ein Mann ist. Wird es ihr gelingen, der Bruderschaft beizutreten und ihren eigenen Weg zu gehen?
Ein historischer Roman über eine der wenigen Piratinnen, die in diesen harten Zeiten überleben konnte.

Rezension:
Getrieben von dem unbändigbaren Wunsch anerkannt zu werden und gleichberechtigt zu sein...
Alexandra Fischer entführt uns mit ihrem Roman "Joli Rouge" ins Zeitalter der Piraten und Freibeuter. Sie erzählt die Lebensgeschichte und den Kampf der jungen Jacquotte Delahaye in einer von Männern regierten Welt. Dabei macht sich die Autorin größere Zeitsprünge und Perspektivenwechsel zwischen den verschiedensten Charakteren zu nutzen. So sieht man Charaktere siegen und sterben, lieben und hassen.
Durch Einbindung historischer Ereignisse und Personen erscheint die erschaffene Welt sehr lebendig und wandelbar und bringt damit immer neue Konflikte und Handlungsgrundsätze hervor.

Jacquotte wächst mit ihrem Vater in einer Siedlung der Bukaniere auf. Da sie keine weiblichen Bezugspersonen hat, wird der junge Wildfang auch wie ein Mann erzogen. Sie fühlte sich immer als Teil der Gemeinschaft und sah lang Zeit keine nachteilige Behandlung ihr gegenüber. Doch plötzlich fällt es Jacquotte wie Schuppen von den Augen und sie erkennt, dass man eine Frau niemals in die Bruderschaft der Küste aufnehmen wird und sie nur durch den Schutz ihres Vaters besondere Rechte erhält.Nach einem ereignisreichen und folgenschweren Angriff der Spanier, weiß Jacquotte, dass sie fliehen muss, denn nur so kann sie wirklich frei sein. Doch sie kann sich nicht auf ewig allein in den Wäldern verstecken und sieht sich sehr schnell einer Gefahr gegenüber, der sie noch nicht gewachsen ist. Die junge Frau muss also die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen und alles zurücklassen, um ihren Traum zu erfüllen: Mitglied in der Bruderschaft zu werden.Auf ihrer beschwerlichen Reise macht sich "die rote Jacquotte", wie sie sich später nennt, jedoch mehr Feinde als Freunde und muss mehrmal den Tod ins Auge blicken. Sie muss miterleben, wie Freunde sterben oder zu Feinden werden, aber nichts kann sie von ihrem Ziel abhalten.Man merkt deutlich, wie sich die Protagonistin über die Jahre hinweg verändert. Während sie anfangs noch als Frau in der Bruderschaft anerkannt werden will, ändert es sich später so weit, dass ihr Wunsch, Mitglied in der Bruderschaft zu sein, sie in die Rolle eines Mannes schlüpfen lässt. Es erscheint daher beinahe wie eine Besessenheit, für die sie alles aufgeben würde. Auch emotional gesehen ist die willensstarke Frau somit oftmals ein Stein, wodurch es schwer wird, sich in sie hineinzuversetzen, was sich später leider auch nicht wirklich bessert.

Wie bereits kurz angerissen, gibt es im Leben der Protagonistin viele Nebencharaktere, die ihren Weg kreuzen und manchmal leider auch das Zeitliche segnen. Die Vielfalt der Nebencharaktere ist sehr beeindruckend und was die historischen Personen und deren Zugehörigkeit angeht, leider auch hier und da ein wenig verwirrend. Sie unterstützen und jagen die Protagonistin auf ihrem Weg zum Bruder der Küste. Dadurch wird eine abwechslungsreiche und dynamische Handlung erschaffen, die Jacquotte immer wieder an ihre Grenzen bringt.

Bewertung:
Ich lege das Buch sehr zwiegespalten in mein Regal. Einerseits sind die Idee des Romans und das Cover gut durchdacht und interessant. Die erste Hälfte des Romans ist abwechslungsreich und spannend beschrieben und macht großen Spaß zu lesen. Andererseits hat mich die zweite Hälfte nicht wirklich überzeugt. Nach Jacquottes Veränderung erschien sie mir wie ein völlig neuer und gleichzeitig fremder Hauptcharakter, der mich einfach nicht für sich gewinnen konnte. Die Handlung verliert ab diesen Zeitpunkt auch immer wieder für längere Fasen die Spannung und beginnt sich zu wiederholen. Ein weiteres großes Manko ist für mich das Ende. Die dort aufgegriffene Beziehung ist sehr vorhersehbar, aber "Gefühlstechnisch" stumpf. Ich könnte eine ganze Handvoll Charaktere (sowohl Feinde als auch Freunde) aufzählen, die eine emotionalere und bessere Beziehung zu Jacquotte haben/hatten.

Ich würde "Joli Rouge" so gern eine bessere Wertung geben, da mich das Buch von Beginn an interessiert und fasziniert hat. Aber leider hat das Buch sich gegen Ende hin selbst zerstört.

7/10 bzw. 3,5/5 Sterne
★★★★★★★☆☆☆

Veröffentlicht am 17.04.2017

Guter Beginn der Reihe

Herzen aus Stein
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Erscheinungsdatum: 24.09.2012

Autor: Inka Loreen Minden

Seitenzahl: ca. 400 Seiten

ISBN: 978-3864430756

Erhältlich: hier

Klappentext:
Eine Hexe auf der Flucht vor grausamen Dämonen – Ein Gargoyle, ...

Erscheinungsdatum: 24.09.2012

Autor: Inka Loreen Minden

Seitenzahl: ca. 400 Seiten

ISBN: 978-3864430756

Erhältlich: hier

Klappentext:
Eine Hexe auf der Flucht vor grausamen Dämonen – Ein Gargoyle, ihr heimlicher Beschützer

Sein Klan hat Vincent alles genommen und ihn zu einem Leben im Verborgenen gezwungen. Sein einziges Licht in dieser Düsternis ist die Hexe Noir LeMar. Doch niemals darf er sich ihr zeigen, niemals darf er sich in sie verlieben, die Konsequenzen wären verheerend. Aber das Schicksal hat andere Pläne. Noir, die letzte Überlebende eines Hexenklans, ist auf der Flucht vor Dämonen, die einst ihre Familie auslöschten. Sie weiß nicht, dass sie in dem Gargoyle Vincent einen Beschützer hat, der sie Tag und Nacht bewacht, während sie versucht, die Mörder ihrer Eltern zu finden.
Um Noirs Leben zu retten, muss Vincent seine Deckung aufgeben. Auch wenn zwischen den beiden sofort eine unwiderstehliche Anziehungskraft herrscht, dürfen sie niemals ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen. Denn Vincent wurde mit einem Fluch belegt. Alles, was er in seiner menschlichen Gestalt berührt, wird zu Stein.
Kann ihre Liebe das überstehen?


Rezension:
Wie weit kann Rache dich treiben? Wie lang kannst du an ihr festhalten? Und was passiert, wenn alles, an das du geglaubt hast, eine schreckliche Lüge zu sein scheint?

Mit "Herzen aus Stein" schreibt Inka Loreen Minden den Auftakt zu "Wächterschwingen", einer voraussichtlich dreiteiligen Romanreihe über Gargoyles, Hexen und ganz viel Magie.
Ähnlich wie in anderen Romanen der Autorin schreibt Minden über zwei Romanpaare (Noir & Vincent, Ash & Kara), deren Geschichten parallel zueinander erzählt werden. Durch häufigen Perspektivenwechsel zwischen den vier Protagonisten wird eine für die Autorin typische Spannung aufgebaut. Einerseits möchte man wissen, wie es in der Haupthandlung weitergeht, andererseits spukt dem Leser gleichzeitig das Schicksal des zweiten Romanpaares im Kopf herum. Durch diese "Aufspaltung" des Romans erarbeitet man sich stückchenweise die Handlung und freut sich immer wieder auf einen neuen Wechsel.

Ein Großteil der Handlung baut auf dem ersten Pärchen - Noir und Vincent - auf.
Noir "Malou" LeMar musste in ihrer Kindheit miterleben, wie Dämonen ihre Familie ermordeten. Sie gelang die Flucht, doch Noir musste ihren Bruder zurücklassen. Seit diesem schicksalhaften Augenblick versteckt sich die junge Frau vor ihren Verfolgern und hat es sich zum Ziel gemacht, ihre Familie zu rächen und ihren kleinen Bruder zu finden. Dabei begibt sie sich jedoch häufiger als ihr bewusst ist in Lebensgefahr.
Noir wurde durch die Erlebnisse in ihrer Kindheit stark geprägt. Immer wieder erfährt man durch ihre Gedanken und ihr Handeln, dass es die begabte Hexe als ihr Schicksal ansieht, auf ewig allein zu leben, damit sie niemanden in Gefahr bringen kann. Hinzu kommt Noirs beinahe besessene Überzeugung ihren Bruder lebend wiederzufinden, was nahezu unmöglich erscheint. Diese beiden besonders stark ausgeprägten Charaktermerkmale offenbaren eine starke Verwundbarkeit und Schwäche, welche die Hexe innerhalb kürzester Zeit in die Hände einer Dämonenschar treiben.
Ab diesem Moment beginnt ein leichter Wandel in er Protagonistin. Durch ihr Aufeinandertreffen mit dem Gargoyle Vincent erkennt sie, dass all die Jahre ein Beschützer an ihrer Seite war und sein Leben für sie riskiert hat. Kurz gesagt: Genau das, was Noir eigentlich verhindern wollte. Eher unfreiwillig bleibt der Dämonenjägerin jedoch keine andere Wahl, als sich an die neue Situation anzupassen.
Vincent, ein Halbgargoyle, erhielt bereits vor vielen Jahren den Auftrag die junge Hexe mit seinem Leben zu beschützen. Damit er jedoch nicht den gleichen Fehler wie sein Vater begeht (sich in einen Menschen zu verlieben), wurde er von seinem Klan verflucht. Als er jedoch während einer Rettungsaktion Noir offenbaren muss, bricht er gleich mehr als eine der ihm auferlegten Regeln. Doch nun ist es zu spät und Vincent muss lernen das Beste aus der ganzen Sache zu machen.
Mithilfe von Noir beginnt Vincent endlich gewisse Klanregeln infrage zustellen und genauer zu ergründen. Dadurch erkennt der Halbgargoyle, dass er lange Zeit belogen und betrogen wurde. Durch diese Art "Schocktherapie" legt er einen Teil seines alten Wesens ab. Er wird mutiger und stellt sich mit Noirs Hilfe schließlich seinen Ängsten.

Die Geschichte von Kera und Ash baut nun auf der Haupthandlung auf und wird geschickt in die Geschichte eingeflochten. Der Engel Kera erhält einen einzigen simplen Auftrag: Bring der Hexe die Sanduhr ohne sie selbst zu benutzen! Was unter uns gesagt natürlich viel zu einfach wäre, würde nicht der Dämon Ash dem Engelchen einen Strich durch die Rechnung machen.
Kera nutzt mehr als nur einmal die ihr anvertraute Sanduhr für ihre eigenen Zwecke und zieht damit die Aufmerksamkeit des Dämons Ash auf sich, indem sie diesem aus Mitleid das Leben rettet. Schnell beginnt ein Katz und Mausspiel zwischen den beiden Erzfeinden, dem Kera sich nicht entziehen möchte. Doch durch die Hilfe ihres teuflischen Begleiters erfährt sie bald ein erschreckendes Geheimnis und die Erkenntnis, dass man das Schicksal nicht so einfach ändern kann.
Im Verlauf der Handlung wird aus einer doch sehr zurückhaltenden Kera eine wahre Kämpfernatur, die sich nicht mehr so einfach herumschubsen lässt. Sie beginnt gegen ihre Vorherbestimmung und das Schicksal zu rebellieren und setzt alles daran, das Leben des Dämons zu retten.
Ash sieht in der Sanduhr seine einzige Chance einen schrecklichen Fehler aus seiner Vergangenheit wieder gut zu machen und vielleicht sein Schicksal zu ändern, doch ehr merkt schnell, dass dies nicht so einfach ist wie gedacht. Nicht nur Kera stellt sich seinen Plänen in den Weg, damit sein Plan erflog haben kann, muss er auch seine Seele zurückholen.
Man merkt während des Lesens deutlich, wie Ash immer mehr und mehr den Mut verliert und sich dem Schicksal geschlagen geben will. Doch während seines aussichtslosen Unterfangens erkennt er auch endlich die Fehler, die er vor vielen Jahrhunderten begangen hat, an. Jetzt scheint diese Erkenntnis jedoch zu spät zu sein und das Einzige, was der Dämon noch mit seiner verbleibenden Zeit tun kann, ist Keras Nähe zu genießen.

Wer "Engelslust" - eine Sidestory der Reihe- gelesen hat, darf sich freuen, denn viele der geliebten Charaktere mischen vor- bzw. hinter den Kulissen mit und haben hier und da kleine Gastrollen erhalten. Ansonsten erhielten nur sehr wenige Nebencharaktere einen bedeutenden Platz in der Handlung. Zwar werden die unterschiedlichsten Wesen und Charaktere genannt, aber einen wichtigen oder längeren Part haben nur die wenigsten von ihnen gespielt. Dadurch erscheint die Handlung sehr geradlinig und Ziel fixiert. Die Personen, die aber mit einer größeren Rolle ausgestattet waren, wurden dafür umso besser genutzt.

Bewertung:
Wieder einmal ist es mir passiert, dass ich die "Nebenhandlung" wein wenig interessanter und sympathischer empfand, als das Hauptgeschehen. Immer wieder habe ich mit Ash und Kera mitgefiebert und gelitten. Aber auch die Geschichte um Noir und Vincent ist objektiv betrachtet nicht weniger interessant und hat ihren ganz eigenen Reiz. Besonders Vincents Charakter hat mich voll und ganz auf seine Seite gezogen, während Noir mir leider ein wenig "fremd" und unspektakulär erschien. Die Verflechtung der beiden Handlungen ist Inka Loreen Minden wieder einmal sehr gut gelungen und hat einen wunderbaren Spannungsbogen durch die ganze Geschichte gezogen. Durch diese anhaltende Spannung und Action fällt es auch nicht wirklich auf, dass die Nebencharaktere sehr sparsam eingesetzt wurden. Wie bereits angedeutet, waren die "wichtigen" und handelnden Nebencharaktere dafür umso spannender und bieten viel Potenzial für weitere Geschichten. (Besonders Gabriel hätte auf jeden Fall eine verdient!)
Kurz um: "Herzen aus Stein ist ein guter Beginn für die Reihe "Wächterschwingen" und Muss für alle Fans der Autorin. Aber auch Fantasy Freunde und die, die es noch werden wollen, werden sehr viel Spaß mit der Geschichte haben.

8/10 bzw. 4/5 Sterne

★★★★★★★★☆☆