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Veröffentlicht am 02.04.2018

Jeder jat sein Päckchen zu tragen ...

The Ivy Years – Bevor wir fallen
2

Erscheinungsdatum: 29.03.2018

Autor: Sarina Bowen

Seitenzahl: 311 Seiten

ISBN: 978-3-7363-0786-5

Erhältlich: hier

Klappentext: Seit einem Sportunfall ist Corey Callahan auf den Rollstuhl angewiesen, ...

Erscheinungsdatum: 29.03.2018

Autor: Sarina Bowen

Seitenzahl: 311 Seiten

ISBN: 978-3-7363-0786-5

Erhältlich: hier

Klappentext: Seit einem Sportunfall ist Corey Callahan auf den Rollstuhl angewiesen, doch ihren Platz am renommierten Harkness College will sie auf keinen Fall aufgeben! Im Wohnheim trifft sie auf Adam Hartley – aus dem Zimmer direkt gegenüber. Corey weiß augenblicklich, dass sie das in Schwierigkeiten bringen wird: Denn auch wenn Corey sich von niemandem besser verstanden fühlt als von Adam und sie sich sicher ist, dass es ihm genauso geht – für sie beide gibt es keine Chance ... (Cover, Klappentext by Lyx Verlag)

Rezension:
Eine einzige falsche Entscheidung, eine einzige falsche Bewegung und das Leben liegt in Trümmern...

Nachdem Sarina Bowen mit ihrer „True North“ Reihe ihren Lesern die Schönheit Vermonts nähergebracht hat, schlägt sie mit „The Ivy Years“ eine ganz andere Richtung ein und entführt uns auf den Campus des Harkness Colleges! Doch Bowen wäre nicht Bowen, wenn sie nicht auch ungewöhnliche Protagonisten einbinden würde, und der Handlung somit einen besonderen Touch verleiht.
Nachdem ich selbst bisher die „True North“ Reihe der Autorin kannte, war ich mehr als nur gespannt, wie sie über die „wilden College Jahre“ schreiben wird. Bereits in den ersten Seiten merkt man deutlich, dass die Autorin zwar ihren angenehmen und packenden Stil beibehält, aber zugleich auch einen neuen und etwas „raueren“ Ton anschlägt. Die Kombination aus beidem sorgt letztendlich dafür, dass man die Geschichte unglaublich schnell lesen kann und sich mit jedem Satz in die Handlung verliebt. Diese startet dabei ab dem ersten Kapitel sehr interessant und baut sich immer weiter auf, sodass Handlungs- und Spannungsbogen die meiste Zeit parallel verlaufen und immer wieder neue Überraschungen erscheinen. Lediglich im letzten Drittel löst sich der vorliegende Konflikt unrealistisch schnell auf, sodass die Spannung kurzzeitig absackt.

College-Romane mag es viele geben, doch ich glaube, die wenigsten von ihnen haben so eine besondere Protagonistin, wie Corey Callahan sie ist.
Für die junge Studentin war Eishockey ihr Leben. Als Captain des heimischen Frauenteams und einem Vater als Trainer drehte sich beinahe alles um ihre Passion. Selbst die Wahl ihres Colleges wurde nicht unmaßgeblich von ihrem großen Bruder, der im Team des Harkness Colleges spielte, und dem Spot beeinflusst. Doch ehe sie sich versieht, zerstört ein tragischer Unfall ihre Pläne – Coreys Beine sind gelähmt und sie wird wahrscheinlich nie wieder auf dem Eis stehen. All der Sorgen und Rückschläge zum Trotz bleibt die junge Frau stur und tritt ihre Zeit in Harkness an. Noch während sie mit der neuen Situation zu kämpfen hat, macht sie Bekanntschaft mit Adam Hartley – dem Captain der Eishockeymannschaft – der aufgrund einer Verletzung ebenfalls im einzigen behindertengerechten Wohnheim der Anlage lebt. Durch die Erinnerungen, die er und seine Teamkollegen jedoch bei Corey immer wieder hervorrufen, scheint die so hoffnungsvoll angetretene Zeit auf dem College ihre Hürden für die an Gehilfen gefesselte Frau mit sich zu bringen.
Wer nach dieser kurzen Beschreibung ewiges Trübsalblasen und bemitleiden erwartet, der ist hier leider völlig falsch. Ganz im Gegenteil, Corey ist von den Bemutterungen und vorsichtigen Behandlungen derart genervt, dass sie die Freiheit, die das College mit sich bring, kaum erwarten kann. Dort zeigt sie immer wieder die toughe und ironische Person, die sie bereits vor dem Unfall gewesen zu sein scheint. Doch die Erinnerungen an früher und das wissen, was sie alles verloren hat, machen ihr immer wieder zu schaffen. Ablenkung und Trigger ist in diesen Momenten immer wieder Adam, dem sie nach und nach ihr Vertrauen schenkt und für ihren Geschmack unpassend nahekommt. Über kurz oder lang haben diese verschiedenen Einflüsse schließlich zur Folge, dass Corey sich unglaublich stark weiter entwickelt und neue Seiten von sich entdeckt und sich neue Ziele setzt.

Sobald Corey Zeit auf dem College beginnt, kommen viele neue Charaktere hinzu. Neben ihrer neuen Mitbewohnerin stehen auch Adams Freunde und Teamkollegen auf dem Plan, die neben vielen unterhaltsamen und teils peinlichen Szenen mit ihren Auftritten für eine dynamische und lebendige Romanwelt sorgen. Somit ist die Geschichte nicht ausschließlich auf die Protagonisten fixiert und die Atmosphäre des Buches fühlt sich überraschend „echt“ und vielseitig an.

Bewertung:
Im New bzw. Young Adult Genre trifft man leider immer wieder auf ewig gleiche Klischees, die mich in mancherlei Hinsicht regelrecht von solchen Büchern abgeschreckt haben oder zur Folge hatten, dass ich mich an Romane mit zu jungen Protagonisten nicht mehr heranwage (traurig aber wahr). Es ist also kaum verwunderlich, dass ich vielleicht ein wenig mit der Sorge zu kämpfen hatte, dass der wunderbare Eindruck, den Sarina Bowen mit ihren True North Büchern bei mir hinterlassen hat, unter „The Ivy Years – Bevor wir fallen“ leiden könnte. Sobald ich die ersten Seiten gelesen hatte, konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen.

Besonders beeindruckt hat mich dabei die Art, wie die Autorin von Corey Behinderung schreibt, sodass man sich hier und da einfach fragen muss, wie selbstverständlich man sein momentanes Leben als 'normal' erachtet. Dieses Feeling und die Harmonie zwischen den Figuren und der Handlung haben mir wieder in Erinnerung gerufen, warum ich solche Bücher überhaupt lese: Weil man ab und an das Glück hat, auf solche Schätze zu stoßen.

Alles in allem kann die „The Ivy Years – Bevor wir Fallen“ jedoch jedem Fan von ungewöhnlichen Charakteren und wunderschönen Schreibstilen empfehlen. Ich selbst kann den zweiten Teil der Reihe kaum erwarten!


10/10 bzw. 5/5 Sterne
★★★★★★★★★★

Veröffentlicht am 21.10.2018

Eine mitreißende Geschichte mit vielen dunklen Geheimnissen

Victorian Rebels - Ein Herz voll dunkler Schatten
1

Ein Geheimnis, für das sie eher Sterben würde … und ein Auftrag, der seine Welt aus den Angeln reißt …

Mit „Ein Herz voll dunkler Schatten“ gehen Kerrigan Byrnes Victorian Rebels in die zweite Runde!Dieses ...

Ein Geheimnis, für das sie eher Sterben würde … und ein Auftrag, der seine Welt aus den Angeln reißt …

Mit „Ein Herz voll dunkler Schatten“ gehen Kerrigan Byrnes Victorian Rebels in die zweite Runde!Dieses Mal nimmt sich die Autorin der Geschichte des Christopher Argents an. Durch seine Position im Gefolge des schwarzen Herz' kennt der Leser diese Figur bereits flüchtig, doch die Enthüllungen, die Byrne nun macht, haben das Potenzial Leser für Stunden zu fesseln. Bereits zu Beginn baut der Roman sehr schnell das erste Spannungshoch auf und gewinnt damit die Aufmerksamkeit der Leser für sich. Die Ausgangssituation ist schnell klar und die Ereignisse knüpfen nahtlos aneinander an sodass die Spannung sich immer weiter steigert und eine fesselnde Atmosphäre aus Intrigen, Verrat und gefährlichen Geheimnissen entsteht. Durch die abenteuerliche Handlung kommt es selbstverständlich auch zu einigen vorhersehbaren Ereignissen, doch diese werden von anderen unerwarteten Wendungen überschattet bzw. gehen in ungewöhnlichen 'Folgen' unter. So gelingt es der Autorin, den Leser von der ersten Seite an zu unterhalten.

Doch die Geschichte wäre nichts ohne ihre Protagonisten.
Mit der Figur der Millie LeCour erschafft die Autorin viele Geheimnisse. Ihre Karriere als gefeierte Schauspielerin bringt ihr eine recht angesehene Position in der Londoner Gesellschaft ein. Doch neben dem Leben auf der Bühne zählt für die junge Frau einzig und allein das Leben ihres Sohnes Jakub, der sie auf Schritt und Tritt geleitet. Doch urplötzlich wendet sich das geregelte Leben der beiden, als Christopher Argent den Auftrag erhält, die Schauspielerin zu töten somit Millies sorgfältig errichtetes Konstrukt wie ein Kartenhaus zum Einsturz bringt. Aber für den abgebrühten Killer stinkt der Auftrag zum Himmel und seine Instinkte spielen verrückt. Argent wechselt die Seiten, um herauszufinden, wer oder was die Londoner Unterwelt aufmischen und Millies Leben will.
Das Zusammenspiel der beiden Protagonisten ist im Verlauf der Handlung auf vielen Ebenen beeindruckend. Wie Hund und Katze, Feuer und Eis, Licht und Schatten … Millie und Argent sind gegensätzlich und doch werden sie durch einen gemeinsamen Feind und einen folgenschweren Deal miteinander verbunden. Obwohl anfangs Misstrauen und Unsicherheit die erzwungene Beziehung der beiden dominiert, sorgen die Taten des jeweils anderen dafür, dass sich die Protagonisten immer weiter öffnen, neue Seiten preisgeben und einander immer mehr vertrauen. Zugleich müssen beide aber auch einsehen, dass Schweigen die Taten der Vergangenheit nicht ewig ausschließen kann … es kommt zu schockierenden Enthüllungen und ergreifenden Konflikten, die alle Fortschritte vernichten können.

Neben den Protagonisten ist es eine besondere Freude mit Jacub eine junge, unschuldige Figur im Spiel zu haben, die Argent auf die ein oder andere Weise zur Räson rufen kann und somit die sanften Seiten des Auftragsmörders erwachen lässt. Doch auch das schwarze Herz und seine Fee (die Protagonisten des ersten Bands) sind zurück. Man erlebt endlich auch, wie es zwischen den beiden ehemaligen Hauptcharakteren weiter geht und erfährt durch aufwühlende Diskussionen, wie Argent wirklich zu den Anderen steht. Die Verbindungen aus New Gate geraten somit in ein neues Licht.

Bewertung:
„Victorian Rebels – Ein Herz voll dunkler Schatten“ hat mich sehr überrascht. Nachdem ich mir im ersten Teil Christopher Argent ganz anders vorgestellt hatte, wurde ich mit seiner Geschichte in diesem Band eindeutig schockiert.
Die Handlung und die Idee des Romans haben mir unglaublich gut gefallen, da besonders die Spannung zwischen den Figuren konstant auf einem mitreißenden Level gehalten wurde und die einzelnen Schicksale mich sehr berührt haben. Hinzu kommt die Tatsache, dass Kerrigan Byrne durch die Entwicklung ihrer Figuren eine sehr lebendige Romanwelt mit vielseitigen Handlungssträngen erschaffen hat, die nur wenige vorhersehbare Szenen zuließen und immer wieder überraschen konnten.

Alles in allem hat mir der zweite Band der Victorian Rebels sehr gut (und vielleicht sogar noch ein bisschen besser als Band eins) gefallen.

Veröffentlicht am 21.09.2017

Eine interessante Handlung

Das wilde Herz des Meeres
1

Erscheinungsdatum: 01.07.2017

Autor: Elena Morgan

Seitenzahl: ca. 350 Seiten

ISBN: 978-3-931989-92-5

Erhältlich: hier

Klappentext:
-Golf von Mexiko, 1717
William Hunter – Pirat, Frauenverführer ...

Erscheinungsdatum: 01.07.2017

Autor: Elena Morgan

Seitenzahl: ca. 350 Seiten

ISBN: 978-3-931989-92-5

Erhältlich: hier

Klappentext:
-Golf von Mexiko, 1717
William Hunter – Pirat, Frauenverführer und berüchtigter Kapitän der Scowerer – kennt weder Gnade noch Furcht. Ruhelos reist er über die Meere der Welt und macht reiche Beute, bis ihn ein schrecklicher Fluch das Leben kostet. Fortan ruhen Williams Knochen in einer Höhle, dazu verdammt, alle hundert Jahre in einer Vollmondnacht zu neuem Leben zu erwachen. So lange, bis eine Frau sein grausames Herz erweicht und ihn spüren lässt, was wahre Liebe bedeutet.
-Fuerteventura, 2017
Hannah flieht nach dem Ende einer desaströsen Beziehung zu ihrer Schwester, um zu vergessen. An der wilden Atlantikküste macht sie einen seltsamen Fund: Uralte Knochen liegen neben Goldmünzen in einer vom Meer umspülten Höhle. Einhundert Jahre sind seit Williams letztem Erwachen vergangen… und die nächste Vollmondnacht steht unmittelbar bevor. (Cover, Klappentext by Drachenmond Verlag)


Rezension:
Weit, wie das unendliche Meer
Unzähmbar, wie die Stürme der karibischen See.
Ersehnt, wie die ewige Sehnsucht nach den verborgenen Weiten des Ozeans.

Unter dem Autorenpseudonym Elena Morgan wurde der Roman "Das wilde Herz des Meeres" beim Drachenmond Verlag veröffentlicht. Morgan entführt damit in die ruchlose, raue und zugleich faszinierende Welt des Piratenzeitalters und bringt diese auf Kollisionskurs mit unserer heutigen Kultur.
Mit viel Charme und Humor baut sich langsam aber sicher eine solide Handlung mit einer angenehmen Spannung auf. Letzteres schwächelt im Mittelteil leicht, was jedoch durch die Protagonisten abgefangen wird.

Als Hannah vor der Realität flieht und sich für einen Urlaub bei ihrer Schwester entscheidet, ahnt sie nicht, welches Abenteuer noch auf sie wartet. Von Beginn an ist Fuerteventura ein magischer Ort für Hannah. Sie fühlt sich frei, geborgen und Zuhause. Doch zugleich hat sie das Gefühl den Verstand zu verlieren. Seltsame Träume, Visionen und Stimmen verfolgen sie und leiten die junge Frau auf vergessene Pfade des Paradies. Eines führt schließlich zum anderen und plötzlich steht ein lange vergessener, verfluchter, attraktiver und sehr lebendiger Pirat vor ihr.
Für William Hunter ist seine neu entdeckte Freiheit Fluch und Segen zugleich. Einerseits weiß er, dass ihm die Zeit durch die Finger rinnt und sein Ende naht, andererseits findet er an den neuen Sitten und Bräuchen gefallen. Und als wäre dies nicht genug, weiß er nicht, ob seiner "Retterin" zu trauen ist, immerhin ist sie eine Hexe, wie jene, die ihn ins Verderben gestürzt hat. Den beiden Protagonisten bleibt kaum eine andere Wahl, als sich für die gegebene Zeitspanne miteinander zu angagieren.
Sowohl Hannah als auch William müssen sich während ihrer gemeinsamen Zeit ihren Dämonen stellen. Gejagt von der Vergangenheit und verschreckt von der Zukunft erkennen sie Fehler an und entwickeln neue Seiten in ihrer Persönlichkeit. Doch kaum scheint alles ins Lot zu geraten, erhalten sie ein gefährliches Angebot.

Neben Hannahs Schwester Marie, die sich nach einiger Zeit verdünnisiert und deren Ehemann, den man nie kennenlernt, gibt es Williams Besatzung, die die Sparte der Nebencharaktere abdeckt. Obwohl man nur die engsten Mitglieder etwas näher kennenlernt, wird deutlich klar, dass der bunte Haufen viel Unterhaltung verspricht. Doch Hannahs Kontakt zu ihnen wird derart spärlich beschrieben, dass die einem kaum ans Herz wachsen können.

Bewertung:
"Das wilde Herz des Meeres" hat mich positiv überrascht.
Wenn meine Vermutung zu der Autorin hinter dem Pseudonym richtig ist, dann muss ich sagen, dass ich mir geschworen hatte, nie wieder ein Buch von ihr zu lesen -zu groß war die Enttäuschung beim Letzten. Doch so bin ich über andere Wege auf den Roman aufmerksam geworden und bin froh darüber.
Die Geschichte von Hannah und Will ist sehr unterhaltsam und bietet viele interessante und spannende Momente. Obwohl der Einsatz von Wills Mannschaft noch ausgebaut werden könnte, hat man doch die Verbundenheit zwischen ihnen gespürt.
Doch das Ende (zwischen letztem Kapitel und Epilog) ging mir persönlich ein wenig zu schnell, sodass die Stimmung nach dem Showdown zerstört wurde und ich mich plötzlich in der Realität wieder fand.


8/10 bzw. 4/5 Sterne
★★★★★★★★☆☆

Veröffentlicht am 07.04.2017

Eine Explosion an Wendungen

Die Bibliothekare / Die flammende Welt
1

Erscheinungsdatum: 16.03.2017

Autor: Genevieve Cogman

Seitenzahl: 445 Seiten

ISBN: 978-3-404-20844-9

Erhältlich: hier

Klappentext: Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, in der es ...

Erscheinungsdatum: 16.03.2017

Autor: Genevieve Cogman

Seitenzahl: 445 Seiten

ISBN: 978-3-404-20844-9

Erhältlich: hier

Klappentext: Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, in der es Zugänge zu den unterschiedlichsten Welten – und damit auch zu den seltensten Büchern – gibt. Als Bibliothekarin ist es ihr Job, diese Bücher zu beschaffen. Ihr neuester Auftrag führt sie in eine Welt, die Frankreich zu Revolutionszeiten ähnelt. Ein gefährlicher Ort, um Bücher zu stehlen. Besonders, wenn plötzlich der magische Rückweg in die Bibliothek versperrt ist. Was erst wie ein Zufall erscheint, stellt sich als heimtückischer Angriff heraus. Ein Angriff, der die ganze Bibliothek zerstören könnte …
Ein Muss für alle Fans von Ben Aaronovitch und Kai Meyer


Rezension:
Verschlungen von der Dunkelheit, zerstört vom Chaos, nichts mehr als Schall und Rauch. Dies scheint die finstere Zukunft der Bibliothek zu sein. Doch nicht solange die Bibliothekarin Irene Winters da noch ein Wörtchen mitzureden hat! Kann sie auch dieses Mal die Machenschaften von Alberich verhindern und ihr womöglich ein für alle Mal vernichten?

Die flammende Welt ist der dritte Teil von Genevieve Cogmans Reihe der Unsichtbaren Bibliothek. Der neue Band spielt einige Monate nach seinem Vorgänger, was zur Folge hat, dass die Protagonistin noch immer mit den Konsequenzen ihres letzten großen Abenteuers kämpft.
Trotz seine Position als Teil einer Reihe lässt sich der Roman auch wunderbar für Neueinsteiger -wie mich- lesen. Der Schreib-/und Erzählstil Cogmans ist überwiegend flüssig und sehr anschaulich gestaltet. Jedoch kommt es vor allem in der ersten Hälfte zu sehr rauen Sprüngen zwischen verschiedenen Szenen ebenso wie zu Momenten, die sich doch sehr in die Länge ziehen und ein wenig langweilen. Danach geht es aber mit der Action richtig los! Eine interessante Handlung folgt auf die Nächste, wobei man immer wieder von der Ideenvielfalt der Autorin überrascht wird. Ab diesem Moment möchte man das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen.

Mit der Bibliothekarin Irene "Ray" Winters hat die Autorin eine sehr charmante und liebenswerte Protagonistin erschaffen. Man merkt deutlich, dass Irene alles andere als allwissend ist und demzufolge häufig in die Bredouille gerät. Diese nahbare und realistische Unperfektheit sind Auslöser für viele alternative und unglaublich unterhaltsame "Problemlösungen" und Herangehensweisen, die dem ganzen Konzept eine erfrischende und humorvollle Note verabreichen.
Ihre Aufgabe als Bibliothekarin (mithilfe einer magischen Sprache einzigartige Bücher stehlen, um diese in Sicherheit zu bringen) wird gegen Ende in ein großes Hindernis verwandelt, was die Protagonistin in einen Gewissenskonflikt zwingt. Dieser innere Konflikt zwischen ihrer Pflicht und dem richtigen, rechtschaffenen Handeln sorgt noch einmal für zusätzliche Wendungen und Handlungsstränge auf dem Weg zum großen Finale des Romans.
Immer an Irenes Seite ist ihr Lehrling Kai -ein Drache- anzutreffen. Er bildet eine gute Ergänzung zu seiner kühlen und vielleicht auch ein bisschen chaotischen Mentorin. Mittels seiner Drachenkräfte, die nebenbei erwähnt sehr beeindruckend sind, bietet er neue und erfrischende Talente an, die dem Team mehr als einmal das Leben gerettet haben. Nach gewissen Vorkommnissen im zweiten Teil der Reihe hat es sich der junge Drachenprinz zur Aufgabe gemacht Irene vor sich selbst und vor anderen -wenn nötig mit seinem Leben- zu beschützen. Diese schon fast heroische Ader macht Kai in diesem Roman schon beinahe zum strahlenden Ritter in goldener Rüstung.
Neben Kai und Irene gibt es verständlicher Weise noch sehr viele andere Charaktere, die zum Teil aus den Vorgängern bekannt sind. Dazu gehören zum Beispiel Vale und Zayanna. Aber auch neue Gesichter sind erschienen und übernahmen die unterschiedlichsten Rollen, um eine interessante und abwechslungsreiche Handlung zu kreieren. Da ich euch die Spannung nicht nehmen möchte und vielleicht noch ausversehen etwas spoilere, werde ich nicht näher auf die Nebencharaktere eingehen. Nur so viel soll euch gesagt sein: Keiner der Charaktere existiert, ohne nicht ein Teil des Rätsels zu werden.

Bewertung:
Die flammende Welt ist ein sehr unterhaltsamer und unvorhersehbarer Fantasy-Roman, der auch für Neueinsteiger der Reihe größtenteils verständlich ist. Vor allem der hintere Teil des Buches hat mich gepackt und nicht mehr los gelassen, während man zu Beginn noch ganz schön an den Kapiteln zu kauen hat. Im Großen in Ganzen betrachtet kommen mir daher auch die ersten 100 bis 200 Seiten recht inhaltslos, im Vergleich zum Rest des Buches, vor. Als Grund dafür sehe ich einen sehr langsam aufgebauten Spannungsbogen, der aber später noch einmal richtig an Fahrt gewinnt. Trotz kleiner Schwächen erhält Die flammende Welt von Genevieve Cogman eine klare Leseempfehlung.

8/10 bzw. 4/5 Sterne
★★★★★★★★☆☆

Veröffentlicht am 27.03.2019

humorvoller Auftakt der neuen „Honey Badgers“ Reihe, der besonders für eingefleischte Fans unerwartet emotionale Begegnungen parat hält und Sehnsucht nach mehr auslöst.

Honey Badgers
0

Erscheinungsdatum: 01.02.2019
Autor: G. A. Aiken
Seitenzahl: 464 Seiten
ISBN: 978-3-492-28184-3
Erhältlich: hier
Klappentext:
Als Grizzly-Gestaltwandler war Berg Dunn schon in ...

Erscheinungsdatum: 01.02.2019
Autor: G. A. Aiken
Seitenzahl: 464 Seiten
ISBN: 978-3-492-28184-3
Erhältlich: hier
Klappentext:
Als Grizzly-Gestaltwandler war Berg Dunn schon in vielen ungewöhnlichen Situationen. Doch dass eine hübsche, nackte Frau wie aus dem Nichts auf seinem Balkon auftaucht, findet selbst er merkwürdig. Und dann fordert die Unbekannte auch noch von ihm, dass er ihr seine beste Pistole überlässt! Berg findet heraus, dass sie eine Honigdachs-Gestaltwandlerin ist, und verliert sein Herz an sie. Doch Charlie Taylor-MacKilligan muss ihre kleinen Schwestern vor ihrem mordlustigen Vater beschützen und es passt ihr gar nicht, dass Berg sich plötzlich als ihr Aufpasser aufspielt. Immerhin sind Honigdachse Überlebenskünstler! Aber Berg ist unverschämt sexy, das muss Charlie zugeben. Vielleicht jagt sie ihn nicht fort – wenn er denn mit ihr mithalten kann. (Cover, Klappentext by Piper Verlag)
Rezension:
Diese drei Honigdachse ziehen das Chaos magisch an!

Mit ihrer neuen Reihe „Honey Badgers“ entführt G. A. Aiken ihre Leser erneut in die Welt der Gestaltwandler und Hybride. Doch mit diesen neuen Protagonisten ist selbst für Aiken ein ungewöhnlich hohes Maß an Sarkasmus, Chaos und Humor den Lesern erreicht. Denn drei kriminelle Honigdachse - die MacKilligan Schwestern - im Konflikt mit ihrem unnützen Vater sind nun einmal brandgefährlich.
Anhand der chaotischen und durch ihre Gene 'gestraften' Protagonisten, die nicht lange zögern ein Problem aus der Welt zu schaffen, baut sich die Handlung sehr schnell auf und erzeugt so – in Kombination mit verrückten und vor allem unerwarteten Situationen – einen guten Spannungsbogen, der den Leser mitreißen kann. Trotz alledem wird auch deutlich, dass es sich bei „Honey Badgers – Honigsüß & Bitterböse“ um den ersten Band einer neuen Reihe handelt.
Die Handlung ist weniger actiongeladen und komplex als man es von anderen Romanen Aikens kennen mag, da sich erst nach und nach ein neuer, großer Konflikt entwickeln muss. Doch nicht nur dies mag manch einem etwas 'blass' erscheinen.
In Anbetracht dessen, dass „Honey Badgers“ eine neue Reihe G. A. Aikens ist, wird sehr wenig zu den Gestaltwandlern und deren Kulturen erklärt. Eingefleischte Fans mögen so zwar mit den Handlungen der Figuren vertraut sein. Doch gerade Neueinsteiger könnten aufgrund der mangelnden Informationen leichte Probleme haben, in die Romanwelt einzusteigen und die verschiedenen Andeutungen und Ticks der Figuren zu verstehen. (Ebenso wie die Romane der „Lions“ und der „Wolfs Diaries“ Reihe spielen auch die neusten Geschichten rund um die Honigdachse im selben Universum, sodass man alte und geliebte Protagonisten endlich wiedertrifft.)

Charlie MacKilligan ist die Meisterin des Chaos. Als älteste unter drei Geschwistern war es schon immer sie, die ihre beiden verrückten Halbschwestern aus der Knast oder vorzugsweise einer viel zu teuren Nervenklinik geholt hat. Doch das sind nur kleine „Sorgen“ im Vergleich zu den Problemen, in die die Geschwister immer wieder von ihrem nichtsnutzigen Vater gebracht werden. Ist es also eine Überraschung, dass Charlie eines morgens in ihrem Hotelzimmer angeschossen wird oder ihre Schwester Max mit einem Raketenwerfer ihre Verfolger beseitigen muss? … Nein. Was jedoch durchaus eine Überraschung ist, ist die Tatsache, dass sich die drei Schwestern plötzlich 'zu ihrem Schutz' mitten im Bären-Territorium wiederfinden.
Mit der Honigdachs-Wolfs-Hybridin Charlie wurde eine überraschend ausgeglichene und dennoch leicht verrückte Protagonistin geschaffen, deren emotionale Entwicklung im Verlauf der Handlung quasi greifbar wird. Zwar hat die junge Frau mit den Jahren gelernt, wie sie mit ihren Schwestern und den von ihnen verursachten Problemen umzugehen hat, doch durch die distanzierte Erziehung durch das Wolfsrudel ihrer Mutter sind besonders viele Gestaltwandlerfähigkeiten und Informationen zu den verschiedenen Spezies zu kurz gekommen, sodass Charlie den Leser – aber auch den Grizzly-Wandler Berg – immer wieder mit ihrer Unwissenheit überrascht und und die irrwitzigsten Situationen verursacht. Diese Unwissenheit wird jedoch mit der Zeit und durch die gegebenen Umstände schnell zu einer großen Gefahr für die MacKilligan Schwestern, sodass die Älteste der drei Honigdachse über ihren Schatten springen und etwas Hilfe annehmen muss, wenn sie überleben wollen.

Der Grizzly-Wandler Berg Dunn ist – als Gestaltwandler-Personenschützer und Teil von Drillingen – vieles gewöhnt und lässt sich so schnell von nichts überrumpeln. Doch eine leicht verrückte Honigdachs-Gestaltwandlerin mit einer Menge Ärger ist nun einmal nicht 'Nichts'. Mit all ihren Problemen und dem Ärger, den sie bei der Lösung eben dieser Probleme verursacht, kann er sie nach ihrer ersten Begegnung nicht einfach sich selbst überlassen (es wäre vermutlich nicht verwunderlich, wenn sie unbeabsichtigt einen kleinen Krieg zwischen den Wandlern auslöse). Kurzerhand entscheidet Berg also die junge Frau gemeinsam mit ihren Schwestern an dem sichersten Ort in ganz New York unterzubringen: das Territorium der Bärenwandler … denn niemand ist so dumm und versucht sich auf das Gebiet der Bären zu schleichen ... oder!?
Der sonst so gefasste Berg muss jedoch bald erkennen, dass sein Plan einen Knackpunkt besitzt: Charlie wohnt nun ganz in seiner Nähe und bringt seine Gedankenwelt gehörig durcheinander. Im Verlauf der Handlung wird so die Gefühlswelt des Protagonisten stark aufgewirbelt und lässt ihn, als sich der Konflikt um Charlies Vater immer weiter zuspitzt, ungeahnte Angst verspüren, die dem besitzergreifenden Grizzly in ihm ganz und gar nicht gefällt.

Da mit Berg und Charlie zwei völlig neue Figuren die neue Reihe G. A. Aikens eröffnen, gibt es eine ganze Flut an Nebencharakteren, die um Aufmerksamkeit ringen. Zum einen gibt es Max und Stevie, Charlies ebenso verrückte Halbschwestern, sowie Britta und Dag, Bergs Geschwister, die das Bären-Drillingsgespann, komplettieren. Zum anderen erhielten aber auch viele Freunde und Bekannte größere Rollen (wie zum Beispiel der Vielfraß Dutch Alexander). Diese Figuren bringen einen frischen Wind in der aus anderen Reihen Aikens bekannte Romanwelt und sorgen so für humorvolle Gespräche und dynamische Diskussionen.
Doch neben diesen neuen Figuren betreten auch alte Bekannte (aus den Reihen „Wolfs Diaries“ und „Lions“) erneut die Bühne und schlagen die Brücken zwischen der verschiedenen Reihen und rufen Erinnerungen wach. Die Kombination aus alt und neu schafft somit eine gute Mischung für Fans und Neueinsteiger und eine vielseitige, lebendige und sehr warme Romanatmosphäre, die den Leser in eine vielseitige Welt entführt und immer wieder die Frage aufwirft, was hat man während man die Sicht er Protagonisten verfolgt eigentlich im Leben der Nebencharaktere alles verpasst?
Erst durch das Auftreten von Dee-Ann, Ric, Mitch, Novikov usw. wird für Fans Aikens deutlich, wie viel Zeit seit der letzten „Lions“ Geschichte vergangen ist und welche Veränderungen die Leben ehemaliger Protagonisten vollzogen haben … zumindest für mich hat dies einen traurigen und wehmütigen Beigeschmack, wenn ich an die alten Paare denke.

Bewertung:
G. A. Aiken entführt den Leser mit „Honey Badgers – Honigsüß und Bitterböse“ in einen neuen Abschnitt ihrer Welt der Gestaltwandler und ermöglicht es sich so, alte Geschichten weiter zu erzählen und zugleich einen guten Einstiegspunkt für neue Leser zu finden.

Obwohl der erste Band der neuen Reihe ein paar kleine Schwächen hat, was vor allem auf den Mangel an Informationen für Neueinsteiger und den für Aikens Verhältnisse etwas 'normaleren' und 'einfachen' Spannungsbogen zurückzuführen ist, hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht, Charlies und Bergs Geschichte zu lesen und immer wieder zu lachen. Damit spreche ich dem ersten Teil von „Honey Badgers“ eine klare Leseempfehlung aus und kann abschließend nur noch sagen:

G. A. Aikens „Honey Badgers – Honigsüß & Bitterböse“ ist ein sehr humorvoller Auftakt der neuen „Honey Badgers“ Reihe, der besonders für eingefleischte Fans unerwartet emotionale Begegnungen parat hält und Sehnsucht nach mehr auslöst. Ich freue mich daher schon auf den zweiten Teil mit der leicht neurotischen Stevie und ihrem 'süßen' und 'harmlosen' Pandawandler!

4,5/5 bzw. 9/10 Sterne
★★★★★★★★★☆
Bei "Honey Badgers - Honigsüß & Bitterböse" handelt es sich um von Piper Verlag bereitgestelltes Rezensionsexemplar. Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für die Unterstützung meiner Arbeit und die Möglichkeit, den Roman als Rezensionsexemplar kostenlos lesen zu dürfen. Dieser Umstand hat jedoch keinerlei Auswirkung auf die hier dargelegte persönliche Meinung meinerseits.