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Veröffentlicht am 15.07.2019

Widerstand in Norwegen

Die Frau aus Oslo
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1942, Nazis in Norwegen, die Jüdin Esther im Widerstand, der Tod von Esthers Eltern, der Mord an ihrer Freundin Äse: hört sich nach einer tollen, spannenden Geschichte an. Leider hat mich die Geschichte ...

1942, Nazis in Norwegen, die Jüdin Esther im Widerstand, der Tod von Esthers Eltern, der Mord an ihrer Freundin Äse: hört sich nach einer tollen, spannenden Geschichte an. Leider hat mich die Geschichte nicht so mitgenommen, wie ich es erwartet habe. Man hätte wesentlich mehr daraus machen können.

Die Geschichte beginnt im Jahre 2015 mit einem Armband, das auf einer Auktion versteigert werden soll. Turid erkennt dieses Armband und reklamiert dieses als ihr Eigentum. Es gehörte Turids Mutter, bis es 1967 spurlos verschwand.

Auf zwei weiteren Zeitebenen (1942 und 1967) werden die Ereignisse erzählt, in dessen Verlauf auch dieses Armband eine Rolle spielt.
1942 ist Esther aktives Mitglied im Widerstand, muß jedoch überraschend nach Schweden fliehen, als sie verraten wurde. Gerhard Falkum, der Mann ihrer Freundin Äse, flieht ebenfalls aus Norwegen. Er wird bezichtigt, seine Frau Äse ermordet zu haben. Er bestreitet dies vehement, hat sogar ein Alibi. Sverre, ebenfalls beim Widerstand, bittet Esther, Gerhard in Schweden zu helfen.
1967 taucht der totgeglaubte Gerhard Falkum wieder in Norwegen auf. Er möchte Kontakt zu seiner Tochter Turid aufnehmen, die nach dem Mord an ihrer Mutter und der Flucht ihres Vaters adoptiert wurde. Es läßt sich nicht vermeiden, daß sich Gerhard, Esther und Sverre bei dieser Gelegenheit wiedersehen. Doch keiner scheint erfreut zu sein, den anderen wiederzusehen.

Das Buch wirft im Lauf der Geschichte viele Fragen auf. Leider sind für mich einige wesentliche Fragen offen geblieben. So wird z.B. eine Narbe so oft erwähnt, daß man annimmt, das diese eine besondere Bedeutung hat. Man wartet förmlich drauf, daß man erfährt, woher diese Verletzung stammt und welche Bedeutung sie für die Geschichte hat. Aber das wird leider nicht aufgeklärt. Dafür werden aber bestimmte Wegbeschreibungen derart aufgebauscht, was für die Geschichte überhaupt keine Rolle spielt.

Das Ende der Geschichte wird sehr schnell erzählt, die Auflösung einiger Punkte, die man nun endlich erwartet, bleibt aus.

Mich hat das Buch unbefriedigt zurückgelassen. Man hätte aus der Geschichte mehr machen können. Daß dieses Buch in Norwegen ein Bestseller sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Einfach gute Rezepte, die ganz sicher gelingen!

Brot backen mit Christina
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Das Buch „Brotbacken mit Christina“ ist im österreichischen Löwenzahn-Verlag erschienen. Ich wohne im Grenzgebiet zu Österreich und weiß daher, daß in Österreich andere Mehltypen verkauft werden wie in ...

Das Buch „Brotbacken mit Christina“ ist im österreichischen Löwenzahn-Verlag erschienen. Ich wohne im Grenzgebiet zu Österreich und weiß daher, daß in Österreich andere Mehltypen verkauft werden wie in Deutschland. Daher war ich im Speziellen neugierig, wie in diesem Buch damit umgegangen wird. Eine „Übersetzungstabelle“ im erläuternden Teil des Buches läßt den deutschen Leser beim Mehlkauf schon mal nicht verzweifeln.

Das Buch beginnt mit ein paar Grundlagen zum Thema Getreide, Mehlsorten, deren Eigenschaften und eben der o.a. „Übersetzungstabelle“ der Mehltypen. Desweiteren werden noch Infos zu Brotgewürzen und Salz geliefert. Ebenso erläutert Christina, welche Utensilien fürs Brotbacken nützlich sind. Als Nächstes widmet sie sich der Zubereitung der Grundteige: Sauerteig, Hefeteig und Über-Nacht-Gare. Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie viele Fotos helfen dem Leser, die anfänglichen Hürden zu meistern. Abgerundet wird dieses erste Kapitel mit einigen Tipps fürs gute Gelingen sowie Lösungen für ein paar Probleme.

Und schon geht es in den nächsten Kapiteln ans Werk: Brot ganz klassisch, Alles Vollkorn, Brote mit Sauerteig, Brote mit wenig Hefe und viel Zeit, Brote ohne Kneten, Brot einmal anders und süße Brote. Hier findet jeder etwas für seinen Geschmack, egal, ob Alltagsbrot oder etwas Besonderes für den Frühstückstisch oder die Party.

Neben der Zutatenliste wird die Zubereitungs- und Arbeitszeit genannt, ebenso Backtemperatur und Backzeit. Die Zubereitung wird wieder Schritt für Schritt erklärt. Für besondere Arbeitsschritte wie Falttechniken bei einem besonderen Zopf z.B. werden die einzelnen Schritte wieder mittels Foto gezeigt.

Ich habe einige Rezepte nachgebacken. Mit den guten Anleitungen sind mir auch Rezepte erstaunlich leicht gelungen, an die ich mich bisher nicht so recht rangetraut habe.

Mein Fazit:
Für Anfänger sehr gut geeignet, da neben den Grundlagen fürs Brotbacken vieles Schritt für Schritt erklärt und mittels Fotos gezeigt wird. Und Fortgeschrittene werden das Buch sicher aufgrund der Bandbreite der Rezepte als Ergänzung mögen.
Für die Umwelt- und Klimabewußten: Das Buch ist klimapositiv gedruckt und wird ohne Plastikfolie ausgeliefert.
Ich weiß, dass ich dieses Buch noch oft zum Backen hernehmen werde und hoffe auf Band 2 mit weiteren leckeren Brotrezepten von Christina.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Eine Sturmnacht im Jahre 1872 auf Sylt

Die Hebamme von Sylt
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„Die Hebamme von Sylt“ ist der Auftakt zu einer Triologie von Gisa Pauly und wird mit den Bänden „Sturm über Sylt“ sowie „Die Kurärztin von Sylt“ fortgesetzt.

In einer stürmischen Nacht im Jahre 1872 ...

„Die Hebamme von Sylt“ ist der Auftakt zu einer Triologie von Gisa Pauly und wird mit den Bänden „Sturm über Sylt“ sowie „Die Kurärztin von Sylt“ fortgesetzt.

In einer stürmischen Nacht im Jahre 1872 holt die Hebamme Geesche Jensen zwei Kinder auf die Welt: die Comtesse Elisa von Zederlitz sowie die Fischerstochter Hannah Boyken. Hannah wird mit einem Hüftschaden geboren. Doch das ist nicht das einzige Unglück. Geesche Jensen hat in dieser unglückseligen Nacht ihren Verlobten beim Bau der Inselbahn verloren. Und während die Fischersfrau Freda Boyken ihre Tochter Hannah geboren hat, ist ihr Mann in dieser stürmischen Nacht nicht mehr vom Fischfang nach Hause gekommen.

Die eigentliche Geschichte spielt 16 Jahre später. Geesche Jensen hadert mit sich und dieser stürmischen Nacht, die sie einfach nicht losläßt. Aber was ist in jener Nacht passiert? Hat sie damals einen Fehler gemacht und fühlt sich schuldig an dem Hüftschaden von Hannah? Im Verlauf der Geschichte beginnt man immer mehr zu ahnen, was damals passiert ist. Und im 1888 passieren auf Sylt einige Dinge, die den Inselvogt auf Trab halten. Hat das was mit der Sturmnacht von 1872 zu tun?

16 Jahre nach dem Tod ihres Verlobten verliebt sich Geesche Jensen ausgerechnet in den Bauingenieur Marinus, der mit dem Bau der Inselbahn beschäftigt ist. Und der ist auch noch der Halbbruder des Grafen von Zederlitz. Standesdenken und seine Arbeit bei der Inselbahn, die ihrem Verlobten das Leben kosteten, machen es Geesche schier unmöglich, diese Liebe zu genießen.

Obwohl man immer mehr eine Ahnung davon bekommt, was 1872 passiert sein könnte, bleibt die Spannung weiter erhalten. Wie wird sich das im Jahre 1888 entwickeln? Das Ende war für mich trotz Allem nicht vorhersehbar.

Die Protagonisten waren gut dargestellt. Das Inselleben, das sich durch den zunehmenden Fremdenverkehr verändert, war ebenfalls gut beschrieben.

Mein Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl man relativ früh ahnen kann, was in jener Nacht passiert sein könnte, bleibt man bis zum Schluß gespannt, ob und wenn welche Konsequenzen sich daraus im Jahre 1888 ergeben könnten.
Ich bin sehr gespannt, wie es mit Geesche Jensen in der Triologie weitergeht.

Veröffentlicht am 09.07.2019

Dunkle Geheimnisse auf kleiner Hallig

Der Mann auf der Hallig
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Der Frieden der idyllischen Hallig Hooge wird urplötzlich durch tragische Ereignisse erschüttert. Klaas Rieckert, ein Halligbewohner, wird auf einer Sandbank tot aufgefunden. Da das Opfer an Armen und ...

Der Frieden der idyllischen Hallig Hooge wird urplötzlich durch tragische Ereignisse erschüttert. Klaas Rieckert, ein Halligbewohner, wird auf einer Sandbank tot aufgefunden. Da das Opfer an Armen und Beinen gefesselt war, also ganz offensichtlich ein Mord. Auf der Hallig kennt jeder jeden, und nichts bleibt vor den Halligbewohnern verborgen. Jeder ist erschüttert, aber keiner kann sich einen Grund vorstellen, warum jemand Klaas Rieckert nach dem Leben trachtet.

Bei der Obduktion dann ein überraschendes Ergebnis. Die DNA von Klaas Rieckert passt zu Tatortspuren von 3 Morden in verschiedenen Städten auf dem Festland.

Eine SOKO war vor 10 Jahren zu keinem Ergebnis bei den drei Morden gekommen. Lena Lorenzen, die damals in der SOKO mit ermittelt hat, möchte nun unbedingt den Mord an Klaas Rieckert übernehmen. Sie, als Kind der nordfriesischen Inseln, hat natürlich einen anderen Zugang zu den Halligbewohnern als irgendein fremder Ermittler vom Festland. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ihr spezielles Interesse diesem Fall gilt. Sie hat da noch eine alte Rechnung offen.

Nicht nur die Mordermittlungen sind schwierig. Sie versucht gerade, sich mit ihrem Freund ein Haus einzurichten. Ist die Beziehung wirklich stark genug, dem manchmal überraschenden Arbeitsalltag von Lena auszuhalten?

Lena und ihr Freund Erck waren mir gleich sympathisch, die direkten Arbeitskollegen auch.

Mein Fazit:
Spannende Geschichte, das Halligleben war überzeugend beschrieben, glaubwürdig dargestellte Protagonisten mit einem Ende, das man nicht vorhersehen konnte. Klare Lesempfehlung

Veröffentlicht am 30.06.2019

Absurde Welten

Frank Kunert
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Bereits das Cover machte mich neugierig. Meine ersten Gedanken waren: „Ein Haus, mit Eingang zur Autobahn oder Schnellstrasse? Kann nicht sein! Das muß eine Bildmontage sein, aber gut gemacht.“

Frank ...

Bereits das Cover machte mich neugierig. Meine ersten Gedanken waren: „Ein Haus, mit Eingang zur Autobahn oder Schnellstrasse? Kann nicht sein! Das muß eine Bildmontage sein, aber gut gemacht.“

Frank Kunert bedient sich aber nicht Bildbearbeitungsprogrammen, um seine Kompositionen zu erschaffen sondern baut seine Miniaturwelten mit Knetmasse, Farben etc. in seinem Studio. Das erkennt man aber eigentlich erst nach genaueren Hinsehen.

Das Buch gibt anfangs einen Einblick in die Arbeit vor dem eigentlichen Bild. Neben Erklärungen in Deutsch und Englisch werden Bilder von Frank Kunerts Bauphase und der Arbeit in seinem Fotostudio gezeigt. Man sieht, wieviel filigrane und liebevolle Arbeit nötig ist, um seine Arbeiten realitätsnah wirken zu lassen. Fotografiert wird dann alles mit einer analogen Großformatkamera.

Die Bildaussagen sind witzig, absurd und regen zum Nachdenken an. Was z.B. hat es mit den immer begehrten Plätzen an der Fensterseite eines Restaurant auf sich? Oder: Heutzutage bekommt man schon fast alles beim Discounter. Frank Kunert hat sich nun gefragt, wie wohl ein Beerdigungsdiscounter aussehen mag.

Die zentrale Bildaussage erfasst man sehr schnell. Wenn man sich aber das Buch mehrmals ansieht, wird man immer mehr Details im Aufbau und in der Bildaussage entdecken.