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Veröffentlicht am 25.12.2018

Schwierige Ermittlungsarbeit in der Besatzungszeit Islands

Graue Nächte
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Dies ist der dritte Band, in dem das Ermittlerteam Flovent und Thorson gemeinsam versuchen, Mordfälle aufzuklären. Es ist in sich geschlossen und kann daher ohne Vorkenntnis der vorherigen Bände „Der Reisende“ ...

Dies ist der dritte Band, in dem das Ermittlerteam Flovent und Thorson gemeinsam versuchen, Mordfälle aufzuklären. Es ist in sich geschlossen und kann daher ohne Vorkenntnis der vorherigen Bände „Der Reisende“ und „Schattenwege“ gelesen werden.

1943 findet man unmittelbar hintereinander zwei Leichen, die eine übelst zugerichtet hinter einer Kneipe, wo viele Soldaten der Besatzer verkehren. Die andere Leiche wird in einer Bucht gefunden, wobei es sich augenscheinlich um einen Selbstmord handelt. Außerdem wird zur gleichen Zeit eine Frau als vermisst gemeldet.

Der Roman spielt jedoch auf zwei Zeitebenen, was mir aber erst im Laufe des Lesen klar wurde.
Zwei Jahre vorher fährt ein Schiff von Petsamo nach Island, um die in Dänemark lebenden Isländer nach Hause zu holen. Dänemark stand unter Nazi-Einfluß. Es hatte sich dort auch eine Widerstandbewegung gebildet.
„Sie“ (in Schweden lebend), deren Name erst gegen Ende des Buches bekannt wird, wartete in Petsamo bei der Einschiffung auf ihren Verlobten Osvaldur, der in Dänemark lebte. Jedoch erschien er nicht, wie es ursprünglich verabredet war. Die Überfahrt nach Island verlief auch nicht reibungslos. Das Schiff wurde zu einem Zwischenstopp gezwungen. Anschließend fehlte plötzlich eine Person an Bord.

Einige Protagonisten dieser Zeitschiene findet man dann auf der Zeitebene der Morde wieder. Doch wie hängt nun alles zusammen? Leicht sind die Ermittlungen nicht, weil sich viele Personen in diesen Besatzungszeiten sehr wortkarg geben.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Durch viele Handlungsstränge und die zwei Zeitebenen war man ständig am Überlegen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt und wie letztlich alles zusammen hängen könnte. Ich fand dies sehr spannend.
Die geschichtlichen Hintergründe zu Island in Kriegszeiten waren mir vollkommen neu, so daß das Buch auch hier für mich sehr interessant war. Das karge Leben zu dieser Zeit hat mich sehr berührt. Ich habe aber schmunzeln müssen, als ich las, wozu man eine Kaffeeverpackung noch gebrauchen konnte. Not macht erfinderisch.

Mein Fazit:
Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Durch die Handlungsstränge und die zwei Zeitebenen ist es zwar anspruchsvoll zu lesen, aber es macht das Buch gerade deswegen spannend. Nebenbei erfährt man einiges an Geschichte von Island. Außerdem gefällt mir der Schreibstil Indridasons, weil er die Stimmung und das karge Leben auf der Insel sehr eindrucksvoll einfangen konnte.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Wann ist es für unser Klima zu spät?

Das Feuer der Erde
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Februar 2029 in der Antarktis, Dr. Georgina Finley sammelt dort Speicherkarten von Messungen ein und macht wettertechnische Beobachtungen, die ihr nicht gefallen. Zuhause in St. Louise wertet sie die Speicherkarten ...

Februar 2029 in der Antarktis, Dr. Georgina Finley sammelt dort Speicherkarten von Messungen ein und macht wettertechnische Beobachtungen, die ihr nicht gefallen. Zuhause in St. Louise wertet sie die Speicherkarten aus. Die Ergebnisse beunruhigen sie sehr. Für genauere Berechnungen versucht sie Zugang zu schnelleren Rechnern zu bekommen. Das scheitert, weil ihrem Chef wichtige Sponsorengelder aus der Industrie gestrichen wurden. Ein skrupelloser Industrieller hatte auf einem Kongreß die für ihn völlig übertriebenen Aussagen von Finley gehört. Die Zeit drängt. Um genauere Aussagen treffen zu können, bleibt ihr letztlich nur der Ausweg, sich illegal in einen schnelleren Rechner einzuhacken. Das fliegt natürlich auf. Finley wird verhaftet. Kurz darauf kommt es zu einem schweren Erdbeben in Neuseeland.

Damit beginnt eine fiktive Geschichte des Autors Leo Aldan, die aber durchaus reale Züge hat.

Die dargestellten Personen hat der Autor sehr überzeugend angelegt. Das Szenario zeigt die Verflechtungen von Wissenschaft, Politik, Industrie und Medien, die alle unterschiedliche Interessen haben. Die Geschichte liest sich gut und flüssig. Je weiter man in die Geschichte eintaucht, desto mehr fragt man sich, wie sie wohl ausgehen mag. Ich jedenfalls habe das Buch nicht mehr aus der Hand gekriegt. Ein Nebeneffekt dieses Buches: Man hört genauer hin, wenn im Radio oder Fernsehen mal wieder vom Klima die Rede ist.

Mein Fazit:
absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Föhr in der Hochsaison

Kalte See
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Föhr, Urlaub, Strand, Meer: Eine Menge Leute sind auf der wunderschönen Insel kurz vor dem Saisonhighlight „Föhr on fire“. Durch die bildhaften Beschreibungen des Autors war ich sofort wieder in Gedanken ...

Föhr, Urlaub, Strand, Meer: Eine Menge Leute sind auf der wunderschönen Insel kurz vor dem Saisonhighlight „Föhr on fire“. Durch die bildhaften Beschreibungen des Autors war ich sofort wieder in Gedanken auf Föhr.

Auch Kommissar Krumme aus Husum und seine Kollegin Pat sind auf Föhr, allerdings nicht zum Vergnügen. Mitten in der Zeit, wo am meisten Touristen die Insel besuchen, passiert ein Mord. Eine junge Frau aus Nieblum wird ermordet und eine weitere Frau schwer verletzt. Die Inselpolizisten, allen voran Gerkens, haben schnell einen Täter ermittelt. Auf der Urlaubsinsel ist man bemüht, den Ball möglichst flach zu halten. Das ist auch das Anliegen von Bürgermeister Bruhns. Nicht auszumalen, was es für den Tourismus auf Föhr bedeuten würde, wenn ein Mörder noch frei rumläuft.

Kommissar Krumme ist sich allerdings nicht so sicher, daß die Inselpolizisten den wahren Täter verhaftet haben. Und Pat findet heraus, daß es auch in anderen Urlaubsorten Europas ähnliche Todesfälle gegeben hat. Ist hier etwa ein Serientäter am Werk? Die Konfliktsituationen, die sich aus den schnellen Ermittlungen der Inselpolizisten und den Zweifeln von Krumme ergeben, runden die Geschichte nochmals ab.

Die dargestellten Personen haben mich allesamt beeindruckt, speziell Krumme, dessen Lebensgefährtin Marianne und natürlich Watson, ein Hund, der gelegentlich bei Krumme als Urlaubsgast wohnt. Krumme ist beziehungstechnisch irgendwo ein Stoffel. Man wundert sich manchmal über die Geduld von Marianne, die ihren Krumme zu aber zu nehmen weiß.

Mein Fazit:
Tolle Protagonisten, tolle Handlung, tolles Urlaubsfeeling auf Föhr. Gerne wäre ich beim nächsten Fall von Krumme wieder dabei.

Veröffentlicht am 13.04.2019

ade englischer Rasen - willkommen lebendiger Garten

Permakultur - Dein Garten. Deine Revolution.
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Wenn man den eigenen Garten als Ökösystem verstehen will, ist man ganz schnell beim naturnahen Gärtnern und kann sich über vielfältiges Leben in seinem Garten freuen. Aus den Prinzipien der Permakultur ...

Wenn man den eigenen Garten als Ökösystem verstehen will, ist man ganz schnell beim naturnahen Gärtnern und kann sich über vielfältiges Leben in seinem Garten freuen. Aus den Prinzipien der Permakultur kann man viel lernen. Die Natur reguliert sich selbst.

Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine höchst interessante Reise, wie man einen Garten naturnah bewirtschaften kann. Sie stellt die einzelnen zu beachtenden Komponenten vor, zeigt die Zusammenhänge und das Zusammenspiel dieser einzelnen Komponenten. Wenn man den Ausführungen folgt, wird man schnell merken, daß z.B. der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln nicht nur die Schädlinge abtötet sondern die Nützlinge eben auch mit entsprechenden Folgen. Es geht aber auch anders, in dem man naturnahe Kreisläufe schafft. Als Belohnung gibt es einen Garten ohne englischen Rasen, aber mit viel Platz für Pflanzen, Tiere und Mensch. Warum also Schädlinge jagen, wenn man viel Freude an anderen Bewohnern des Gartens haben kann? Statt es selber zu machen, darf man vieles die Natur machen lassen. Die kann das.

Mich hat das Buch angeregt, nun verstärkt Strauchschnitt zu häckseln und als Mulchschicht zu benutzen anstatt es zum Wertstoffhof zu fahren. Ein Hügelbeet wird im Gemüsegarten Einzug halten. Und, um Kreisläufe rund zu kriegen, werde ich mit den Enkelkindern eine Igelburg und eine Hummelburg bauen.

Mein Fazit:
ein Buch über naturnahes Gärtnern, das ich gewiß noch viele Male in die Hand nehmen werde, nach dem Motto, mein Garten wird jedes Jahr ein bißchen besser.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Fluch auf wohlhabender Sylter Familie?

Dünengeister
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Nina Ohlandt läßt in dem Krimi „Dünengeister“ John Benthien und Lilly, seine Kollegin und Lebenspartnerin, in ihrem 6. Fall auf Sylt ermitteln. Die beiden wollen sich ein paar Tage bei Johns Vater Ben ...

Nina Ohlandt läßt in dem Krimi „Dünengeister“ John Benthien und Lilly, seine Kollegin und Lebenspartnerin, in ihrem 6. Fall auf Sylt ermitteln. Die beiden wollen sich ein paar Tage bei Johns Vater Ben von der stressigen Arbeit in Flensburg erholen.

Der etwas sonderlich wirkende Junge Tristan Melander entdeckt in einer Wanderdüne, direkt am stattlichen Anwesen seiner Großmutter, einen menschlichen Knochen. Statt der ersehnten Ruhe und Erholung gibt es nun für John und Lilly gleich wieder Arbeit. Noch ahnt niemand, welches Ausmaß diese Entdeckung noch annimmt. Als sich Benthien von Tristan den Fundort zeigen läßt, trifft er auf Yvonne und Nicky. Yvonne ist die Schwiegertochter der Hausherrin Adeline, die sich gerade nach einer Knieoperation zur Reha auf dem Festland befindet. Mit der Schwiegertochter versteht sich Adeline nach dem tragischen Tod ihres Sohnes nicht besonders. Es gibt häufig Diskussionen um den Lebenswandel von Yvonne und die Erziehung von Adelines Enkel Nicky. Und plötzlich sind auch Yvonne und Nicky tot. Ein tragischer Unglücksfall?

John und Lilly erfahren im Rahmen ihrer Ermittlungen von Johns Vater sowie von Gonde Oldsen, einer Chronistin der Inselgeschichte, daß es eine Aneinanderreihung tragischer Unglücke schon seit Generationen in der Familie Melander gibt. Einige meinen schon, daß auf der Familie Melander ein Fluch liegt. Letztes Opfer in dieser Unglücksserie wird Adeline. Sie wurde ermordet.

Der Wohlstand der Familie basiert auf den anrüchigen, aber lukrativen Geschäften von Haie Melander, der im 18. Jahrhundert die Leichen der gestrandeten Schiffe zu wissenschaftlichen Zwecken aufs Festland verkauft hat. Auch die nachfolgenden Generationen haben das Vermögen erhalten und vermehrt. Die Familie Melander ist daher stolz auf ihre Vorfahren.

Die Charaktere sind sehr fein herausgearbeitet. Man hat schnell ein Bild der Personen vor den Augen. Neben John und Lilly hat mir Johns Vater Ben sehr gut gefallen. Er gehört absolut nicht zum alten Eisen, führt stattdessen ein sehr agiles Rentnerleben.

Nina Ohlandt hat hier aus vielen Einzelfäden, die anfänglich noch verwirrend sind, einen Kriminalfall aufgebaut, der einen lange rätseln läßt, wie sich denn wohl alles zusammenfügt. Verdächtige und Mordmotive gibt es genug. Erst am Schluß kann John Benthien in großer Runde der Verdächtigen trickreich, spannend und mit Überraschungseffekt den Fall lösen.

Mein Fazit:
Mich hat der Krimi durch eine spannende Handlung, sehr gut dargestellte Protagonisten und einem unvorhersehbarem Ende sehr überzeugt. Daher gibt es eine klare Leseempfehlung. Der Schreibstil von Nina Ohlandt hat mir so gut gefallen, daß ich mich schon auf einen neuen Fall mit John Benthien und Lilly freue.