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Veröffentlicht am 03.09.2018

Packend mit leichten Mängel!

Iron Flowers – Die Rebellinnen
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Nach den ersten Seiten vom ersten Band der Trilogie, dachte ich: “Ah, wie Selection…” und wollte das Buch schon abstempeln. Die Selection-Reihe war nicht gerade mein Highlight und die Sache mit “Prinz ...

Nach den ersten Seiten vom ersten Band der Trilogie, dachte ich: “Ah, wie Selection…” und wollte das Buch schon abstempeln. Die Selection-Reihe war nicht gerade mein Highlight und die Sache mit “Prinz sucht hübsches Mädchen aus dem Volk” klingt für mich viel zu kitschig, aber in Iron Flowers läuft es ganz anders ab, als man zunächst erwartet.

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich sind:
Serina ist die Schönheit der Familie und die ältere Schwester, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die nächste von vielen Frauen des Königs zu sein und ihre Familie dadurch zu unterstützen. Sie hat sich mit ihrem Stellenwert vereinbart und ist die perfekte Tochter, die sich an die Regeln hält.
Ihre jüngere Schwester Nomi ist die Rebellin in der Familie. Sie findet alles ungerecht, versteht nicht wie Serina bei alldem noch mitmachen kann und versucht sich zu behaupten.
Sie sind unterschiedlich, auf den ersten Blick, aber im Laufe der Handlung merkt man, wie sehr sie sich doch ähneln und wie sehr sie aneinander hängen.

Die Autorin beschreibt die Landschaften eindrucksvoll und mich erinnerte das Setting am Anfang stark an Italien im späten Mittelalter und an Venedig. Ich gehe davon aus, dass sie sich etwas daran angelehnt hat, aber es ist sehr zauberhaft umgesetzt.
Die Atmosphäre war oftmals angespannt und ich war sehr schnell in der Geschichte drinnen. Außerdem hat die Autorin einen sehr angenehmen Schreibstil und die Handlung viel Tempo, wodurch ich nach einem Wochenende mit dem Buch schon durch war. Es hatte mich oft überrascht, angefangen mit der Anlehnung an ein mittelalterliches Italien, bis hin zu der starken Wende: fehlende Frauenrechte, Unterdrückung und Diskriminierung.
In dem Buch geht es nämlich um eine Welt, in der “Frauenrechte” ein Fremdwort zu sein scheint und Frauen ein sehr eingeschränktes Leben führen müssen. Sie dürfen nicht mal lesen und schreiben, geschweige davon ihre eigene Meinung wieder geben. Außerdem wird der Situation, bzw. wieso es so weit kommen konnte teilweise auf den Grund gegangen und die Geschichte gewinnt dadurch etwas an Tiefe.

Es gibt zwei Handlungsstränge in der Geschichte, von Serina und von Naomi. An der Stelle möchte ich nicht viel zu viel verraten, aber es lässt sich so viel sagen: beide Handlungsstränge sind stark gegensätzlich und jede Schwester für sich, muss es schaffen sich zu beweisen und ihre Haut zu retten. Es wird nicht nur dramatisch, sondern auch gefährlich und die Geschichte spitzt sich bis zum Ende zu, wo es dann einen Knall gibt.

Bis zum Ende hin war es aufregend, rasant und ich fühlte mich wunderbar unterhalten – nicht ohne Grund habe ich das Buch an einem Wochenende gelesen. Doch zwei Punkte muss ich stark bemängeln:

Die beiden Schwestern sind gute Hauptcharaktere, wobei ich hoffe, dass sich Naomi im nächsten Band sich weiter entwickelt. Serina kommt toll voran in der Geschichte, wandelt sich und gewinnt neue Charakterzüge. Bei Naomi hatte ich das Gefühl sie entwickelt sich in die falsche Richtung, sie wird schwächer und naiver – bei ihr musste ich die Haare raufen.
Der Cliffhanger am Ende war für mich keine allzu große Überraschung, sondern eher vorausahnend. Dieser gewisse Wendepunkt am Ende des Buches ist einfach nicht neu und wird oft in den Jugendromanen genutzt, mehr dazu nicht. Keine Angst ich spoiler euch nicht..hoffentlich!
Als Fazit lässt sich sagen, mit “Iron Flowers – Die Rebellinnen” hat die Autorin Banghart einen aufregenden Start geliefert, der viele neue Ideen und alte Strukturen miteinander verbindet. Die Dystopie hat mich teilweise echt überrascht und richtig gepackt, wiederum war das Ende nicht mehr so grandios wie der Rest des Buches. Außerdem hat sie ein sehr zauberhaftes und bestürzendes Setting zugleich geschaffen, dass mich mitgerissen hat.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Spannend und tolle Charaktere!

Nacht der Diebe
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Eine Stadt voller Dieben, Betrüger, Adligen und Götter! Sie wandeln zwischen den Menschen, leben und regieren seit Jahrzehnten und ihr göttliches Leben ist nicht für immer, es kann übertragen werden…
Genau ...

Eine Stadt voller Dieben, Betrüger, Adligen und Götter! Sie wandeln zwischen den Menschen, leben und regieren seit Jahrzehnten und ihr göttliches Leben ist nicht für immer, es kann übertragen werden…
Genau das passiert der jungen Shivari, als sie den Gott des Wassers begegnet, aber niemand wird von heute auf morgen problemlos zu einem Gott oder kann seine Kräfte ohne weiteres beherrschen.
Das Mädchen Shivari gehört nicht zur ehrlichen Bevölkerung der Stadt und nutzt ihre neu gewonnen Kräfte um Meisterdiebin zu werden. Sie ist sehr eigenwillig und auffallend anders, abgesehen davon nicht gerade ein typisches Mädchen oder jemand der sich um sein Äußeres schert. Das war wieder mal ein sehr locker zu lesende Heldin, die auch nicht einem Liebeswirrwarr verfällt oder ähnliches. So hat mir ihre rebellische Art schon nach den ersten paar Seiten richtig gut gefallen und Fuchs stand ihr in nichts nach.
Eigentlich als Sohn eines Adligen geboren, lebt er auf der Straße, beziehungsweise wird zu einem Dieb, weil er es so will. Er will frei sein, nur seinen Wind haben, denn das ist die Magie, die er beherrscht und keine Verpflichtungen anderen gegenüber haben. Nur sich selbst. Notgedrungen tun die beiden sich zusammen.

Auf den ersten Blick ist die Geschichte ganz simpel aufgebaut, das meiste Geschehen spielt sich allein in einer Stadt ab und auch die Magie, die genutzt werden kann lässt sich schnell erklären: Elementarmagie. An manchen Stellen geht es aber in die Tiefe und da wird es dann interessant. So gibt es Götter und Funken (göttliche Kräfte), die durchs Schicksal weitergegeben werden und andere Details, die ein gutes magisches Setting abgeben.

Ihr seht (liest) schon, dass Buch hat mich echt gut unterhalten. Es hatte eine sehr angenehme, nicht allzu anspruchsvolle Sprache und die Autorin konnte jedes Bild sehr direkt beschreiben, wodurch ich immer wieder mittendrin in der Geschichte war. Ihr müsst wissen, ich habe das Buch größtenteils auf der Fahrt zur Arbeit morgens und abends auf dem Heimweg gelesen. An Spannung mangelte es nicht und der Mix aus Diebesgilde, Adelsfamilie und Götter hat schon vieles ausgemacht – es war abwechslungsreich!
Aber es gab durchaus Mängel, so wünschte ich mir mehr Erklärungen zu der Magie, den Wesen und der Welt an sich. Und das Ende, besser gesagt, alles was zum Ende hin passierte, kam so plötzlich. In den (ca.) letzten 50 Seiten hat sich alles überschlagen, dann kam das Finale und ich fragte mich nur: “War das alles?!”.

Auf jeden Fall ein toller Fantasyroman für Zwischendurch, der schon am Anfang gleich loslegt und diese Dynamik bleibt bis zu Ende der Geschichte. Sonst war alles sehr interessant und ich wünschte mir mehr Infos, als auch ein längeres Ende.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Es hatte durchaus seine Stärken!

Die Feuerdiebin
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Im Grunde geht der zweite Band viel tiefer in die Geschichte rein, in die Charaktere und auch die Beschreibungen wirken viel deutlicher als früher. Zu der Story werde ich nicht viel inhaltliches sagen, ...

Im Grunde geht der zweite Band viel tiefer in die Geschichte rein, in die Charaktere und auch die Beschreibungen wirken viel deutlicher als früher. Zu der Story werde ich nicht viel inhaltliches sagen, da es hierbei um den zweiten Band geht, aber auch wenn der Anfang sich gezogen hat und ich gute 100 Seite brauchte bis ich drin war, es hat sich gelohnt. Der Fantasyroman bekam noch die Kurve und die Spannung stieg stetig an, auch wurde es überraschender und ich musste manches zweimal lesen, weil ich nur dachte: “Ist das wirklich passiert?”.

Aber, aber…

Als ich schließlich in der Geschichte drin war, lief es meistens echt gut mit dem Lesen und an Spannung mangelte es mir, wie bereits oben erwähnt, nicht. Ich mag auch sehr die Ideen, die hinter der Geschichte stehen und die vielen Charaktere, die alle Einfluss nehmen und zum großen Ende beitragen, aber es gab ein paar Zweige (stellt euch einen Baum vor), die hätte man wenigstens kürzen können. So habe ich mich einerseits echt gut unterhalten gefühlt, andererseits aber wollte ich die Szene am liebsten Überspringen. Es ist sehr zwiespaltig.
Die meisten Charaktere haben sich deutlich weiter entwickelt. Besonders Feja hat sich meiner Meinung nach verbessert, leider nicht zur Gänze, es gibt Stellen da ist sie entschlossener, mutiger, aber dann gibt es Stellen wo sie kopfüber in die Situation reinrennt und einen Knall hinterlässt. Doch viele mögen genau diese impulsive Art an ihr, dass sie so intuitiv reagiert und sich gerne vom Geschehen leiten lässt. Ich hatte gehofft, dass sie deutlich Erwachsener wird, dass stört mich bereits seit dem ersten Teil der Reihe.


Es ist ein Fantasyroman mit einem sehr spannenden Weltenaufbau und interessanter Magie, die für viele Überraschungen und aufregende Momente sorgt. Trotz kleinen Längen, kann ich bis jetzt die Reihe empfehlen, denn sie bietet neben der Thematik Internat (im ersten Band) viele andere klassischen Fantasyelemente, die wir alle so sehr lieben.

Veröffentlicht am 16.08.2018

In wenigen Tagen gelesen!

Kinder des Nebels
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Der erste Band der Nebelgeborenen-Reihe umfasst fast 900 Seiten und ist damit ein richtiger Wälzer. An sich ist die Reihe bereits abgeschlossen mit drei Bänden, aber es gibt zahlreiche Nachfolgebücher. ...

Der erste Band der Nebelgeborenen-Reihe umfasst fast 900 Seiten und ist damit ein richtiger Wälzer. An sich ist die Reihe bereits abgeschlossen mit drei Bänden, aber es gibt zahlreiche Nachfolgebücher. So erzählt Band 4 die Geschichte weiter nach 300 Jahren und am Band 5 gibt es wieder einen Zeitsprung, an der Stelle macht der Autor auch halt und bleibt seitdem in dieser Zeitepoche.

Der Autor, Brandon Sanderson, hat eine wunderbar interessante magische Welt geschaffen, in der die Magie durch die Einnahme von Metallen funktioniert. So hat jedes Metall für sich eine andere Wirkung auf den Magier und durch Kombinationen und den richtigen Einsatz entstehen einige aufregende Kämpfe und heikle Situationen. Wie ihr dem Klappentext entnehmen könnt, geht es um Rebellion, einen Aufstand und die Beseitigung des Herrschers. Auf dem Weg dahin lernen wir zahlreiche Charaktere kennen, ihre Geschichten und es wurde alles sehr geschickt verwebt, sodass das Ende sehr heftig und überraschend kam. Die Personen im Roman haben alle was greifbares für mich und schon nach wenigen Sätzen hatte ich ein sehr genaues Bild von ihnen ohne mich im mindesten anzustrengen.
Neben den Charakteren, ist die auch die Welt sehr gut ausgebaut und es gibt viel zu entdecken als Leser und durch die Dynamik der Handlung wurde es mir nie sonderlich langweilig. Ganz im Gegenteil, ich klebte an dem Roman und musste dauernd weiter lesen!
Um alles noch abzurunden und noch die Kirsche aufzusetzen, gibt es noch diesen gewissen Charme, der sich durch die Charaktere und die Handlung zieht, sich in humorvollen, sarkastischen Sätzen oder in einem Stirnrunzeln zeigt und in den Momenten, wenn die Situation aufgelockert wird oder wenn es heiß her geht. Es ist schwer zu erklären, aber der erste Band zieht einen gekonnt in die Welt der Allomantie (Metallmagie) und man schließt Kelsier und Vin schnell ins Herz.

Es ist ein High Fantasy Roman, der alles hat, was man erwartet: Ein starker Held und eine starke Heldin (!); ein ausgeklügeltes Magiesystem; eine etwas mittelalterliche Welt mit Hintergrundgeschichte; verschiedene Völker; ein Klassensystem; ein böser Herrscher; ein Team mit den verschiedensten Fähigkeiten und Drama mit etwas Humor. Neben vielen überraschenden Momenten und Wendungen, gibt es einige kämpferische Szenen und am Ende des ersten Bandes ist man nur noch aufgewühlt vom Ausgang. Aber keine Sorge, es ist kein Cliffhanger oder dergleichen, sondern eine abgeschlossene Handlung mit Auswirkungen, die in den nächsten Bänden aufgegriffen wird.
Eine Empfehlung für jeden High Fantasy-Leser, die abwechslungsreiche Geschichten lieben und eine detaillierte Handlung. Von Ausflügen auf Dächern in nebligen Nächten bis zu rauschenden Ballabenden, es ist alles dabei!

Veröffentlicht am 17.07.2018

Es fehlte nur noch etwas...

Die Gabe
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Es geschieht ganz plötzlich. Roxy ist gerade mal 14 Jahre alt, als sie das erste Mal Stromschläge abgibt, gewollt und sie wird nicht das einzige Mädchen bleiben. Auf der ganzen Welt laufen Videos viral, ...

Es geschieht ganz plötzlich. Roxy ist gerade mal 14 Jahre alt, als sie das erste Mal Stromschläge abgibt, gewollt und sie wird nicht das einzige Mädchen bleiben. Auf der ganzen Welt laufen Videos viral, wo Mädchen Blitze abgeben, damit spielen, prahlen, sogar angreifen.
Ist es eine Seuche? Eine Mutation? Sind nur junge Mädchen davon betroffen?
Die Welt spielt verrückt und so manche klugen Leute fangen an, es für sich zu nutzen.

Was würde passieren, wenn sich die Machtverhältnisse so stark auf ein Geschlecht verschieben? Wie würde es in Saudi-Arabien aussehen? Oder in anderen Ländern mit unterdrückten Frauen?

Naomi Aldermann geht mit ihrem Buch einige gewagte Schritte und zeigt eine Welt, die man sich zuerst nur schwer vorstellen kann. Die Idee dahinter ist wirklich interessant und es gibt einige sehr aufregende Charaktere, wie z.B. Mother Eve, die eine Religion ausruft und weltweite Anhänger für sich gewinnt. Sie wird als Prophetin gesehen, das Sprachrohr aller Frauen und hört eine Stimme in ihrem Kopf, die ihr die Richtung weist. Dann ist da noch Roxy, deren Familie bekannt ist für ihre Kriminalitäten, allein der Name reicht um andere zu erschrecken, sie wird Mitglied von Mother Eves Kirche und ihre engste Beraterin. Besonders die Sicht vom Reporter hat mir gefallen, der viele Reisen um die ganze Welt macht und von Veränderungen, Zuständen und Entwicklungen durch die Gabe der Frauen berichtet und sie interviewt.

Durch die verschiedenen Sichtweisen sieht man viel Gutes, aber auch Schlechtes und nach den ersten paar Hundert Seiten merkt man, dass sich alles anfängt zu steigern. Bürgerkriege, Rebellionen, unterdrückte Männer und andere Geschehnisse häufen sich, die Welt hat sich grundlegend verändert.

Am Anfang des Buches ist die Stimmung noch hoffnungsvoll, durch neu entdeckte Freiheit und Unabhängigkeit, doch das alles wird stark überschattet von Krieg und Mord und ist es richtig den Männern dasselbe Unrecht anzutun, was sie uns angetan haben?
Sehr geschickt verpackt die Autorin all die Geschehnisse und die knapp über 550 Seiten waren schnell gelesen.
Der Schreibstil ist eindringlich und mit wenigen Worten war ich in der Geschichte drinnen. Es ist nicht sehr emotional, eher kühn und manche Gefühle verstecken sich zwischen den Zeilen.
Ich war auch sehr überrascht gewesen von den historischen Belegen im Roman, die Autorin hat sich da mehr einfallen lassen, als man zunächst denkt. So finden sich im Buch Skizzen von alten Höhlenmalereien über Frauen mit Blitzen, oder Skizzen über Geräte für Frauen und ihre Gabe. Und wenn man das Buch aufklappt, so liest man: “Neil Adam Armon – Die Gabe – Ein historischer Roman”, doch was es damit auf sich hat, das müsst ihr schon selber herausfinden.

Doch als das Ende kam, dachte ich nur: “Das war’s schon?”. So viele Ideen, interessante Kleinigkeiten und Charaktere und dann dieses Ende. Ich war nicht enttäuscht, aber überrascht und unzufrieden mit dem Schluss des Buches, weil es für mich kein wirklicher Schluss war. Mir fehlte der runde Abschluss.

Naomi Aldermann erzählt eine unglaubliche Geschichte aus der Perspektive von einigen unterschiedlichen Frauen und einem Reporter, der das Geschehen auf der ganzen Welt näher betrachtet. Es steckt eine sehr große Idee dahinter, die sehr drastisch gezeigt wird und das Buch ist durchweg ehrlich, verschönert die Zustände und Personen nicht. Nur fehlten mir die Emotionen, es gab keine starken Gefühle, die genau beschrieben werden und so blieb das Buch halbherzig bei mir hängen.