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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2025

Authentisch und sehr atmosphärisch

Kronsnest
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“Kronsnest” ist ein sehr stimmungsvolles Buch, das auf sehr authentische Art das Leben in einem holsteinischen Dorf in den 1920er Jahren zum Thema hat. Es überzeugt insbesondere durch seine sehr vielschichtigen ...

“Kronsnest” ist ein sehr stimmungsvolles Buch, das auf sehr authentische Art das Leben in einem holsteinischen Dorf in den 1920er Jahren zum Thema hat. Es überzeugt insbesondere durch seine sehr vielschichtigen Charaktere und deren Leben und Entwicklung.

Protagonist Hannes lebt mit einem gewalttätigen Vater und einer hilf- und sprachlosen Mutter auf einem Hof in der Elbmarsch. Mit leisen Tönen und sehr viel Zeit für die Entwicklung der Geschichte erleben wir als Leser doch sehr intensiv, wie Hannes zu einem Mann heranwächst und sich von seinem Vater emanzipiert. Dabei kommen sowohl ganz persönliche Themen, wie der Alltag in einem landwirtschaftlichen Betrieb, die Liebe, Freundschaft und Familie zum tragen, als auch die Darstellung der damaligen gesellschaftlichen und politischen Lage.

Auf eine sehr unaufdringliche Art wird der Überlebenskampf der Landwirte und das Erstarken der Nationalsozialisten thematisiert.
Die ersten Tendenzen und Teile der Beweggründe für das, was dann im darauffolgenden Jahrzehnt folgte zu lesen, war interessant und doch auch sehr bedrückend. Der Fokus bleibt dabei immer bei Hannes, der solche Situationen und Veränderungen an ihm wichtigen Menschen feststellt, aber die ganze Lage auch nur aus seiner „eingeschränkten“ Sicht beurteilen kann.

Den Schreibstil würde ich schon als etwas anspruchsvoller beschreiben - es ist durchaus ein literarisch sehr hochwertiges Buch und keines, das ich in einem Stück „wegatmen“ konnte. Das lag vermutlich auch daran, dass überwiegend sehr schwere und bedrückende Themen behandelt werden. Wer sich aber darauf einlassen kann wird mit einer sehr intensiven und wunderschönen Lektüre belohnt.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Überzeugendes Debut

Kummersee
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Mit „Kummersee“ ist dem Autor ein überzeugendes Debut gelungen. Der Thriller ist bis zum Schluss sehr spannend.und greift dabei ernste Themen auf.

Lena, die vor über 30 Jahren ihren Bruder im Kummersee ...

Mit „Kummersee“ ist dem Autor ein überzeugendes Debut gelungen. Der Thriller ist bis zum Schluss sehr spannend.und greift dabei ernste Themen auf.

Lena, die vor über 30 Jahren ihren Bruder im Kummersee verloren hat, kehrt als Personenschützerin in ihr Heimatdorf zurück. Sie soll zwei Vermesser schützen, die das Areal als potentielles Endlager für Arommüll vermessen sollen. Doch schon bald gibt es den ersten Toten und die Lage eskaliert schnell.

Besonders gefallen hat mir die bedrohliche Armosphäre, die sich durch das Buch durchzieht. Sehr gelungen ist auch das Spiel mit Realität und gruseligen Legenden. So fragt man sich als Leser die ganze Zeit, was da in dem See passiert: Ob es eine „einfache“ Erklärung für all das gibt oder ob tatsächlich Monster in dem See leben.

Die Charaktere gefallen mir gut und das Zusammenspiel, die Frage, wem man vertrauen kann und die zwischenmenschlichen Beziehungen im Heute und in der Vergangenheit sind sehr vielschichtig und berührend.

Die Spannung wird gut aufgebaut und ich habe die zweite Buchhälfte tatsächlich an einem Tag gelesen. Gegen Ende wird es vielleicht etwas arg und verliert dadurch etwas an Glaubwürdigkeit, aber insgesamt ist das ein toller Thriller, der fesselt und sehr gut unterhält.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Tolles Worldbuilding

Spark of the Everflame
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Dieses Debut hat mich wirklich begeistert - ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Das Buch beginnt sehr gediegen und nimmt sich Zeit, uns Protagonistin Diem Bellator, ihre Familie sowie Emarion ...

Dieses Debut hat mich wirklich begeistert - ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Das Buch beginnt sehr gediegen und nimmt sich Zeit, uns Protagonistin Diem Bellator, ihre Familie sowie Emarion vorzustellen. Eine Region bestehend aus 7 sehr unterschiedlichen Königreichen, welche von den unsterblichen Descended regiert werden. Diem wächst als Mortal im Königreich von Licht und Schatten auf und arbeitet dort als Heilerin. Nach und nach bekommen wir Einblick - sowohl in das Leben der Mächtigen und ihre Herrschaft der Unterdrückung und gefährlichen Magie als auch in die des sterblichen Volkes. Das ganze Worldbuilding ist wunderbar gelungen und phantasievoll umgesetzt.

Diem ist eine sehr sympathische Protagonistin, die auf sehr menschliche Art auch Fehlentscheidungen trifft, Erfahrungen sammelt und trotz allem doch ihr Herz am rechten Fleck hat. Sehr deutlich erlebt man ihre inneren Kämpfe und ihre Zerrissenheit. Sehr eindrucksvoll und mit Tempo werden diese auf die Spitze getrieben.

Zahlreiche Geheimnisse - die nicht alle in Band eins aufgeklärt werden - Spannung, Kämpfe und nicht zuletzt die schwierig-intensive und stetig wachsende Anziehungskraft zwischen Diem und Prinz Luther machen dieses Buch zu einer kurzweiligen und absolut gelungenen Lektüre. Ich kann es empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Bedrückend und sehr authentisch

Coast Road
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Das Cover dieses schönen Buches finde ich sehr passend gewählt, denn es symbolisiert für mich sowohl den „Riss in der Fassade“ als auch den Blick hinter die Kulissen einer scheinbar heilen Welt.

Thematisch ...

Das Cover dieses schönen Buches finde ich sehr passend gewählt, denn es symbolisiert für mich sowohl den „Riss in der Fassade“ als auch den Blick hinter die Kulissen einer scheinbar heilen Welt.

Thematisch spielt das Buch in den Jahren 1994/1995 in Irland. Kurz vor dem Referendum zur Beseitigung des Paragrafen, der die Scheidung verbietet, aus der Verfassung. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir diese Jahreszahlen immer wieder bewusst machen musste. Denn viele Schilderungen von Ehe und Familie haben mich gedanklich eher in die 1950er katapultiert.

Anhand verschiedener Beispiele erhalten wir einen sehr intimen Einblick in gescheiterte Ehen - in Ehen, die nach außen perfekt wirken. In „Du-kannst-Dich-glücklich-schätzen“ und „Du-hast-doch-alles“ Ehen. Dabei thematisiert der Autor so viele wichtige Themen, die unter anderem auch das Thema Selbstbestimmung betreffen: Fremdgehen, die Einsamkeit in der Beziehung, Machtgefälle, Bevormundung, Kindesentzug, Sprachlosigkeit, Verletzung, Durchhaltevermögen, Versöhnung, Befreiung… All dies wird sehr eindringlich und doch irgendwie unaufgeregt geschildert.

Die Charaktere - allen voran Colette und Izzy - haben mir in ihrem Facettenreichtum sehr gut gefallen. In diesem Buch gibt es nicht den Helden sondern ganz normale Menschen, mit Träumen, Hoffnungen, Enttäuschungen und falschen Entscheidungen. Es ist ein unfassbar authentisches Buch, dass mit seiner Ehrlichkeit und der Unzulänglichkeit der Personen überzeugt.

Es ist ein Buch das berührt und nachwirkt. Und auch wenn ich nicht mit allen Erkenntnissen der Protagonistin einverstanden bin, verleihen auch sie dem Buch ihre besondere Authentizität.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Konnte mich leider nicht überzeugen

Niemand hört dich (Grenzland 1)
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„Niemand hört Dich“ spielt im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland. Hier wird der dänische Ermittler Mads Lindstrøm von grausamen Mädchenmorden auf Trapp gehalten.

Aus meiner Sicht liegt der Fokus ...

„Niemand hört Dich“ spielt im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland. Hier wird der dänische Ermittler Mads Lindstrøm von grausamen Mädchenmorden auf Trapp gehalten.

Aus meiner Sicht liegt der Fokus hierbei auf der Ermittlerarbeit. Diese ist durchaus authentisch und spannend dargestellt. Auch die Schwierigkeit der grenzüberschreitenden Ermittlung wird angeschnitten und mit dem deutschen Ermittler Thomas Beckmann eine grummelige Figur eingeführt, von der ich vermute, dass sie in geplanten Folgebänden vielleicht noch eine größere Rolle spielen wird. Insgesamt haben die Figuren Potential - auch was ihren Hintergrund anbelangt. Hier merkt man, dass mit dem Band eine Reihe startet und bei der Charakterentwicklung noch etwas an der Oberfläche gekratzt wird.

Was mir an dem Buch gefehlt hat, ist die Aufklärung des Tätermotivs und der Symbolik, die bei den Taten durchaus zum Tragen kommt. Ich war am Ende echt enttäuscht, dass diese Aspekte übergangen wurden. Ein grausamer Psychopath, der möglichst gewalttätig quält und tötet, reicht mir persönlich für einen gelungenen Krimi/Thriller leider nicht.

Der Sprecher des Hörbuchs hat mir wiederum sehr gut gefallen - seine tiefe, angenehme Stimme hat dem Buch die richtige Armosphäre verpasst.

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