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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2024

Schöne Geschichte über die Macht der Worte

Die Goldene Schreibmaschine
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In „Die goldene Schreibmaschine“ findet Protagonistin Emily in ihrer Lieblingsbücherei einen geheimen, magischen Raum. In diesem befinden sich alle Romane, die je erschienen sind und mithilfe der goldenen ...

In „Die goldene Schreibmaschine“ findet Protagonistin Emily in ihrer Lieblingsbücherei einen geheimen, magischen Raum. In diesem befinden sich alle Romane, die je erschienen sind und mithilfe der goldenen Schreibmaschine kann Emily diese Bücher umschreiben und damit ihre Realität und die aller anderen Menschen nach ihren Wünschen verändern. Und da fällt ihr schnell das ein oder andere ein. Insgesamt handelt sie hier doch sehr naiv und es braucht schon eine dramatische Eskalation, um sie aufzuwecken.

Ihr Gegenspieler - ein grausamer und gieriger Lehrer - wird sehr überspitzt dargestellt und versucht mit aller Macht, hinter das Geheimnis der Bücherei zu kommen. Mich hat er etwas an den fiesen Sportlehrer Daume aus „Das Sams“ erinnert. Mir ist das etwas zu sehr auf die Spitze getrieben worden - aber ich hoffe mal, dass das ein Stilmittel war, um Kindern die Macht hinter den Worten sehr deutlich zu vermitteln und die Person nicht von der Realität inspiriert wurde.

Das Buch transportiert sehr schöne Botschaften. Zum einen, dass es sich lohnt für das was man hat dankbar zu sein. Zum anderen, wie mächtig (geschriebene) Worte sind und was im übertragenen Sinne Propaganda bewirken kann.

Der Stil des Autors gefällt mir sehr gut. Das Buch lässt sich wunderbar lesen und es gibt den ein oder anderen besonders sympathischen Charakter. Schön fand ich auch, dass der Autor Emilys besten Freunden die Namen seiner Kinder gegeben hat. Eine schöne Geste.

Die Lektüre hat Spaß gemacht - ein schönes Buch mit etwas Magie, das nachhaltig zum nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Emotional etwas zu distanziert

A Song to Drown Rivers
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Dieses Buch erzählt die chinesische Legende um Xishi nach. Das Mädchen aus einem chinesischen Dorf im Königreich Yue wurde mit einer unvergleichlichen Schönheit gesegnet und soll nun als Spionin und menschliche ...

Dieses Buch erzählt die chinesische Legende um Xishi nach. Das Mädchen aus einem chinesischen Dorf im Königreich Yue wurde mit einer unvergleichlichen Schönheit gesegnet und soll nun als Spionin und menschliche Waffe als Konkubine des Königs an den Hof ins Reich Wu. Selbst von Schmerz und Wut wegen des gewaltvollen Todes ihrer kleinen Schwester zerfressen, willigt sie ein, auch wenn sie letzten Endes ihre große Liebe zurück lassen muss, um einer größeren Sache zu dienen und Rache am verfeindeten Königreich zu üben.

Der Stil des Buches hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt sehr bildhaft, fast poetisch und zeichnet sehr eindrücklich das Leben am Hof des Königs. Bei mir kam durchaus das Gefühl auf, dass hier eine Legende erzählt wird. Das hat aber leider dazu geführt, dass ich vieles sehr distanziert wahrgenommen habe. Bei mir kamen keine wirklichen Emotionen für die Protagonisten auf muss ich sagen und die große Liebesgeschichte fand ich nicht sehr authentisch.

Darüber hinaus empfand ich einige Passagen als ziemlich unrealistisch - zum Beispiel, dass Xishi innerhalb von nur 10 Wochen singen, tanzen, diverse Instrumente, Hofetikette, Politik und ganze Bücher auswendig lernt.

Insgesamt hat das Buch eine sehr starke Botschaft, die aber noch etwas mehr Raum verdient hätte, in ihrer Bedeutung und Auswirkung ausgearbeitet und werden.

Wer Spaß an poetischer Sprache hat und den etwas distanzierten Blick auf die Dinge nicht scheut, wird hier eine schöne Geschichte vorfinden, die insbesondere in der zweiten Hälfte Spannung und Tempo aufbaut.

Eine „feministische Neuinterpretation“ würde ich das Buch aber nicht nennen. Zumindest bedeutet Feminismus für mich etwas anderes als die Macht, die Frauen aufgrund ihrer optischen Schönheit und ihres umgarnenden Verhaltens auf Männer haben. Insgesamt ist das meiner Meinung nach kein Buch, in dem die Frau eine starke, selbstbestimmte und emanzipierte Rolle einnimmt.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Sehr anspruchsvoll zu lesen

Die Lungenschwimmprobe
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Ich wollte dieses Buch so sehr lieben, aber ich musste mich wirklich durchkämpfen und muss zugeben, dass ich ganze Passagen nur quer gelesen habe.

Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht und auch ...

Ich wollte dieses Buch so sehr lieben, aber ich musste mich wirklich durchkämpfen und muss zugeben, dass ich ganze Passagen nur quer gelesen habe.

Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht und auch das Thema des Buches ist wahnsinnig interessant, denn es geht um die Anfänge der Rechtsmedizin, um ein medizinisches Testverfahren zum Beweis, dass ein Kind bereits im Mutterleib verstorben ist (die Lungenschwimmprobe) und um den tragischen Fall der mutmaßlichen Kindsmörderin Anna Voigt im ausgehenden 17. Jahrhundert. Hinzu kommt, dass das ganze Geschehen wahnsinnig gut recherchiert wurde.

Tatsächlich tue ich mir aber schwer, das Buch als Roman zu bezeichnen, denn der Autor meldet sich immer wieder zu Wort und ordnet das Geschriebene historisch ein und es kommen auch zahlreiche historische Quellen vor (Gesetzestexte, Richtsprüche, Gedichte, Briefe, Lieder).

Den roten Faden bildet der Fall Anna Voigt und ihre Verteidigung durch den berühmten Advokatus Christian Thomasius. Doch von diesem roten Faden schweift der Autor immer wieder sehr weit ab und schreibt fast eher eine historische Abhandlung über die Justiz der damaligen Zeit, über die Gesellschaft sowie eine Zeit des Umbruchs, die von Thomasius und dem Arzt Schreyer mit geprägt wurde - der Beginn der Aufklärung.

Der Schreibstil ist an die Zeit angelehnt und erfordert wahnsinnig viel Durchhaltevermögen und Wille. Mir war dies letzten Endes zu viel des Guten und trotzdem ich viele interessante Aspekte entdeckt und für mich mitgenommen habe, kann ich das Buch nicht uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Fantastisches Worldbuilding

Arkspire - Der neue Arkanist
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„Arkspire - Der neue Arkanist“ ist der überzeugende Auftakt einer neuen Fantasyreihe für Kinder ab 8 von Jamie Littler.

In der wunderbar entwickelten magischen Welt Arkspire treffen wir auf unsere mutige, ...

„Arkspire - Der neue Arkanist“ ist der überzeugende Auftakt einer neuen Fantasyreihe für Kinder ab 8 von Jamie Littler.

In der wunderbar entwickelten magischen Welt Arkspire treffen wir auf unsere mutige, schlagfertige und einfach super sympathische Heldin Juniper. Mit viel Witz, Schläue, Trickserei, etwas Magie und einer gehörigen Portion Glück nimmt sie es mit den Mächtigen auf. Immer mit dabei sind ihre beste Freundin und ewige Optimistin Thea und der kleine, überhebliche und doch sehr liebenswürdige (argh) Zunder.

Das Buch macht so viel Spaß, es ist temporeich, super spannend und zieht einen richtig rein in diese Welt der 5 großen Arkanisten, der Schatten und Geheimnisse. Dazu gibt es noch zahlreiche schöne schwarz-weiß Illustrationen, welche die Welt und die Charaktere zum Leben erwecken und das Buch immer wieder auflockern.

Ich kann diesen Roman besten Gewissens empfehlen und warte jetzt gespannt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Spannende, magische Welt

Chroniken der Magie: Kapitel 1
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In diesem Genre-Mix aus Fantasy und Krimi begeben wir uns nach Eristria. Ein Land mit verfeindeten Völkern, Intrigen, Schlachten und dem mysteriösen Mord an einem Zauberer.

Besonders gefallen hat mir ...

In diesem Genre-Mix aus Fantasy und Krimi begeben wir uns nach Eristria. Ein Land mit verfeindeten Völkern, Intrigen, Schlachten und dem mysteriösen Mord an einem Zauberer.

Besonders gefallen hat mir an dem Buch die sehr phantasievolle Auseinandersetzung mit heller und dunkler Magie. Der Autor hat hier eine Menge Zauber und Elemente ins Spiel gebracht, die mir so noch nicht über den Weg gelaufen sind.

Insgesamt merkt man dem Roman an, dass hier eine komplexe Welt vorgestellt wird, die noch mit viel Potential aufwartet und für den Leser noch einige weitere Geschichten auf Lager hält. So werden die verschiedensten Charaktere sehr detailliert eingeführt und es fällt ein bisschen schwer, einen Protagonisten auszumachen. Den Leiter der Stadtwache, der mit der Auflösung des Mordfalls betraut ist, hätte ich als Hauptperson vermutet, im Gegensatz zu anderen, eigentlich Nebencharakteren, blieb er aber sehr blass. Zwischenzeitlich ist der Mordfall auch etwas in den Hintergrund gerückt, auch wenn alle Fäden stimmig wieder zusammen geführt werden.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, hätte vielleicht hier und da noch ein wenig den rein beschreibenden Pfad verlassen können.

Insgesamt eine schöne Geschichte mit der Aussicht auf eine spannende Fortsetzung.

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