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Veröffentlicht am 18.10.2025

Tote Mädchen

Niemand hört dich
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An der Küste von Nieby findet eine Spaziergängerin am Strand am frühen Morgen eine Leiche eines jungen Mädchens. Es handelt sich um eine vermisste Dänin und somit wird der Ermittler Mads Lindstrøm nach ...

An der Küste von Nieby findet eine Spaziergängerin am Strand am frühen Morgen eine Leiche eines jungen Mädchens. Es handelt sich um eine vermisste Dänin und somit wird der Ermittler Mads Lindstrøm nach Kiel zu den weiteren Ermittlungen geschickt. Einige Spuren an dem Mädchen deuten darauf hin, dass sie nicht die Erste ist, die dem bestialischen Mörder zum Opfer gefallen ist. Der Mörder agiert auf beiden Seiten der Grenze. Der deutsche Ermittler Thomas Beckmann ist von der Theorie des Serienkillers noch nicht ganz überzeugt. Mads stürzt sich trotzdem in die Ermittlungen und als ein weiteres Mädchen verschwindet, ist er bereit jedes Mittel einzusetzen.

"Niemand hört dich" ist der erste Teil der Grenzland-Trilogie, bei der die Ermittlungen über die deutsch-dänische Grenze gehen.

Die Grundidee, dänische und deutsche Ermittler gemeinsam an einem Fall arbeiten zu lassen, ist vielversprechend. Leider bleibt dieser Aspekt in der Umsetzung etwas auf der Strecke: Während Mads als Hauptfigur klar im Fokus steht und mit seiner hartnäckigen, kantigen Art durchaus Sympathiepunkte sammelt, wirkt sein deutscher Kollege eher blass und bleibt weitgehend im Hintergrund. Hier hätte ich mir mehr Teamarbeit zwischen den beiden Ermittlern gewünscht.

Die Ermittlungsarbeit selbst ist gut dargestellt und immer nachvollziehbar. Allerdings verliert sich die Handlung stellenweise in der Darstellung von Grausamkeiten. Die Autorin hat scheinbar wirklich ein Hang dazu. Die Morde an den Mädchen werden als blutige und teils verstörende Szenen beschrieben. Das ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Stellenweise fand ich es auch ein wenig zu übertrieben, weniger wäre hier mehr gewesen.

Das Ende der Handlung konnte mich nicht ganz überzeugen. Der Fall selbst wurde zwar aufgelöst, doch mir fehlte das "Warum". Die Motivation hinter den Taten bleibt vage. Die psychologische Tiefe, die einem Thriller dieser Art zusätzliche Wucht verleihen könnte, bleibt aus und so hinterlässt das Finale eher Ratlosigkeit als Befriedigung. Ich hatte hier mehr das Gefühl, dass das Buch zu Ende gebracht werden musste und die Autorin ihre Grausamkeiten darstellen wollte und als das Geschehen ist, das Buch einfach ohne Tiefe beendet wurde.

Mein Fazit:
Ansich habe ich nichts dagegen wenn ein Thriller blutig & grausam ist, aber dann muss er auch im Vorfeld eine gewisse emotionale Tiefe aufgebaut haben. Es war gut geschrieben, die Ermittlungsarbeit fand ich auch gut, dennoch konnte mich das Buch auf der emotionalen Tiefe leider nicht ganz erreichen. Daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Gänsehautfeeling

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Ines und Marco Winkler ziehen mit ihrer kleinen Tochter Emilia und Hund James in ihr erstes eigenes Haus auf dem Land in der neuen Wohnsiedlung "Auf Mons". In der Nachbarschaft finden sie recht schnell ...

Ines und Marco Winkler ziehen mit ihrer kleinen Tochter Emilia und Hund James in ihr erstes eigenes Haus auf dem Land in der neuen Wohnsiedlung "Auf Mons". In der Nachbarschaft finden sie recht schnell Anschluss, insbesondere das Ehepaar Mannstein freundet sich mit ihnen an und schließt Emilia sofort ins Herz. Im Haus gehen nachts unheimliche Dinge vor sich. Ines hat das Gefühl beim Schlaf beobachtet zu werden, doch dort ist niemand. Auch andere Nachbarn berichten von ähnlichen Situationen. Kurz darauf glaubt Ines in der Nacht einen Schatten im leerstehenden Nachbarhaus zu sehen. Sie glaubt an eine Täuschung, doch sie hat richtig gesehen. In der Nacht wurde dort jemand ermordet. Panik kommt in der Wohnsiedlung auf. Sind sie dort noch sicher und wen trifft es womöglich als Nächstes?

Die Handlung wird überwiegend aus Marcos Perspektive erzählt, was eine intensive Nähe zur Hauptfigur schafft. Dadurch entwickelt sich Mitgefühl und schwierigen Situationen. Rätselhafte Einschübe unterbrechen die Erzählung hin und wieder und sorgen für zusätzliche Spannung.

Der Thriller ist rasant und temporeich. Man kommt kaum zum Luft holen. Die Kapitel enden mit Cliffhanger und man wird dadurch zum Weiterlesen verleitet. Durch falsche Fährten wird man in die Irre geführt. Die Twists sind überraschend und oft unerwartet, was den Nervenkitzel und den Spannungsbogen konstant hochhält. Blutige Szenen und das subtile Spooky-Flair sorgen für echtes Gänsehautfeeling.

Zum Gänsehautfeeling und dem Nervenkitzel trägt auch die unheimliche Atmosphäre bei. Die Handlung spielt im November und die Dunkelheit, der Nebel und die Kälte wurden perfekt eingefangen und sorgen für eine düstere und unheimliche Atmosphäre. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd. Eine Karte von der Wohnsiedlung im Bucheinband lässt die Leser:innen einen guten und detaillierten Überblick verschaffen.

Wer gerne miträtselt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Die Hinweise sind geschickt gestreut, doch nie eindeutig, was die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält. Strobel spielt mit Wahrnehmung und Vertrauen, lässt seine Leser:innen zweifeln und hinterfragen: Wem kann man trauen? Was ist real?

Mein Fazit:
Nachdem ich seine letzten Psychothriller nicht ganz so überzeugend fand, ist ihm mit "Welcome Home" wieder ein richtig guter Psychothriller gelungen. Ein packender Psychothriller, der mich von Anfang an in Atmen gehalten hat und mich total gefesselt hat. Nervenkitzel und Gänsehautfeeling vom Feinsten machen es zu einem Pageturner. Fans von Psychothrillern müssen das Buch unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Cold Case in alter Klinik

Eisenblume
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In den Achtzigerjahren verschwanden zwei Patienten spurlos aus der psychatrischen Klinik in Lund. Bei einer Mutprobe finden zwei Jugendliche in dieser Klinik eine stark verweste Leiche in der Wand. Hängt ...

In den Achtzigerjahren verschwanden zwei Patienten spurlos aus der psychatrischen Klinik in Lund. Bei einer Mutprobe finden zwei Jugendliche in dieser Klinik eine stark verweste Leiche in der Wand. Hängt der Fund mit diesem Fall zusammen? Das ungleiche Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment übernehmen den Fall und ermitteln in der Vergangenheit der Klinik. Ihre Ermittlungen reißen alte Wunden wieder auf und sie stoßen auf ein Geheimnis, das besser verborgen bleiben sollte. Dann geschieht ein weiterer Todesfall.

"Eisenblume" ist der zweite Teil der Reihe mit dem Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment. Der Fall selbst ist unabhängig lesbar, aber wie bei den meisten Reihen auch empfiehlt es sich hier den Vorgängerband ebenfalls zu kennen. Die Geschichte um Fredrika und Henry selbst wird weiterentwickelt bzw. es besteht die Gefahr gespoilert zu werden.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, die für Abwechslung und Tiefe sorgen. Bei dem Fall handelt es sich um einen Cold Case mit den zwei verschwundenen Patienten. Die Ermittlungsarbeit selbst wirkt stellenweise zäh. Man hat das Gefühl, dass die Ermittlungen nicht voran gehen und nur die Ermittler nur auf der Stelle treten. Dadurch baut sich die Spannung nur langsam auf. Action darf man hier nicht erwarten, was aber für die meisten Cold Cases so üblich ist. Trotzdem wird man für das Durchhalten belohnt, denn in der zweiten Hälfte kommen einige Wendungen, die nochmal frischen Wind einbringen. Die Auflösung kommt überraschend, ist aber dennoch schlüssig.

Fredrika hat durch ihre Vergangenheit so ihre Ecken und Kanten. Sie kommt sympathisch rüber, ist aber auch eine hartnäckige Ermittlerin, die auch das ein oder andere Mal ihre Grenzen überschreitet um an ihr eigenes Ziel zu kommen. Um an ihr Ziel zu kommen kämpft sie sich meist alleine durch, statt auf ihren Ermittlungspartner zu vertrauen.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Umgebungsbeschreibungen sind lebendig und eindringlich. Damit und dem gelungenen Stetting, der verlassenen Klinik, konnte eine düstere und beklemmende Stimmung eingefangen und aufgebaut werden.

Der historische Hintergrund dieser Klinik, dass psychisch kranke Menschen damals für Behandlungsmethoden zu Versuchszwecken missbraucht wurden, wurde gut aufgegriffen und in die Ermittlungsarbeit mit eingearbeitet.

Mein Fazit:
Nicht grade spannungsüberladen, auf der ersten Hälfte wirkte es recht zäh, aber überzeugt dann doch noch in der zweiten Hälfte mit einigen Wendungen. Dafür konnte sich aber die düstere Atmosphäre die meiste Zeit halten. Außerdem fand ich es angenehm und flüssig zu lesen, sodass man dennoch gut durch die Seiten gekommen ist. Man kann es lesen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Kriege, Macht & Kämpfe

Der Krieger und die Königin
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Bei ihrer ersten Begegnung treffen der junge bajuwarische Krieger Garibald und Langobarden-Prinzessin Waltrada noch als Feinde aufeinander. Unwissentlich verhindert er ihre Befreiung aus der Hand der Franken. ...

Bei ihrer ersten Begegnung treffen der junge bajuwarische Krieger Garibald und Langobarden-Prinzessin Waltrada noch als Feinde aufeinander. Unwissentlich verhindert er ihre Befreiung aus der Hand der Franken. Sie wurde als Geisel ins Frankenland geschafft und soll gegen ihren Willen mit dem König verheiratet werden. Währenddessen kämpft Garibald in Italien an der Seite der Ostgoten und erlangt dort Ruhm und Ehre. Doch ihm geht die mutige Prinzessin nicht aus dem Kopf und so schmiedet er einen waghalsigen Plan sie zu befreien. Damit ändert er ihr und sein Leben und das von ganz Deutschland zu jener Zeit.

Das Buch zu lesen war eine Herausforderung. Gleich zu Beginn wird man mit einer Vielzahl an Figuren und alten Ortsbezeichnungen konfrontiert, die den Lesefluss hemmen und den Einstieg in die Handlung erschweren. Wer sich nicht intensiv konzentriert. Wenn man sich hier nicht stark konzentriert verliert man sehr schnell den Überblick, wen man wo und wie einordnen muss. Abgesehen davon fand ich den Schreibstil dennoch angenehm lesbar. Die Beschreibungen der Orte und Handlungen sind sehr detailliert und dadurch lebendig gestaltet. Alles wurde auch wieder klasse recherchiert um mit Fiktion zu verweben.

Die Handlung ist stark vom Kriegsgeschehen geprägt. Es wirkt zwar authentisch, aber die emotionale Tiefe der Geschichte will dadurch nicht so recht aufkommen. Kämpfe, Machtspiele und brutale Ermordungen dominieren das Geschehen und lassen die versprochene Liebesgeschichte aus dem Klappentext verblassen. An sich waren die Kämpfe im Ostgotenland durchaus spannend. Allerdings zog es sich an der ein oder anderen Stelle doch etwas in die Länge.

Während der Handlung begleitet man hauptsächlich den jungen bajuwarischen Krieger Garibald. Er sticht als charismatischer und vielschichtiger Charakter hervor. Er macht über die Handlung hinweg eine enorme Entwicklung durch. Die zweite weilbliche Hauptprotagonistin Waltrada hatte wenig Präsenz und bliebt dadurch sehr blass sowie wenig greifbar.

Mein Fazit:
Bevor man das Buch anfängt zu lesen, sollte man nicht den Klappentext lesen. Wenn man den zuvor gelesen hat, wird man von der Handlung selbst enttäuscht. Es wird hier etwas versprochen, was in der Handlung selbst leider nicht richtig umgesetzt worden ist. Die Kämpfe überwiegen, es wird teilweise in die Länge gezogen, aber dennoch spannend zu lesen welche Entwicklungen Deutschland und Europa zur damaligen Zeit durchgemacht haben. Grade durch die vielen Figuren und wechselnden Schauplätzen ist es herausfordernd zu lesen. Daher gebe ich hier nur teilweise eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Suche nach Adas Mörder

Kodiak Echoes – Trust me
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Es war sollte eigentlich nur ein One-Night-Stand sein, doch dann trifft der Anwalt Finn Callahan, der nach Echo Cove gekommen ist um seine Schwester gegen die Wilderei in Alaska zu unterstützen, unverhofft ...

Es war sollte eigentlich nur ein One-Night-Stand sein, doch dann trifft der Anwalt Finn Callahan, der nach Echo Cove gekommen ist um seine Schwester gegen die Wilderei in Alaska zu unterstützen, unverhofft auf die Frau wieder, die ihm in der heißen Nacht den Kopf verdreht hat. Bei der jungen Frau handelt es sich um die unnahbare Keira Hale. Keira ist die Schwester von Ada, die vor 10 Jahren ermordet worden ist und ihr Mörder noch nicht gefasst. Zunächst will Keira nichts von Finn wissen, doch als bei den Arbeiten im Wildtierschutzgebiet neue Hinweise zu Ada auftauchen müssen sie widerwillig zusammenarbeiten. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und kommen sich dabei gefährlich nahe. Die Lösung scheint zum Greifen nah, doch als sie sich in Sicherheit wiegen, hat er Täter es erneut abgesehen - dieses Mal Keira im Visier.

"Kodiak Echoes - Trust me" ist der zweite Band der Dilogie "Secrets of Alaska". Man sollte den Vorgängerband auf jeden Fall gelesen haben, sonst könnte man gespoilert werden. Außerdem sind Vorkenntnisse definitiv hilfreich, um die Zusammenhänge und emotionalen Entwicklungen vollständig nachvollziehen zu können.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt – Keira, Finn und zwischengeschobene Tagebucheinträge von Ada. Diese Struktur sorgt für Abwechslung, Spannung und ermöglicht einen vielschichtigen Blick auf die Ereignisse. Es wurden geschickt falsche Fährten und Überraschungen eingebaut, sodass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Die Kapitel enden oft mit Cliffhangern, die einen regelrecht zwingen weiterzulesen. Also ein absoluter Pageturner. Der flüssige und lockere Schreibstil dazu tut sein Übriges dazu bei, dass man kaum aufhören kann zu lesen.

Die Kulisse ist der absolute Hammer. Die abgeschiedene Insel in Alaska mit ihrer wilden Natur und dem Kleinstadtflair schafft eine tolle und greifbare Atmosphäre. Man spürt die salzige Luft und kann sich die Orte sehr bildhaft vorstellen.

In diesem Band spielten Keira und Finn die Hauptrollen. Archer und Brynn aus dem ersten Band hatten dieses Mal die Nebenrolle. Die Protagonisten waren sehr lebendig gezeichnet und wirkten durchweg authentisch: verletzlich, widersprüchlich, humorvoll. Besonders die Interaktionen zwischen den Protagonisten sind lebendig und glaubwürdig.

Mein Fazit:
Es ist ein absolutes Lesehighlight. Auch der zweite Band hat mich sofort gepackt und in seinen Bann gezogen. Es ist so lebendig geschrieben, dass man sofort mitgerissen wird und in die Kleinstadt und in die Natur der Insel abtauchen kann. Es hatte auf mich absolute Sogwirkung und war für mich ein Pagerturner vom Feinsten. Ein toller Mix aus Romance und Thriller, der absolut begeistert. Den Roman kann ich nur empfehlen zu lesen.

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