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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2020

Nicht schlecht, aber auch nicht überragend.

Fräulein Gold: Schatten und Licht
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Hulda Gold ist als Hebamme im Berlin der 20er tätig. Im ärmlichen Bülowbogen betreut sie eine Schwangere, die durch den Tod ihrer Nachbarin erschüttert ist.
Hulda beginnt auf eigene Faust zu ermitteln ...

Hulda Gold ist als Hebamme im Berlin der 20er tätig. Im ärmlichen Bülowbogen betreut sie eine Schwangere, die durch den Tod ihrer Nachbarin erschüttert ist.
Hulda beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und begibt sich dabei oft selbst in Gefahr.

"Fräulein Gold" hat mir an sich ganz gut gefallen, als überragend würde ich es aber nicht bezeichnen.

Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Ich fand das Berlin in den 20er Jahren als sehr authentisch und lebhaft dargestellt. Auch die geschichtlichen Begebenheiten wurden passend mit eingebaut.

Der Schreibstil war gut und flüssig zu lesen. Ich empfand es auch als sehr authentisch, dass der Berliner Dialekt integriert wurde, auch wenn dieser meist nur von den Nebencharakteren verwendet wurde.

Der Mordfall begann erst sehr spannend und gut konstruiert und konnte mich auch sehr fesseln.
Leider häuften sich für mich nach und nach die Zufälle, durch die Hulda auf die Lösung des Falles stößt. Dies machte es für mich schon sehr unwirklich.

Mein größtes Problem hatte ich allerdings mit den Hauptfiguren. Weder Hulda noch Karl, den Kommissar, empfand ich als sympathisch. Auch waren sie mir zu oberflächlich dargestellt, was hier wohl der Trilogie geschuldet ist.
Hulda ist als Protagonistin sehr eigenwillig und stur. Manche von ihren Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen und ich tat mich auch schwer sie zu verstehen. Auch ihre Ansichten erschlossen sich mir manchmal nicht ganz. Und die schwankenden Stimmungen machten es auch nicht wirklich einfacher.
Das Verhältnis zwischen ihr und Karl konnte mich auch nicht überzeugen. Mir fehlte die gegenseitige Sympathie und die Anziehung.
Besonders schwer tat ich mich auch mit Huldas Alkohol- und Drogenkonsum, der vermutlich üblich für die damalige Zeit war, für mich aber nicht mit dem Beruf der Hebamme vereinbar ist.

Mich konnte das Buch nicht so sehr fesseln und es fiel mir auch leicht, dass Buch auch mal aus der Hand zu legen. Eine größere Prise Spannung hätte ich mir hier noch gewünscht.

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Trümmermädchen

Trümmermädchen
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Die fiktive Geschichte von Anna und Marie hat mir sehr gut gefallen. Durch einen sehr bildhaften Schreibstil schildert die Autorin eindrucksvoll die ersten Kriegsjahre und die Nachkriegszeit im zerbombten ...

Die fiktive Geschichte von Anna und Marie hat mir sehr gut gefallen. Durch einen sehr bildhaften Schreibstil schildert die Autorin eindrucksvoll die ersten Kriegsjahre und die Nachkriegszeit im zerbombten Köln.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er war flüssig zu lesen und man kam sehr schnell in die Geschichte rein.
Einzig zu Anfang hatte ich mit den wechselnden Perspektiven von Anna und Marie noch meine Problemchen. Aber nach kürzester Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und konnte das Buch zügig zuende lesen.

Die Handlung war sehr spannend und ich habe sehr mit Anna und Marie mitgefühlt. Die beschriebene Not, der Hunger und die Kälte sind für uns heute unvorstellbar und wurden so eindringlich beschrieben, dass ich von den Geschehnissen sehr ergriffen war.

Obwohl das Buch 500 Seiten hat, kam für mich das Ende doch sehr überraschend und etwas zu abrupt. Hier hätte ich mir noch einen Epilog mit einem kleinen Einblick in die Zukunft der Protagonisten gewünscht.

Eine sehr gelungene und bewegende Geschichte, die ich wirklich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Zweite Chance?

Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch
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Zu erst möchte ich mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar von NetGalley bedanken, dies beeinflusst aber in keinster Weise meine Meinung.

Als ich gehört habe, dass es von der Geschichte um Shay und ...

Zu erst möchte ich mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar von NetGalley bedanken, dies beeinflusst aber in keinster Weise meine Meinung.

Als ich gehört habe, dass es von der Geschichte um Shay und Landon eine Fortsetzung gibt, habe ich mich gefragt, ob dies wirklich nötig ist und ihre Geschichte wirklich zwei Teile braucht und nun muss ich sagen: ja definitiv!
Die Story der beiden konnte so den Raum bekommen, den sie verdient. Denn sie ist viel zu komplex, um sie in einen Einzelband zu quetschen.
Sie ist sehr detailliert, ohne sich unnötig in die Länge zu ziehen.

Der zweite Teil beginnt direkt dort, wo der erste aufgehört hat und so kann man nahtlos weiterlesen.
Es ist definitiv von Vorteil den ersten Teil zu kennen, sonst wird man einige Zusammenhänge nicht verstehen können.

Der Schreibstil von Brittainy C. Cherry ist auch schon wie bei den Vorgängern sehr schön und flüssig zu lesen. Da ich beide Teile direkt hintereinander gelesen habe, fiel es mir sehr leicht, wieder in die Geschichte einzutauchen.

Obwohl auch dieser Teil von Shay und Landon wieder sehr gefühlvoll war, muss ich sagen, dass mir der erste Teil der Reihe besser gefallen hat. Er war sehr gut, kam aber emotional nicht ganz an den ersten heran. Beim Lesen des ersten Teils hatte ich oftmals einen großen Kloß im Hals und musste mit den Tränen kämpfen. Dies war hier nicht so der Fall. Trotzdem gab es wieder viele schöne und auch lustige Momente.

Es war trotzdem eine gelungene Fortsetzung und ich habe mich sehr für Shay und Landon über dieses Ende gefreut.

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Was macht dein Herz? - Es schlägt noch

Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch
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"Wie die Ruhe vor dem Sturm" war das erste Buch, das ich von Brittainy C. Cherry gelesen hatte und welches mit sehr berührt hatte und so habe ich mich sehr gefreut, das ich bei der Leserunde zu "Wie die ...

"Wie die Ruhe vor dem Sturm" war das erste Buch, das ich von Brittainy C. Cherry gelesen hatte und welches mit sehr berührt hatte und so habe ich mich sehr gefreut, das ich bei der Leserunde zu "Wie die Stille vor dem Fall" dabei sein konnte.

Brittainy C. Cherry hat es wieder einmal geschafft ein wahres Meisterwerk zu kreieren. Sie schafft es gekonnt sehr ernste Themen anzusprechen und sie in einer Geschichte zu verpacken, sodass sie dem Leser nahe geht. Trotzdem schafft sie es, dass auch der Humor in ihrem Buch nicht zu kurz kommt.

Shay und Landon sind sehr gelungene, tiefgründige Charaktere, deren unterschiedliche Facetten mich immer wieder überrascht haben. Die Harmonie zwischen den beiden ist schon ab der ersten Seite spürbar. Auch das Knistern und die Anziehung zwischen ihnen wurde sehr gut rübergebracht.

Die Nebencharaktere wurden auch sehr liebevoll gestaltet und man schließt auch sie schnell ins Herz. Wer auf ein großes Wiedersehen mit Eleanor und Greyson gehofft hat, wird ein bisschen enttäuscht werden, denn sie tauchen in nur wenigen Szenen auf. Aber dafür gibt es ja "Wie die Ruhe vor dem Sturm" :)

Mit ihrem wunderschönen und fast schon poetischen Schreibstil hat Brittainy C. Cherry einen tollen Roman geschaffen, der über sehr viel Tiefgang verfügt.
Mich konnte das Buch, wie auch schon sein Vorgänger komplett überzeugen und berühren. Mehrmals musste ich mit den Tränen kämpfen.

Das Ende hat mich ehrlich überrascht und obwohl es ein Cliffhanger ist, war es für die beiden Charaktere das perfekte und passende Ende. Wenn es keinen zweiten Teil geben würde, wäre es trotzdem sehr hoffnungsvoll und positiv gestimmt. Mir hat es sehr gefallen und ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 16.11.2020

Der Funke sprang leider nicht über

Making Faces
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"Making Faces" hat mir vom Klappentext und von der Leseprobe sehr gut gefallen und ich habe mich sehr gefreut, als ich über NetGalley ein Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten habe.

Der Anfang der Geschichte ...

"Making Faces" hat mir vom Klappentext und von der Leseprobe sehr gut gefallen und ich habe mich sehr gefreut, als ich über NetGalley ein Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten habe.

Der Anfang der Geschichte hat mir noch gut gefallen, ich hatte eine ungefähre Vorstellung, wohin das Buch laufen könnte und war sehr überrascht, welche Richtung es dann eingeschlagen hat.

Für mich plätscherte die Handlung leider ab einen bestimmten Zeitpunkt nur noch so vor sich hin und ich wusste nicht worauf die Geschichte hinausgehen wollte. Zwischendurch verlor ich auch ein bisschen den Überblick, da auch die Nebencharaktere stark in den Vordergrund gehoben wurden und auch über deren Leben geschrieben wurde. Die Haupthandlung wurde dadurch so unterbrochen und lief so nebenbei mit.

Der Schreibstil der Autorin hat mir nur mäßig gut gefallen, was aber vor allem an der Erzählperspektive lag.
Auch die oftmals kurz hintereinander einsetzenden Perspektivwechsel der Protagonisten hat mir nicht so gut gefallen. Mehrmals hatte ich Probleme sie den Charakteren zuzuordnen, da nicht sehr offensichtlich war, über wen jetzt gerade gesprochen wurde.

Durch die Erzählperspektive fiel es mir auch schwer einen direkten Bezug zu den Charakteren zu bekommen. Sie waren für mich nicht wirklich greifbar.
Auch die Gefühle zwischen Fern und Ambrose konnten mich nicht überzeugen und auch nicht berühren.
Der Funke wollte hier nicht überspringen.

Die eingebauten Rückblenden in die Vergangenheit zogen das Buch leider auch nur in die Länge und meist erschloss sich mir der Sinn hinter ihnen nicht. Ich hatte meist nicht das Gefühl, dass sie die Handlung voranbringen bzw. sie unterstützen.

Ein weiteres Problem in diesem Buch sind die vielen verschiedenen Themen, die die Autorin versucht hat unterzubringen. Hier ein paar Beispiele um dies zu verdeutlichen: Krankheit, innere vs. äußere Schönheit, Krieg, häusliche Gewalt. Es sind viele sensible Themen dabei, die meiner Meinung nach nicht genügend Raum bekommen haben, um sich richtig zu entfalten

Leider konnte mich das Buch im Gesamten nicht von sich überzeugen, obwohl mir der Anfang noch gut gefallen hat.

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