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Veröffentlicht am 19.09.2018

Göttererbe und Liebesflüche

Love Curse - Lieben verboten
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Kennt ihr das? Ihr freut euch wahnsinnig auf ein Buch und sobald es da ist, müsst ihr euch einfach hinsetzen und es in einem Rutsch durchsuchten? So ist es mir mit “Love Curse – Lieben verboten” ergangen. ...

Kennt ihr das? Ihr freut euch wahnsinnig auf ein Buch und sobald es da ist, müsst ihr euch einfach hinsetzen und es in einem Rutsch durchsuchten? So ist es mir mit “Love Curse – Lieben verboten” ergangen. Tja, da liest man auch mal fast 400 Seiten in ein paar wenigen Stunden. Und ja, ich fand es gut! Tatsächlich feiere ich dieses Buch total, aber ich muss zugeben, ich habe auch einige Kritikpunkte, über die ich nicht hinwegsehen kann.

Aber beginnen wir doch mit dem Positiven.
Ich liebe Rebeccas Schreibstil! Er ist fesselnd von der ersten Seite an und macht es im Grunde unmöglich, das Buch nach dem Anfang zur Seite zu legen. Erzählt wird aus der Sicht von Rachel, der Protagonistin, die uns Lesern einen schönen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle gewährt, uns dabei aber nicht ins kalte Wasser schubst. Erklärungen, die bei dem Thema sein müssen, um die Zusammenhänge zu verstehen, sind geschickt in die Handlung eingeflochten, so dass ich nicht das Gefühle hatte, von Informationen erschlagen zu werden.

Die Handlung hat mich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam gemacht. Wie bekannt sein dürfte, habe ich einen Faible für griechische Mythologie und erst recht für Eros und ich wollte unbedingt wissen, wie Rebecca Sky ihre Liebesgöttinnen in “Love Curse” umgesetzt hat.

Fazit: Ich habe etwas komplett anders erwartet. Ist das schlimm? Nö, nicht im Geringsten. Irgendwie habe ich mit einer seichten, gefühlvollen Liebesgeschichte gerechnet, die dadurch an Spannung gewinnt, dass die beiden sich nicht nah sein dürfen. Und eigentlich ist es auch so. Aber es ist auch so viel mehr. Die ganze Geschichte drum herum, die Verfolgungsjagd und alles, was dazu gehört, tragen maßgeblich zur Entwicklung der Handlung und der Charaktere bei. Schön ist außerdem, dass nicht nur die romantische Liebe im Vordergrund steht, sondern auch jene für Freunde und Familie.

Rachel selbst ist eine verdammt coole Protagonistin, die sich nichts sagen lässt. Sie muss zwar die Schule für Liebesgöttinnen besuchen, weigert sich aber ihre Gabe einzusetzen. Sie stellt sich den Lehrern entgegen und könnte deshalb vermutlich im Büro der Schulleiterin einziehen. Aber sie vertritt ihre Meinung und will in ihrem Leben etwas Gutes tun anstatt sich mit ihrer “Bestimmung” zufrieden zu geben. Und das macht sie verdammt stark. Hut ab!

Ben – ihr Gegenpart und männlicher Protagonist – ist einfach mal so süß, dass ich beinahe davon Karies bekommen hätte. Genau wie Rachel war ich auf der Stelle fasziniert und wollte mehr über ihn wissen. Mein Bauchgefühl hat mich in dieser Hinsicht übrigens nicht getäuscht.

Da aber nicht alles Gold ist, was glänzt, kommen wir nun zu meiner Kritik.
Ich mag keine Liebesdreiecke. Früher mag ich es gemocht haben, jetzt kann ich es einfach nicht mehr lesen. Und ja, auch hier gibt es eins. Denn unsere liebe Rachel hat eine beste Freundin, die auch mit von der Partie ist: Marissa. Die natürlich auch ein Auge auf Ben geworfen hat und sich im Gegensatz zu Rachel nicht scheut, ihre Gabe einzusetzen, um zu bekommen, was sie will.

Schon, als sich die Dreiecksgeschichte angebahnt hat, musste ich laut stöhnen und habe dann einfach aufs Beste gehofft. Tatsächlich wurde es nicht so schlimm, wie befürchtet, aber wirklich notwendig war es jetzt auch nicht für die Geschichte.

Marissa ist mein zweiter Kritikpunkt. Ich mag sie nicht. Schon am Anfang wird sie als oberflächlich, selbstverliebt und selbstsüchtig eingeführt. Und es passt zu ihrer Rolle. Sie soll so herüberkommen, aber trotz allem auch Rachels Freundin sein. Das merkt man auch. Zumindest am Anfang. Schließlich haben die beiden nur sich. Sie sind schließlich auch in ihrer Ausbildung Partner. (Liebesgöttinnen ist nicht gestattet, Freundschaften außerhalb ihrer Ausbildungs-Partner zu pflegen.)

Aber dann gibt es einen Punkt in der Geschichte, bei dem bin ich echt vom Glauben abgefallen, weil er gezeigt hat, wie egal Marissa Rachel eigentlich ist. Damit ist sie dann bei mir unten durch gewesen. Tja, so schnell kann es gehen.

Und mein größter Kritikpunkt: Das Ende! Versteht mich nicht falsch? Eigentlich ist das Ende super und rund und einfach nur perfekt, um die Geschichte abzuschließen. Ich hätte das Buch mit einem verträumten Seufzer schließen und es dabei belassen können.

ABER dann kam der Epilog. Der die schöne Stimmung kaputtmacht. Der unnötig viele Erklärungen hervorruft, Fragen aufwirft und keine Antworten liefert, bevor er den Leser so dermaßen in der Luft hängen lässt, dass ein zweiter Band unausweichlich ist. Und das macht mich sauer. Klar, ich werde Band 2 auf jeden Fall lesen, weil ich die Thematik und die Umsetzung wirklich gut finde, aber als Einzelband mit dem runden Ende vor dem Epilog hätte ich es doch besser gefunden.

Fazit
“Love Curse – Lieben verboten” ist ein süßer Romantasy-Roman für alle, die an die wahre Liebe glauben und sich mutig im Kampf gegen einen Fluch stellen wollen. Aber Achtung: Es wird kitschig! Mich konnte der Roman trotz Schwächen überzeugen, obwohl ich den Epilog nicht unbedingt gebraucht hätte.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Es wird Zeit, sich zu erheben!

Children of Blood and Bone
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Auch wenn das Vorabexemplar zu “Children of Blood and Bone” nun schon eine ganze Weile auf meinem Reader verweilt, muss ich zugeben, dass ich ein wenig mit mir gehadert habe. Obwohl mich die Thematik angesprochen ...

Auch wenn das Vorabexemplar zu “Children of Blood and Bone” nun schon eine ganze Weile auf meinem Reader verweilt, muss ich zugeben, dass ich ein wenig mit mir gehadert habe. Obwohl mich die Thematik angesprochen hat, so hat mich doch der Umfang des Buches abgeschreckt. Genauso wie die bisherigen Meinungen, die ich gelesen habe und die die ganze Bandbreite abdecken. Vor ein paar wenigen Tagen habe ich mich doch dazu aufgerafft, das Buch anzufangen und … wurde sofort in seinen Bann gezogen.

Der Schreibstil von Tomi Adeyemi bzw. der Übersetzerin ist flüssig und bildhaft und dabei gleichzeitig so lebhaft, dass man nicht anders kann als mitzufiebern. Er zieht einen geradewegs in die Geschichte hinein, zeigt dem Leser die Bilder von Orïsha vor dem inneren Auge so genau, dass man meinen könnte, man wäre dort. Erzählt wird aus drei Perspektiven: Zélie, Amari und Inan. Dabei wechseln die Perspektiven sich nicht in einem regelmäßigen Takt ab, sondern so wie es von der Geschichte her Sinn ergibt und tatsächlich hat die Autorin es geschafft, dass mich jede Sicht überzeugt und interessiert hat, was sonst nur selten der Fall ist.

Die Geschichte selbst ist mal etwas ganz anderes. Klar, es ist High-Fantasy, aber anders als man es erwartet. Während viele High-Fantasy-Welten sich am Mittelalter orientieren, ist hier schon das Setting ganz besonders. Sowohl die Welt, die aus vielen verschiedenen Städten, Siedlungen und Landschaften, besteht, als auch der Glaube der Menschen ist sehr afrikanisch angehaucht. Obwohl ich mit afrikanischer Kultur nicht viel am Hut habe und zu Beginn von den vielen unaussprechlichen Namen der Städte, Personen und Gottheiten überrumpelt wurde, habe ich schnell einen Zugang in die Welt von “Children of Blood and Bone” gefunden. Und was noch zu erwähnen ist: Ich finde es klasse, dass die handelnden Personen allesamt dunkelhäutig sind. Das bringt mal etwas mehr Diversität in die Jugendbuch-Szene.

In der Handlung selbst dreht es sich um Zélie, eine begnadete Stab-Kämpferin und Divîné. Als solche hat sie weißes Haar, das sich immer daran erinnert, dass die Götter sie mit Magie gesegnet haben, die jedoch nie in ihr erwachen wird, weil alle Magie in der Blutnacht versiegt ist. Als die Maji getötet wurden, so wie ihre Mutter. Seitdem lebt Zélie mit ihrem Vater und Bruder in ständiger Angst vor dem König, doch als sie auf Prinzessin Amari trifft und ein wertvolles Artefakt ihre Magie erweckt, muss sie schon bald über sich hinauswachsen, um allen Divînés die Magie zurückzubringen.

Dabei ist der Weg lang, steinig und voller Gefahren. Eine Reise, die geradezu unmöglich erscheint. Aber Zélie, ihr Bruder und Amari machen sich dennoch auf den Weg und wir Leser dürfen das Abenteuer mit ihnen erleben. Dabei wirkt die Reise auf den 624 Seiten keinesfalls in die Länge gezogen. Jedes einzelne Wort hat seine Daseinsberechtigung und jede einzelne Etappe des Buches treibt die Spannung zu einem neuen Höhepunkt. Schon lange hat mich kein High-Fantasy-Roman mehr so mitgerissen.

Vor allem auch die Dynamik der Charaktere, die alle so authentisch und vielschichtig dargestellt worden sind. Sowohl die kriegerische, aufmüpfige Zélie, als auch Amari, die als kleines Prinzesschen anfängt und sich innerhalb des Buches immer weiter entwickelt. Sogar den grausamen Prinzen Inan habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Allerdings sollte man auch keinen der Figuren unterschätzen. Man glaubt sie zu kennen, doch man kann sich leicht täuschen. “Children of Blood and Bone” hält an dieser Stelle einige Plottwists bereit. Zusammen mit einem Cliffhanger, der mich hoffen lässt, dass Band 2 nicht allzu lang auf sich warten lässt.

Fazit
Alles in allem ist “Children of Blood and Bone – Goldener Zorn” ein Fantasy-Auftakt, den man wirklich auf dem Schirm haben sollte. Spannung, Magie, vielschichtige Charaktere und ein so lebendige und detailreiche Welt machen das Buch zu einem echten Highlight. Ich kann weder Band 2 noch die Verfilmung, die gerade in Arbeit ist, erwarten.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Unterschätze niemals eine Prinzessin mit Selfie-Stick!

Aschenputtel und die Erbsen-Phobie
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Obwohl es schon gefühlte Ewigkeiten her ist, seitdem ich “Rotkäppchen und der Hipster-Wolf” gelesen habe, ist mir vor ein paar Tagen eingefallen, dass Band 2 “Aschenputtel und die Erbsen-Phobie” ja noch ...

Obwohl es schon gefühlte Ewigkeiten her ist, seitdem ich “Rotkäppchen und der Hipster-Wolf” gelesen habe, ist mir vor ein paar Tagen eingefallen, dass Band 2 “Aschenputtel und die Erbsen-Phobie” ja noch ungelesen ist und ich ganz, ganz, ganz dringend wissen will, wie es weitergeht. Schließlich ist Band 3 “Rapunzel und die Genmais-Protest-Bewegung” auch schon für Ende 2018 angekündigt ist. (An dieser Stelle: Sind die Titel nicht einfach genial?! Noch nie so geniale Märchenadaptionstitel gelesen!)

Und der Name ist Programm, denn wer denkt, die Titel seien schon humorvoll, der wird sicher viel Freude mit Nina MacKays gerade zu absurd humorvollen Schreibstil haben, der sich durch das ganze Buch zieht und die Handlung, die ebenso witzig wie absurd und genial komisch ist, nur noch unterstreicht. Erzählt wird wieder aus der Sicht von Red. Das war tatsächlich meine größte Sorge. Der Titel lies irgendwie vermuten, dass der Ich-Erzähler zu Cinder wechselt, obwohl Reds Geschichte noch gar nicht zu Ende ist. Aber dem ist zum Glück nicht so. Red ist immer noch die Ich-Erzählerin und unterhält uns mit ihren Gedanken, allerdings springt die Handlung öfter mal zu Cinder um, dann wird allerdings in der 3. Person erzählt, was im Präsens am Anfang zumindest doch gewöhnungsbedürftig beim Lesen ist, aber gegen Ende habe ich da kaum noch einen Unterschied gemerkt.

Die Handlung knüpft direkt an den ersten Band an, weshalb ich zunächst verunsichert war, ob ich schnell wieder in die Geschichte hineinfinde. Vollkommen unbegründet! Innerhalb weniger Seiten hatte ich wieder Zugang gefunden und fühlte mich, als hätte ich “Rotkäppchen und der Hipster-Wolf” gerade erst gestern beendet. Selbstverständlich wird Red und der Prinzessinnen-Gang aber keine Ruhe gegönnt und so machen sie sich schon bald auf den Weg in neue Missionen zur Rettung des Märchenwaldes.

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es wird herrlich verrückt, mitunter richtig spannend und ab und an romantisch. Die Handlung auch nur annähernd in Worte zu fassen, ohne dabei zu spoilern, ist ein Ding der Unmöglichkeit, so verworren wie sich alles entwickelt, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf. Trotzdem kann ich sagen, dass mich diese vollkommen andere Interpretation bekannter Märchenfiguren und dem Leben nach dem Happy End schon in Band 1 fasziniert hat und die Autorin auch jetzt wieder damit auftrumpfen kann.

Hier werden Prinzessinnen nicht einfach nur als schwächliche kleine Mädchen abgestempelt, sondern waschechte Kämpferinnen, die auch mal das infrage stellen, was man ihnen als Happy End angedichtet hat. Kleine Mädchen wachsen zu knallharten Geschäftsfrauen heran und die bösen Hexen legen sich regelmäßig unters Messer. Klingt cool? Ist es auch!

Und die Protagonistin ist die allercoolste. Rotkäppchen alias Red gilt bereits in ihrer Geschichte als verdammt mutig, wie sie ihre Großmutter gerettet hat, aber hier legt sie noch einmal eine Schippe drauf. Clever, gewieft und mitunter auch sarkastisch stiehlt sie sich schnell in die Herzen der Leser. Allerdings – und hier habe ich noch etwas Kritik – hat mich die Liebesgeschichte nicht so sehr abgeholt, wie das letzte Mal. Red wirkte für mich ein wenig zu hin- und hergerissen zwischen Ever und Jaz, was ich schade finde, weil es genau das ist, was ich an Liebesdreiecken nicht mag. Dafür bahnt sich eine neue Liebesgeschichte an, die mich beim Lesen echt glücklich gemacht hat, also alles halb so wild.

Fazit
“Aschenputtel und die Erbsen-Phobie” hat mich wieder überzeugen können, wenngleich nicht so sehr wie Band 1. Ich habe gelacht, geweint, den Atem angehalten und noch mehr gelacht. Wer ein total verrücktes Märchen lesen will, ist mit dieser Reihe sicherlich gut beraten.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Tausendundeine Nacht in neuem Gewand

Jasmin
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Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich die Disney-Version von Aladin einfach nur liebe? Nicht? Dann wisst ihr es jetzt. Jedenfalls ist "Jasmin - Orangenblütenzauber" in dem Moment auf meine Wunschliste ...

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich die Disney-Version von Aladin einfach nur liebe? Nicht? Dann wisst ihr es jetzt. Jedenfalls ist "Jasmin - Orangenblütenzauber" in dem Moment auf meine Wunschliste gewandert, als ich erfahren habe, dass es sich um eine Adaption von "Tausendundeine Nacht" handelt. Außerdem haben mich Bücher mit Flaschengeistern schon in der Vergangenheit immer gut unterhalten und überzeugen können.

Vor rund zwei Jahren habe ich den Erstling von Mareike Allnoch "Den Sternen so nah" gelesen und erinnere mich noch gut daran, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe, weil der Schreibstil so flüssig und angenehm war, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Nun, das gleiche Phänomen kann ich auch für "Jasmin" wieder bestätigen. Innerhalb von wenigen Stunden habe ich das Buch verschlungen und mich voll und ganz in diese neue, moderne Version von "Tausendundeine Nacht" fallen lassen.

Die Story selbst spielt weder im arabischen Raum noch in der entsprechenden Zeit. Stattdessen hat die Autorin "Jasmin" nicht nur in die Gegenwart, sondern auch nach Deutschland verlegt, was einerseits sehr gewagt ist, andererseits sehr gut gepasst hat. So vermischt sie die typisch orientalische Grundidee, die wir sicherlich alle aus Disney's Aladin kennen, mit einem Schulsetting und damit auch mit verschiedenen Themen wie das bevorstehende Abitur und Mobbing.

Dennoch bleibt der Orient und Agrabah nicht unerwähnt, denn ab und an gibt es kleine Einblicke in diese Zeit aus Dalans Sicht und dann kommt es einem beim Lesen echt vor, als würde man selbst über die orientalischen Märkte schlendern und den Duft von Jasmin riechen. Diese Szenen mochte ich sehr gern, auch wenn mir auch der Rest mit Schule und allem drum und dran gefallen hat. Ein besonderes Augenmerk definitiv auf Jasmins schulischer Situation. Als schüchternes Mauerblümchen wird sie zu Beginn sehr heftig gemobbt, was zwar nicht schön ist, aber leider bittere Realität. Dabei war es echt schön anzusehen, wie Jasmin im Verlauf des Buches selbstbewusster wird.

Allerdings gab es auch Momente, in denen wollte ich Jasmin einfach nur hauen. Und direkt danach vor einen Fernseher setzen, um ihr Disney's Aladdin zu zeigen. So viele verdammte Anspielungen und sie zuckt nicht einmal mit der Wimper. Ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob vielleicht nur ich so ein Disney-Freak bin, dass ich das alles verstanden habe, aber ... ach, vergessen wir das. Ich wollte es nur erwähnt haben. Jasmin hat einfach keine Ahnung von Disney oder orientalischen Märchen. Das ist keine Schande! Davon mal abgesehen finde ich Jasmin als Protagonistin sehr sympathisch. Obwohl sie schüchtern ist, ist sie sehr lieb und freundlich, kann aber auch anders. Ihre Entwicklung, über die ich hier nicht allzu viele Worte verlieren möchte, hat mir jedenfalls ziemlich gut gefallen und zeigt, dass mehr in ihr steckt, als man auf den ersten Blick erahnen könnte.

Dalan hat mein Herz, seitdem er zum ersten Mal aufgetaucht ist. Mit seiner lässigen, aber mitunter auch frechen Art hat er sich in mein Herz gestohlen. Nicht nur, dass er verdammt gut aussieht (obwohl das schon ein Pluspunkt ist ;) ), seine Worte scheinen auch immer die richtigen zu sein. Mehr als nur einmal konnte ich mir ein träumerisches Seufzen nicht verkneifen. Ihr Männer da draußen, seid doch bitte etwas mehr wie Dalan. Danke. Damit meine ich nicht, dass ihr euch verfluchen und in eine Lampe sperren lassen müssen, aber ... ihr wisst schon.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Diese Sache mit der dunklen Macht, die hinter Dalan her ist, wird zwar aufgegriffen und ein geheimnisvoller (nicht so geheimnisvoll, wenn man nicht so auf dem Schlauch steht wie Jasmin) Antagonist in schwarzen Gewändern taucht auf, aber einen wirklich großen Part an der Story nimmt er tatsächlich nicht ein. Kommt vermutlich in der Fortsetzung, denn in Band 1 ging es vornehmlich um Jasmins "normales" Leben, Schule die erste Liebe und einiges mehr. Das ist nicht schlecht - keineswegs! -, aber von dem großen bösen Antagonisten habe ich mir doch etwas mehr erhofft.

Fazit
"Jasmin - Orangenblütenzauber" ist mal eine etwas andere Adaption von "Aladin". Zwischen Highschool-Drama und Flaschengeistern hat Mareike Allnoch einen tollen Reihenauftakt geschaffen, der zwar in einem Punkt etwas schwächelt, aber definitiv Lust auf mehr macht. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 19.09.2018

Je höher du stehst, desto tiefer kannst du fallen ...

Beautiful Liars, Band 2 - Gefährliche Sehnsucht
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Schon Band 1 von "Beautiful Liars" hat mich sprachlos zurückgelassen, daher musste ich auf jeden Fall auch den zweiten Band der Trilogie holen. Obwohl meine Erwartungen hoch waren, habe ich dabei aber ...

Schon Band 1 von "Beautiful Liars" hat mich sprachlos zurückgelassen, daher musste ich auf jeden Fall auch den zweiten Band der Trilogie holen. Obwohl meine Erwartungen hoch waren, habe ich dabei aber nicht geglaubt, dass "Gefährliche Sehnsucht" genauso gut wird wie "Verbotene Gefühle". Himmel, habe ich mich getäuscht.

Die Handlung knüpft ungefähr drei Monate nach dem ersten Band an, aber Alltag ist noch nicht eingekehrt. Leda und Avery sind keine Freunde mehr, Rylin bekommt ein Stipendium für die Schule der beiden, Watt will unbedingt aufs MIT und dann ist da noch die Neue: Calliope. Die Gruppe bewahrt zwar den Schein, dass alles in Ordnung ist, aber hinter den Kulissen geht es um etwas ganz anderes: Um ihre Geheimnisse, die längst nicht mehr nur ihre sind und die auf keinen Fall ans Licht kommen dürfen.  Um das zu gewährleisten, ist ihnen jedes Mittel recht, denn wenn dein ganzes Leben aus tausend Etagen besteht und du ganz oben stehst, kannst du auch verdammt tief fallen.

Ich bin mal wieder baff und kann kaum beschreiben, was für Gefühle nach dem Lesen in mir toben. Mehr zur Handlung zu verraten, würde spoilern, daher lasse ich das, aber die Art, wie die Autorin die Geschichte auch im zweiten Band konstruiert hat, lässt mich sprachlos zurück. Wieder hat sie die einzelnen Handlungsstränge so perfekt miteinander verwoben, dass es wirkt wie viele kleine Puzzleteile, die sich Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammensetzen.

Zugegeben, ich hatte meine Zweifel, ob ich so schnell wieder in die glamouröse Welt von "Beautiful Liars" mit ihren viel weiterentwickelten Technologien und Errungenschaften eintauchen kann, aber diese waren komplett unbegründet. Auch wenn keine ausschweifenden Erklärungen zu Bots, Holos und allem anderen folgen, fällt es nicht schwer das bereits errungene Wissen aus Band 1 (auch wenn der in meinem Fall schon fast ein Jahr zurückliegt) wieder aufzurufen und dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat.

Außerdem verneige ich mich vor der Stimmung und Spannung des Buches. Obwohl der Schreibstil sehr ruhig ist, aus größtenteils kurzen Sätzen besteht und man meinen sollte, dass man dadurch nicht mitgerissen wird, so ist doch genau das der Fall. Es hat kaum fünfzig Seiten gedauert bis ich mich in der Welt verloren hatte. Aufhören? Nein. Keine Option.

Wir haben es wieder mit fast den gleichen Figuren zu tun, die uns auf ein Neues in ihre Welt entführen. Avery mag zwar nach außen hin perfekt wirken, doch in ihrem Inneren ist sie alles andere als das. Leda mochte ich schon in Band 1 nicht sonderlich und obwohl sie jetzt tatsächlich langsam sympathischer wird, ist sie immer noch nicht mein Liebling. Watt und Rylin, die beiden sind eindeutig meine Lieblingsfiguren, weil ihre Werte doch andere sind als die der HighTower-Mädels. Außerdem wäre das Buch ohne Nadia nur halb so gut, habe ich das Gefühl. Calliope, die neue Ich-Erzählerin, finde ich ... sagen wir okay. Ich blicke nicht durch sie durch und auch wenn sie eine gute Charakterentwicklung hinlegt, werde ich einfach nicht wirklich warm mit ihr. Wie sich Band 3 mit ihr entwickeln wird, macht mich aber doch neugierig.

Allerdings muss ich doch etwas Kritik anbringen. So wirkte dieser Band allgemein ruhiger auf mich und ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass die Handlung sich weiter zuspitzt wie in Band 1. Ab und an zog sich die Handlung in die Länge, das wurde aber kurz darauf durch sich überschlagende Ereignisse wieder ausgeglichen. Obwohl es auch hier wieder einen Prolog gibt, der das Ende der Geschehnisse aufgreift, hatte ich den nicht andauernd im Hinterkopf und am Ende sogar fast vergessen. Und das Ende selbst? Hab ich so nicht kommen sehen und war schon echt gut, aber in meinen Augen nimmt es dem letzten Band der Trilogie einen Handlungsstrang, was ich doch schade finde. (Aber das sei alles dazu. Lasst mich gerne wissen, ob ihr das auch so seht, wenn ihr das Buch gelesen habt.)

Fazit
"Beautiful Liars - Gefährliche Sehnsucht" von Katharine McGee ist definitiv eine gelungene Fortsetzung und entführt in eine glamouröse Welt voller Geheimnisse, Lügen und Intrigen. Wer auf "Gossip Girl" oder "Pretty Little Liars" steht, wird hiermit sicher gut beraten sein.