ein Leben könnte anders sein
Der Schrein der KönigeIch denke ich bin nicht die Einzige, die sich manchmal fragt, ob Früher die Welt nicht besser war. Mehr Kontakt zu realen Menschen, mehr Kommunikation und mehr wirkliches Leben. Fokus auf sich und die ...
Ich denke ich bin nicht die Einzige, die sich manchmal fragt, ob Früher die Welt nicht besser war. Mehr Kontakt zu realen Menschen, mehr Kommunikation und mehr wirkliches Leben. Fokus auf sich und die nahe Umgebung und nicht Sorgen von der ganzen Welt auf sich nehmend. Weniger Entscheidungen treffen, da es weniger Wahl gab und mehr Verbundenheit zur Natur.
Doch dieses Buch zeigt, wie es damals wirklich aussah. Wir blicken in das Leben von Nikolaus von Verdun, dem Künstler des Schreins der drei heiligen Könige. Mag erst mal nicht aufregend klingen ein Leben eines Künstlers zu lesen. Doch da mag man sich täuschen, denn das Buch ist alles andere als langweilig. Hinzu kommt, dass wir mehr Wissen erlangen über Ihn und die damalige Zeit.
Der historische Roman beginnt mit einem schon interessanten Vorspann, wodurch wir weitere Personen der Zeit kennen lernen. Und schon einige Kapitel weiter geht es in das traurig-wahre Leben von Nikolaus. Es scheint, als habe ihn das Leben verlassen. Zwar weiß er, dass er für seine Kinder weiter machen muss, doch mit den kürzlichen Todesfällen seiner Frau und seines Sohnes war dies leichter gedacht als getan. Das Bier holt ihn immer wieder zur Ruhe, aber nicht zur Vernunft und zur Arbeit. Doch auf ihn wartet eine eher weniger begeisternde Überraschung. Sein jüngerer Bruder ist zu Besuch. Dieser lebt genau ein anderes Leben als er. Reich und mit allem was man zu scheinen braucht. Das Verhältnis zwischen Beiden ist nicht so prickelnd. Und doch will der jüngere Bruder ihn ein Angebot machen, was sein Leben verändern könnte. Ob Nikolaus vertrauen kann, weiß er nicht. Aber was er weiß, dass es nicht so weiter geht wie bisher. Daher muss er eine Entscheidung treffen, die die Kinder nicht so begeistern wird.
Mir gefällt an dem Buch so ziemlich alles. Die Schreibweise, die Tiefe, das historische, das erfundene. Und die Charaktere sind alle interessant, auch wenn diese nicht immer die Besten sind. Doch aus jeden kann man wieder etwas lernen. Vor allem mag ich, wie die Gefühle einen mitreißen. Aber auch die Landschaft und die Gespräche fühlen sich an, als wären sie wirklich vor meinen Augen. Auch wenn die Seitenzahl erst mal erschlagend klingen mag, so kann ich das Buch wirklich empfehlen.