Profilbild von Annis-Buecherstapel

Annis-Buecherstapel

Lesejury-Mitglied
offline

Annis-Buecherstapel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Annis-Buecherstapel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2019

Tiefe Gefühle und keine oberflächliche Liebesgeschichte…

After love
1

Endlich darf ich nun auch Teil 3 der AFTER - Reihe mein Eigen nennen und ich bin wirklich gespannt, wie es zwischen Tessa und Hardin weitergeht.

Das Cover gefällt mir wieder sehr, ist aber mittlerweile ...

Endlich darf ich nun auch Teil 3 der AFTER - Reihe mein Eigen nennen und ich bin wirklich gespannt, wie es zwischen Tessa und Hardin weitergeht.

Das Cover gefällt mir wieder sehr, ist aber mittlerweile keine Überraschung mehr. Wie die Vorgänger ist es in schwarzmatt gehalten, Schrift und Blumenranke sind wieder in Glanzschwarz und der Schriftzug „love“ in neonorange gestaltet. Natürlich darf auch dieser Band nicht in meinem Bücherregal fehlen, denn ich persönlich finde die Cover dieser Reihe wirklich mehr als gelungen.

Der Klappentext spricht mich ebenfalls sehr an und macht mich neugierig, ohne zu viel zu verraten. Die Geheimnisse in Tessas Familie möchte ich natürlich erfahren und auch, wie es nun mit Hardin weitergeht.

Der New Adult - Roman „AFTER love“ von Anna Todd ist am 15.06.2015 im Heyne-Verlag erschienen und beginnt zumindest wieder dort, wo der letzte Band aufgehört hat, an der Washington Central University bzw. in der gemeinsamen Wohnung der beiden Protagonisten:

Nachdem Tessa unerwartet ihren Vater trifft, nehmen Hardin und sie ihn mit nach Hause zu sich in ihre Wohnung. Hardin ist zwar nicht sehr begeistert, tut es aber Tessa zuliebe. Während die beiden sich annähern, erfährt Hardin zufällig (durch Zed), dass Tessa nach Seattle gehen wird. Er flippt vollkommen aus und fühlt sich hintergangen. Während eines Familienausflugs von Hardins Familie kommen sich die beiden aber wieder näher, bis Tessa herausfindet, dass Hardin versucht, ihr Seattle zu verbauen. Tessa ist total enttäuscht und lässt sich diesmal nicht von ihrem Plan abbringen. Nach einer „schockierenden“ Abschlussparty, zieht Tessa dann tatsächlich um. Es folgt eine schwere Zeit, intensiver Gefühle, Eifersucht und Misstrauen, die geprägt ist, von Tessas innerem Konflikt, ob sie sich wirklich richtig entschieden hat oder ob sie hätte bei Hardin und ihrem Vater bleiben sollen.

Eine gute Woche brauchte ich für dieses Buch, das mich einerseits überrascht hat, andererseits aber auch ein wenig enttäuscht.

Die beiden Hauptcharaktere mag ich nach wie vor. Tessa steht immer noch in einer gewissen Abhängigkeit zu Hardin, aber endlich beginnt sie sich zu befreien und für ihre Träume und Wünsche einzustehen. Darüber habe ich mich wirklich gefreut. Sie wirkt um einiges selbstbewusster und lässt nicht mehr alles mit sich machen bzw. macht deutlich, was sie will und was nicht. Ich habe im dritten Band der AFTER-Reihe auch keine Widersprüche in der Figur Tessa gefunden und so konnte ich sie als dreidimensional wahrnehmen.

Auch Hardin erkennt, dass es so nicht mehr weitergehen kann und er tut alles, um seine Dämonen zu bekämpfen und um Tessa nicht zu verlieren. Natürlich sind seine Aggressionen nicht ganz verschwunden, aber es wird aus meiner Sicht besser. Außerdem dreht sich auch nicht mehr alles nur um ihn, sondern er erkennt, dass es in einer Beziehung immer auch um den anderen geht und um dessen Wünsche und Bedürfnisse, nur gelingt es ihm noch nicht immer, seine Erkenntnis auch umzusetzen. An Hardin hat mich in diesem Band ein bisschen gestört, dass er ziemlich oft an sich selbst zweifelt und sein sonst übersteigertes Selbstbewusstsein plötzlich verschwunden zu sein schien.

Beide Protagonisten machen diesmal deutliche Entwicklungen durch, jedoch gerade bei Hardin sind mir diese persönlich zu drastisch und für den betrachteten Zeitraum zu schnell, bedenkt man Hardins Geschichte. Derartige Muster werden nicht in ein paar Tagen oder wenigen Wochen aufgebrochen.

Die Handlung des Buches gefällt mir diesmal noch besser als im zweiten Band und ich erkenne eine ansteigende Spannungskurve, d.h. es ist nicht mehr so ein monotones Hin und Her. Die gesamte Geschichte ist diesmal abwechslungsreicher und ich meine auch Subplots erkannt zu haben.

Es ist insgesamt sehr unterhaltsam, Tessa und Hardin auf ihrem Weg zu begleiten, mit allen Höhen und Tiefen. Auch die Backstory zu Tessa ist wirklich interessant, was vielleicht auch ein Stück weit erklärt, warum sie bei Hardin gelandet ist. Den gesamten Roman empfinde ich von der Stimmung etwas heller und positiver als die Vorgänger und ich freue mich auch über die Entwicklung der Beziehung zwischen Tessa und Hardin.

Prickelnde Momente kommen natürlich auch nicht zu kurz.

Doch aus meiner Sicht gibt es einen ziemlich großen Kritikpunkt. Ich empfand alle neuen Bekanntschaften wirklich sehr konstruiert. Mir ist schon klar geworden, was Anna Todd mit den Figuren erreichen will, doch es ist einfach zu platt. (SPOILER Anfang - Hardin läuft durch die Straßen und ihm läuft ein Mädchen hinterher, die ihn dann anspricht und genau so ist wie Tessa, nur mit einer großen Klappe - die erklärt ihm dann, wie er mit Tessa umgehen soll - und zufällig ist dieses Mädchen mit jemandem zusammen, der genauso ist wie Hardin und die Person erklärt Hardin auch nochmal, wie er mit Tessa umgehen soll - Ende SPOILER) Da bin ich raus und fühle mich auch ein bisschen veralbert.

Trotzdem gefällt mir die Handlung insgesamt gut und es ist eine enorme Steigerung zu den beiden ersten Bänden festzustellen.

Am Ende gibt es auch wieder einen schönen Cliffhanger. Der hat mich dieses Mal nicht so überrascht, denn aus meiner Sicht gab es dazu bereits im ersten Band einen Hinweis.

Aber wie liest sich das Buch nun?

Es sind 143 Kapitel, von denen nicht mehr alle so kurz sind wie bisher, dennoch bin ich durchs Buch geflogen. Es wird sowohl aus Tessas, als auch aus Hardins Sicht in der ICH - Form geschrieben. Der Schreibstil gefällt mir gut, ist locker und flüssig und hat sich meines Erachtens weiterentwickelt. Zum Teil ist es sehr umgangssprachlich, z.T. mit ordinären Ausdrücken, aber das gehört ein Stück weit in dieses Genre und in diesem Fall auch zu der Figur Hardin.

Besonders gelungen fand ich auch in diesem dritten Band die Darstellung der emotionalen Ebene. Anna Todd gelingt es ungemein gut, sich den Leser/die Leserin in die Figuren hineindenken zu lassen und zu fühlen, was sie fühlen.

Mein Fazit nach 938 Seiten:

„AFTER love“ zeigt, wie schwierig es sein kann, den eigenen Weg zu finden und dann auch zu beschreiten, vor allem wenn zum eigenen Leben Personen gehören, die man liebt, die aber ein anderes Ziel vor Augen haben als man selbst. Es gilt Kompromisse zu finden, die jedoch auch immer Potenzial für Vorwürfe bieten, weil sich am Ende doch einer zurückgesetzt oder schlechter behandelt fühlt. Sich in diesem Hin und Her nicht zu verlieren, die Liebe zu erhalten und das Vertrauen wachsen zu lassen, ist eine große Herausforderung. Aber machbar!

Wer einen gefühlvollen New Adult - Roman sucht, der nicht nur oberflächlich vor sich hinplätschert, sondern zeigt, wie viele Missverständnisse und Probleme es auch in einer Beziehung und der ersten Verliebtheit geben kann und was es heißt, dem anderen seinen nötigen Freiraum zu lassen, der dürfte mit diesem Roman gut beraten sein.

Von mir erhält dieses Buch eine klare Kaufempfehlung (4/5 Sternen), weil sowohl die Figuren, als auch die Handlung authentisch sind. Es wird nichts verschönt und nur durch die rosarote Brille gezeigt. Vielmehr wird sehr realistisch dargestellt, mit welchen Schwierigkeiten man in einer Beziehung zu kämpfen hat und dass es ein ständiges Auf und Ab ist. Aber auch die Liebesgeschichte zwischen Tessa und Hardin ist z.T. wirklich aufwühlend. Ein Sternchen ziehe ich für meinen Kritikpunkt ab, also die zu konstruierten Begegnungen und Bekanntschaften und dass es dadurch zu offensichtlich ist, dass Hardin in einen Spiegel schauen soll.

Insgesamt ist es dennoch ein sehr gelungener Roman, den ich nur weiterempfehlen kann.

Und so warte ich auf den vierten Band und bin gespannt, wie es weitergeht.

Vielen Dank an Anna Todd für diese Geschichte.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Kein einfacher New Adult - Roman...

After truth
1

Nachdem ich durch den ersten Band der AFTER-Reihe etwas zwiegespalten war, stürzte ich mich neugierig auf den zweiten Band.

Das Cover finde ich wieder wunderschön, in schwarzmatt, Schrift und Blumenranke ...

Nachdem ich durch den ersten Band der AFTER-Reihe etwas zwiegespalten war, stürzte ich mich neugierig auf den zweiten Band.

Das Cover finde ich wieder wunderschön, in schwarzmatt, Schrift und Blumenranke in Glanzschwarz und der Schriftzug „truth“ in neongrün. Das muss einfach in mein Bücherregal.

Aber nun zum Inhalt. Das Setting ist ähnlich dem des ersten Bandes. Hardin und Tessa studieren immer noch an der Washington Central University. Es gibt auch immer noch die gemeinsame Wohnung und es spielt sich auch viel im Haus von Hardins Vater ab. Daneben gibt es aber einen Abstecher nach Seattle und nach England.

Nachdem Tessa die Wahrheit über Hardin herausgefunden hat, will sie nichts mehr mit ihm zu tun haben und endlich wieder ein normales Leben führen, doch immer wieder gerät sie von ihrem Weg ab. Hardin und die Erinnerungen an ihn lassen sie einfach nicht los und er gibt auch nicht auf. So sehr er sich bemüht, Tessa in Ruhe zu lassen, es gelingt nicht. Immer neue Hürden stellen sich ihnen in den Weg, die es zu bezwingen gilt, doch es scheint, als solle es einfach nicht sein. Tessa muss wieder eine schwierige Zeit durchmachen, in der sie ihren inneren Konflikt ausficht, ob sie Hardin verzeihen und ihm eine neue Chance geben soll.

Knapp fünf Tage brauchte ich für dieses Buch (nach Feierabend), das mich wieder mit einer gespaltenen Meinung zurücklässt.

Tessa ist noch immer so, wie wir sie kennen. Na gut, vielleicht nicht mehr so altmodisch und etwas forscher in Bezug auf Sex, aber im Großen und Ganzen gibt es keine große Veränderung. Im Verlauf des Buches wird sie Hardin gegenüber aber klarer und deutlicher und es gelingt ihr besser, Grenzen zu setzen… nur gibt sie wieder zu schnell nach. Bei den anderen vertritt sie mittlerweile deutlicher ihre Meinung, nur geht es mir persönlich zu weit, als sie dann eine Schlägerei mit einer anderen jungen Frau anzettelt. Das passt aus meiner Sicht überhaupt nicht zum eigentlichen Charakter von Tessa. Außerdem habe ich Probleme, ihre Spielchen mit Zed nachzuvollziehen. Auch das widerspricht aus meiner Sicht der eigentlichen Figur Tessa.

Hardin hat weiterhin mit seinen Aggressionen zu tun bzw. seiner fehlenden Impulskontrolle. Er geht jeden an, der sich ihm in den Weg stellt. Vor allem wenn es um Tessa geht, kennt er kein Halten mehr. Trotzdem versucht er gegen seine Dämonen anzukämpfen, um Tessa zurückzugewinnen.

Wie im ersten Teil machen beide Hauptcharaktere nur minimale Entwicklungen durch, doch entsteht aus meiner Sicht mehr Tiefe. Die Figuren werden langsam dreidimensionaler. Ungeachtet dessen gibt es aber auch wieder viele emotionale und prickelnde Momente.

Die Handlung des Buches gefällt mir insgesamt besser als die in Band 1 und es gibt diesmal auch einen Spannungsbogen. Trotzdem ist es nach wie vor ein ständiges Hin und Her, sie streiten sich, sie vertragen sich, etc. … Band 2 ist insgesamt abwechslungsreicher und spannender als Band 1.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und war von Anfang bis Ende voll dabei.

Der Cliffhanger am Ende gefällt mir persönlich sehr gut.

Was mich persönlich zunehmend stört ist der dargestellte Umgang mit Alkohol. Diesem Thema wird meiner Meinung nach in negativer Hinsicht zu viel Raum gegeben.

Aber wie liest sich das Buch nun?

Es sind 124 doch recht kurze Kapitel. Dadurch bin ich wieder durchs Buch geflogen und konnte schlecht ein Ende finden. Diesmal wird abwechselnd aus Tessas uns aus Hardins Sicht erzählt. Der Schreibstil gefällt mir gut und hat sich aus meiner Sicht auch weiterentwickelt. Er ist locker und flüssig. Die Sprache ist nach wie vor ziemlich jugendlich. Aber das sollte sie in einem New Adult Roman auch sein.

Besonders gelungen fand ich wieder die emotionale Ebene, d.h. die Gefühle der Protagonistin und des Protagonisten werden super visualisiert.

Mein Fazit nach 764 Seiten:

After truth zeigt sehr emotional wie schmerzhaft der Umgang mit Liebe sein kann und welche ambivalenten Gefühle dazugehören können. Wie weit lasse ich jemanden an mich heran und wie weit bin ich bereit, mich aufzugeben, sind zentrale Fragen dieses Romans, die Stück für Stück durch die Protagonisten beantwortet werden, wenn auch nicht abschließend…

Für mich persönlich könnten die Figuren mehr Entwicklung durchmachen, um mehr Tiefe zu erlangen.

Auch Band 2 empfehle ich allen Lesern, die ein ständiges Gefühlschaos suchen. Trotzdem gebe ich erneut den Hinweis, dass manche Situationen recht grenzwertig sind. In der jetzigen Zeit wünsche ich mir für moderne Romane, toughe, weibliche Charaktere, die ihre Frau stehen und sich nicht nur auf ihr Äußeres und ihre Sexualität reduzieren lassen.

Von mir erhält dieses Buch eine Kaufempfehlung, denn es wird sehr realistisch dargestellt, wie schwierig es ist eine Beziehung aufzubauen, d.h. Partner auf Augenhöhe zu werden, zu lernen nachzugeben, Kompromisse zu finden und sich dabei selbst treu zu bleiben.

Jetzt bin ich gespannt auf Band 3 und kann es kaum erwarten.

Vielen Dank an Anna Todd für diese Geschichte.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Traurige Familiengeschichte - leider mit einigen Schwächen…

Das Schicksal bestimmt unser Sein
0

Der Liebes- bzw. Familienroman „Das Schicksal bestimmt unser Sein“ von Jaqueline Mercedes ist am 14. April 2019 im Selfpublishing über neobooks erschienen und spielt in England und Australien.

Seit dem ...

Der Liebes- bzw. Familienroman „Das Schicksal bestimmt unser Sein“ von Jaqueline Mercedes ist am 14. April 2019 im Selfpublishing über neobooks erschienen und spielt in England und Australien.

Seit dem Selbstmord ihres Zwillingsbruders Bo ist Penelope nicht mehr die, die sie mal war. Um sich von ihrem Schmerz über den Verlust abzulenken, hat sie jede Nacht einen anderen Mann. Bloß niemanden zu dicht an sich rankommen lassen - das ist ihr neues Lebensmotto und gilt für jeden, auch für ihre Familie. Wer es trotzdem versucht, stößt auf eine Mauer aus Eis, die Penelope um ihr Herz errichtet hat. Doch plötzlich taucht das Tagebuch von Bo auf und stellt Penelopes Leben völlig auf den Kopf. Sie kann nicht anders, sie muss nach Australien, um sich ihrem Bruder noch einmal nahe fühlen zu können und hofft herauszufinden, was mit ihm dort wirklich geschehen ist. Am Flughafen trifft sie zufällig auf Noah, Bo’s damaligen Chef, der ebenfalls gegen seine Dämonen aus der Vergangenheit kämpft, zu dem sich Penelope hingezogen fühlt. Vor ihr liegt eine aufwühlende Zeit, die geprägt ist von ihrem inneren Konflikt, ob sie ihr Herz jemals wieder jemandem öffnen können wird oder ob es für immer hinter der Mauer aus Eis bleiben sollte, um keine weiteren Verletzungen davon zu tragen.

Das Cover gefällt mir wirklich gut und spricht mich auch an. Ich hätte mir aber etwas mehr Nähe zum Buch gewünscht. So richtig kann ich keinen Zusammenhang zwischen dem Cover und der Geschichte feststellen. Erst hatte ich gedacht, es steht für Bo’s Tagebuch, aber das war ja schwarz.

Der Klappentext gefällt mir gut. Er führt prima in die Geschichte ein, macht neugierig und verrät dabei nicht zu viel. Auch den Titel mag ich sehr und finde ihn wirklich passend.

Ein paar Abende habe ich für dieses Buch gebraucht, das mich am Ende leider doch etwas enttäuscht zurücklässt.

Ganz besonders wurde dieser Eindruck von der Protagonistin geprägt. Penelope soll eine junge, selbstbewusste Frau sein, die sehr unter dem Tod ihres Zwillingsbruders leidet, weil sie eine ganz besondere Verbindung hatten. Zumindest glaube ich, das erkannt zu haben. Allein diese Situation bietet sehr viel Potenzial, doch leider lässt die Protagonistin in mir einen ganz anderen Eindruck entstehen. Für mich wirkt sie an vielen Stellen oberflächlich und auch sehr egoistisch. Es geht fast immer nur darum, was sie will, wie es ihr geht und was andere für sie machen können. In ihrer Art empfinde ich sie an einigen Stellen allwissend (belehrend) und schnippisch. Sie ist mir insgesamt auch ein einfach zu perfekt: intelligent, schön, heiß (alle Männer stehen auf sie), hat viel Geld, ist erfolgreich etc. Leider kann ich ihr überhaupt nichts abgewinnen und finde sie auch nicht sympathisch. Diese negativen Dinge ließen mich nicht mal Mitleid mit ihr und ihrer Situation haben. Für meinen persönlichen Geschmack macht Penelope keine wirkliche Entwicklung durch. Ihr Need ist mir schon klar, aber es ist deutlich zu wenig herausgearbeitet worden. Insgesamt hat sie zwar ein Ziel vor Augen, aber keine wirklichen Hürden, die sie dahin überwinden muss. Vielmehr erledigen es fast immer andere für sie bzw. die eigenen Aktivitäten erfordern zu wenig Anstrengung. SPOILER ANFANG: Penelope beschließt nach Australien zu fliegen. Weil sie so viel Geld hat, bucht sie sich eben so ein Ticket und es ist auch sofort ein Platz frei. Als sie dort ankommt, erfährt man, dass sie selbst außerhalb ihrer Heimatstadt kein Auto fahren mag und sofort lernt sie Noah kennen, der nicht nur zufällig der Chef von Bo war, sondern ihr auch gleich eine Fahrgemeinschaft anbietet. Sie bekommt Hunger und Noah schleicht sich mit ihr in eine Hotelküche und kocht dort etwas für sie. Auf dem Weg in den Nationalpark geht das Auto kaputt und prompt kommt ein weiteres Auto in dieser Einöde vorbei und nimmt sie mit. Zufällig ist es auch noch Brian, der viel über Bo’s Geschichte weiß. usw. SPOILER ENDE

Penelope ist leider nicht dreidimensional und auch nicht immer logisch nachvollziehbar und authentisch in ihrem Denken und Handeln.

Ihre Schwester Luisa ist mir da deutlich sympathischer. Auch sie ist eine junge, selbstbewusste Frau und weiß, was sie vom Leben will. Sie scheint genau das Gegenteil von Penelope zu sein. Sie ist hilfsbereit und sehr um andere bemüht, freundlich und strahlt viel Wärme aus. Leider fehlt es aber auch ihr an Tiefe.

Für die anderen Nebenfiguren sieht es leider ähnlich aus. Sie sind alle ziemlich flach und nicht immer nachvollziehbar in ihrem Denken und Handeln, einfach nicht klar genug. Außerdem frage ich mich bei manchen Figuren, was sie überhaupt für eine Funktion in der Geschichte hatten, so z.B: Melanie, die eigentlich nur Luisas Freundin ist, verunfallt und dann im Krankenhaus liegt oder z.B. Carl und Jim, die mit Bo in Gefangenschaft waren und anschließend weiter im Nationalpark arbeiten.

Zu den Figuren konnte ich leider keine Bindung aufbauen. Sehr schade, dass die Figurenentwicklung aus meiner Sicht zu kurz gekommen ist.

Die Handlung finde ich da um einiges besser gelungen. Es wird eine sehr schöne Spannungskurve mit einem guten Hauptkonflikt aufgebaut. Natürlich möchte ich als Leserin wissen, was Bo nun genau passiert ist, wenn niemand wirklich daran glaubt, dass er Selbstmord begangen hat. Es gibt ein paar kleine Twists. Leider ist mir nicht in jedem Fall klar geworden, warum es nun diesen Twist gab. SPOILER ANFANG Warum musste plötzlich herauskommen, dass Penelope einen One-Night-Stand mit Sam, dem Mann ihrer Schwester hatte? Wenn das die Handlung irgendwie vorantreiben sollte, ist mir das nicht klar herausgearbeitet worden. Zwar fliegt Luisa danach nach Australien, aber dafür ist mir ihr Motiv wiederum zu schwach, d.h. sie lässt ihre kleine Tochter mit ihrem Mann zu Hause (auf den sie wütend ist), um ihre Schwester nach dem Grund für die Fremdgeh-Aktion zu fragen? SPOILER ENDE Überhaupt wirkten mir manche Szenen bzw. Vorkommnisse zu konstruiert. Trotzdem gefällt mir die Handlung insgesamt gut. Die Liebesgeschichte zwischen Penelope und Noah hätte ruhig mehr Platz einnehmen können, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack.

Aber wie liest sich das Buch nun?

Es sind 34 Kapitel + Prolog + Epilog mit unterschiedlichen Längen, die in der 3. Person Singular in der personalen Erzählform aus der Sicht verschiedener Figuren im Präteritum geschrieben sind. Eigentlich mag ich das sehr, weil man sich dadurch gut in die Figuren hineinversetzen kann, aber das ist hier aus meiner Sicht nicht so gut gelungen. Natürlich ist die Perspektive dafür nicht allein ausschlaggebend, aber es gab doch sehr viele Dinge, die mich in meinem Lesefluss gestört haben.

Leider empfand ich viele Passagen als sehr monoton und eher in einer Berichtsform, als in einer spannenden, konfliktreichen Story geschrieben. (und dann…, und dann…, und dann…) Der Schreibstil ist nicht sehr flüssig. Oft liest sich die Geschichte eher etwas holprig, starr und manche Formulierungen wirken fast unbeholfen. Den Dialogen fehlt es deutlich an Lebendigkeit und Frische. Zum Teil wirken sie echt hölzern. Die emotionale Ebene, die wie ich finde, für diesen Roman unheimlich wichtig gewesen wäre, ist für meinen Geschmack viel zu kurz gekommen. Mit „Show don’t tell“ hätte die Autorin hier deutlich bessere Ergebnisse erzielen können. Insgesamt wird der Text dadurch sehr schwerfällig und so musste ich mich durch manche Passagen wirklich durchkämpfen. Die atmosphärischen Beschreibungen und die Beschreibungen der Settings sind für mich auch noch nicht ausreichend. Es sind zwar welche vorhanden, aber für mich hätte es einfach bildreicher sein müssen. Insgesamt empfinde ich die Stimmung des Romans als sehr bedrückend.

Besonders auffällig sind die doch recht vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler, die meinen Lesefluss sehr gestört haben. Zum Teil werden Wörter benutzt, die gar nicht an diese Stelle passen. Es gibt kleine Logikfehler und leider auch nicht nachvollziehbare Wechsel in der Zeitform, d.h. Präteritum und Präsens. Schade!

Mein Fazit nach 227 Seiten:

„Das Schicksal bestimmt unser Sein“ zeigt, wie schwierig es für eine Familie sein kann, den Tod eines Angehörigen zu verarbeiten, wenn man nicht miteinander darüber spricht und alles nur verdrängt.

Wer eine traurige Familiengeschichte mit einem Hauch Romanze sucht, der das Thema „Trauerbewältigung“ verarbeitet, dürfte mit diesem Roman gut beraten sein.

Von mir erhält dieses Buch noch keine Kaufempfehlung (2,5/5 Sternen), weil es für mich aktuell noch zu viele Schwächen hat. Allen Figuren fehlt es an Tiefe und sie sind nicht klar und logisch entwickelt. Vor allem an der Protagonistin ist unbedingt zu arbeiten, damit sie dreidimensional wird und der Leser/die Leserin eine Bindung zu ihr aufbauen kann. Auch die Handlung könnte noch optimiert werden, so dass sich alle Szenen nachvollziehbar ergeben und nicht zufällig eintreten. Aber besonders der Schreibstil hat noch Defizite und ist sehr ausbaufähig. Dadurch fehlte es der Geschichte zum Teil an Frische und Lebendigkeit, die der Leser/die Leserin sich an dieser Stelle für die eigene Unterhaltung wünscht. Und es sind einfach zu viele Fehler, die es unbedingt zu korrigieren gilt. Mir ist bewusst, dass sich nicht jeder ein Lektorat und ein Korrektorat leisten kann, aber leider merkt man es der Geschichte ganz deutlich an. Dadurch wurde das Potenzial nicht vollends ausgeschöpft. Wirklich schade. Einen Stern ziehe ich also ab für die fehlende Figurenentwicklung, ein weiteres Sternchen für den noch nicht ausgereiften Schreibstil und ein halbes Sternchen für die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Insgesamt ist es eine sehr schöne Buchidee, die für mich auch Potenzial hat. Mir persönlich ist es aber nicht ausgereift genug.

Mit meiner Rezension möchte ich die Autorin nicht beleidigen und vor allem nicht entmutigen. Ich hoffe, sie versteht es als konstruktive Kritik, die sie für ihre weiteren Arbeiten nutzen kann.

Trotzdem vielen Dank an Jaqueline Mercedes für diese Geschichte.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Ein gefühlvoller und berührender Liebesroman…

Suddenly Forbidden
0

Der Liebesroman „Suddenly forbidden“, Band 1 der Gray Springs University-Reihe ist am 06.05.2019 im Forever by Ullstein-Verlag erschienen und spielt in Clarelle und in Gray Springs.

Endlich ist der Tag ...

Der Liebesroman „Suddenly forbidden“, Band 1 der Gray Springs University-Reihe ist am 06.05.2019 im Forever by Ullstein-Verlag erschienen und spielt in Clarelle und in Gray Springs.

Endlich ist der Tag gekommen, an dem Daisy ihre erste große Liebe wiedersehen wird und sie wieder vereint sein werden. Doch das war offensichtlich nur Daisy’s Plan, denn an ihren ersten Tagen am College muss sie feststellen, dass Quinn mittlerweile mit ihrer ehemals besten Freundin Alexis zusammen ist. Ihr Herz ist gebrochen. Sie versucht alles, um Quinn aus dem Weg zu gehen und ihn zu vergessen, aber es funktioniert einfach nicht. Als sich die beiden zufällig auf einer Party treffen, die Daisy vorzeitig verlässt, ist Quinn plötzlich da, um sie sicher nach Hause zu bringen. Fühlt er doch noch was für sie? Vor Daisy liegt eine sehr emotionale Zeit, die geprägt ist von ihrem inneren Konflikt, Quinns Entscheidung zu akzeptieren oder aber für die Liebe zu kämpfen und jeden kleinen Halm der Hoffnung zu ergreifen, auch wenn Quinn bereits vergeben ist.

Das Cover gefällt mir insgesamt gut und es passt zur Geschichte. Farblich hätte es für meinen Geschmack noch etwas heller und wärmer sein, vielleicht noch die Atmosphäre aus Clarelle berücksichtigen können. Der Klappentext ist großartig. Er vermittelt gleich die richtige Lesestimmung, macht neugierig und verrät dabei nicht zu viel. Auch der Titel passt wirklich gut zu dieser Story.

Gut 4 Stunden habe ich für dieses Buch gebraucht, das mich glücklich und zufrieden, aber auch gerührt zurücklässt.

Daisy ist eine zurückhaltende, junge Frau, die frisch ans College gekommen ist und es liebt zu zeichnen. Schon als Kind stand für sie fest, dass sie Quinn heiraten würde und für sie war es nicht nur so dahergesagt. Umso verletzter ist sie, als er sich offensichtlich nicht an ihr gemeinsames Versprechen erinnern kann bzw. es bewusst gebrochen hat. Es tut einem richtig weh, wie sie leidet und man freut sich mit ihr, als es doch noch ein Fünkchen Hoffnung gibt. Daisy wirkt manchmal zwar etwas naiv, ist aber durch und durch liebenswert und absolut sympathisch und man muss sie einfach gernhaben. Ich finde sie in ihrer Art sehr authentisch.

Quinn ist ein gutaussehender, sportlicher, junger Mann,
der in seinem zweiten Jahr im College ist und es liebt, Football zu spielen. Als plötzlich seien erste große Liebe vor ihm steht, erinnert er sich wieder an ihr gemeinsames Versprechen und versucht sich, sein schlechtes Gewissen auszureden. Doch sofort fühlt er sich wieder zu Daisy hingezogen und spürt, dass es zwischen ihnen immer noch etwas Besonders ist. Trotzdem will er es sich nicht eingestehen und hält an der Beziehung zu Alexis fest, weil sie ihm damals über den Verlust von Daisy hinweggeholfen hat. Auch Quinn ist ein sympathischer Typ und sehr gefühlvoll, nur gelingt es ihm am Anfang nicht, das auch zu zeigen. Er ist genauso liebenswert wie Daisy.

Beide Protagonisten mochte ich ab der ersten Leseminute. Sie sind überaus sympathisch. Ihr Want und Need sind klar herausgearbeitet, sie haben ihr Ziel vor Augen, sie entwickeln sich weiter auf ihrem Weg dorthin und sie sind dreidimensional. Sie sind so wundervoll entwickelt und haben Tiefe. Dadurch konnte man sich sehr gut in sie hineinversetzen. Ich bin total begeistert und würde beide gern persönlich kennenlernen. Wirklich großartig!

Die Nebenfiguren haben mir ebenfalls sehr gefallen. Auch wenn Alexis mir nicht sympathisch war, war ihre Figur toll entwickelt und sie war logisch und nachvollziehbar in ihrem Handeln. Callum mochte ich erst nicht, weil ich dachte, er hätte keine guten Absichten, doch da habe ich mich wohl vertan. Er ist Daisy ein wirklich guter Freund geworden. Pippa ist einzigartig. So eine Mitbewohnerin wünscht man sich ja wohl. Sie hält zu Daisy, beschützt sie wie eine Bärin und sagt ihr aber trotzdem immer und ehrlich ihre Meinung. Ich habe mich so sehr gefreut, als es mit Toby losging und fand beide zusammen auch toll, aber dass sie später so leiden muss… oh nein. Ich habe wirklich mitgelitten. Die Eltern finde ich ebenfalls sehr gelungen, auch wenn sie alle am Leid von Daisy und Quinn beteiligt waren. Sie gestehen sich ihre Fehler aber ein und das gefällt mir ganz besonders.

Die Handlung des Buches gefällt mir richtig gut. Es wurde eine sehr schöne Spannungskurve entwickelt und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Immer wieder war es so, dass ich dachte… und nun? …und nun? Es gibt wirklich tolle Konflikte, die über das Buch aufgebaut und auch nicht zu schnell gelöst werden. Auch kleine Twists sind dabei. Es bleibt über das gesamte Buch aufregend.
Besonders gefallen haben mir die die Rückblenden in die Kindheit von Daisy und Quinn. Dadurch waren sie mir besonders nahe.

Aber wie liest sich das Buch nun?

Es sind 39 Kapitel + Epilog, die in der ICH-Form im Präteritum abwechselnd aus Daisys und Quinns Sicht geschrieben sind. Das hat mir sehr gefallen, um ihr Denken, Fühlen und Handeln gut nachvollziehen zu können.

Der Schreibstil ist für mich das absolute Highlight. Unschlagbar. Er ist locker und flüssig und sehr bildhaft. Die atmosphärischen Beschreibungen und die Beschreibungen des Settings sind großartig. Es fühlt sich wirklich an, als wäre man dabei und es entstehen Bilder vor dem inneren Auge des Lesers / der Leserin. Es entwickelt sich so ein heimeliges Lesegefühl. Die Dialoge sind sehr unterhaltsam, frisch und sehr authentisch.

Aber der absolute Wahnsinn ist die Beschreibung der emotionalen Ebene. Ella Fields schreibt mit so viel Gefühl und es strahlt so viel Wärme aus. Das habe ich so noch nie gehabt. Grandios!

Mein Fazit nach 352 Seiten:


„Suddenly Forbidden“ ist ein wundervoller Liebesroman über die erste große Liebe und zeigt sehr emotional, dass sie immer etwas Besonderes ist und wie verletzlich sie einen machen kann.

Wer einen absolut gefühlvollen, romantischen Liebesroman sucht, der auch die Themen „Freundschaft“, „Familie“ und „Trennung“ thematisiert, der dürfte mit diesem Roman gut beraten sein. In jedem Fall garantiert dieses Buch wunderschöne Lesestunden.

Von mir erhält dieser Roman eine ganz klare Kaufempfehlung (5/5 Sternen), weil die Protagonisten einfach nur liebenswert und so authentisch waren. Die Geschichte ist wirklich total gefühlvoll und strahlt so viel Wärme aus. Ich bin total begeistert. Kritikpunkte habe ich keine.

In der Gesamtbewertung ist es ein sehr gelungener Roman, den ich nur weiterempfehlen kann.

Vielen Dank an Ella Fields für diese Geschichte.

Veröffentlicht am 05.06.2019

Aufregender Dark-Romance-Roman mit gemeinem Cliffhanger…

CATCHING BEAUTY
0

Der Dark Romance Roman „CATCHING BEAUTY - du gehörst mir“, Band 1 der Catching-Beauty-Reihe von J.S.Wonda ist am 10.Februar 2019 im Selfpublishing erschienen und spielt die meiste Zeit in Mexiko:

Amber ...

Der Dark Romance Roman „CATCHING BEAUTY - du gehörst mir“, Band 1 der Catching-Beauty-Reihe von J.S.Wonda ist am 10.Februar 2019 im Selfpublishing erschienen und spielt die meiste Zeit in Mexiko:

Amber soll ihren Chef auf eine Geschäftsreise begleiten. Als dieser dann am Zielort nicht auftaucht, geht sie abends in eine Bar, in der Hoffnung, jemanden für ein heißes, nächtliches Abenteuer zu finden. Tatsächlich trifft sie dort auch einen anziehenden Mann, doch der scheint sich nicht für sie zu interessieren. Auf dem Weg zum Hotel wird Amber dann überfallen und entführt und findet sich ein paar Stunden später in einem Käfig wieder, wo sie als Sklavin zum Verkauf angeboten wird. Durch eine Schießerei der anwesenden potenziellen Käufer, gelingt es ihr, sich zu befreien und zu fliehen. Sie versucht ein Auto kurzzuschließen, doch leider gehört das dem Typen aus der Bar, der jetzt plötzlich doch mehr Interesse an ihr zu haben scheint, als sie dachte. Vor Amber liegt eine aufregende Zeit, die geprägt ist von ambivalenten Gefühlen und ihrem inneren Konflikt, fliehen zu wollen, sich aber gleichzeitig zu ihrem Entführer hingezogen zu fühlen und bei ihm bleiben zu wollen.

Das Cover gefällt mir sehr und passt aus meiner Sicht sehr gut zur Geschichte. Auch der Titel ist wunderbar gewählt. Der Klappentext macht wirklich neugierig, schafft schon eine zum Genre passende Stimmung und verrät dabei nicht zu viel.

Gut 3 Stunden habe ich für dieses Buch gebraucht, das mich insgesamt zufrieden, aber doch etwas zwiegespalten zurücklässt.

Die 26-jährige Amber Moore ist eine selbstbewusste, junge Frau, die immer sagt, was sie denkt, selbst wenn sie dadurch aneckt und Schwierigkeiten heraufbeschwört. Amber sucht das dunkle Abenteuer, auch wenn sie gar nicht genau weiß, was das eigentlich bedeutet, denn ihr fehlt die entsprechende Erfahrung. Ich habe mich zum Teil etwas schwer mit Amber getan, weil sie in ihren Gedanken und Gefühlen zum Teil recht sprunghaft war und ich nicht immer alles nachvollziehen konnte. Es gab aber auch Passagen, in denen mochte ich sie. Meines Erachtens fehlt es ihr an Tiefe. Gerade in der ersten Hälfte des Buches ist sie mir persönlich zu flach. Ab der Mitte ungefähr wird es deutlich besser und ich konnte mich dann auch in sie hineinversetzen und sie besser verstehen. Auch eine wirkliche Entwicklung macht sie für mein Empfinden nicht durch, d.h. mir persönlich ist es zu wenig. Ihr Want ist gut herausgearbeitet worden, mir war aber das Need nicht klar genug. Amber scheint außerdem sehr berechnend zu sein, um an ihr Ziel zu kommen. Sie ist mir nicht unbedingt sympathisch und für meinen Geschmack auch nicht sehr authentisch, aber ich mochte die Protagonistin, weil sie kein Stereotyp und für eine weibliche Protagonistin wirklich stark ist. Außerdem hat sie mich einige Male mit ihrer vorlauten Art zum Schmunzeln gebracht.

Crack finde ich deutlich besser gelungen. Er ist ein unnahbarer, gefährlicher Typ, der sich nimmt, was er will und dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Trotzdem hat er auch positive Eigenschaften und zeigt im Verlauf der Geschichte zunehmend Herz. Er hat für meinen Geschmack ausreichend Tiefe bekommen, ist authentisch in seiner Art, seinem Denken und Handeln und macht eine gelungene Entwicklung durch, wie ich finde. Wie er Frauen sieht gefällt mir persönlich nicht, aber das gehört nun mal zum Genre, so dass ich seine Einstellung in seiner Rolle aushalten konnte. Zum Ende hin wurde er mir immer sympathischer. Dass er sich dann plötzlich wieder zum Negativen verändert, ist meines Erachtens Ambers Reaktion geschuldet.

Auch die anderen Figuren fand ich gelungen. Natürlich sind ein paar Klischees dabei, aber auch das gehört meines Erachtens zum Genre. Es muss ja auch alles irgendwie funktionieren und es kann ja nun mal nicht nur Frauen wie Amber geben. Obwohl, dann wäre es den Menschenhändlern vielleicht irgendwann zu nervig und zu aufwendig? Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass es immer noch viele Länder und Kulturen gibt, in denen die Frau dem Mann gegenüber noch nicht als ebenbürtig angesehen wird. Umso positiver fiel Amber mit ihrer Einstellung auf.

Die Handlung des Buches hat mir gefallen. Es gibt insgesamt eine gut entwickelte Spannungskurve, so dass ich immer weiterlesen wollte, nur der Anfang war mir persönlich etwas zu langatmig und ich kam nicht so richtig rein. Erst ab kurz vor der Mitte hat mich das Buch dann richtig gepackt. Es gibt ein paar schöne Konflikte, die hätten aber zum Teil noch weiter ausgebaut werden können. Mir persönlich wurden sie zum Teil zu schnell aufgelöst. Gerade Amber hätte ruhig noch etwas mehr kämpfen können. Überraschende Twists gibt es auch einige in diesem Buch und die haben mir auch fast alle gefallen. Nur Ambers Offenbarung, als Ly ihr einen „Job“ anbietet, fand ich doch sehr konstruiert, auch wenn die Autorin im Nachwort 2 einiges dazu erklärt. Mmh. Das Ende fand ich dann wieder toll, aber auch krass. Mit Ambers Reaktion hätte ich an dieser Stelle nicht gerechnet. Und dann kommt ein absolut fieser Cliffhanger. Meine liebe J.S. Wonda, so geht das nicht… (grins) - echt gemein…

Auch die prickelnden Momente kommen nicht zu kurz. Ich hatte vorher schon einige negative Meinungen gerade zur Dark-Romance-Seite dieses Romans gelesen. Ich muss sagen, so sehr hat es mich dann nicht schockiert. Alles, was Crack mit Amber angestellt hat, lief meines Erachtens in beiderseitigem Einvernehmen ab und soweit ich es verstanden habe, hat Amber es sich ja auch gewünscht und war sehr neugierig darauf. Ob es nun meinen persönlichen Geschmack trifft, das ist ein ganz anderes Thema. Ich fand die Szenen schon sehr gelungen und eben auch passend für Dark Romance.

Besonders gefallen hat mir der Twist, als Amber aus
ihrem Käfig bzw. dem Keller geflohen war. Die Situation am bzw. im Auto, also wirklich: Klasse!

Aber wie liest sich das Buch nun?

Es sind 28 unterschiedlich lange Kapitel + ich sag mal Prolog und Epilog, die in der ICH-Form im Präteritum abwechselnd aus Ambers und Cracks Sicht geschrieben sind. Das gefällt mir sehr gut, denn so kann man besonders gut nachvollziehen, was die Figuren denken und fühlen.

Der Schreibstil von J.S. Wonda ist locker und flüssig und hat mich insgesamt überzeugt. Es könnte zum Teil noch etwas bildhafter sein, was die atmosphärischen Beschreibungen angeht, dafür sind die „prickelnden“ Szenen umso besser gelungen. Mir reicht bis ungefähr zur Hälfte des Buches die Darstellung der emotionalen Ebene nicht aus, aber ab der Mitte wird das deutlich besser und holt mich auch ab. Die Sprache der Männer in diesem Roman ist zum Teil etwas derb, aber auch das gehört zum Genre und damit zur Glaubhaftigkeit eines Charakters, nur sollte man als Leser/in darauf vorbereitet sein.

Besonders gelungen fand ich die Dialoge, insbesondere die zwischen Amber und vor allem Crack. Sie sind umgangssprachlich, frisch und haben mich so einige Male zum Schmunzeln gebracht. Wirklich toll!

Mein Fazit nach 362 Seiten:

„Catching Beauty - du gehörst mir“ ist ein Dark Romance Roman, der zeigt, dass Frauen, die sich dem Willen der Männer widersetzen, am Ende doch interessanter zu sein scheinen, als Frauen die sich ihrem Schicksal ergeben.

Wer einen aufregenden Dark Romance Roman mit Action-Elementen sucht, der auch sehr brutale Szenen bzw. Gewalt zeigt (SPOILER ANFANG Ermordung von Menschen SPOILER ENDE), der dürfte mit diesem Roman gut beraten sein.

Von mir erhält dieses Buch eine klare Kaufempfehlung (4/5 Sternen), weil mir die Handlung insgesamt sehr gut gefallen hat und vor allem der Protagonist auch Tiefe hatte und authentisch war. Ein Sternchen ziehe ich ab für die nicht ausreichende Figurenentwicklung der Protagonistin und die doch etwas langatmige erste Hälfte. Dafür gab es aber einen grandiosen Cliffhanger am Ende…

Insgesamt ist es ein wirklich gelungener Roman, den ich nur weiterempfehlen kann. Ich werde mich jetzt auf die Fortsetzung stürzen.

Vielen Dank an J.S. Wonda für diese Geschichte.