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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2019

Einfach göttlich

Gold und Schatten
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Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte. Schon die Leseprobe und auch das wunderschöne Cover sprachen mich sofort an.

Livia ist gerade erst nach Paris gezogen. Um die ...

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte. Schon die Leseprobe und auch das wunderschöne Cover sprachen mich sofort an.

Livia ist gerade erst nach Paris gezogen. Um die Stadt etwas näher kennenzulernen, zieht sie alleine los und möchte die Katakomben besuchen. Dort trifft sie auf den gutaussehenden Maél, zudem sich zu gleich hingezogen fühlt. Aber auch er scheint, ein reges Interesse an ihr zu haben. Fortan begegnen sich immer wieder. Dennoch scheint Maél etwas zu verbergen. Das bringt Livia um den Verstand. Außerdem geschehen seit ihrem 16. Geburtstag unerklärliche Dinge, z.B. kann sie mit Pflanzen kommunizieren. Besteht zwischen diesen Dingen und dem Auftauchen von Maél ein Zusammenhang? Was hat Maél zu verbergen? Wer ist Livia wirklich?

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, da die Autorin einen leicht lockeren Schreibstil hat. Er ist passend auf die Protagonisten abgestimmt. Außerdem ist er humorvoll und anschaulich. Die Geschichte spielt in Paris. Es werden einige Schauplätze detailhaft beschrieben, sodass man das Gefühl hatte mit dabei zu sein, wenn die Protagonisten durch die Straßen oder Katakomben ziehen.

Livia war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein 16-jähriges aufgewecktes Mädchen, welches anfangs etwas schüchtern wirkt, aber sie ist ziemlich schlagfertig und auch humorvoll. Gerade wenn sie sich einen Schlagabtausch mit Maél liefert, musste ich oft schmunzeln. Aber auch Maél hat mir gleich gut gefallen, auch wenn er etwas zu verbergen hat. Er ist gutaussehend, hilfsbereit und ein kleiner Beschützer für Livia. Auch wenn er Livia immer wieder von sich stößt, merkt man dennoch, dass er ein wahres Interesse an ihr hat. Er hat eine ehrliche Art an sich, die mir gut gefallen hat.

Auch die Charaktere, die die Autorin mit in die Geschichte einbaut, finde ich gut gezeichnet. Sie fügen sich sehr gut in die Geschichte ein.

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es wird einfach göttlich in Paris. Die Autorin Kira Licht weiß mit griechischer Mythologie umzugehen. Sie fügt diese in ein modernes Setting ein. Am liebsten würde ich direkt selbst der griechischen Mythologie auf den Grund gehen und mehr über die Götter an sich erfahren.

Nach und nach werden einige Geheimnisse aufgedeckt. Man erfährt, wer Livia wirklich ist und warum Maél so handelt.

Zum Ende kommt es dann zu einem spannenden Showdown, der einige Uberraschungen bereithält und der auch noch einmal einige Fragen beantwortet, aber auch einen mächtigen Cliffhanger hinterlässt. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, vor allem mit Maél.

Ich hatte über den ganzen Verlauf der Geschichte kein Gefühl der Langeweile und war immer mittendrin. Auch wenn die einzelnen Kapitel teilweise etwas lang waren, kam ich sehr gut voran. Der Drang zum Weiterlesen steigerte sich zunehmend, was zum einen an den Charakteren lag, aber auch an dem humorvollen, lockeren und bildlichen Schreibstil der Autorin.

Fazit:
Ein gelungener Einstieg in die Dilogie rund um die Götterwelt in einem modernen Setting. Die Autorin konnte mich mit ihren wundervoll gezeichneten Charakteren und den göttlichen Geschehnisse in Paris vollends überzeugen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und auf ein Wiedersehen mit Livia, Maél und den anderen Göttern.

Bewertung: 5 / 5

Vielen Dank an die Lesejury und dem ONE-Verlag, für die Bereitstellung des Leserundenexemplars.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Rasante Story mit dystopischen Elementen

Cainstorm Island - Der Gejagte
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Der Klappentext sprach mich sofort an. Er klang nach einem spannenden Thriller mit dystopischen Elementen.

Schon auf den ersten Seiten wird man gleich ins Geschehen katapultiert. Es wird beschrieben, ...

Der Klappentext sprach mich sofort an. Er klang nach einem spannenden Thriller mit dystopischen Elementen.

Schon auf den ersten Seiten wird man gleich ins Geschehen katapultiert. Es wird beschrieben, was der Protagonist Emilio vor seinen Augen sieht, denn er hat sich einen Chip von Eyevision implantieren lassen. Er ist immer auf der Suche nach waghalsigen Kletterstunts in seinem Wohnort, auf Cainstorm Island, um seine Zuschauer zu begeistern. Sogar gefährliche Zugsprünge nimmt er auf sich, um mehr Zuschauer zu bekommen. Das bedeutet für ihn mehr Geld. Jeden Tag wird eine halbe Stunde auf Eyevision gesendet. Jedoch passiert das Unausweichliche, ausgerechnet zu seiner Sendezeit, Emilio bringt in Notwehr einen Anführer einer Gang um. Nunmehr wird er zum Gejagten. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. Nicht nur vor der Gang muss er sich in Acht nehmen, sondern auch vor Eyevision. Kann er beiden entkommen?

Die Autorin hat in ihrer Geschichte eine dystopische Welt erschaffen, die sie anschaulich dargestellt hat. Zu einem ist da Cainstorm Island, welches von Armut und heruntergekommenen Häusern und Landschaften geprägt ist und zum anderen Asaria, wo Reichtum herrscht und ein zufriedenstellendes Leben möglich ist. Von dort kommt auch die Firma Eyevision. Von Asaria hat Emilio auch die meisten Zuschauer seiner Videos.

Die Autorin punktet mit einem rasanten Schreibstil, in dem man sich auch die Orte und Gegenden bildlich vorstellen kann. Das rasante Tempo der Geschichte lässt einem kaum Zeit zum Luft holen.

Mir hat gefallen, dass die Autorin gleich mit dem spannenden Teil angefangen hat und man erst nach und nach erfährt, wie die Menschen auf Cainstorm leben und warum Emilio sich den Chip implantieren lassen hat. Aber das tut dem weiteren Verlauf keinen Abbruch, denn es geht rasant und spannend weiter. Man sieht mit seinem Augen und ist mittendrin in der Verfolgungsjagd. Auch einige überraschende Wendungen baut die Autorin mit ein, wo man denkt, jetzt hat Emilio keine Chance mehr. Aber auch da weiß sie, das Ruder wieder umzudrehen. Ich fieberte mit und ich hätte bei manchen Situationen wahrlich Schiss gehabt, wenn ich Emilio gewesen wäre. Man wusste auch den ganzen Verlauf über nicht, wo die Geschichte hinführen bzw. enden soll. Dadurch klebte man regelrecht an den Seiten, um zu wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Emilio ist für sein Alter ziemlich mutig, aber auch selbstlos. Er macht einfach drauf los, was aber in seiner Situation nicht anders geht. Er muss schnell entscheiden und agieren, um seinen Feinden zu entkommen. Stets hat er aber auch seine Familie und Freunde im Blick, um diese nicht in Gefahr zu bringen.
Jedoch lässt er sich einmal auch zu sehr von seinen Rachegefühlen leiten. Aber ansonsten hat er mir als Charakter insgesamt gut gefallen.

Auch einige Gefährten, die zu ihm halten, ebnen seinen Weg. Nicht von jedem erfährt man viel, aber trotzdem hat die Autorin diese gut in die Story integriert.

Das Ende ist zwar mit einem kleinen Happy End, aber dennoch ziemlich offen, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

Die Geschichte besticht mit Thriller-Elementen, aber auch mit dystopischen Bestandteilen, die man gut nachvollziehen kann. Außerdem ist die Geschichte nahe der Realität. Den Zwiespalt zwischen arm und reich sowie gesehen und gesehen werden hat die Autorin gut dargestellt. Denn auch bei uns geht es oft um Followerzahlen und lieber aus der Ferne zuschauen, wenn etwas dramatisches passiert. Sensationsgeilheit lässt grüßen.

Fazit:
Eine rasante Geschichte über einen Jungen, der zum Gejagten wird. Auch gesellschaftskritische Aspekte und dystopische Elemente werden in die Story eingebaut, die Spielraum für eigene Gedanken lassen. Die Spannung wird über den gesamten Verlauf hochgehalten, somit bleibt kaum Zeit für eine Atempause. Das Ende lässt auf eine spannende Fortsetzung hoffen.

Bewertung: 4,5 / 5

Vielen Dank an die dtv-Verlagsgesellschaft, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 11.03.2019

Emotional, detailhaft, berührend

Writers in New York
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Es musste mal wieder eine Liebesgeschichte her. "Writers in New York" sprach mich daher sofort an. Es klang mal nach einer interessanten Geschichte, die sich selbst ums Schreiben dreht und in der man sich ...

Es musste mal wieder eine Liebesgeschichte her. "Writers in New York" sprach mich daher sofort an. Es klang mal nach einer interessanten Geschichte, die sich selbst ums Schreiben dreht und in der man sich verlieren könnte. Teilweise schon.

In dem Buch geht es um India und Alec, die die Liebe zum Schreiben verbindet. India, die nach New York zieht, um in Freiheit zu leben. Alec, der lieber fiktiven Charakteren hinterher jagt, als an sich selbst und die Gefühle anderer zu denken. Die beiden Protagonisten ergeben eine interessante Mischung, die sich zueinander gezogen fühlen, aber auch gegenseitig wieder abstoßen. Denn beide hegen Geheimnisse, die sie verschlossen machen. Als sie sich doch ineinander verlieren, ist es bereits zu spät.

Der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen. Er war zum Teil recht flüssig, teilweise detailhaft und emotional. Manchmal war er mir jedoch zu emotional und die Autorin verlierte sich zu sehr ins Detail, vor allem in die Gefühlswelt der beiden Protagonisten. Daher kam mir manches zu lang vor.

Dennoch gefiel mir die Story sehr gut, da die Autorin die Liebe zum Schreiben einbindet und auch einen Blick in die Autorenwelt gibt. Das Kennenlernen von Alec und India wirkte authentisch und auch die Gefühle beider. Dies wird auch noch einmal bestärkt, da man einen Einblick in die Perspektiven der Beiden bekommt.

Die Autorin hat lebendige und authentische Charaktere geschaffen, die ich ins Herz geschlossen habe. Auch wenn Alec ein Frauenschwarm ist, mochte ich ihn gerne. Er wirkte für mich nicht wie ein richtiger Bad Boy. Er ist Autor, der sich hinter ein Welt des geschriebenen Wortes versteckt. Er wirkt dadurch oft emotionslos, gibt Ratschläge, die er besser bei sich anwenden sollte. Aber vielleicht ist er dadurch der prefekte Autor. India kann diese Ratschläge gut gebrauchen, da sie eher noch unerfahren ist, was das Schreiben angeht. So lockt er doch einiges aus ihr heraus.

Im Laufe der Geschichte machen die Beiden eine ziemliche Entwicklung durch, werden erwachsen und lernen mit Worten umzugehen. Ich fühlte die Entwicklung durch und durch, was mir gut gefiel. Außerdem baute die Autorin noch etwas überraschendes mit ein, was ich so nicht erwartet hätte. Es macht die Geschichte daher etwas außergewöhnlich und genial zugleich.

Es ist nicht nur eine reine Liebesgeschichte, sondern hier wird auch mit Inspiration und Kreativität zum Schreiben experiment. Dies war ziemlich beeindruckend. Auch vor jedem neuen Kapitel werden noch Zitate eingeführt, um die Liebe zur Literatur mit einzubinden.

Fazit:
Eine Liebesgeschichte, die berührend und emotional ist. Eine Geschichte, die sich vielleicht manchmal zu sehr ins Detail verliert, aber dennoch schön, liebenswert und vor allem anders als erwartet ist. Außerdem sprüht sie vor Kreativität, mit einer Liebeserklärung an die geschriebenen Worte.

Bewertung: 4,5 / 5

Vielen Dank, an den Piper-Verlag und die Netzwerkagentur Bookmark für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 28.02.2019

Geschichte zum Nachdenken mit wankelmütigen Protagonist

Der Würfel
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Der Klappentext sprach mich gleich an, da ich dystopische Welten sehr mag. Meistens regen solche Bücher zum Nachdenken an.

Das Leben in naher Zukunft wird durch den „Würfel“ bestimmt. Der Würfel sammelt ...

Der Klappentext sprach mich gleich an, da ich dystopische Welten sehr mag. Meistens regen solche Bücher zum Nachdenken an.

Das Leben in naher Zukunft wird durch den „Würfel“ bestimmt. Der Würfel sammelt die Daten der Bürger, um zu wirtschaften. Dadurch erhalten die Menschen ein Grundeinkommen. Aber auch durch die Datensammlung ist das Leben vorbestimmt, eigene Befindlichkeiten werden gespeichert und wiedergegeben. Außerdem kann man die Dinge, die man sieht, schöner machen bzw. gestalten. Je mehr Daten man von sich preisgibt, umso mehr Vorzüge erhält man. Was zwar verlockend, aber auch erschreckend ist.

Taso lebt in der Hauptstadt Deutschlands, in Berlin. Aber auch in anderen Ländern bzw. auf der Welt verteilt ist das System des Würfels verbreitet. Taso ist jedoch ein „Gaukler“, der die Welt des Würfels ablehnt. Auch andere lehnen den Würfel ab, sind sozusagen Offliner und die meisten gehören dem Widerstand an. Zudem gibt es würfelfreie Zonen. Jedoch will sich Taso frei bewegen können und gaukelt dem Würfel seine Befindlichkeiten vor. So recht will er sich auf keine Seite stellen, da er den Kontakt zu seinem Bruder nicht abbrechen möchte, der jedoch für den Würfel lebt.

Eines Tages taucht Dalia, die er noch von früher kennt, auf. Sie wuchs bei ihren Eltern im Humaning auf. Die Menschen leben dort wie Amische und werden nicht durch den Würfel überwacht.

Das Leben von Taso wird durch das Auftauchen von Dalia ganz schön auf den Kopf gestellt. Für welche Richtung wird er sich entscheiden?

Da sich Taso auf keine Seite stellt, beleuchtet der Autor alle Seiten in dieser Welt und zeigt die Vor- und Nachteile auf. Dadurch wirkt jedoch der Protagonist eher wankelmütig und wenig greifbar. Das hat mir das Buch etwas schwer zu lesen gemacht. Auch andere Charaktere konnte der Autor mir nicht greifbar darstellen. Ich konnte leider mit keinem Charakter eine Sympathie entwickeln. Irgendwie wirkte es teilweise für mich, wie ein systematischer Ablauf.

Anfangs muss man aufmerksam lesen, um das komplexe System des Würfels zu verstehen und bestimmte Begrifflichkeiten zu erklären. Aber nach und nach findet man sich gut in das System ein. Die Idee hinter dem Würfel fand ich gut dargestellt und auch die verschiedenen Seiten zu beleuchten fand ich gut. Jedoch war die Umsetzung nicht immer gelungen. Gerade die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen Taso und Dalia passte nicht. Ich konnte zwar verstehen, warum der Autor diese eingebaut hatte, aber sie wirkte nicht echt.

Das Ende wurde dann noch mal spannender, aber lässt auch Fragen offen. Ich habe dennoch mein Fazit aus der Geschichte gezogen, was ich aber dieser Stelle nicht erwähnen möchte, um das Ende nicht zu verraten.

Auf jeden Fall ist es eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Einiges erscheint auch nicht zu absurd, wenn ich gerade an Digitalisierung und Datenüberwachung denke. Diese weisen sich schon jetzt in unserem Leben auf und werden immer mehr ausgebaut. Die Überwachung und Steuerung des gesellschaftlichen Lebens, wie sie im Buch beschrieben wurden, könnten daher auch bei uns auftreten.

Fazit:
Eine Geschichte, die Wirklichkeit werden könnte und defintiv zum Nachdenken anregt. Aus dieser Sicht wurde ich das Buch weiterempfehlen. Was aber die Entwicklung der Charaktere betrifft und Wankelmütigkeit des Protagonisten angeht, war die Geschichte leider für mich wenig greifbar.

Bewertung: 3 / 5

Vielen Dank, an den Atrium Verlag und die Netzwerkagentur Bookmark für das Leserundenexemplar.

Veröffentlicht am 21.02.2019

Eine blumige detailreiche Welt

The Belles 1: Schönheit regiert
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Schon vor Erscheinen des Buches stand fest, dass ich dies unbedingt lesen möchte, da der Klappentext mich ansprach. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich das Buch vorab lesen durfte. Das Cover mit dem durchsichtigen ...

Schon vor Erscheinen des Buches stand fest, dass ich dies unbedingt lesen möchte, da der Klappentext mich ansprach. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich das Buch vorab lesen durfte. Das Cover mit dem durchsichtigen Schutzumschlag ist wunderschön gestaltet. Auch das Innenleben des Buch besticht mit blumigen Details und einer Landkarte.

Gleich zu Anfang lernt man die Belles kennen, die dazu bestimmt sind, Menschen schön zu machen. Die Menschen in Orléans sind eher fahl und grau. Die Belles arbeiten in den verschiedenen Häusern in Orléans. Eine von ihnen wird sogar als Favoritin ernannt, die dann am Königshof arbeiten darf. Die Belles verhelfen nicht, wie man denkt, durch Kosmetik, sondern durch ihre magischen Kräfte mit Verschönerungen am ganzen Körper. Man könnte sogar sagen, dass sie Schönheits-Ops durchführen. Jedoch hat dies seinen Preis und am Königshof lauern Intrigen und Gefahren rund um den Schönheitswahn.

Durch den blumigen und leicht lesbaren fand ich gut in die Geschichte hinein. Die Geschehnisse werden aus der Sicht der Protagonistin Camelia, die eine Belle ist und am Königshof dienen darf, erzählt.
Camelia ist ein ehrgeiziger Charakter, die anfangs deswegen etwas emotionslos herüberkommt. Jedoch macht sie eine bemerkenswerte Entwicklung durch als sie an den Königshof kommt. Denn dort merkt sie, dass die Fähigkeit Menschen schön zu machen, ausgenutzt oder gar für Machtspiele missbraucht werden kann.

Von den Schwestern, den anderen Belles, bekommt man nur zum Anfang Einblick in ihre Charaktere. Unterschiedlich könnten sie nicht sein. Gern hätte ich über die ein oder andere noch etwas mehr erfahren. Als sie auf die einzelnen Häuser aufgeteilt werden, bleiben sie sporadisch per Post in Kontakt.

Die Autorin hat eine interessante, schöne glanzvolle und bildgeladene Welt geschaffen, die aber in manchen Punkten auch erschreckend war. Schönheit ist zwar ein Luxusgut, aber wie damit umgegangen wurde, war nicht unbedingt schön. Die Autorin wollte den Lesern eine bestimmte Botschaft übermitteln, jedoch kam es an einigen Stellen nicht immer so herüber. Da ich aber wusste, was sie eigentlich damit sagen wollte, konnte ich das gut ausblenden und vollends in die schönheitsbehaftete Welt eintauchen.

Durch die blumigen Details, die die Autorin in ihrer Welt beschreibt, merkte man, dass sie diese sehr mag. Dies konnte sie auch gut auf mich transportieren, auch wenn manche Beschreibungen etwas ausschweifend waren (z.B. die Schönheitsveränderungen, die teilweise erschreckend waren). Andere wiederum fand ich niedlich dargestellt (z.b. mit den Postballons).

Zum Ende ist der Verlauf der Geschichte etwas temporeicher und auch unerwartete Wendungen wurden eingebaut, die Lust auf die Fortsetzung machen.

In dem Buch gibt es zwar eine angedeutete Liebessympathie, jedoch steht diese nicht im Vordergrund. Ich bin gespannt, wie es weiterläuft und ob es da nicht auch noch eine Überraschung gibt.

Ich hätte zwar gedacht, dass die Geschichte eher in eine Rebellion verläuft bzw. schon eher beginnt, dennoch bin ich mit den Ausführungen zufrieden. Ich denke, dass sie dann auch im Folgeband mehr Bedeutung bekommen wird.

Fazit: Auch wenn die Botschaft, die die Autorin mit dem Schönheitswahn übermitteln wollte, nicht ganz so herüber kam, fand ich die geschaffene Welt gelungen. Die Idee, dass es Belles gibt, die die Menschen schön machen, fand ich interessant. Auf den weiteren Verlauf der detailreichen und blumigen Welt freue ich mich schon. Die Geschichte hat jedenfalls Potenzial nach oben und ich hoffe auf eine temporeicherere Forstsetzung.

Bewertung: 4 / 5

Vielen Dank, an den Planet! (Thienemann-Esslinger-) Verlag und die Netztwerkagentur Bookmark für das Rezensionsexemplar.