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Veröffentlicht am 31.03.2021

Toller Weltenentwurf und gute Grundidee, jedoch im Verlauf einige Längen

Ein Prinz aus Silber und Gold
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Da ich Fantasy sehr mag, hat mich dieses Buch angesprochen. Auch wenn es irgendwie nach einer Dreiecks-Geschichte klang, war ich neugierig, was es mit dem König und seinen Bruder auf sich hat. Gleich vorweg ...

Da ich Fantasy sehr mag, hat mich dieses Buch angesprochen. Auch wenn es irgendwie nach einer Dreiecks-Geschichte klang, war ich neugierig, was es mit dem König und seinen Bruder auf sich hat. Gleich vorweg kann ich sagen, dass es in keine Dreiecks-Geschichte ausartet.

Die Protagonistin Sofija gehört zum Volk der Steandler, die durch das Land fahren und ihr Können bei Auftritten zeigen. Jeder von ihnen hat eine andere Stärke, z.B. bei Sofija ist es der Tanz. Wie jedes Jahr machen sie Halt in der Kupferstadt und zum Fest des Königs aufzutreten. Dabei erregt Sofija die Aufmerksamkeit des Königs, aber auch zu seinem Bruder Eric hat sie eine besondere Verbindung. Wer ist König Lucius wirklich? Zu wem fühlt sich Sofija eher hingezogen?

Im Buch gibt es eine Karte, die das Reich rund um die Kupferstadt aufzeigt. Dabei kann man gut nachverfolgen, woher die einzelnen Protgonisten stammen und wohin ihre Reise geht. Im Verlauf der Geschichte werden die Orte auch noch etwas näher beleuchtet. Das fand ich sehr schön.

Der Anfang gefiel mir gut. Das fahrende Volk, die Steandler, lernt man zuerst kennen und man schließt sie gleich ins Herz. Sie sind so etwas wie Artisten, die von Stadt zu Stadt ziehen. Dadurch können sie sich frei fühlen. Sofija reagiert oftmals impulsiv, aber aus ihrem Herzen heraus. Sie liest auch mal ihren besten Elia die Leviten. Elia reagiert zum Teil trotzig, aber dies hat jedoch seine Gründe. Denn eigentlich möchte er Sofija nur beschützen. Dabei ist er manchmal aber zu hartnäckig.

Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Sofija erzählt, aber auch ihre beste Freundin Jana kommt zu Wort. Die wechselnden Perspektiven waren im Verlauf aufschlussreich.
Die Autorin hat einen ausdrucksvollen und leicht poetischen Schreibstil, der mir gut gefallen hat. Zum Teil ist er auch bildhaft gestaltet.

Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, fand ich gelungen. Auch die Idee dahinter konnte mich überzeugen. Im Verlauf der Geschichte merkt man, dass auch Magie eine Rolle spielt. Dabei gibt es noch einiges herauszufinden bzw. können einige Charakter überraschen.
Auch in Bezug auf König Lucius wusste ich nicht gleich, ob er gut, böse oder einfach nur grausam ist. Man erfährt im Verlauf der Handlung nach und nach mehr über ihn. Dennoch fühlte ich mich auch wie Sofija eher zu seinem Bruder Eric, dem Lügenprinzen, hingezogen.

Die Geschichte wird zwar durch verschiedene Handlungen und einigen überraschenden Wendungen vorantrieben, dennoch entstehen zwischendurch einige Längen und Wortwiederholungen. Manche Handlungen mussten durchaus beschrieben werden, um herauszufinden, wer der König wirklich ist. Aber manche Szenen oder Beschreibungen waren dann doch etwas ausschweifend. Auch vor einigen brutalen Szenen bleibt man nicht verschont, die aber in einem Fantasy-Buch vorkommen können und deshalb nicht störend waren. Dadurch wird nochmals eine gewisse Grausamkeit hervorgehoben.

Auch Gefühle, die die Protagonisten füreinander hegen, werden beschrieben. Jedoch bleiben manche davon unerwidert. Die Zuneigung bei manchen war durchaus zu spüren, aber wurden dann nicht weiter ausgebaut. Man merkt, dass hier bei Einzelnen noch etwas kommen könnte.

Das Ende birgt nochmals etwas mehr Spannung, jedoch bleibt es ziemlich offen. Hier könnte man meinen, dass es noch einen Folgeband gibt. Das war mir vorher aber nicht bewusst. Gerne würde ich erfahren, wie es mit den fahrenden Volk, mit Sofija und Eric, aber auch mit Jana und Elia weitergeht. Der Epilog deutet ebenfalls auf eine Fortetzung hin.

Fazit:
Eine schöne Fantasy-Geschichte, bei der aber nicht durchweg die Spannung aufrecherhalten werden konnte. Sie punktet aber mit einen toll beschriebenen Weltenentwurf und einer guten Grundidee. Zudem spielt auch Magie eine Rolle, die mich auch hier und da überraschen konnte. Anfangs war ich schwer begeistert von der Geschichte, jedoch lässt sie im Verlauf etwas nach und es entstehen einige Längen. Den Schreibstil der Autorin fand ich für die Geschichte schön und leicht poetisch angehaucht. Das Ende wird eher offen beschrieben und somit ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Ich hoffe, dass es noch eine Fortsetzung gibt, um zu erfahren, wie es mit Sofija und Eric, aber auch mit den anderen Charakteren, weitergeht.

Bewertung: 4- / 5

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Tiefgreifend, emotional und leidenschaftlich

The Light in Us
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Ich habe bereits einige Bücher von Emma Scott gelesen. Daher war ich auch neugierig auf dieses Werk von ihr. Es klang wieder sehr nach einer Herzschmerz-Geschichte.

Nachdem Charlotte einen Schicksalschlag ...

Ich habe bereits einige Bücher von Emma Scott gelesen. Daher war ich auch neugierig auf dieses Werk von ihr. Es klang wieder sehr nach einer Herzschmerz-Geschichte.

Nachdem Charlotte einen Schicksalschlag nach dem anderen erlebt hat, hält sie sich mit Jobs in einem Restaurant und einer Bar über Wasser. Außerdem lebt sie in einer WG, wo es kaum Ruhe gibt. Doch eines Tages bietet sich ihr die Möglichkeit den blinden Noah Lake als Assistentin zur Seite zu stehen. Sie darf dabei auch in seinem Haus mitwohnen. Das Angebot klingt sehr verlockend, jedoch hat sie nicht mit einem wütenden und mürrischen Noah gerechnet. Kann sie ihn helfen, dass er seine Blindheit annimmt und sein Leben darauf ausrichtet? Aber was ist, wenn das Herz auf einmal höher schlägt als es sollte?

Charlotte ist ein liebenswerte junge Frau, die ich sehr schnell ins Herz geschlossen habe. Eigentlich hätte sie als Geigerin groß herauskommen können, doch ein Schicksalschlag ließ sie die Musik nicht mehr spüren. Man merkt, dass sie etwas verloren hat. Aber dennoch versucht sie ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Noah ist wütend auf alles und jeden. Er hat es satt, dass es alle besser wissen und er froh sein könne, nach seinem Unfall noch am Leben zu sein. Aber wiederum ist es verständlich, da er früher immer auf der Jagd nach einem anderen Extrem war. Durch die Blindheit kann er das allerdings nicht mehr machen. Die Wut in ihm zerrreißt ihn regelrecht und lässt es schwer zu, dass er sein jetziges Leben annehmen kann. Aber zudem hat er mit weiteren Schmerzen zu kämpfen, die es auch nicht immer leicht machen.

Die Autorin hat authentische Charaktere geschaffen. Ihre Reaktionen und Handlungen sind nachvollziehbar. Ihre Entwicklung hat mir zudem gut gefallen. Die Liebesgeschichte wird ruhig und zart beschrieben. Es gibt eine langsame Annäherung, wo beide mehr aus sich herauskommen und über ihre Schicksalsschläge erzählen.
Auch wenn man denkt, was soll noch großartig passieren und man schon weiß, worauf die Geschichte hinlaufen wird, konnte mich die Autorin mit ihren emotionalen Auf und Ab's mitreißen. Es passieren auch nebenher noch einige Dinge, die aber die Beziehung zwischen Charlotte und Noah mehr und mehr festigen.
Nur bei einem Punkt hat mir irgendwie das Gefühl gefehlt, und zwar, als die erste Annäherung zwischen ihnen passiert. Der Funke ist in dem Moment bei mir noch nicht richtig übergesprungen. Dennoch hat mir danach der Verlauf gut gefallen und wie die beiden miteinander umgehen. Die Zuneigung war immer mehr zu spüren.

Emma Scott kann emotional und leidenschaftlich schreiben. Auch hier konnte ich wieder in den Genuss kommen. Bei einer Handlung konnte ich mir fast auch nicht die Tränen zurückhalten, da sie für sehr emotional tiefgreifend war. Die weiteren Handlungen wurden außerden angenehm und flüssig geschrieben. Man konnte der Geschichte mit Leichtigkeit und Emotionen folgen.

Es kommen in der Geschichte einige Nebencharaktere vor, die aber nicht sehr tiefgründig beleuchtet werden. Aber dennoch fügen sie sich gut in die Geschichte ein und sind ein nettes Beiwerk für den Verlauf der Handlungen. Das Augenmerk liegt mehr auf der Beziehung von Charlotte und Noah, was aber die Geschichte ausmacht. Das Band zwischen ihnen wird geformt und immer größer.

In dieser Geschichte gibt es kein größeres Drama oder große Geheimnisse, dennoch lebt die Geschichte durch die Schicksalsschläge und Umgang mit diesen, aber auch durch Emotionen, Wut, Verzweiflung, Leidenschaft, Liebe und Zukunftsplänen.
Die Geschichte wird zudem sehr schön abgerundet. Das Ende kam zwar nicht überraschend, aber dennoch war es für mich stimmig und schön beschrieben.

Fazit:
Die Autorin konnte mich mit der Geschichte mitreißen, auch wenn sie vorhersehbar war. Die Charaktere wurden sehr schön beschrieben und ihre Entwicklung hat mir gefallen. Außer bei einem Punkt konnte mich die Autorin mit den Gefühlen nicht ganz einnehmen. Aber dennoch lebt die Geschichte von Emotionen und Leidenschaft. Außerdem wird man durch die zarte Annäherung zwischen Charlotte und Noah durch die Geschichte geleitet. Die Zuneigung war daher immer wieder zu spüren. Es gibt außerdem tiefgreifende Handlungen, die emotional beschrieben wurden. Aber dennoch bleibt hier das große Drama aus, was aber dennoch im Verlauf stimmig war.

Bewertung: 4 / 5

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2021

Ideenreiche und erfrischende Fortsetzung

Kaleidra - Wer die Seele berührt
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Achtung!...evtl. Spoiler, da Band 2 einer Reihe.

Wie bereits Band 1 durfte ich auch Band 2 in einer Leserunde lesen. So konnte ich gleich wieder in die Geschichte einsteigen. Nachdem Band 1 so fies geendet ...

Achtung!...evtl. Spoiler, da Band 2 einer Reihe.

Wie bereits Band 1 durfte ich auch Band 2 in einer Leserunde lesen. So konnte ich gleich wieder in die Geschichte einsteigen. Nachdem Band 1 so fies geendet hatte, war ich neugierig, wie es mit Ben und Emilia weitergeht.

Die Geschichte spielt diesmal nicht in Rom, sondern in Washington, wo Emilia und Ben von den Quecks festgehalten werden. Man hat schon in Band 1 einen Vorgeschmack von den Grausamkeiten der Quecksilberalchemisten bekommen, aber diese übertreffen das ganze noch einmal um Längen. Denn hier hat man es mit dem Meister der Quecksilberalchemisten, Prof. Avalanche, zu tun, der einen perfiden Plan umsetzen möchte. Dabei braucht er aber die Hilfe von Ben und Emilia, um den Tria-Bund zu schließen. Aber auch das Wasser des Lebens muss hergestellt werden. Jedoch steckt hinter seinen perfiden Plan noch viel mehr. Können Ben und Emilia den Prof. aufhalten?

Gleich von Anfang an war ich wieder in der Geschichte gefangen. Zum einen durch den lockeren und erfrischenden Schreibstil von Kira, der auch immer wieder durch eine Brise Humor enthält. Zudem werden Details anschaulich und intensiv beschrieben. Zum anderen wird man spannungsvoll durch die Geschichte geleitet.

Mit Emilia kam ich auch gleich wieder gut klar. Auch wenn sie sich in einer auswegslosen Situation befindet, wägt sie für das Wohlergangen ihrer Mitmenschen ab, riskiert einiges, beweist Mut und lässt sich nicht unterkriegen. Sie ist einfach freundlich, offen und hat ihr Herz am rechten Fleck. Ben kommt in diesem Band auch etwas mehr aus sich heraus, auch wenn das noch andere Gründe hat. Trotzdem hat er mir auch mit dieser Art sehr gut gefallen.
Ben und Emilia sind zusammen ein tolles Team. Ihre Zuneigung füreinander bekommt man zudem zu spüren.

Da sich die Geschichte nicht mehr in der Goldloge abspielt, sondern bei dem Quecksilberalchemisten, werden neue Nebencharaktere eingeführt. Zum Teil richtig fiese und böse Charaktere, aber auch welche, die hinter ihrer Fassade ein freundliches und loyales Wesen haben. Dabei habe ich Kyle ins Herz geschlossen. Trotzdessen hat man dennoch ein Wiedersehen mit ein einigen Goldalchemisten, was mich sehr gefreut hat.

Die Geschichte ist sehr komplex gehalten. Emilia und Ben müssen sich auf verschiedenen Missionen begeben. So kommt es zu spannungsvollen Handlungen, die den Verlauf der Geschichte vorantreiben. Aber auch die Brutalität in diesem Band nimmt zu, da der Professor skrupellos ist und um seine Ziele umzusetzen, kennt er keine Grenzen. Dennoch haben mich seine leicht sarkastischen Züge immer wieder erstaunt. Ein perfekt böser Charakter.
Des Weiteren wird man in eine andersartigen Welt - nach Kaleidra - geführt, die irgendwie unwirklich, trostlos und doch faszinierend erschien. Zudem lauern auch dort einige Gefahren und es wirken dort verschiedenen Elemente, mit denen Emilia und Ben umgehen müssen. Emilia beweist immer mehr, was für eine Stärke in ihr steckt. Aber dieser Ort birgt auch einige Geheimnisse. Des Weiteren gibt es einige Wendungen, die neue Fragen aufwerfen.

Man merkt wieder, dass Kira weiß, worüber sie schreibt. Es werden die verschiedenen chemischen Verbindungen beschrieben. Manche Handlungen sind zum Teil sehr wissenschaftlich gehalten, die mich manchmal schon fast überforderten. Zum Teil überschlugen sich die Dinge. Aber trotzdem gehört dies einfach zur Geschichte dazu und die Spannung wird dadurch aufrechterhalten. Zudem gibt es auch magische Momente und Wesen, die in das Geschehen mit eingebaut werden.

Manche Fragen von Band 1 wurden aufgeklärt, manche bleiben weiterhin unbeantwortet bzw. wurden durch den Verlauf der Handlungen komplexer. Zum Teil gehen sie in weitere Handlungen über. Zum Ende hin triftet die Geschichte fast noch etwas in ein Zombie-Horror-Geschehen ab, das mir etwas gruselig erschien. Ich hoffe, dass das in Band 3 nicht den weiteren Verlauf bestimmt, sondern Emilia und Ben das ganze Geschehen irgendwie aufhalten können. Das Buch endet daher wieder überraschend und mit einem Cliffhanger. Dieser wirft weitere Fragen auf und lässt spannungsvoll auf Band 3 warten.

Ich war im Allgemeinen wieder sehr fasziniert von der Idee der Geschichte und von der Welt, die Kira erschaffen hat. Zudem gibt es zwischendurch immer wieder ein paar humorvollen Szenen, die zum Schmunzeln anregen. Es ist zwar zum Teil sehr komplex und detailhaft, aber auch einfach erfrischend, locker, magisch und abwechslungsreich, womit das Lesevergnügen stetig gesteigert wird. Man fiebert mit den Charakteren und den Geschehnissen mit und hofft trotz der beinahen auswegslosen Situation noch auf ein gutes Ende.

Fazit:
Die Fortsetzung ist sehr gelungen. Sie ist auch wieder mit vielen Ideen und erfrischenden Handlungen gespickt, die die Geschichte spannungsvoll und abwechslungsreich machen. Zudem bringt Kira immer wieder etwas Humorvolles in die Geschehnisse mit ein, die zum Schmunzeln anregen und zur Lockerheit führen. Manche Handlungen waren mit vielen wissenschaftlichen Informationen ausgestattet, die mich manchmal fast schon etwas überforderten. Dennoch wird die Spannung stets aufrechterhalten. Neue Geheimnisse kommen hinzu und überraschenden Wendungen werden eingebaut, die zwar neue Fragen aufwerfen, aber auch neugierig auf die Fortsetzung machen lassen.

Bewertung: 4+ / 5

Vielen Dank an die Lesejury und dem ONE-Verlag für die Bereitstellung des Leserundenexemplars.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 21.03.2021

Spannungsvoll, brutal, grausam, fantasievoll, packend...

Die Quellen von Malun - Blutsohn
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Band 1 hat mir schon so gut gefallen. Es zählte mit zu meinen Jahreshighlight in 2019. Leider ist die Fortsetzung bei mir etwas untergegangen. Da war es sehr schön, dass die Autorin einen Aufruf gestartet ...

Band 1 hat mir schon so gut gefallen. Es zählte mit zu meinen Jahreshighlight in 2019. Leider ist die Fortsetzung bei mir etwas untergegangen. Da war es sehr schön, dass die Autorin einen Aufruf gestartet hatte. So konnte ich nun wieder in die grausame Welt einsteigen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht ganz so leicht, da Band 1 schon solange zurücklag und ich muss erst einmal wieder zurechtfinden bzw. mit der Welt und den Charakteren vertraucht machen musste. Aber das hat keinen Einfluss auf meine Bewertung.

Die Fortsetzung beginnt ebenfalls mit einem Prolog, der das Ausmaß der Grausamkeit zeigt. Mich hat es fast schon etwas gegruselt, aber dennoch zogen mich die Details in ihren Bann. Es ist also positiv hervorzuheben, dass die Autorin trotz der Brutalität, solche Empfindungen hervorheben kann. Man fühlt mit und wird von der entsetzlichen Welt eingenommen.

Die Geschichte wird wieder in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Man trifft wieder auf Dorgen, Alia, Tailin und in einigen Kapiteln auf Feyla. Aber auch andere Charaktere, wie Leymon und Nelja kommen zu Wort. Zudem kommen neue Charaktere hinzu, die den Verlauf der Geschichte beeinflussen, da sie die Fäden im Hintergrund spinnen. Bei jedem Handlungsstrang gibt es etwas Neues zu entdecken, aber oft kommt auch die Brutalität und die Entsetzlichkeit der Geschehnisse zum Vorschein. Manchmal gab es Hoffnung, aber schnell konnten die Handlungen ins Gegenteil umschlagen.
Ein kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings trotzdem. Manche Handlungsstränge, insbesondere der von Tailin, waren mir stellenweise zu ausführlich und es ging in diesen Situationen nicht richtig voran. Bei der Komplexität der Geschichte bleiben manche Erklärungen nicht aus. Dennoch habe ich mich dabei erwischt, dass mein Kopf schon abschalten wollte, obwohl die Handlung an sich im Verlauf spannend war.

Der Weltenaufbau wird detailreich fortgeführt. Wie auch schon in Band 1 angesprochen, wäre eine Karte von Vorteil, da die Welt sehr komplex ist. Diesmal gibt es aber am Ende kleines Verzeichnis der Personen und Orte, welches sehr hilfreich war.
Es wurde vieles sehr detailreich und anschaulich beschrieben, sodass ich mich gut in die Handlungen hineinversetzen konnte. Die Geschichte hat Struktur und wird zu einem noch komplexeren Ganzen zusammengeführt.
Man wird von der Grausamkeit, Brutalität und Entsetzlichkeit dieser Welt nicht verschont. Viele Details werden auch dort ausführlich beschrieben, aber enden dennoch immer genau richtig.
Auch wenn manche Charatkere erbarmungslos sind, fühlt man mit ihnen mit und hat schon fast Mitleid mit ihnen oder fühlt sich gar zu ihnen hingezogen. Denn manchmal sind sie auch nur das Werkzeug der Machthabenden. Die Autorin konnte sehr gut die widersprüchlichen Gefühle der Charaktere vermitteln. Gerade in Bezug auf Dorgen war ich manchmal enttäuscht von ihm, dann wieder mitfühlend. Aber auch der Blutsohn ist nicht ganz der verhasste Charakter. Bei ihm bin ich schon sehr gespannt, in welche Richtung er sich entwickelt.
Die verschiedenen Handlungsstränge brachten wieder einige Überraschungen und Wendungen hervor, die nicht vorhersehbar waren. Ich kann wieder nicht genau sagen, welcher Handlungsstrang oder Charakter mir am besten gefallen hat. Es kann sich immer wieder ändern.

Die Geschichte ist komplex und detailreich gehalten, trotzdem kommt man gut im Geschehen voran. Man muss schon aufmerksam lesen, aber durch die Spannung und überraschenden Wendungen wird man stetig im Lesefluss vorangetrieben. Der Schreibstil ist ausführlich, beschreibend, aber auch lebendig und gut lesbar gehalten.

Die vorherrschenden Gefühle werden zu meist im Keim erstickt, weil der Krieg und die Unterdrückung des Volkes im Vordergrund stehen. Aber auch das Magiesystem im Hinblick auf die Götter wird näher erklärt. Daher spielt diese zunehmend eine größere Rolle. Aber auch die Machthabende spielen damit und führen somit die Fäden im Hintergrund. Sie haben somit einen großen Einfluss auf den Krieg und die weiteren Geschehnisse.
Es kommen weitere fantastische Wesen vor. Aber am besten haben mir wieder die Pamuschkatzen gefallen.
Alles im Allen ergibt dies eine komplexe, spannende und fantastische Mischung. Einnehmende Handlungen werden dadurch erzeugt.

Selbst das Ende beschönigt nichts und man bekommt nochmals das entsetzliche Ausmaß der gesamten Geschehnisse zu spüren. Dies wurde nochmals durch einen großen Spannungsmoment gefüllt.
In Bezug dessen habe ich immer noch keine Vorstellung, wie die Geschehnisse und Charaktere weiter verknüpft werden könnten oder gar wie die Geschichte enden könnte. Denn jeder Handlungsstrang kann in eine andere Richtung ausarten, die man so nicht erwarten würde.
Unvoreingenommen und spannungsvoll sehe ich daher der Fortsetzung entgegen.

Fazit:
Die Fortsetzung hat es auch wieder in sich. Es wird nichts beschönigt und man bekommt wieder die Grausamkeit und Brutalität der Welt zu spüren. Man wird durch die verschiedene Handlungsstränge durch die Geschichte geführt. Neue Charaktere kommen hinzu, die genauso spannungsvoll die Geschehnisse vorantreiben. Nur manchmal waren es mir zu viele Erklärungen, sodass mein Kopf schon etwas abschalten wollte. Dennoch ist die Geschichte mit Spannung und unerwarteten Wendungen gefüllt. Der Weltenaufbau ist zudem komplex und detailreich dargestellt. Das Ende zeigt auch nochmals die Grausamkeit, die aber neugierig auf die Fortsetzung macht.

Bewertung: 4+ / 5

Vielen Dank an die Autorin und den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2021

Ruhig, authentisch, tragisch schön

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily
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Durch den Untertitel "Die tragischste Liebesgeschichte ever " bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Kann eine Liebesgeschichte zwischen Lily, die an ADHS leidet, und Abelard, bei dem Asperger diagnostiziert ...

Durch den Untertitel "Die tragischste Liebesgeschichte ever " bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Kann eine Liebesgeschichte zwischen Lily, die an ADHS leidet, und Abelard, bei dem Asperger diagnostiziert wurde, gutgehen? Das hat mich sehr neugierig werden lassen.

Abelard und Lily gehen auf die gleiche Schule. Durch eine Missgeschick bzw. unwillentliche Zerstörung von Schuleigentum werden sie zum Nachsitzen verdonnert. Dabei kommen sie ins Gespräch und noch zu mehr. Aber können Sie einen Weg zu ihren Gefühlen finden?

Durch den ruhigen und angenehmen Schreibstil bin ich gut durch die Geschichte gekommen. Außerdem werden die einzelnen Handlungen durch die abendlichen Handy-Nachrichten zwischen Lily und Abelard untermauert. Dabei zitieren beide jeweils Textausschnitte aus einem älteren Werk, was sie beide kennen. Darüber drücken sie sich gegenseitig auch ihre Gefühle aus. Das Miteinander hat mir sehr gut gefallen. Ihre Worte werden weise gewählt. Daher wirkten die beiden zusammen lieblich schön.

Lily redet meist drauf los und merkt man manchmal durch ihre Krankheit die Grenzen nicht. Zudem ist sie ungeschickt und leicht chaotisch. Dafür ist Abelard eher ins sich gekehrt. Aber dadurch ergänzen sie sich wiederum sehr gut. So tauen beide miteinander sogar auf. Diese Entwicklung hat mir gut gefallen.

Durch die Krankheiten fehlten augenscheinlich die Emotionen, aber wenn man zwischen den Zeilen liest, konnte man sie spüren und nachvollziehen. So könnte man schon sagen, dass die Liebesgeschichte tragisch schön ist. Eine gewisse Tragik kommt zu Tage, da sie mit ihren Krankheiten klar kommen müssen, aber dennoch ergänzen sie sich sehr gut.

Außerdem konnte die Autorin gut herüberbringen, was die Krankheiten für Auswirkungen haben können. Vor allem als Lily ihre Medikamente absetzt, dadurch hat sie zwar keine Nebenwirkungen mehr, bekommt wieder Appeptit, trotzdem vergisst sie immer wieder Sachen. Für Abelard hingegend können kleinste Veränderungen schon reinstes Chaos anrichten. Die Wirkungen miteinander wurden sehr gut beschrieben.
Die Autorin beschreibt außerdem den Schulalltag, der für Lily zu schwierigen Situationen führen kann, vor allem voran durch die Unwissenheit der Lehrer. Aber durch den Schulalltag hilft ihr auch ihre Freundin Rosalind, die ihr immer wieder mit Ratschlägen zur Seite steht.
Die Charaktere wurden somit authentisch beschrieben und auch ihre Handlungen hinsichtlich ihrer Krankheiten konnte man gut nachvollziehen. Die Geschichte wirkt insgesamt realistisch und lebensnah.

Die Entwicklung im Verlauf der Geschichte hat mir insgesamt gut gefallen. Das zarte Annähern und der Austausch zwischen den Protagonisten bishin zum Ende, als sich für Lily sogar noch eine Chance eröffnet, für die sie sich aber entscheiden muss. Das bringt noch mal etwas Aufruhr in die Geschichte.

Fazit:
Ein Geschichte, die sehr authentisch und realistisch wirkt. Der Verlauf der Handlungen wurde ruhig beschrieben, dennoch unterhaltsam durch den Nachrichtenaustausch von Lily und Abelard. Die beiden ergänzen sich sehr schön. Die Emotionen kommen hier nicht direkt zum Vorschein, sondern diese liest man zwischen den Zeilen. Die Liebesgeschichte war zwar schon tragisch, aber nicht die tragischste ever, dazu hätte es noch etwas mehr in die Tiefe gehen oder dramatischer sein müssen. Durch ihre Krankheiten hat es eine gewisse Tragik, aber sie können sich gut damit ergänzen.

Bewertung: 4 / 5

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere