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Veröffentlicht am 29.04.2023

Mythologie meets Sci-Fi

Kairra. Geschenk der Götter
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Ich war richtig gehypt auf das Buch. Alleine schon die Zutaten liefern eine hochexplosive Mischung für eine Story voller Twists und Überraschungen. Machtspiele, Intrigen, Verrat, Rebellion und mittendrin ...

Ich war richtig gehypt auf das Buch. Alleine schon die Zutaten liefern eine hochexplosive Mischung für eine Story voller Twists und Überraschungen. Machtspiele, Intrigen, Verrat, Rebellion und mittendrin eine junge Frau, die zum Spielball der machthungrigen Oberschicht und der Götter wird. Ich wollte das Buch wirklich lieben, doch leider gab es ein paar Punkte, die mir nicht so zugesagt haben.

Wenn du wissen willst wie mir das Buch gefallen hat, lies gerne in meiner Rezension weiter.

"Wir sind keine Opfer der Sonnen, wir sind die Kämpfer der Nacht."

(Zitat aus ‚Kairra – Geschenk der Götter, E-Book Position 2642 von 6075)

Darum geht’s:

Kairra kämpft jeden Tag ums Überleben. Gemeinsam mir ihrem kleinen Bruder Lorrin lebt die junge Frau in einer Wüstenwelt, welche zwei Sonnen ausgesetzt ist. Einen Schutz vor der tödlichen Sonnenstrahlung gäbe es in Decta Verra – der Hauptstadt, die von einem Schutzschild umgeben ist. Doch Kairra wohnt mit anderen Ausgestoßenen, quasi dem Abschaum der Gesellschaft, im Cahchtar, einem Höhlensystem vor den Toren der Stadt. Als Cesszia, die Cousine des Statthalters von Decta Verra, nach einer Auserwählten sucht, die dazu bestimmt sein soll, die Welt zu retten, erkennt sie in Kairra die Retterin. Kairra und ihr Bruder Lorrin werden mit der Aussicht auf ein besseres Leben in die Stadt gebracht. Doch gleich nach der Ankunft muss Kairra erkennen, dass sie belogen wurde. Den Decta Verra wird von einem skrupellosen Tyrannen regiert, der nach Macht strebt. Und Kairra soll ihm dabei helfen diese zu erlangen.

Meine Meinung:

Den Einstieg ins Buch fand ich richtig stark. Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich wie brutal und grausam die von den Göttern zu ihrer Unterhaltung erschaffene Wüstenwelt ist. Das Leben im Cahchtar gleicht mehr einem Überleben. Es ist ein täglicher Kampf mit dem Hunger, dem Durst, aber auch davor nicht von den Sonnen verbrannt zu werden. Für kleinste Vergehen werden unverhältnismäßig brutale Bestrafungen verhängt, die nicht selten mit dem Tod enden.

Doch auch in Decta Verra ist vieles nur Illusion. Zekoll ist ein despotischer Sklavenhalter, der sein Volk unterdrückt, nach Macht giert und Angst und Schrecken verbreitet. Zekoll kennt keine Gnade. Er schreckt nicht einmal vor Vergewaltigung zurück. Ich musste wirklich heftig schlucken und war ziemlich entsetzt. Ich muss gestehen, dass ich an diesem Punkt auch kurz überlegt habe das Buch abzubrechen.

Die Handlung ist wirklich sehr brutal und blutig und definitiv nichts für schwache Nerven. Asta Müllers Beschreibungen sind auch sehr bildhaft und detailliert, weshalb mir die oben genannte Szene auch etwas zugesetzt hat. Aber meine Neugierde hat dann doch gesiegt.

Geschrieben ist das Buch aus mehreren Perspektiven – Kairra, Lorrin und Cesszia. Kairra ist eine starke und mutige Protagonistin mit einer besonderen Begabung, die ich hier natürlich nicht verrate. Sie hat einen großen Gerechtigkeitssinn und sie setzt sich für ihre Mitmenschen ein. Ich mochte Kairra und ihr Kämpferherz sehr. Und Lorrin, Kairras kleinen Bruder habe ich sowieso gleich mal ins Herz geschlossen. Auch er erkennt Ungerechtigkeiten sofort, allerdings handelt er manchmal etwas vorschnell und unüberlegt. Genau diese Tatsache macht Lorrin aber sehr authentisch.
Cesszia ist die wohl Undurchschaubarste der drei Protagonisten. Sie ist eine Seherin. Für ihren Cousin, den Statthalter Zekoll, blickt sie in die Zukunft. Doch welche Pläne und Ziele verfolgt sie tatsächlich? Cesszia hat wohl für die meisten Überraschungen gesorgt.

Tolle Charaktere sind auch Mhatarv, ein Ahne und abgesandter der Götter, welcher von Zekoll gefangen genommen wurde und Niaff, ein Rebell aus dem Scaparengebiet. Auch diese beiden sind für so manche Überraschung gut.

Ich mochte die Charaktere und deren Zusammenspiel sehr gerne. Allerdings fand ich die Dialoge zum Teil etwas hölzern. Der Schreibstil war einfach nicht ganz meins. Er ist sehr einfach gehalten und auch sehr bildhaft. Mir fehlte beim Lesen allerdings eine gewisse Raffinesse.

Insgesamt war das Buch für mich okay. Es bietet einige unerwartete Twists und spannende Szenen, hat aber auch seine Längen. Gut finde ich, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Eine Fortsetzung würde ich wohl eher nicht mehr lesen.


"Wer bist du, dass du glaubst, hier gäbe es Gnade? Unser Tod steht fest, daran ändern Worte nichts mehr."

(Zitat aus ‚Kairra – Geschenk der Götter, E-Book Position 1015 von 6075 )

Fazit:

In Kairra treffen Mythologie, Science Fiction und Dystopie aufeinander. Eine interessante Mischung und spannende Grundidee, deren Umsetzung mich allerdings nicht ganz überzeugen konnte. ‚Kairra – Geschenk der Götter‘ ist vorallem eines: unglaublich brutal und grausam.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Ein mitreißender Pageturner, der sich wie ein actiongeladener Verschwörungsthriller vor meinen Augen abgespult hat

Harper Green – Be Brave. Be Angry. Be the Storm.
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Auf ‚Harper Green‘ habe ich mich wahnsinnig gefreut, seit ich das Buch in der Verlagsvorschau entdeckt habe. Die Dystopie mit dem 80er Jahre Setting ist sofort auf meiner Must Read-Liste gelandet.

Wenn ...

Auf ‚Harper Green‘ habe ich mich wahnsinnig gefreut, seit ich das Buch in der Verlagsvorschau entdeckt habe. Die Dystopie mit dem 80er Jahre Setting ist sofort auf meiner Must Read-Liste gelandet.

Wenn du wissen willst, was mir besonders gefallen hat und ob mich ‚Harper Green‘ überzeugen konnte, dann lies gerne in meiner Rezension weiter.

"Ich war nicht immer so. Bis vor zwei Wochen war ich ganz normal. Na ja, nicht normal, aber mein Leben war zumindest in Ordnung." (Zitat aus ‚Harper Green

1‘, S. 6 )

Darum geht’s:

Immer wieder wird die 16-jährige Harper Green von höllischen Kopfschmerzen und Übelkeit heimgesucht. Bis zu diesem Zeitpunkt ahnt sie nicht, dass sie eine besondere Gabe besitzt. Denn Harper kann Gedanken lesen, doch die ‚Stimmen in ihrem Kopf‘ verursachen eben auch den Schmerz. Aus Angst davor auf die Insel zu kommen, wo Staatsfeinde und Andersdenkende umgezogen werden sollen, verheimlicht sie ihre Fähigkeit. Beim Begräbnis einer Klassenkameradin wird sie mitten unter den Trauergästen von einem jungen Mann angesprochen, der behauptet von ihrer Fähigkeit zu wissen und Harper eindringlich warnt. Lucas, den Harper aus ihrer Kindheit kennt, besitzt ebenfalls paranormale Fähigkeiten. Doch Lucas verschwindet so schnell wieder, wie er gekommen ist. Harper möchte Antworten, und sie macht sich auf die Suche nach ihm. Für die behütet aufgewachsene 16-jährige ist es der Beginn einer Suche, auf der sie mehr als nur einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur kommt.

Meine Meinung:

Verschwörungen, Regierungsgeheimnisse, eine von allen gefürchtete Insel, paranormale Fähigkeiten und die 80er Jahre! Ich war unglaublich gehypt auf die Dystopie des Autorinnenduos Carola Lowitz und Susanna Mewe.

Die titelgebende Harper Green ist es, aus deren Perspektive wir die Geschehnisse verfolgen. Ich muss gestehen, dass ich anfangs so meine Schwierigkeiten mit Harper hatte. Harper ist 16 Jahre alt und lebt behütet mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem kleinen Bruder in einer bewachten Siedlung am Rande von Eden City in Texas. Probleme und Schwierigkeiten kannte Harper bis zum plötzlichen Auftauchen von Lucas nicht. Das ändert sich mit ihm allerdings schlagartig. Gerade zu Beginn der Geschichte handelt Harper sehr voreilig und überstürzt, ohne an die Konsequenzen zu denken. Ihre Naivität hat mir den Einstieg nicht gerade leicht gemacht. Im Laufe des Buches lernt man Harper aber besser kennen und sie wurde greifbarer für mich und ihre Handlungen nachvollziehbarer. Abgesehen davon ist Harper aufgrund ihrer paranormalen Fähigkeit ein wahnsinnig spannender Charakter, weshalb ich ihr ihre „Schwächen“ gerne verzeihe. Harper muss sich im Laufe der Handlung mit ihrer Fähigkeit auseinandersetzen; für welche Zwecke und Ziele sie diese einsetzen möchte. Das Buch regt auch durchaus zum Nachdenken an.

Die Handlung selbst gleicht einem mitreißenden Verschwörungsthriller, bei dem einem keine Verschnaufpause gegönnt wird. Immer wenn man denkt man weiß schon alles, kommen neue Geheimnisse ans Licht, Freunde werden zu Feinden und es kommen unerwartete Verbündete dazu. Harper ist im Prinzip die ganze Zeit auf der Flucht während sie versucht etwas über ihre Vergangenheit, ihren verstorbenen Vater und ihre paranormalen Fähigkeiten herauszufinden. Und auch eine kleine Liebesgeschichte findet Platz – allerdings erfrischend anders und mit überraschenden Wendungen.

Ich war erstaunt wie brutal und blutig die Geschichte ist. Es gibt viele Gewaltszenen, vorallem gegen Ende fordert die Geschichte immer mehr Opfer. Ab der Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ab da geht es dann wirklich Schlag auf Schlag. Irre Wendungen und entsetzliche Enthüllungen gipfeln in einem genialen Show Down.

Das gesamte Buch hat sich wie ein Kinofilm in meinem Kopf abgespielt, was nicht zuletzt dem mitreißenden, bildgewaltigen und atmosphärischen Schreibstil des Autorinnenduos zu verdanken ist. Das Buch liest sich wahnsinnig leicht, die Atmosphäre der 80er Jahre wurde sehr schön eingefangen.

Im Prinzip ist das Buch abgeschlossen. Es gibt keinen bösen Cliffhanger. Einige Fragen bleiben allerdings noch unbeantwortet, weshalb ich sehr auf eine Fortsetzung hoffe.


"Manchmal findet man Überreste von Menschlichkeit dort, wo man sie am wenigsten erwartet." (Zitat aus ‚Harper Green

1‘, S. 130 )

Fazit:

Ein mitreißender Pageturner, der sich wie ein actiongeladener Verschwörungsthriller vor meinen Augen abgespult hat. Das Setting in den 80er Jahren und die wendungsreiche Handlung haben mich richtig begeistert. Nur mit Protagonistin Harper bin ich nicht zu 100 % warm geworden. Dennoch eine große Empfehlung für Fans von Dystopien.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

außergewöhnlicher, unglaublich atmosphärischer Gothic-Roman

Gallant
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"Olivia Prior ist noch nie ein stilles Mädchen gewesen."

(Zitat aus ‚Gallant – Im Garten der Schatten‘, S. 215 )


Ich liebe düstere und geheimnisvolle Geschichten. Daher habe ich mich schon sehr auf ...

"Olivia Prior ist noch nie ein stilles Mädchen gewesen."

(Zitat aus ‚Gallant – Im Garten der Schatten‘, S. 215 )


Ich liebe düstere und geheimnisvolle Geschichten. Daher habe ich mich schon sehr auf V.E. Schwabs ‚Gallant‘ gefreut. Außerdem sollte das Buch für mich eine Autorinnenpremiere werden. Und so viel verrate ich jetzt schon: Es wird nicht mein letztes Buch der Autorin bleiben.

Wenn du wissen willst wie mir das Buch gefallen hat, lies gerne in meiner Rezension weiter.

Darum geht’s:

Olivia Prior ist eine Waise ohne Familie und ohne Stimme. Und sie hat eine besondere Gabe, denn Olivia kann Ghule sehen. Ihr einziger Besitz ist das alte Tagebuch ihrer Mutter, welches voller Rätsel und seltsamer Zeichnungen steckt. Und es enthält auch eine Warnung: Halte dich von Gallant fern! Olivia, die im Traum nicht daran gedacht hat dem Waisenhaus zu entkommen, erhält eines Tages einen Brief von ihrem Onkel. Dieser lädt Olivia dazu ein, nach Hause zu kommen, nach Gallant. Trotz der Worte ihrer verstorbenen Mutter macht sich Olivia auf den Weg zum alten Familiensitz. Dort angekommen, stellt sie schnell fest, dass etwas ganz und gar nicht mit dem Ort stimmt.

Meine Meinung:

Ich liebe einfach alles an V.E. Schwabs düsterem Gothic-Roman. Einmal angefangen hat mich Gallant in seinen Bann gezogen und ich habe die Geschichte geradewegs verschlungen. Für mich sind es zwei Dinge, die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen – der wunderschöne, poetische Schreibstil von V.E. Schwab und die von der Autorin erschaffenen Charaktere.

V.E. Schwab schreibt unglaublich atmosphärisch. Die Stimmung, welche sie mit ihren Worten erschafft ist düster und melancholisch. ‚Gallant‘ steckt voller Mysterien und Geheimnisse und ist an keiner Stelle langatmig. Dabei passiert gar nicht so viel. Die Dinge, die sich ereignen, konnten mich aber richtig fesseln.

Gerade zu Beginn lebt die Geschichte von ihrer einnehmenden Atmosphäre. Die Orte, welche wir besuchen und durch die Augen unserer Protagonistin sehen, erwachen zum Leben. Und wir lernen Olivia, die in Merilance, einer Schule für Waisen und gefallene Mädchen aufwächst, kennen. Obwohl Olivia stumm ist, ist sie doch kein stilles Mädchen. Olivia und vorallem ihre Gedanken sind sehr laut. Sie setzt sich durch, hat einen starken Willen und ein großes Herz. Von ihrer Fähigkeit Ghule – Geister verstorbener Personen – zu sehen, weiß niemand. Die anderen Kinder halten Olivia ohnehin schon seltsam genug. Olivias größter Wunsch ist es eine Familie zu haben und herauszufinden, was mit ihrer Mutter passiert ist. Doch manche Wünsche können gefährlich werden, was Olivia bald feststellen muss.

Nach und nach gibt Gallant seine dunklen Geheimnisse preis. Gallants Schutzmauer bekommt im wahrsten Sinne des Wortes Risse. Im letzten Drittel legt die Geschichte auch an Tempo zu und es kommt zu Enthüllungen, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe. Und auch das Ende kam für mich vollkommen unerwartet und hat mich einerseits traurig, andererseits hoffnungsvoll gestimmt.

Ich habe Olivia schnell lieb gewonnen und finde die gesamte Geschichte, in deren Fokus Olivia und ihr dunkles Erbe stehen, sehr außergewöhnlich, besonders und wahnsinnig fesselnd. Ein großes Highlight und Herzensbuch!


"Natürlich ist die Welt voller Merkwürdigkeiten. Toter Gestalten, die in den Schatten lauern."

(Zitat aus ‚Gallant – Im Garten der Schatten‘, S. 205 )

Fazit:

Ich liebe die düstere, melancholische Atmosphäre, den poetischen Schreibstil und ganz besonders Olivia Prior ❤️.

V.E. Schwab beweist mit ihrem außergewöhnlichen, unglaublich atmosphärischem Gothic-Roman, dass es keiner großen Worte braucht, um Großes zu erreichen. Der Autorin ist es wahnsinnig gut gelungen, ihrer stummen Protagonistin eine Stimme zu geben.

Für mich ist das Buch ein großes Highlight und ich freue mich auch viele weitere Werke aus der Feder der wahnsinnig talentierten Autorin.

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Veröffentlicht am 25.04.2023

freche Rom Com, die nostalgische Gefühle weckt

Du bist mein Lieblingsgefühl
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Ich bin aufgrund der vielen Lobeshymnen auf Kyra Groh bzw. ‚Du bist mein Lieblingsgefühl‘ aufmerksam geworden. Zum Glück! Denn allein vom Cover her, wäre ich nicht auf diese unglaublich witzige, ...

Ich bin aufgrund der vielen Lobeshymnen auf Kyra Groh bzw. ‚Du bist mein Lieblingsgefühl‘ aufmerksam geworden. Zum Glück! Denn allein vom Cover her, wäre ich nicht auf diese unglaublich witzige, rotzfreche romantische Komödie aufmerksam geworden.

Wenn du wissen willst wie mir Max‘ und Nelas Geschichte gefallen hat, lies gerne in meiner Rezension weiter.

"Scheiße, denke ich, genau in dem Moment, an dem mich eine der schwingenden Türhälften am Hintern trifft und mich wieder in den Ankleideraum bugsiert. Ich habe mit einem Mann geflirtet, der sich in einer Brautboutique aufhält."

Zitat aus ‚Du bist mein Lieblingsgefühl‘, Hörbuch 6 %


Darum geht’s:

Weil ihre Freunde sie in einen Brautladen schleppen, kommt die unabhängige Nela in den Genuss Brautkleider anzuprobieren. Am gleichen Tag begleitet Romantiker Max seine beste Freundin zu einer Anprobe . Als Nela und Max aufeinandertreffen, fliegen die Funken. Doch schnell wird beiden klar, dass aus ihnen nichts werden kann, denn schließlich werden beide bald heiraten….das denken Max und Nela zumindest voneinander. Als Max IT-Firma über Nelas Plattenladen einzieht, macht das die Sache nicht einfacher. Nicht nur, dass die Gedanken ohnehin schon um den anderen Kreisen, jetzt sieht man sich auch noch jeden Tag. Zwischen sehnsüchtigen Blicken und kleinen Flirts steht das Heiratsmissverständnis.

Meine Meinung:

Was für ein tolles Buch! Eigentlich mag ich ‚misscommunications‘ ja nicht so sehr, aber Kyra Groh hat um das eigentlich leicht zu beseitigende Missverständnis eine herrlich spritzige und höchst unterhaltsame Geschichte gebastelt. Geschrieben ist diese aus zwei Perspektiven – Nela und Max. Innerhalb der einzelnen Kapitel bekommen wir abwechselnd Nelas und Max‘ Blickwinkel präsentiert. Schnell wird klar, wie unterschiedlich die beiden Protagonisten sind. Während Nela frei, wild und unabhängig ist und vom Heiraten nicht all zu viel hält, ist Max der geborene Romantiker. Er möchte das volle Programm! Doch wie heißt es so schön: Gegensätze ziehen sich an. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, die beiden beim „Balzen“ zu beobachten.

Wie eine Schallplatte hat auch ‚Du bis mein Lieblingsgefühl‘ eine A- und eine B-Seite, wobei auf der A-Seite das große Missverständnis im Raum steht und auf der B-Seite vorallem Max‘ und Nelas unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinanderprallen. Und natürlich dürfen auch die einzelnen Tracks nicht fehlen. Ich finden den Aufbau bzw. die Gliederung richtig gelungen und passend zur Handlung. Ich wurde bestens unterhalten und habe mich großartig amüsiert. Vorallem die frechen Dialoge und doppeldeutigen – oft auch ziemlich eindeutigen – Wortspiele sind der Hit. Allerdings fand ich sowohl den ersten, als auch den zweiten Abschnitt etwas zu sehr in die Länge gezogen. Vorallem im ersten Teil bewegen sich Max und Nelas Gedanken oft im Kreis und es kommt dadurch zu Wiederholungen und Längen. Im zweiten Teil kommen weitere zu bewältigende Hürden dazu, die die ganze Sache etwas abwechslungsreicher gestaltet haben. Es werden auch ernste Themen angesprochen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Unter anderem Krankheit und Sterbehilfe. Aber keine Sorge, die Geschichte verliert dadurch nicht ihre Leichtigkeit.

Kyra Grohs Schreibstil ist einfach großartig – frei von der Leber weg, frech und humorvoll. Alleine der Schreibstil ist für mich ein Highlight.

Und was hatte ich für nostalgische Gefühle beim Hören. Alle, die zur Generation „Friends“ gehören, werden die Geschichte einfach lieben.

Wären die kleinen Längen und sich oft wiederholenden, im Kreis drehenden Gedanken nicht gewesen, wäre ‚Du bis mein Lieblingsgefühl‘ ein Lese- bzw. Hörbuchhighlight geworden. Ein großes Herzensbuch ist es aber auf jeden Fall.


">> Ich will uns so nicht, << ich schaue zu ihm auf >> Wie willst du uns dann? << >>Einfach so <<… >>Ohne zu viele Gedanken.<< Etwas in mir bricht, aber nicht wie eine Tasse, die von einer Anrichte fällt, ohne von einer herumliegenden Jacke aufgefangen zu werden, sondern wie die letzte Eisschicht kurz bevor der Frühling kommt."

Zitat aus ‚Du bist mein Lieblingsgefùhl‘, Hörbuch 68 %

Fazit:

Kyra Groh hat sich mit frechen Dialogen, doppeldeutigen Anspielungen, nostalgischen Gefühlen und viel Witz in mein Herz geschrieben. ‚Du bist mein Lieblingsgefühl‘ ist eine Rom Com mit TV-Format, bei der man zwar oft den Kopf über die Protagonisten schüttelt, sich aber dennoch köstlich amüsiert. Ein Herzensbuch, das ich gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 20.04.2023

Eine Rückkehr, die ich sehr genossen habe

Elfenerbe – Der gestohlene Thron
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Es ist gefühlt schon eine kleine Ewigkeit her, dass ich die ‘Elfenkrone’-Reihe gelesen und geliebt habe. Ich habe mich riesig auf das Spin-Off ‘Elfenerbe’ gefreut. Was das Buch auf jeden Fall geschafft ...

Es ist gefühlt schon eine kleine Ewigkeit her, dass ich die ‘Elfenkrone’-Reihe gelesen und geliebt habe. Ich habe mich riesig auf das Spin-Off ‘Elfenerbe’ gefreut. Was das Buch auf jeden Fall geschafft hat, ist, dass ich jetzt riesige Lust auf ein Re-Read von Holly Blacks Elfenerbe-Trilogie habe.

Wenn du wissen willst wie mir das Buch gefallen hat, lies gerne in meiner Rezension weiter.

Als Kind las Wren viele Märchen. Deshalb wusste sie, dass sie unartig gewesen sein musste, als die Ungeheuer kamen.

Zitat aus ‘Elfenerbe

1’, S. 12

Darum geht’s:

Vom Hof der Zähne verbannt, ist die 18-jährige Suren in der Menschwelt untergetaucht. Oak, Thronerbe Elfenheims und Königin Judes Bruder, hat Wren damals bei der Flucht verholfen. Jetzt steht Oak plötzlich vor Wren und bittet sie um Hilfe. Gemeinsam begeben sich die verbannte Königin und der Thronerbe auf eine gefährliche Mission. Doch können sie einander wirklich vertrauen?

Meine Meinung:

Holly Black sorgt in ihren Büchern immer wieder für Überraschungen. Und auch hier sollte es so sein. Ich hatte ja erwartet, dass die Handlung aus Oaks Sicht präsentiert wird. Aber nichts da. Suren, die mittlerweile 18-jährige Königin des Hofes der Zähne, Tochter der unbarmherzigen Lady Nore und von Lord Jarel, ist es, aus deren Ich-Perspektive wir die Reise durch Elfenheim erleben.

Ich habe selten mit einer Protagonistin so sehr mitgelitten wie mit Suren, oder Wren, wie ihr menschlicher Name lautet. Holly Black hat sich soviele Grausamkeiten für ihre Protagonistin ausgedacht; diese würden für mehrere Leben ausreichen. Wren erfährt Ablehnung, drakonische Strafen bishin zu Misshandlungen. Durch Rückblicke in Surens Vergangenheit bzw. Kindheit lernen wir sie sehr gut kennen. Aber auch Oaks Rolle wird durch diese Rückblicke deutlich, sein Charakter greifbarer. Während Suren mit ihren Verlusten und dem ihr angetanen Schmerz zu kämpfen hat, wirkt Oak wie ein Sonnenschein in der so düsteren Elfenwelt. Doch kann man dem Prinzen wirklich trauen, oder ist alles nur Fassade?

Ich muss wirklich sagen, dass ich bis zum Schluss über die Motive der einzelnen Charaktere im Unklaren war und selbst nicht wusste, wem ich vertrauen kann und wem nicht. Holly Blacks Charaktere bewegen sich alle in moralischen Grauzonen. Es sind keine Sympathieträger und doch mochte ich sie bzw. konnte ich mit ihnen – vorallem mit Suren und Oak – mitfühlen.

Und auch die Welt fand ich toll beschrieben und ich konnte mir dank Holly Blacks bildhaftem, teilweise märchenhaften Schreibstil alles wunderbar vorstellen.

Bereits am Anfang wird deutlich wie grausam und brutal die Welt der Elfen ist. Verrat, Intrigen und Täuschungen stehen an der Tagesordnung. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele ohne Rücksicht auf Verluste. Es gibt Enthüllungen, die mich geschockt und entsetzt haben. Die Stimmung ist durchgehend bedrohlich, die Atmosphäre düster. Ich habe es richtig geliebt und alles davon in mich aufgesogen.

Einzig das Tempo der Handlung hätte schneller sein können. Wir begleiten Suren und Oak auf einer Reise mir mehreren Zwischenstationen. An manchen Stellen fand ich diese etwas zu sehr gestreckt und einige Szenen zu ausschweifend erzählt. Vorallem der Mittelteil des Buches hat einige Längen. Man liest und liest und hat das Gefühl es passiert nicht wirklich etwas. Das ändert sich aber schlagartig im letzten Drittel. Gegen Ende wird es richtig rasant, actionreich und nochmal ziemlich blutig. Es kommt zu Wendungen und Enthüllungen, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe. Und auch der Schluss hat mich völlig unvorbereitet und hart getroffen. Ja, dort wird man von einem bösen Cliffhanger begrüßt. Jetzt bleibt nur das Warten auf die Fortsetzung, die ich auf jeden Fall auch lesen werde.


Du wirst unsere Tochter sein, sagten König und Königin zu ihr. Und du wirst uns Elfenheim in den Schoß legen.

Zitat aus ‘Elfenerbe

1’, S. 246

Fazit:

Holly Black beweist einmal mehr, dass sie die Meisterin des Verrats, der Täuschungen, Lügen und Intrigen ist. Auch im Spin-Off präsentiert sich die Elfenwelt von ihrer grausamen und düsteren Seite. Abgesehen davon, dass mir die Handlung vorallem im Mittelteil etwas zu langsam vorangeschritten ist, habe ich die Rückkehr nach Elfenheim sehr genossen.

Fans der ‘Elfenkrone-Trilogie’ sollten sich ‘Elfenerbe’ nicht entgehen lassen.

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