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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2017

Todsicherer Tipp

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 12
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Die Landstreicher Zack und Philby haben einen todsicheren Tipp bekommen: ein alleinstehendes Herrenhaus, weitab vom Schuss. Einmal einbrechen und den Rest des Lebens finanziell abgesichert leben können. ...

Die Landstreicher Zack und Philby haben einen todsicheren Tipp bekommen: ein alleinstehendes Herrenhaus, weitab vom Schuss. Einmal einbrechen und den Rest des Lebens finanziell abgesichert leben können. Der Einbruch gestaltet sich auch wirklich als einfach, doch dann laufen sie dunklen Männern in weißen Masken über den Weg und alles geht abwärts. Zwei Tage später erfahren auch Wilde & Holmes davon und dank anderer Informationen ziehen sie sofort die Verbindung, dass der Verbrecher Gilbert (bekannt aus dem vorigen Teil) samt seinen Hinterleuten vom Zirkel der Sieben dahinterstecken muss - und sie haben ein unglaubliches Attentat geplant.

Na ja. Es war ja schon mal schlechter. Leider war es auch schon mal besser und wie oft soll man noch darum betteln, sich wenigstens bei den logischen Zusammenhängen Mühe zu geben? Mycroft Holmes ist nicht nur ein Sesselpupser, er ist die graue Schattenmacht hinter der Regierung und dazu ein übelst cleverer Mann - wenn ihm das sein "kleiner" Bruder Sherlock Holmes bescheinigt, warum ignorieren die Macher der Serie das? So einer würde doch Wilde, der vielleicht sein störrigstes, aber auch bestes Pferd im Stall ist, nicht allein auf nicht nur eine, sondern zwei Selbstmordkommandos schicken? Ach, es ist einfach schade, dass sich hier nicht mehr bemüht wird. Sprecher trotz allem immer noch top, keine Ahnung, wo die die Motivation so richtig hernehmen. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 24.12.2017

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J. K. Rowlings magische Welt: Filmzauberei, Band 1: Figuren und Orte aus den Filmen
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Wie der Name des Buches sagt, führt es uns in die Filmwelt des Universums von J. K. Rowling, und zwar nicht allein in die Harry Potters, sondern auch Newt Scamanders, bei dem man den Eindruck bekommen ...

Wie der Name des Buches sagt, führt es uns in die Filmwelt des Universums von J. K. Rowling, und zwar nicht allein in die Harry Potters, sondern auch Newt Scamanders, bei dem man den Eindruck bekommen könnte, dass die Filme und Drehbücher über ihn für die langsam erwachsen gewordenen Harry-Potter-Fans entworfen worden sind. So oder so, das Buch ist wirklich top und extrem genial gestaltet.

Teil Eins beschäftigt sich mit Newt Scamander. Der Zeit, die roaring twenties, der Stadt, New York, die niemals schläft, der Geschichte - und wieder geht es um einen üblen Burschen, der nach der Weltherrschaft greift, und den die guten Protagonisten davon abhalten müssen. In dem Buch wird dabei auf all die Feinheiten eingegangen, die man im Film gar nicht so bewusst mitbekommt. Dass zum Beispiel auch die Kleinigkeiten, die man gar nicht genau erkennt oder gar sieht, sorgfältig gestaltet wurden, wie Faltblätter, Ausweise, Zeitungsausschnitte, Straßen- und Autoschilder, die Sachen der Schauspieler. Kleine Gimmicks sorgen dafür, dass man jede Seite neu entdecken kann, ein bisschen was über die Schauspieler erfährt, die Filmeleute im Hintergrund und wie jeder Einzelne für sich diese Sache interpretiert.

Im zweiten Teil ist es ähnlich, nur noch ausführlicher, was kein Wunder ist, da es in der Welt von Hary Potter bereits acht Filme gibt, bei Newt Scamander erst einen von geplanten fünf. Ich weiß im Endeffekt nicht, ob dieses Buch jemandem was nützen würde, der kein Fan ist oder wenigstens rudimentäre Kenntnisse der Bücher oder Filme hat, aber für alle anderen würde ich es uneingeschränkt empfehlen. Es macht einfach Spaß und wird auch beim zweiten oder dritten Mal durchblättern bestimmt nicht langweilig werden.

Veröffentlicht am 22.12.2017

Es war einmal ... ein Fuchs

Grischa: Der allzu schlaue Fuchs
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In Rawka, der Welt, die wir in der Grischa-Trilogie kennenlernen durften, erzählt man sich auch Märchen, und dieses ist eines davon.

Koja, so erzählen die Alten abends am Feuer, wenn der eisige Wind um ...

In Rawka, der Welt, die wir in der Grischa-Trilogie kennenlernen durften, erzählt man sich auch Märchen, und dieses ist eines davon.

Koja, so erzählen die Alten abends am Feuer, wenn der eisige Wind um die Hütte streicht und nur das flackernde Licht der Kerzen die Gesichter der Zuhörer erhellt, war ein hässlicher Fuchs, jedoch einer mit mehr Verstand, als ihm guttat. Er war einfach ein Meister des Überlebens - das fing schon damit an, dass er seine Geburt überlebte. Seine Mutter fraß zwei seiner Geschwister, doch ihn ließ sie leben, weil er mit seiner Samtzunge überzeugend genug war. Er stahl dem Bauern die Hühner unter der Nase hinweg, er befreundete sich sogar mit dem mächtigen Bären und er verstand sich gut mit der Nachtigall. Doch all das sollte zu einem Ende kommen, als ein mächtiger Jäger auftauchte und fast unsichtbar die Tiere der Wälder dezimierte - ob da die Schlauheit des Fuchses etwas ausrichten konnte?

Auch hier haben wir wieder ein typisches Märchen, mit einem bösartigen Jäger, einem schlauen Fuchs, einem hübschen, einsamen Mädchen und Tieren, die sprechen können. Dass ich bereits von Anfang an wusste, wohin sich das Ganze entwickeln würde, war meiner Kenntnis des vorigen Märchens geschuldet und dem Wissen, dass Bardugo nicht nur super schreibt, sondern auch auf Plottwists steht. Von daher keine Überraschung, aber trotzdem eine tolle Lektüre, die uns die Welt der Grischa wieder ein bisschen näher bringt.

Veröffentlicht am 22.12.2017

Es war einmal ... eine Hexe

Grischa: Die Hexe von Duwa
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In Rawka, der Welt, die wir in der Grischa-Trilogie kennenlernen durften, erzählt man sich auch Märchen, und dieses ist eines davon.

In den Wäldern bei Duwa, so sagen die Alten, sind sogar die Bäume hungrig, ...

In Rawka, der Welt, die wir in der Grischa-Trilogie kennenlernen durften, erzählt man sich auch Märchen, und dieses ist eines davon.

In den Wäldern bei Duwa, so sagen die Alten, sind sogar die Bäume hungrig, und manchmal stehlen sie junge Mädchen und fressen sie mit Haut und Haar. Ab und zu findet man noch etwas von ihnen - einen Schuh, ein Haarband vielleicht, aber meistens verschwinden sie spurlos. Richtig schlimm wird es in den kalten, frostigen Wintern, wenn niemand mehr zu essen hat. In so einer Zeit verliert die junge Nadja ihre Mutter und lebt allein mit ihrem Vater in ihrer Hütte, bis sich eines Tages eine schöne, aber bösartige Frau an ihren Vater heranmacht, die sie immer öfter allein in den düsteren Wald schickt ...

Das war mal ein richtiges Märchen, wie man es auch noch von den alten Grimms kennt, nicht so eine Weichspülerversion von Disney. Der Schreibstil Bardugos passt sich hier richtig gut dem Aufbau einer Geschichte an, wie sie wirklich an den Feuern in kalten Wintern erzählt worden sein könnte. Den Plottwist habe ich kommen sehen, aber das wird vielleicht jedem misstrauischen Thriller-Leser so gehen, und dass überhaupt einer existierte, fand ich richtig gut. Kein reines Schwarz-Weiß-Zeichnen, und eine nette, kurzweilige Rückkehr in die Welt der Grischas, die mir richtig Spaß gemacht hat.

Veröffentlicht am 21.12.2017

Im Spinnennetz

Die Erwählten von Aranea Hall
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Liv ist sechszehn, hat einen traumatischen Unfall hinter sich und wird direkt nach dem Krankenhaus direkt auf eine einfache Insel irgendwo im Ärmelkanal verschippert, ohne sich von ihrer Familie verabschieden ...

Liv ist sechszehn, hat einen traumatischen Unfall hinter sich und wird direkt nach dem Krankenhaus direkt auf eine einfache Insel irgendwo im Ärmelkanal verschippert, ohne sich von ihrer Familie verabschieden zu können. Sie hält das für eine Strafmaßnahme ihrer Mutter, weil die mit ihrem neuen Mann und dem kleinen Stiefbruder beschäftigt ist. In Aranea Hall sind alle Leute in irgendeiner Form sehr begabt, es gibt seltsame Unterrichtsfächer, die obligatorische Mädchenclique, die alle runtermacht, wer nicht zu ihnen gehört und die mega tollen Jungs, bei deren Anblick alles flöten geht, zuallererst das Höschen und der Verstand. Hässliche Leute gibt's nicht, und wenn doch, sind das eh die Computernerds, nützlich, aber vernachlässigbar. Liv kommt einer Verschwörung in den alten Gemäuern auf die Spur, in die zum großen Teil ihre eigene Familie verstrickt (verwoben!) ist.

Da ich ein Fan von Harry Potter bin, bin ich geradezu prädestiniert dafür, solche Art von Büchern zu mögen. Internat, Intrigen, besondere Gaben, so was eben. Was ich jedoch absolut nicht abkann, sind Protagonisten, die sehr wahrscheinlich cool sein sollen, aber nur mega rumzicken. Liv ist Exemplar dieser Gattung. Ihre dummfreche Art ließ mich so manches Mal wünschen, dass sie irgendwer die Klippen auf der Insel hinunterstürzt. Natürlich sind von Tag 1 schon zwei Jungs hinter ihr her, die mit ihren was denn? 16, 17 Jahren schon so extrem durchtrainiert und männlich sind, mitsamt tiefen Stimmen und was weiß ich denn, dass ein Mädchen von Welt wie Liv eigentlich gar nicht anders kann, als bei ihrem Anblick dahinzuschmelzen. Ich fand die Entwicklung der Geschichte sehr vorhersehbar, auch wenn von Anfang an alles getan wurde, um Protagonistin und Leser im Dunkeln zu halten. Das ist überhaupt eine Art, Leser zu verärgern; absichtlich keine Erklärungen zu völlig hirnrissigen Handlungen zu geben, isso oder musso akzeptiere ich nur schwer. Anscheinend hatte die Autorin kurz vorher ein neues Wort gelernt, das nun alle paar Seiten eingearbeitet wurde: ostentativ. Ja. Doch. Ich kenne viele Mädchen, die permanent denken, dass dieses oder jenes ostentativ passiert. Muss an meiner ungebildeten Umgebung liegen, wenn das nicht der Fall ist. Irgendwie ist das Ganze echt schade, denn ich mag das Grundprinzip des Buches, aber werde trotzdem ostentativ die Finger von Nachfolgern lassen. ^^