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Veröffentlicht am 08.07.2020

Brutale Morde und provenzalisches Flair

Dunkles Lavandou
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Der Klappentext: „Strahlender Sonnenschein und jede Menge Touristen versprechen den Beginn einer perfekten Sommersaison. Die Stimmung in Le Lavandou könnte nicht besser sein, doch eines Morgens wird unter ...

Der Klappentext: „Strahlender Sonnenschein und jede Menge Touristen versprechen den Beginn einer perfekten Sommersaison. Die Stimmung in Le Lavandou könnte nicht besser sein, doch eines Morgens wird unter einer Brücke die Leiche einer Frau gefunden. Leon Ritter findet durch die Obduktion heraus, dass sie nicht freiwillig in den Tod gesprungen ist. Vieles deutet auf eine rituelle Tötung hin. Während Leon und seine Lebensgefährtin Isabelle verschiedenen Verdächtigen nachspüren, scheint die Polizei den Fall schleifen zu lassen – bis eines Tages die Tochter des französischen Kultusministers samt einer Freundin verschwindet. Sie wurden zuletzt in Le Lavandou gesehen …“
Zum Inhalt: Bei Krimis halte ich mich mit eigenen Inhaltsangaben gerne zurück, um nicht doch etwas zu viel zu verraten und anderen den Lesespaß zu verderben. Bei „Dunkles Lavandou“ um den sechsten Fall des Ermittlers Leon Ritter, die Fälle sind aber immer abgeschlossen und können gut unabhängig voneinander gelesen werden, mit den Anspielungen und Verknüpfungen in Leons Privatleben und das der anderen Charaktere kommt man auf jeden Fall ohne Vorkenntnisse zurecht, ich selbst kenne auch nicht alle Teile der Serie. Dr. Leon Ritter ist ein deutscher Rechtsmediziner der einen ruhigen Job in dem kleinen Ort Le Lavandou in der Provence angenommen hat – von wegen ruhig, ein Verbrechen jagt das andere und er löst gemeinsam mit seiner Kollegin und mittlerweile Lebensgefährtin Isabelle.
Der Stil: Der Autor Remy Eyssen schafft es jedes Mal mich mit seinen Krimis in die Provence zu entführen, für die Gegend, die Menschen und die ganz besondere Atmosphäre hat er einfach ein Händchen. Sei Schreibstil ist wortgewaltig und mitreißend, der Fall spannend und verzwickt aufgebaut, so dass man bis zur letzten Seite mitfiebert und das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen will.
Mein Fazit: Eine wundervolle Umgebung und einige brutale Morde, ein spannender Fall und provenzalisches Flair, Krimi-Herz, was willst Du mehr?

Ich danke dem Ullstein Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Ein verzwickter Mord

Mord in guter Tradition
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Der Klappentext: „Der Banker Everett Runcie wird tot in einem Hotelzimmer in Leeds aufgefunden. Wurde er ermordet? Runcies Witwe beauftragt Kate Shackleton herauszufinden, wie ihr Mann ums Leben gekommen ...

Der Klappentext: „Der Banker Everett Runcie wird tot in einem Hotelzimmer in Leeds aufgefunden. Wurde er ermordet? Runcies Witwe beauftragt Kate Shackleton herauszufinden, wie ihr Mann ums Leben gekommen ist. Ihr Freund, Chief Inspector Marcus Charles, der den Fall für Scotland Yard untersucht, ist darüber nicht sonderlich erfreut. Zumal sich der Mord rasch zu Kates bisher kompliziertesten - und persönlichsten - Fall entwickelt ...“
Zum Inhalt: „Mord in guter Tradition“ ist der vierte Fall der englischen Privatdetektivin Kate Shackelton, einer jungen Kriegswitwe, die in den 1920er Jahren in Yorkshire ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man ganz gut in die Reihe einsteigen, natürlich gibt es einige Momente, hauptsächlich privater Natur, die auf die vorangegangenen Bände Bezug nehmen, doch damit kommt man gut zurecht – es war zumindest mein erster Fall der findigen Detektivin und ich hatte keine Probleme. Eigentlich sollte Kate einer Ehefrau hinterherspionieren, doch dieser ungeliebte Routinefall führt Kate zu einem ermordeten Bankier. Und obwohl bereits Scotland Yard an diesem Fall arbeitet, bittet die Witwe des Ermordeten Kate um ihre Hilfe bei der Lösung des Falls. Doch wie hängen die umtriebige, mittlerweile verschwundene Ehefrau, der untreue Ermordete, dessen Witwe und die Geliebte tatsächlich zusammen?
Der Stil: Die Autorin Frances Brody wechselt bei ihrer Detektivgeschichte mehrfach die Erzählperspektive, von der Ich-Erzählerin Kate zum allwissenden Erzähler in der 3. Person sobald Kate nicht in der Szene ist, ehrlich gesagt fand ich persönlich das etwas anstrengend, allerdings erfährt der Leser so einige Details eher als Kate und kann seine eigenen Spuren verfolgen – nicht das sie mich der Lösung des Falls näher gebracht hätten. Mit einigen überraschenden Wendungen wird der Leser immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt, das Finale und die Lösung des Falls sind aber dennoch logisch und nachvollziehbar.
Die Zeit der 1920er Jahre wird gut und realistisch beschrieben und auch die Charaktere gewinnen schnell an Lebendigkeit, auch wenn ich sie stellenweise etwas steif empfand, das kann natürlich an den fehlenden Hintergrundinformationen liegen und an der gesellschaftlichen Etikette der Zeit.
Alles in allem ist „Mord in guter Tradition“ ein verwickelter Kriminalfall, der mich persönlich aber nicht so ganz mitgerissen hat.
Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2020

Willkommen in Lake Starlight

Lessons from a One-Night-Stand
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Der Klappentext: „Holly Radcliffe hätte nie gedacht, dass ihr One-Night-Stand am ersten Tag in der neuen Stadt solche Wellen schlagen würde. Doch ihr kleines Abenteuer mit dem Highschool-Coach Austin Bailey ...

Der Klappentext: „Holly Radcliffe hätte nie gedacht, dass ihr One-Night-Stand am ersten Tag in der neuen Stadt solche Wellen schlagen würde. Doch ihr kleines Abenteuer mit dem Highschool-Coach Austin Bailey ist nach kürzester Zeit Stadtgespräch. Holly hatte gehofft, dass sie Austin nie wiedersehen würde, aber als Schulleiterin ist sie seine neue Chefin. Blöd nur, dass ihr verräterisches Herz schneller schlägt, sobald sie ihm begegnet...“

Zum Inhalt: Wer rechnet denn damit, dass man seinem One-Night-Stand gleich wiederbegegnet und auch noch mit ihm zusammen arbeiten muss? Und das man gleich zum heißen Stadtgespräch Nummer 1 wird? Genau das passiert Holly, die ihre neue Stelle als Schulleiterin antritt, der Mann, mit dem sie eine heiße Nacht verbrachte steht als Coach vor ihr und als Mitglied der Bailey-Familie ist das Interesse an ihm groß. Nicht gerade der Start den man sich als respektable Schulleiterin wünscht, aber die Finger von Austin zu lassen ist auch nicht so leicht.

Zum Stil: Die Autorin Piper Rayne ist mir persönlich schon von anderen Serien bekannt, ihre Reihen sind aber in der Regel als Einzelbände ganz gut lesbar, weil die Teile nicht zu eng verknüpft sind. „Lessons from a One-Night-Stand“ ist der Auftaktband zu einer neuen Serie The Baileys, rund um eine große, etwas verrückte Familie, bei der bereits 8 Teile auf Englisch erschienen sind. Der Schauplatz, das Städtchen Lake Starlight und viele der Nebencharaktere wurden hier bereits gut eingeführt und beschrieben, man merkt gleich, dass sie später nochmal eine (Haupt-)Rolle spielen werden. Hier dreht sich nun alles um Austin Bailey und um Holly Radcliffe, die als erstes zueinander finden. Das Konzept der Story – ein One-Night-Stand, der zu mehr wird und dank dem man in so manche peinlich/lustige Situation gerät, ist jetzt nicht unbedingt eine neue Erfindung, darüber wurde schon so einiges geschrieben, und trotzdem erlebt man als Leser hier so einige Überraschungen und witzige Momente. Das erste Aufeinandertreffen nach der Nacht, das Kleinstadtflair, das dafür sorgt, dass nichts lange ein Geheimnis bleibt, die große, neugierige, freche Familie, all das sorgt für Abwechslung. Erzählt wird abwechselnd von unseren beiden Protagonisten in der Ich-Form und gerade bei den Hauptfiguren hätte ich mir etwas mehr Pfeffer erwartet, die bleiben mir etwas zu farblos. Aber der gewohnt leichte Schreibstil der Autorin und die abwechslungsreichen Ereignisse sorgen durchaus für unterhaltsame Lesestunden mit einer gewissen Spannung und etwas Knistern.

Ich danke dem Forever/Ullstein Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Ein Sanatorium am Meer

Die Dünenvilla
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Der Klappentext: „…Marthaʼs Vineyard 1884: Weil ihn die langen Sandstrände und sanften Dünen an die heimische Ostsee erinnern, wählt der deutsche Arzt Friedrich Böhm die Insel vor der Ostküste der USA ...

Der Klappentext: „…Marthaʼs Vineyard 1884: Weil ihn die langen Sandstrände und sanften Dünen an die heimische Ostsee erinnern, wählt der deutsche Arzt Friedrich Böhm die Insel vor der Ostküste der USA als Standort für sein Sanatorium. Hier will der Auswanderer seiner Familie eine neue Zukunft aufbauen. Doch Böhms Sohn Thomas hat nur widerwillig Medizin studiert, viel lieber würde er sich der aufstrebenden Psychologie zuwenden. Und seine Tochter Sophia sieht mit ihrem gelähmten Bein keine Perspektive im Leben – wozu könnte sie schon nützen, und welcher Mann sollte eine behinderte Frau lieben? Als sie sich jedoch in den Naturforscher Scott verliebt, wird ihr Mut erneut auf eine schwere Probe gestellt, denn Scott will keinesfalls auf Marthaʼs Vineyard bleiben. Sein Herz gehört dem auf immer verlorenen alten Westen der USA mit seinen riesigen Büffelherden und Schwärmen von Wandertauben, die den Himmel verdunkeln. Kann die Zukunft eine Chance haben, wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann?...“
Zum Inhalt: Der Hauptstrang der Geschichte dreht sich um die vierköpfige deutsche Arztfamilie Böhm, Vater, Sohn Thomas, beides Ärzte und die Zwillinge Julia und Sophia. Die Familie Böhm musste von Deutschland nach Amerika auswandern und der Vater wollte sich eigentlich in Savannah als Arzt niederlassen, doch es kommt anders. Durch einen Schiffsbruch stranden sie auf Marthaʼs Vineyard und gründen dort ein Sanatorium an der Küste. Allen Widerständen zum Trotz träumt Thomas von einem Psychologie-Studium, einer umstrittenen Wissenschaft, Julia träumt von einer vorteilhaften Heirat und Sophia wollte eigentlich Künstlerin werden und ist nun etwas verloren, bis der Naturforscher Scott ihr Interesse weckt. Scotts Leidenschaft gilt den amerikanischen Wandertauben, eine Taubenrasse die ursprünglich in riesigen Schwärmen den Himmel über Amerika beherrschte und nun 1884 fast ausgerottet ist, von der Ausrottung der Büffel haben ja die meisten schon etwas gehört, das das gleiche Schicksal auch Tauben betraf war zumindest für mich etwas Neues.
Der Stil: Die Autorin Nicole Winter hat einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil, allerdings kam es für mich immer wieder zu Sprüngen im Zeitfluss, die mich etwas irritierten. Die Charaktere, allen voran die Mitglieder der Familie Böhm werden sehr lebendig und facettenreich beschrieben und an Hand ihrer Probleme, Träume und Gedanken werden zeitrelevante Themen der Medizin, der Naturwissenschaft und auch der Gesellschaft interessant und anschaulich in die Handlung eingebaut. Gerade das Thema der Psychologie, die damals noch in den Kinderschuhen steckte und die weibliche Hysterie werden sehr plastisch dargestellt. Auch auf die Problematik des Artensterbens wird nachdrücklich hingewiesen und Scotts Kampf gegen die Windmühlen verständlich beschrieben. Wichtige Themen, die in einer unterhaltsamen und abwechslungsreichen Familiensage eingebettet wurden. Erzählt wird in der 3. Person und man begleitet hauptsächlich Sophia, sowie Thomas und Scott, die Personen mit den meisten Konflikten.
Ich danke dem Droemer Knaur Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2020

Der letzte Band der Prinzessinnen Reihe

Die Prinzessinnen von New York - Secrets
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Der Klappentext: „In den luxuriösen Kreisen der New Yorker High Society von 1900 verbergen sich die dunkelsten Geheimnisse hinter den strahlendsten Lächeln und den prunkvollsten Fassaden, denn ihre Enthüllung ...

Der Klappentext: „In den luxuriösen Kreisen der New Yorker High Society von 1900 verbergen sich die dunkelsten Geheimnisse hinter den strahlendsten Lächeln und den prunkvollsten Fassaden, denn ihre Enthüllung kann ein Leben vollkommen verändern. Auch die Schwestern Diana und Elizabeth Holland haben die zerstörerische Macht eines Skandals bereits zu spüren bekommen und wollen nun gegen die Spielregeln der Elite verstoßen. Denn nur wenn sie alles riskieren - ihren Ruf, ihre gesellschaftliche Position und ihren Reichtum -, besteht für sie noch die Möglichkeit, mit den Männern zusammen sein zu können, die sie wirklich lieben...“
Zum Inhalt: Secrets ist der vierte und letzte Band der Prinzessinnen von New York Serie von Anna Godbersen rund um die Schwestern Diana und Elizabeth Holland und ich würde empfehlen, die Reihe komplett zu lesen, da die einzelnen Bände doch eng miteinander verknüpft und mehr oder weniger fortlaufend erzählt werden. Deswegen ist es auch schwierig den Inhalt zusammenzufassen ohne zu viel von der ganzen Geschichte zu verraten. Wir bewegen uns auf jeden Fall in New Yorks High Society, in der der gute Ruf und der äußere Schein alles ist und wehe dem, der die Regeln verletzt, den der Strutz ist tief und gnadenlos.
Der Stil: Die Autorin Anna Godbersen hat einen sehr flüssigen und einprägsamen Schreibstil, da sie ihre Sprache ein wenig der Zeit angepasst hat, braucht man vielleicht etwas um wirklich reinzukommen, aber das lohnt sich. Erzählt wird in der 3. Person und man begleitet abwechselnd die Protagonisten, so dass sich ihre Geschichten Stück für Stück zusammensetzten und die Handlungsstränge wechselweise erzählt werden. Dadurch muss man etwas aufpassen und man tut sich definitiv leichter, wenn man die komplette Reihe und somit das ganze Geschehen kennt. Die einzelnen Charaktere entwickeln sich im Laufe der kompletten Reihe immer weiter und wachsen an, oft echt überraschenden Wendungen, um nicht zu sagen Schicksalsschlägen. Auch einige der Nebenfiguren machen am Ende noch eine interessante Wendung durch, lasst euch überraschen und nicht von euren ersten Eindrücken aus den ersten Teilen abschrecken. Wie immer gelingt es der Autorin die Zeit der Jahrhundertwende und die Orte des Geschehens sehr farbig und authentisch rüberzubringen und ihre Geschichte gelungen einzubetten. Als besonderes Highlight empfand ich immer den kurzen Zeitungsauszug am Anfang der Kapitel, die noch einmal die damalige Sichtweise, hauptsächlich auf die bessere Gesellschaft verdeutlichten.
Mein Fazit: Ein gelungener Abschluss dieser Reihe, aber ich kann nur jedem Leser die chronologische Reihenfolge empfehlen um diese Geschichte wirklich zu genießen.

Ich danke dem Lyx Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere