Ein kleines Juwel
Die große Liebe kann mich malFlorence ist eigentlich zufrieden mit ihrem Leben… wären da nicht ständig die Einmischungen ihrer Familie. Allen voran ihre Stiefmutter! Diese schickt sie zu einem Liebescoach, weil Florence Single ist ...
Florence ist eigentlich zufrieden mit ihrem Leben… wären da nicht ständig die Einmischungen ihrer Familie. Allen voran ihre Stiefmutter! Diese schickt sie zu einem Liebescoach, weil Florence Single ist und bisher keine ernstzunehmende Beziehung mit einem Mann hatte. Widerwillig lässt Flo sich darauf ein und gleich die erste Übung hat es in sich. Sie soll eine Liste mit Eigenschaften verfassen, die ihr Traummann haben sollte. Kurzerhand schreibt Flo diese Liste und steht schon bald ihrem Traummann gegenüber, oder doch nicht?
Ich fand die Geschichte ganz zauberhaft, denn Flo ist ein sehr toller, ausgearbeiteter Charakter. Sie hat ein paar Macken und Ticks, die ihr das Leben nicht gerade erleichtern (Dinge zählen, bei gerade Zahl passiert was Gutes, bei einer Ungeraden etwas Schlimmes). Sie ist unabhängig und braucht keinen/will aber gern einen Mann. Also tritt der oben beschriebene Traummann auf und die beiden kommen schnell zusammen. Doch ist das/er wirklich das Wahre?
++Spoilerwarnung++
Wie schon gesagt, da die Figuren gut ausgearbeitet sind, macht die Geschichte viel Spaß und man erfreut sich an den einzelnen Dialogen. Auch wenn einzelne Motive aus dem Genre altbekannt sind (Buchladen muss gerettet werden, Stiefmutter/ -schwestern, Hochzeit einer Schwester, etc.), so überrascht die Autorin mit Originalität und Charme. Die Schwestern entsprechen überhaupt nicht dem Klischee und Flo ist diejenige, die meint, ausgeschlossen zu werden. Ihre Meinung konnte ich da nicht nachvollziehen, weil die Szenen einen anderen Eindruck vermittelten. Die Stiefmutter ist tatsächlich anstrengend, aber sie geht damit allen auf die Nerven. Die Hochzeit der Schwester war ein Aufhänger, jedoch läuft das Thema eher nebenher. Alles in allem ein ziemlich guter Roman mit interessanten Motiven. Das Ende war etwas sehr perfekt. Es gab unter anderem den unvermeidlichen "Ich liebe dich doch"-Moment am Flughafen, aber das war auch mal wieder ganz nett.
Das Buch hat mir ziemlich gut gefallen, weil die genannten Motive auf eine ganz eigene Weise eingearbeitet wurden und so nicht generisch gewirkt haben. Für all jene, die sich nach London und in einen Buchladen als Arbeitsort träumen wollen, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.