Profilbild von Aus-Liebe-zum-Lesen

Aus-Liebe-zum-Lesen

Lesejury Profi
offline

Aus-Liebe-zum-Lesen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Aus-Liebe-zum-Lesen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2021

Schöne Geschichte und tolle Illustrationen

Drei sind keiner zu viel
0

Zur Geburt unseres dritten Kindes haben wir das Vorlesebuch „Drei sind keiner zu viel“ von Eulàlia Canal und Rocio Bonilla aus dem ellermann-Verlag geschenkt bekommen.

Der Bär und das Murmeltier sind ...

Zur Geburt unseres dritten Kindes haben wir das Vorlesebuch „Drei sind keiner zu viel“ von Eulàlia Canal und Rocio Bonilla aus dem ellermann-Verlag geschenkt bekommen.

Der Bär und das Murmeltier sind beste Freunde. Als der Bär die Ente für den Nachmittag einlädt, wird das Murmeltier eifersüchtig und denkt sich eine kleine List aus.

Die Geschichte erklärt auf lustige und dennoch einfühlsame Weise, dass ein Dritter im Bunde keineswegs eine Zweierbeziehung zum Bruch bringen muss. Das Buch passt zu unserer Situation, wenn ein drittes Kind dazu kommt, aber auch, wenn Freunde unserer Kinder noch andere Freunde zum Spielen einladen.

Die Sprache ist einfach und verständlich, aber dennoch abwechslungsreich und lustig. Die Illustrationen sind liebevoll, ebenso lustig und harmonisch. Die Textlänge ist für das empfohlene Alter ab 4 Jahren absolut passend.

Ein rundum gelungenes Vorlesebuch, das zeigt, dass Freundschaften einiges aushalten, das Leben zusammen einfach noch mehr Spaß macht und drei wirklich keiner zu viel sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2021

Kein vollwertiger Ratgeber

Mamasté
0

Wir Mütter haben es schon nicht leicht! Genau dagegen möchte das Büchlein Mamasté ankämpfen. Im Prinzip geht es darum, seinen Alltag als Mutter und als neue Familie achtsamer zu gestalten. Dafür finden ...

Wir Mütter haben es schon nicht leicht! Genau dagegen möchte das Büchlein Mamasté ankämpfen. Im Prinzip geht es darum, seinen Alltag als Mutter und als neue Familie achtsamer zu gestalten. Dafür finden sich in dem Buch Tipps für diverse Bereiche des Mutteralltags. Hier ist auch schon der erste Knackpunkt an der Sache: Dadurch, dass möglichst viele Themenbereiche abgedeckt werden sollen, geht das Buch nicht in die Tiefe.

Dabei finden sich einige gute Tipps und schöne Anregungen, allerdings sind Themen, wie die Erstausstattung oder der Bereich Essen einfach viel zu kurz und oberflächlich gehalten. Während mir Aufmerksamkeitsübungen, wie die Rosinen-Übung gut gefallen haben, sind viele Tipps sehr allgemein und nichts Neues.

Kritisch sehe ich, dass z. B. das Ferbern, ein „Schlaftraining“, das bestenfalls noch als umstritten gilt, als „völlig egal“ bezeichnet wird. An einigen Stellen fehlt mir hier das Fachwissen der Autorin zu (früh)kindlicher Entwicklung.

Die Illustrationen sind modern gehalten und natürlich Geschmacksache. Meinen treffen sie leider nicht ganz. Durch die (ausfüllenden) Zeichnungen und die Kürze des Textes ist es eher ein Wohlfühlbuch für zwischendurch als ein vollwertiger Ratgeber. Dafür fehlt der Tiefgang. Den Anspruch, ein paar Anreize zum achtsamen Familienalltag geben zu können, kann das Buch dabei aber halten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 27.05.2021

Gute Entscheidungshilfe

Maßvoll impfen
0

Als Mutter von 3 kleinen Kindern bin ich gezwungen, eine Impfentscheidung für meine Kinder zu treffen und um diese möglichst fundiert treffen zu können, habe ich Dr. med. Stephan Noltes Buch „Maßvoll impfen ...

Als Mutter von 3 kleinen Kindern bin ich gezwungen, eine Impfentscheidung für meine Kinder zu treffen und um diese möglichst fundiert treffen zu können, habe ich Dr. med. Stephan Noltes Buch „Maßvoll impfen – Risiken abwägen und individuell entscheiden“ gelesen, das in einer aktualisierten und u. a. um Corona erweiterten Neuauflage im Kösel-Verlag erschien.

Nachdem Dr. Nolte Grundsätzliches über Impfungen beschreibt, widmet er sich den einzelnen Impfungen und Impfstoffkombinationen, beschreibt dann Risiken, Kritisches zu Gremien, Verbänden und deren Veröffentlichungen, um dann in den letzten Kapiteln eine Entscheidungshilfe zu Impfungen zu geben. Während der Fokus auf den Impfempfehlungen der STIKO für Kinder liegt, werden aber auch Reiseimpfungen und das Thema Corona behandelt.

Das Buch ist gut strukturiert und durch die Zwischenunterschriften in den einzelnen Kapiteln kann man auch später noch leicht etwas Konkretes nachschlagen. Dr. Nolte ist kein Impfgegner, sondern setzt sich mit fundiertem Wissen mit den Inhaltsstoffen, Wirkungsweisen, Empfehlungen, Gesetzen und der Pharmaindustrie auseinander, was in diesem Umfang natürlich bei keiner Impfaufklärung durch den Arzt erfolgen kann.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Fehlen konkreter Zahlen z. B. zur Wirksamkeit von einzelnen Impfungen. An einigen Stellen werden Risiken beziffert, an vielen Stellen wird jedoch z. B. nur von hohen oder kaum wahrscheinlichen Szenarien gesprochen. Die Entscheidung an vielen Stellen auf die Nennung konkreter Zahlen zu verzichten, wurde womöglich aufgrund der besseren Lesbarkeit und der fundierten Einordung der Zahlen in den Kontext durch den Fachmann getroffen.

Das Buch kann in jedem Fall ein wertvoller Ratgeber bei der Entscheidungsfindung für oder gegen Impfungen sein. Ich kann die Lektüre allen Eltern schon vor der Geburt empfehlen, da das Thema Impfen bereits bei den ersten Arztbesuchen eine Rolle spielt und die Aufklärung durch den Arzt erfahrungsgemäß recht knapp ausfällt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 26.05.2021

Gleichberechtigung - mal andres

Was Männer nie gefragt werden
0

Fränzi Kühne, Unternehmerin, Mutter und Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin, hat in ihrem Buch „Was Männer nie gefragt werden - Ich frage trotzdem mal“ genau das getan: Sie hat die Interviewfragen, die ...

Fränzi Kühne, Unternehmerin, Mutter und Deutschlands jüngste Aufsichtsrätin, hat in ihrem Buch „Was Männer nie gefragt werden - Ich frage trotzdem mal“ genau das getan: Sie hat die Interviewfragen, die ihr üblicherweise gestellt werden, 20 erfolgreiche Männer unterschiedlichster Berufsfelder gefragt.

Es geht dabei um Fragen, wie „Können Sie für andere Männer ein Vorbild sein?“ oder „Haben Ihre optischen Attribute ihre Karriere beeinflusst?“. Fränzi Kühne hat sich Fragen herausgesucht, von denen sie ausgeht, dass sie ihr und anderen erfolgreichen Frauen in Wirtschaft und Politik nur aufgrund ihres Geschlechts gestellt wurden.

Wer jetzt lustige Antworten der befragen Männer, wie Gregor Gysi, Frank Thelen und Prinz Pi, erwartet, der wird eines Besseren belehrt. Kühne wird in ihrer Einschätzung, dass die Fragen, vor alle in diesem Ausmaß, Männern eher selten gestellt werden. Die Interviewten antworten oft erstaunlich differenziert und es entwickeln sich Gespräche über die Rolle, die Frauen zugeschrieben wird, Möglichkeiten, die Geschlechterungleichheit zu verringern, uvm.

Was mir das Lesen ein bisschen schwer gemacht hat, waren der Aufbau des Buches, der nicht die Interviews nacheinander abhandelt, sondern sich an den Fragen orientiert und verschiedene Aussagen dazu beleuchtet. Ich musste dabei oft blättern, um nachzulesen, wer der Interviewte ist, welchen sozialen Hintergrund er mitbringt, um die Antwort einordnen zu können. Ich hätte mir dafür eine etwas ausführlichere Vorstellung der Kandidaten mit Bild gewünscht, da Bilder ja bekanntlich besser im Gedächtnis bleiben.

An einigen Stellen weist das Buch Längen auf, wird aber zum Ende hin wieder sehr konkret mit dem Appell, die Klischees über Frauen zu überdenken und Lösungsmöglichkeiten zu finden, wie modernen Familienkonstellationen auch in der Wirtschaft Rechnung getragen werden kann.

Fränzi Kühne hat sich diesen Themen mal auf eine andere Art und Weise genähert und ein wichtiges Buch für mehr Gleichberechtigung geschrieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2021

Interessant, aber langatmig

Das Wasserhaus
0

„Wem gehört das Wasser?“
Dass sich um Wasser künftig Kriege entwickeln könnten, steht außer Frage. Wasser wird immer mehr zum knappen Gut, was oftmals unterschiedlichste Besitzansprüche erweckt. In „Das ...

„Wem gehört das Wasser?“
Dass sich um Wasser künftig Kriege entwickeln könnten, steht außer Frage. Wasser wird immer mehr zum knappen Gut, was oftmals unterschiedlichste Besitzansprüche erweckt. In „Das Wasserhaus“ widmet sich der Jurist Reinhard Schultze u. a. dieser Problematik.

Die 4 erwachsenen Kinder der Allgäuer Familie Holzrichter mit Burg(ruinen)besitz in Sachsen versuchen in der Welt Fuß zu fassen. Als das von der Mutter in Südafrika gestartete Wasseraufbereitungsprojekt zu scheitern droht, wird die Familie auf eine harte Probe gestellt.

Reinhard Schultzes Schreibstil ist recht anspruchsvoll, insbesondere an Stellen, an denen z. B. die Problematik des verunreinigten Wassers und Lösungsmöglichkeiten erklärt werden. Der Roman hat zudem einige Längen, nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl der Themen, Schauplätze und der Hauptcharaktere.

Genau diese konnten mich leider nicht überzeugen. Für mich blieben die Familienmitglieder größtenteils gesichtslos und fremd, während ich von den Schauplätzen recht detaillierte Bilder im Kopf habe. Vielleicht ist das auch ein Ding der Unmöglichkeit 6 Familienmitglieder einer Familie mit weitreichenden historischen Wurzeln und deren Spannungsfeld, in ihrer Entwicklung umfänglich darzustellen, während die Komplexität der Geschichte und deren Themen von Wasseraufbereitung über ethischen Konsum bis hin zu Machtspielen von Großkonzernen die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordern.

Schultzes Roman ist definitiv keine leichte Kost. Die angesprochenen Themen sind zweifelsohne wichtig und gut dargestellt, gehen aber meines Erachtens in der aufgeblähten Familiengeschichte etwas unter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere