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Veröffentlicht am 17.01.2017

Intelligenter Roman

Der erste Tag vom Rest meines Lebens
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Der erste Tag vom Rest meines Lebens ist ein wirklich hochwertiger, intelligenter Roman, der sich mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens beschäftigt- denn mal im Ernst: warum sollte ein Mann, der ...

Der erste Tag vom Rest meines Lebens ist ein wirklich hochwertiger, intelligenter Roman, der sich mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens beschäftigt- denn mal im Ernst: warum sollte ein Mann, der sich im letzten Drittel seines Lebens befindet noch um den heißen Brei reden? Cessare ist unser Hauptheld, 77 Jahre alt, allein lebend- hat zwei Kinder. Er würde sich selbst als "Kretin" bezeichnen und als kompletten Versager (zumindest was die Erziehung seiner Kinder betrifft) und ist immer nur am zetern und mürrisch sein.

Ich muss gestehen: ich mochte Cessare sehr. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund- er lebt sein Leben wie es ihm gefällt mit all seinen tragisch-komischen Seiten. Seine Sicht auf die Dinge ist mitunter sehr unangenehm und stößte auch bei mir auf Unverständnis (ich sag nur die Erzählungen, wenn es um seine tote Frau Caterine ging, die er im Verlauf der Ehe verlernt hat zu lieben). Aber gerade diese schonungslose Ehrlichkeit war das markanteste und beste an dem gesamten Roman. Cessare muss sich nicht mehr verstellen. Er ist alt, er nimmt das Leben wie es ist, wohl wissend, dass er jederzeit seinen letzten Schnapper machen kann.

Unter dem schlechten Verhältnis zu seinen Kindern scheint er doch etwas zu leiden. Seine Tochter Sveva- Anwältin und unglücklich in ihrer Ehe, kommt vom Charakter ehestens nach Cessare und gerade deswegen streiten sich die beiden immer wieder. Sein Sohn Dante, ein Künstler, ist schwul. Er traut sich nicht, es seinem Vater zu sagen, dabei weiß er das schon lange.
Andere Charaktere sind die Nachbarn von Cessare. Wichtigste Nebenfigur des Weiteren ist Emma. Diese zieht mit ihrem Mann in die gleiche Etage wie Cessare. Emma wird von ihrem Mann geschlagen und Cessare tut das was er eigentlich unbedingt vermeiden wollte: er mischt sich ein- dabei weiß er es doch eigentlich besser.

Wörtliche Rede gibt es in dem Roman zwar auch, aber die Gedankengänge von Cessare überwiegen bei weitem und vermitteln den Leser seine Sicht und seine Eigenheiten. Mitunter waren richtige Satzperlen- ja ganze Abschnitte dabei. Ich musste sehr oft inne halten und über das nachdenken was da stand. Dieser Roman ist wirklich sehr intelligent und macht einfach Spaß zu leben. Man fühlt sich danach etwas geläutert. Ich bin froh, dass ich zu diesem doch recht ungewöhnlichen Roman gegriffen habe und ein bisschen meiner Zeit Cessare gewidmet habe- es war keine vergeudete. Und auch wenn das Buch doch recht traurig endet, hinterlässt es mich mit einem: Lebensmut und dem Willen darum zu kämpfen jeden Tag aufs neue glücklich zu sein- ich weiß, Cessare hätte das gemocht :)

L E S E E M P F E H L U N G !

Veröffentlicht am 17.01.2017

Ganz niedlicher Gargoyle-Roman

Dark Elements 1 - Steinerne Schwingen
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Vampire und Werwölfe hatten wir ja nun schon zur Genüge: nun kommen die Gargyoles! Wächter die das Dunkle in die Hölle verbannen und am Tage in ihrer steinernen Form ruhen. Layla ist jedoch halb Wächter ...

Vampire und Werwölfe hatten wir ja nun schon zur Genüge: nun kommen die Gargyoles! Wächter die das Dunkle in die Hölle verbannen und am Tage in ihrer steinernen Form ruhen. Layla ist jedoch halb Wächter halb Dämonin und hat es wahrlich nicht leicht in ihrem Elternhaus. Denn sie wurde von den Wächtern sprichwörtlich adoptiert. Sie hilft den Wächtern und makiert Dämonen, bis sie eines Tages auf den Dämon Roth trifft und Bedrohung seinen Lauf nimmt.

Natürlich gibt es in diesem Buch auch wieder jede Menge Klischees, auch wenn die Autorin es versucht hat, mitunter kleine, neue Wege zu gehen. Denn zu Beginn des Buches fühlt sich Layla eher zu ihrem Wächterziehbruder Zayne hingezogen und als Leser denkt man zunächst, das es wohl eine Liebesbziehung zwischen den beiden geben wird. Dann kommt jedoch Roth aufs Trapez (keine Sorge, das geht auch sehr schnell ^^) und dem naiven Leser ist dann sofort klar, wohin die Reise geht.

Generell fand ich vieles schon arg vorhersichtig. Bis auf einen kleinen Knackpunkt, der sogar mich genauso wie Layla schockieren konnte, der jedoch aufgrund von Spoileralarm nicht weiter erläutert werden kann.

Die Handlung an sich ist mitunter recht spannend und dann streckenweise wieder etwas blass und uninteressant. Ich hatte zuweilen das Gefühl diese Art von Roman schon tausendmal gelesen zu haben, da auch dieser wieder nach Schema F runtergerattert wird. Aber na ja, dieses Schema hat sich eben bewährt und auch ich hatte stellenweise gute Lesestunden.

Die Hauptfiguren Layla und Roth sind sehr interessant. Ich mag es auch wie sie miteinander umgehen und nicht sofort von großer Liebe gesprochen wird. Mal eine kleine Abwechslung. Auch fand ich den inneren Zwiespalt von Layla sehr gut skizziert. Man nimmt ihr einfach ab, das sie sich ständig als Außenseiterin fühlt (würde ich auch bei diesem Wächterhaushalt!). Wie gut das es Roth gibt- den schillernsten Charakter im gesamten Buch. Das letzte Kapitel, was aus der Sicht von Roth geschrieben ist (ein Bonuskapitel) fand ich mit am besten :) Das ganze Buch hätte gut aus seiner Perspektive sein können- wäre interessanter gewesen.

Das Ende ist dann natürlich- wie nicht anders zu erwarten- recht mies :( Ich bin geneigt auch den nächsten Band zu konsumieren. Alles in allem war es also kein schlechtes Jugendbuch, aber auch kein überragend gutes. Ich bin bei 3,5 Sterne. Runde hier jedoch auf 3 ab, weil es für einen Auftaktroman eben nicht den gewünschten Sogeffekt hat, den man eigentlich braucht, um am Ball zu bleiben um die anderen Bände zu lesen.

Veröffentlicht am 17.01.2017

Doch lieber das Original?

Northanger Abbey
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Northanger Abbey ist eine Adaption von Jane Austens altem "Northanger Abbey". Es geht um exakt die gleiche Geschichte: es geht um die 17 jährige Cat Morland die zusammen mit ihren Nachbarn nach Edingburgh ...

Northanger Abbey ist eine Adaption von Jane Austens altem "Northanger Abbey". Es geht um exakt die gleiche Geschichte: es geht um die 17 jährige Cat Morland die zusammen mit ihren Nachbarn nach Edingburgh reisen darf, um dort an einem Kulturfestival teilzunehmen. Dort lernt sie Henry Tilney kennen und lieben. Dieser lädt Cat auf seinen Familiensitz Northanger Abbey ein, das düstere Geheimnisse birgt.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich die originale Geschichte von Jane Austen noch nicht kenne. Dennoch fand ich, klang der Klappentext sehr spannend und ich stürzte mich in das Abenteuer. Leider musste ich sehr schnell feststellen, dass dieses Buch eher zu einer kleinen Qual ausufern könnte. Es ist angesiedelt in unserer heutigen Zeit, wo Social Media einen großen Stellenwert einnehmen. So ist oftmals die Rede von Facebook, Twitter und Co. Von der Sprache her wird sich aber arg an das Original gehalten. Und das passt meiner Meinung nach absolut schauderhaft zusammen und funktioniert in keiner Sekunde! Im Gegenteil es wirkt gesteltzt und einfach lächerlich!!! Das ging sogar soweit das ich mich regelrecht über den Stil geärgert habe, was natürlich den Lesefluss erheblich beeinträchtige.

Aus eben jenen Grund war für mich das Lesen eher eine Qual und mir war es schnuppe was die Hauptheldin alles erlebt, welche Hirngespinste sie sich ausdenkt und so weiter. Sie war fad, langweilig und was weiß ich noch. Gemäß dem Motto: zum einen Ohr rein zum anderen wieder raus. Auch die Liebelei zwischen Henry und Cat gehört in die Kategorie: langweilig!

Des Weiteren kam Cat recht spät nach Northanger Abbey (quasi erst im letzten Drittel!). Für mich war das einfach viel zu viel nervtötendes Vorgeplänkel, was mich eh nicht interessiert hat, weil es zu unrealistisch daher kam. Twitter und Facebook passen einfach nicht ins 17 Jhd!

Vielleicht sollte man dann doch eher zum Original greifen? Hätte ich das besser mal getan....

Veröffentlicht am 17.01.2017

Wer hätte das gedacht?

Dark Elements 2 - Eiskalte Sehnsucht
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...das ich so begeistert wurde von einem zweiten Band, nachdem der erste mich eher neutral zurück gelassen hatte? In der Regel sind die mittleren Teile einer Trilogie eher nur Lückenbüßer und meist schlechter ...

...das ich so begeistert wurde von einem zweiten Band, nachdem der erste mich eher neutral zurück gelassen hatte? In der Regel sind die mittleren Teile einer Trilogie eher nur Lückenbüßer und meist schlechter als der erste Band, hier konnte mich die Autorin jedoch vollends begeistern!

Der Band setzt genau da ein, wo der andere aufhört. Es ist nicht lange her, wo ich den ersten Band (der damals von mir 3 Sterne erhielt) gelesen hatte. Aber auch wenn es länger her gewesen wäre, wäre nicht weiter schlimm gewesen, da gerade zu Beginn die Autorin den Leser ganz fein wieder in die Geschichte zurück bringt und mit kleinen Erklärungen das Gedächtnis aufrischt. Nicht zu viel, um zu nerven, aber auch nicht zu wenig, um etwaige wichtige Dinge ungesagt zu lassen.

Roth schmorrt also sprichwörtlich in der Hölle und Layla vermisst ihn sehr. Ansonsten ist alles wieder beim alten. Sie geht zur Schule und beobachtet ein paar Merkwürdige Verhaltensweisen ihrer Mitmenschen. Kurz darauf erscheint auch Roth wieder zurück und es hätte nicht schöner sein können. ABER leider stößt dieser Layla von sich und verhält sich auch sonst merkwürdig. Des Weiteren überringt er die Hiobsbotschaft, das eine Lilinauf der Erde umher wandelt und unbedingt gefunden werden muss, bevor diese Menschen die Seele aussaugt und Geister zurück lässst.

Ich war schon nach den ersten Seiten wieder sofort mittendrin statt nur dabei. Die Autorin hat einfach einen sehr entspannten Schreibstil. Zudem mag ich es, dass diese Reihe sich an ein etwas älteres Publikum wendet, denn mitunter sind die Beschreibugnen schon etwas grausam und nicht jugendfrei. Die "Schmuseszenen" sind mitunter recht heiß und haben mir sehr gut gefallen. Nachdem Roth Layla von sich stößt, findet sie trost in ihrem alten Freund Zayne, der auch auf einmal mehr Gefühle für sie bereithält als nur brüderliche. Auch wenn ich Dreiecksgechichten an sich nicht mag, war ich doch überrascht wie glaubwürdig hier alles präsentiert wurde (einschließlich der zwiespältigen Gefühle von Layla). Auch die Szenen zwischen Zayne und Layla konnte ich sehr genießen, auch wenn mein Herz eher für Roth schlägt :)

Die Geschichte rund um Lilin ist auch sehr spannend erzählt, auch wenn mehr Zeit und wert auf die zwischenmenschlichen Beziehungen gelegt wurde. Aber gerade dazu hatte ich richtig Lust und habe mich natürlich gefreut das sowohl Zayne als auch Roth ihre Gelegenheiten hatten, um die Gunst des Lesers für sich zu gewinnen. Wen ich nach wie vor nicht verstehe, ist Abbobt- das Clanoberhaupt der Wächter. Eine ganz und gar abstoßende Persönlichkeit.

Alles in allem konnte mich die eiskalte Sehnsucht vollends begeistern und ich finde es einfach nur mies, wie das Buch geendet hatte (fieser mieser Cliffhanger). Nun heißt es leider warten bis August bis es in die nächste und letzte Runde geht. Für wen Layla sich nun entschiedet (Zayne vs Roth) wird wohl erst dann entschieden. Ich bin auf jeden Fall wieder mit dabei!

Veröffentlicht am 17.01.2017

Leider nicht meins

Dragonfly
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Ich war sehr gespannt auf Dragonfly, denn die Geschichte klang sehr vielversprechend und das Cover war geradezu verheißungsvoll. Die Geschichte spielt in Himmerland, einer fiktiven Welt in dem die Magie ...

Ich war sehr gespannt auf Dragonfly, denn die Geschichte klang sehr vielversprechend und das Cover war geradezu verheißungsvoll. Die Geschichte spielt in Himmerland, einer fiktiven Welt in dem die Magie nach und nach verschwindet. Charlotte ein 14 Jähriges Mädchen ist Hauptprotagonistin und es soll sich bei Trivium entscheiden, was sie mal werden soll. Das Trivium verstreicht jedoch und nichts mehr ist wie es war und Charlottes Welt wird auf den Kopf gestellt.

Ich mag es ja immer sehr wenn es irgendwelche Riten gibt, in denen dann das Schicksal der Protagonistin bestimmt wird (ich denke da nur an die Auslese, usw.), aber hier wird der Fokus auf ganz andere Sachen gesetzt: ala wer ist Charlotte wirklich? Hat sie eine Gabe? Warum sind auf einmal finstere Männer hinter ihr her?

Die Geschichte wird in kürzeren Kapitel abwechselnd aus unterschiedlichen Sichten (Charlotte; Fynn, Milan, uvm) erzählt. So etwas mag ich ganz gerne, hier waren mir die Sprünge jedoch zu oft. Generell wirkte die ganze Geschichte sehr gehetzt, weil ein Ereignis das andere jagt und man gar nicht Zeit hat als Leser sich in eine Szenarie mal richtig einzuleben. Dadurch wirkte auf mich das gesamte Buch zu sprunghaft und sehr holprig.

Auch konnte mich die Charaktere nicht wirklich überzeugen. Es gab viel zu viele für ein 400 Seiten Buch und dadurch blieben alle mehr oder weniger blass. Selbst Charlotte konnte ich nicht leiden (ein No go für mich, dadurch hatte es das Buch sehr schwer- was man nicht zuletzt an meiner Bewertung sieht). Ihre Empfindungen konnte ich mitunter nicht nachvollziehen, sie hat meiner Meinung nach zu wenig hinterfragt, sich eher rum schupsen lassen. Irgendwann empfand ich alles so langweilig das ich mich zum Weiter lesen regelrecht zwingen musste. Schade eigentlich, so scheint das Buch bei der Mehrzahl wirklich Anklang zu finden. Vielleicht war es mir einfach viel zu jugendlich- zu kindlich.

Alles in allem habe ich die Lesezeit die ich mit dem Buch verbracht habe nicht wirklich genossen- es war mehr eine Qual mich zum weiter lesen zu zwingen. Der Schreibstil war jedoch gelungen. Wer weiß...vielleicht kann mich ein anderes Buch der Autorin mal mehr begeistern.