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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Marionetten des Todes

The Puppet Master
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DCI Cara Elliott von der Abteilung für Schwerverbrechen wird zu einem offensichtlichen Selbstmord gerufen. Es gibt allerdings einige Unklarheiten, weshalb Cara und ihr Team Ermittlungen einleiten. Bald ...

DCI Cara Elliott von der Abteilung für Schwerverbrechen wird zu einem offensichtlichen Selbstmord gerufen. Es gibt allerdings einige Unklarheiten, weshalb Cara und ihr Team Ermittlungen einleiten. Bald gibt es verdächtig viele solcher Fälle.

Dies ist nach "The Twenty" der dritte Fall für das Ermittlerteam der Abteilung für Schwerverbrechen.

Schon die Grundidee von "The Puppet Master" hat mich sofort gepackt. Offensichtliche Selbstmorde, die bei genauerem Hinsehen keine sind. Ein Strippenzieher, der seine Opfer manipuliert und sie dazu bringt, sich selbst zu zerstören. Dieser Ansatz ist nicht nur extrem düster, sondern auch zutiefst verstörend. Der Fall fühlt sich von Anfang an beklemmend an und hat mich emotional stark mitgenommen. Die Art der Manipulation, der psychische Druck auf die Opfer und die lange Zeit, die das Team braucht, um überhaupt eine Verbindung zwischen den einzelnen Fällen herzustellen, haben mich emotional sehr getroffen. Die Hilflosigkeit der Ermittler ist spürbar und verstärkt die düstere Atmosphäre zusätzlich.

Cara als Hauptfigur habe ich als schwierig empfunden, aber nie als unsympathisch. Sie ist kantig, innerlich zerrissen und trägt viel Ballast mit sich herum. Besonders ihre Beziehung zu ihrem Bruder Nate hat mir gefallen. Die Dynamik zwischen den beiden wirkt authentisch und berührend. Beide sind hervorragende Polizisten mit einem starken Instinkt, aber eben auch kaputte Menschen, so wie fast alle Figuren in dieser Geschichte. Genau das macht sie für mich so glaubwürdig. Umso mehr habe ich mich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus dem Vorgänger gefreut. Die Entwicklung von Jamie Hoxton, Adam Bishop und seiner Frau Romilly war für mich ein echtes Highlight. Besonders Jamies Geschichte hat mich schon in "The Twenty" tief berührt, und auch hier ging sie mir wieder sehr nahe.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist die Balance zwischen Job und Privatleben. Die Ermittlungsarbeit ist spannend und intensiv, gleichzeitig bekommen die persönlichen Probleme und inneren Konflikte der Figuren genug Raum. Beides wirkt gleichwertig und ergänzt sich hervorragend, ohne dass eines davon zu kurz kommt. Ein Punkt, der mich allerdings sehr gestört hat, war die wiederholte Erwähnung des Echomanns. Dieser scheint eine zentrale Rolle für Caras seelisches Leid und ihr inneres Chaos zu spielen. Leider wird dieser Teil der Reihe erst im Herbst 2026 auf Deutsch erscheinen, weshalb diese Passagen für mich nur schwer einzuordnen waren. Ich hatte ständig Fragen und das Gefühl, dass mir wichtiges Vorwissen fehlt. Dass die Reihe in falscher Reihenfolge übersetzt wurde, hat mein Leseerlebnis hier deutlich beeinträchtigt, da offensichtlich Kenntnisse vorausgesetzt werden.

Der Schreibstil von Sam Holland ist erneut absolut fesselnd, flüssig, intensiv, ohne Längen, und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Die Spannung reißt kaum ab, und selbst ruhigere Passagen tragen zur Atmosphäre und Figurenzeichnung bei.

Fazit: "The Puppet Master" war für mich wieder ein echtes Lesehighlight. Trotz kleiner Kritikpunkte, insbesondere bezüglich der Übersetzungsreihenfolge, hat mich der Thriller emotional gepackt und nicht mehr losgelassen. Sam Holland versteht es meisterhaft, dunkle Themen mit starken Figuren und hoher Spannung zu verbinden.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Nicht das, was ich mir erhofft hatte

Down Cemetery Road
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In Oxford verschwindet ein kleines Mädchen, und die Privatermittlerin Zoë Boehm übernimmt die Ermittlungen. Der Fall zieht mehrere Bewohner der Nachbarschaft in Mitleidenschaft, insbesondere die Hausfrau ...

In Oxford verschwindet ein kleines Mädchen, und die Privatermittlerin Zoë Boehm übernimmt die Ermittlungen. Der Fall zieht mehrere Bewohner der Nachbarschaft in Mitleidenschaft, insbesondere die Hausfrau Sarah Tucker.

Ich habe "Down Cemetery Road" mit recht hohen Erwartungen gelesen. Mick Herron ist bekannt für seine scharf gezeichneten Figuren und seinen trockenen, oft sehr treffenden Humor. Der Einstieg klang vielversprechend. Die Privatermittlerin Zoë Boehm ermittelt in Oxford, ein kleines Mädchen verschwindet. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen spannenden, atmosphärischen Kriminalroman.

Leider hat mich das Buch insgesamt eher enttäuscht. Zwar ist Zoë Boehm offiziell die Hauptfigur, doch sie bleibt über weite Strecken erstaunlich distanziert und präsent nur am Rand. Stattdessen nimmt die Geschichte um die Hausfrau Sarah Tucker immer mehr Raum ein. Zeitweise hatte ich sogar den Eindruck, dass Sarah die eigentliche Hauptfigur ist. Eine Entscheidung, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte und die für mich den Fokus der Geschichte abgeschwächt hat. Dazu konnte ich weder zu der einen Frau noch zu der anderen eine Verbindung aufbauen und konnte mit ihnen nicht warm werden. Auch die Spannung konnte mich nicht dauerhaft halten. Das Verschwinden des Kindes ist zwar ein ernstes und emotionales Thema, doch die Geschichte schafft es nur selten, daraus echten Nervenkitzel zu entwickeln. Viele Passagen ziehen sich, und gerade dort, wo ich mir Tempo gewünscht hätte, bleibt die Handlung überraschend ruhig oder verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Hinzu kommen einzelne Szenen und Wendungen, die auf mich übertrieben wirkten. Statt die Geschichte zu verdichten, haben sie mich eher aus dem Lesefluss gerissen. Herrons Stil blitzt zwar immer wieder auf, doch diesmal trägt er für mich nicht durch den gesamten Roman. Am Ende blieb bei mir das Gefühl zurück, dass "Down Cemetery Road" mehr hätte sein können. Die Ausgangsidee ist stark, das Setting interessant, doch die Gewichtung der Figuren und der fehlende Spannungsbogen haben mir den Lesegenuss deutlich geschmälert. Es ist kein schlechtes Buch, aber gemessen an meinen Erwartungen und an Herrons Möglichkeiten schlicht zu wenig.

Fazit: Solide Ansätze, interessante Figuren, aber wenig Spannung und ein irritierender Fokus. Für mich insgesamt enttäuschend.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Für mich kein rundes Ernährungskonzept

Eat smart, not less
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Das Buch "Eat smart, not less" verfolgt einen grundsätzlich sinnvollen Ansatz. Bewusster essen, ohne ständig zu verzichten. Die Idee dahinter ist motivierend und alltagstauglich gedacht. Allerdings hat ...

Das Buch "Eat smart, not less" verfolgt einen grundsätzlich sinnvollen Ansatz. Bewusster essen, ohne ständig zu verzichten. Die Idee dahinter ist motivierend und alltagstauglich gedacht. Allerdings hat mich das Buch insgesamt eher zwiegespalten zurückgelassen.

Viele der Rezepte haben mich nicht wirklich überzeugt. Ich hatte bei fast allen das Gefühl, sie stark abändern zu müssen, damit sie meinen persönlichen Vorstellungen von gesunder Ernährung entsprechen. Besonders Zutaten wie Sahne oder Mehl tauchen für meinen Geschmack zu häufig auf und wirken zumindest für mich fragwürdig im Kontext eines smarten Ernährungskonzepts.

Positiv ist, dass das Buch zum Nachdenken über Essgewohnheiten anregt und kein striktes Verzichtsdenken propagiert. Wer jedoch sehr klare Vorstellungen von gesunder, ausgewogener Ernährung hat, wird sich mit den Rezepten möglicherweise schwertun.

Fazit: Insgesamt ein interessantes Konzept mit Luft nach oben, das mich aber nicht vollständig überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Erwartungen nur teilweise erfüllt

Meine Gesundheitsretter aus der Natur gegen Bauchfett
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Ich habe mir von diesem Buch deutlich mehr versprochen, vor allem aufgrund des Titels. "Gesundheitsretter aus der Natur" klingt nach einem klaren Fokus auf natürliche Mittel, Ernährung und einfache, alltagstaugliche ...

Ich habe mir von diesem Buch deutlich mehr versprochen, vor allem aufgrund des Titels. "Gesundheitsretter aus der Natur" klingt nach einem klaren Fokus auf natürliche Mittel, Ernährung und einfache, alltagstaugliche Lösungen gegen Bauchfett. Genau das habe ich jedoch nur teilweise gefunden. Der Titel ist für mein Empfinden irreführend, da der Schwerpunkt weniger auf natürlichen Rettern liegt, sondern vielmehr auf einem allgemeinen, ganzheitlichen Gesundheitskonzept, das viele Bereiche streift, aber nicht konsequent beim Thema Natur bleibt.

Das Buch ist sehr informationsreich, teilweise sogar zu sehr. Es wirkt stellenweise überladen mit Erklärungen, Hintergrundwissen und allgemeinen Gesundheitstipps. Dadurch geht für mich der rote Faden verloren, und ich hatte öfter das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre. Einige Inhalte wiederholen sich oder werden unnötig ausführlich dargestellt, während andere Aspekte zu kurz kommen.

Besonders enttäuscht war ich von der geringen Anzahl an Rezepten. Gerade bei einem Buch, das sich mit Bauchfett und Gesundheit beschäftigt, hätte ich mir deutlich mehr konkrete, umsetzbare Rezeptideen gewünscht. Stattdessen bleibt es häufig bei theoretischen Ansätzen und Empfehlungen. Positiv hervorheben möchte ich dennoch die Sprache. Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben. Auch komplexere Zusammenhänge werden so erklärt, dass sie gut nachvollziehbar sind. Für Einsteiger im Bereich Gesundheit und Ernährung kann das durchaus hilfreich sein.

Fazit: Insgesamt hat mich das Buch nicht überzeugt, aber auch nicht komplett enttäuscht. Es enthält einige gute Ansätze und Denkanstöße, erfüllt jedoch nicht die Erwartungen, die der Titel weckt, und bietet mir persönlich zu wenig praktische Umsetzung.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Vier Senioren, ein Mord und ganz viel Herz

Der Donnerstagsmordclub
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In einer idyllischen Seniorenresidenz trifft sich jeden Donnerstag eine ungewöhnliche Gruppe aus vier hochbetagten Hobby-Ermittlern. Sie durchforsten alte ungeklärte Kriminalfälle. Als in ihrer unmittelbaren ...

In einer idyllischen Seniorenresidenz trifft sich jeden Donnerstag eine ungewöhnliche Gruppe aus vier hochbetagten Hobby-Ermittlern. Sie durchforsten alte ungeklärte Kriminalfälle. Als in ihrer unmittelbaren Umgebung plötzlich tatsächlich ein Mord geschieht, wird aus der theoretischen Spielerei bitterer Ernst.

Das ist der Auftakt zu einer Reihe rund um vier Senioren und ihren Donnerstagsmordclub.

"Der Donnerstagsmordclub" ist ein äußerst charmant erzählter Auftakt zu der beliebten Krimireihe rund um vier pfiffige Senioren, die ihre Donnerstage damit verbringen, ungelöste Mordfälle zu durchleuchten. Richard Osman gelingt es, eine warmherzige, humorvolle und zugleich überraschend spannende Erzählung zu schaffen, die sich wirklich vom klassischen Krimi abhebt.

Die vier Protagonisten Elizabeth, Joyce, Ibrahim und Ron sind liebevoll gezeichnet und überzeugen durch Witz, Eigenheiten und eine Mischung aus Lebenserfahrung und Sturheit, die sie zu einem unschlagbaren Team macht. Besonders gelungen ist der Ton des Romans. Er ist leichtfüßig, pointiert, aber nie zu albern. Die Handlung vermischt kleinere Rätsel, Hinweise und persönliche Geschichten, sodass man als Leser sowohl mitfiebert als auch schmunzelt. Besonders gut gefallen hat mir, dass Osman seine Figuren nie ins Lächerliche zieht und ihnen gegenüber sehr viel Respekt zeigt. Bisher sind Joyce und Ron meine Lieblingssenioren, Elizabeth empfinde ich als schwierig.

Die Krimihandlung ist nicht übermäßig düster, aber ausreichend komplex. Wer einen Thriller voller Tempo erwartet, wird weniger abgeholt. Wer jedoch britischen Humor, schrullige und sympathische Figuren und gemütliche Whodunit-Atmosphäre liebt, kommt voll auf seine Kosten. Trotz der vielen Stärken weist die Geschichte einige Längen auf, die stellenweise den Lesefluss trüben. Dieser kleine Schwachpunkt schmälert den Gesamteindruck jedoch nur geringfügig, da die Figuren und der Charme der Geschichte weiterhin tragen.

Fazit: Insgesamt ist "Der Donnerstagsmordclub" ein warmherziger, origineller und sehr unterhaltsamer Reihenauftakt, der Lust auf weitere Abenteuer der vier Senioren macht. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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